25. Januar 2019

Mangkatip – Eine starke Gemeinde für einen starken Regenwald

Getreu dem Motto von Jamartin Sihite, CEO BOS Foun­da­tion „Never talk about conser­va­tion with hungry people!” haben wir 2017 in Mangkatip, Mawas unser Pilot­pro­jekt zur Entwick­lungs­hilfe gestartet.

Die Torf­moor­wälder von Mawas sind von einem fatalen Teufels­kreis aus unter­schied­li­chen Faktoren, bedroht. Nachdem dieses jahr­tau­sende alte Habitat durch das Mega-Rice-Projekt mit Hilfe von Entwäs­se­rungs­ka­nälen in den 1990er Jahren trocken­ge­legt wurde, ist es extrem leicht entflammbar und anfällig für Wald­brände. Flora, Fauna und die dort lebenden indi­genen Völker sind den Flammen und giftigen Rauch­schwaden jedes Jahr aufs Neue schutzlos ausge­lie­fert. Hinzu kommt die verhee­rende Armut der ansäs­sigen Bewohner, die ihr Über­leben oft nur mit Wilderei und ille­galen Holz­fäl­lungen sichern können. Aus diesem Grund ist auch wichtig, dass die Entwäs­se­rungs­ka­näle geschlossen werden. Sonst dienen diese weiterhin als Trans­portweg für die illegal abge­holzten Bäume.

Um Mawas, Lebens­raum von nahezu 3.000 wild­le­benden Orang-Utans, nach­haltig zu retten, unter­stützen wir mit unserem Pilot­pro­jekt, geför­dert vom BMZ im Rahmen eines Bengo-Projekts (2331) das Dorf: Mangkatip. Denn nur wenn die indi­gene Bevöl­ke­rung vor Ort sozial und wirt­schaft­lich gestärkt wird, kann sie auch das grüne Zuhause, in dem sie lebt, pflegen und beschützen. 

 

 

Wich­tiger Start: Grund­lagen schaffen

Im ersten Schritt halfen wir der Gemeinde von Mangkatip, ihre Ortschaft inklu­sive ihrer natür­li­chen Ressourcen offi­ziell kartieren und eintragen zu lassen. Das ist wichtig, des es stärkt ihre Verhand­lungs­po­si­tion gegen­über Behörden und anderen Regie­rungs­au­to­ri­täten. Ist ihr Dorf offi­ziell als Ortschaft aner­kannt, können sie Förder­gelder und anderen sozi­al­öko­no­mi­sche Maßnahmen einfordern. 

Im zweiten Schritt fanden erste land­wirt­schaft­liche Schu­lungen statt. So wurde den Menschen von Mangkatip bspw. gezeigt, wie man richtig kompos­tiert oder nach­haltig Reis­anbau betreibt.

In einem dritten Schritt wurden zwei Feuer­wehr-Teams ausge­bildet und ausge­stattet. Sie kamen bereits im Sommer zum Einsatz, als erneut Wald­brände in Mawas wüteten. Dank dem uner­müd­li­chen Einsatz konnte schlim­meres verhin­dert werden.

Jetzt geht es erst richtig los

Das Pilot­pro­jekt ist mit vollem Erfolg gestartet und wir freuen uns auf ein 2019 in dem wir die Entwick­lungs­hilfe vor Ort auf zwei weitere Dörfer ausweiten wollen. Darüber hinaus planen wir, die Menschen weiter auszu­bilden, alter­na­tive Einkom­mens­quellen und Mikro­kre­dite anzu­bieten. Wich­tige Stütz­pfeiler, die es ihnen ermög­li­chen, eine Exis­tenz­grund­lage zu schaffen um gut und sicher zu leben. Gut für die Menschen, gut für ihre Umwelt und gut für ihre Nach­barn, den Orang-Utans.