20. Dezember 2017

Nur echtes Team­work führt zu erfolg­rei­cher Auswilderung!

Menschen­affen + Regen­wald = glück­li­ches Leben. Damit diese Glei­chung aufgeht, bedarf es mehr als ein paar Hand­griffe. Hinter jeder erfolg­rei­chen Lebens­ge­schichte eines von BOS reso­zia­li­sierten Orang-Utans stecken komplexe, oft schwie­rige Abläufe, die unsere Mitar­beiter in ihre Arbeit einkal­ku­lieren müssen. Wie aber sieht das konkret aus?

Bevor Menschen­affen wieder in ihren natür­li­chen Lebens­raum entlassen werden können, durch­laufen sie einen langen, inten­siven Reso­zia­li­sie­rungs­pro­zess. Warum? Nun, sie benö­tigen eine gute gesund­heit­liche Verfas­sung. Außerdem sollen sie ein entspre­chendes Alter erreicht haben und ange­mes­senes natür­li­ches Verhalten zeigen. Nicht zuletzt müssen sie viele verschie­dene Fertig­keiten erlernt haben, die ihr Über­leben in freier Wild­bahn sichern.

An der Vorbe­rei­tung zu einer Auswil­de­rung ist das gesamte indo­ne­si­sche BOS-Team betei­ligt: im Auswil­de­rungs­camp, in den Reso­zia­li­sie­rungs­zen­tren, aber auch im Haupt­quar­tier in Bogor. Die Mitar­beiter stellen mit sorg­fäl­tiger Planung sicher, dass bei der Frei­las­sung unserer Artver­wandten alles reibungslos abläuft.

Jeder Schritt in die Frei­heit wird mit Span­nung erwartet

Ende November regnete es jeden Tag im Schutz­wald von Kehje Sewen. Pflanzen wuchsen und gediehen zu über­hän­genden Büschen entlang des gekenn­zeich­neten Pfades. Die Flüsse schwollen an, und die Luft war nach jedem Platz­regen kalt und feucht. Das Wetter konnte unser Auswil­de­rungs­team nicht entmu­tigen. Statt­dessen wurde dieser Dezember im Nles Mamse Camp herz­lich will­kommen geheißen, versprach er doch eine weitere Orang-Utan-Auswilderung.

Diese sollte die mitt­ler­weile 14. In Kehje Sewen sein. Schon fünf Monate vorher wurde hier am 12. Juli einigen Kandi­daten die Frei­heit geschenkt. Jetzt waren fünf weitere an der Reihe. Unser Auswil­de­rungs­team begann damit, den genauen Platz für die Frei­las­sung zu bestimmen. Dieser ist von verschie­denen Faktoren abhängig, wie etwa den indi­vi­du­ellen Vorlieben unserer Schütz­linge, ihrem Verhältnis unter­ein­ander oder aber dem zur Verfü­gung stehenden Nahrungs­an­gebot. Das Mutter-Kind-Gespann Ingrid und Ivan sollte auch nach der Auswil­de­rung zusammen bleiben, da Ivan immer noch stark an seiner Mutter hängt. Für die anderen drei Kandi­daten wurden unter­schied­liche Stellen im Wald gefunden.

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Während der Vorbe­rei­tungs­zeit besuchte unser Team außerdem regel­mäßig Mugi. Er ist der Boots­bauer vor Ort und fertigt geeig­nete Trans­port­mittel, die für die Auswil­de­rungs­teams und Orang-Utan-Käfige zur Über­que­rung des Flusses Telen benö­tigt werden.

Und schließ­lich war das Team stark damit beschäf­tigt, das Dock zu reinigen, neue Geländer zu instal­lieren und weitere Sicher­heits­vor­keh­rungen zu treffen. Ja, auch das gehört zum Alltag!

Vor dem großen Tag

Jeder Ankunft der Auswil­de­rungs­kan­di­daten geht ein wahrer Putz­ma­ra­thon voraus. Das Camp und die angren­zende Umge­bung werden von Grund auf gereinigt.

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Außerdem werden jede Menge logis­ti­sche Vorkeh­rungen getroffen. Dass solch Fleiß sich auszahlt, merkt unser Team spätes­tens, wenn wieder eine Auswil­de­rung reibungslos über die Bühne gegangen ist. Wie jetzt im Fall von Kehje Sewen. Dank des fantas­ti­schen Zusam­men­spiels aller Team­mit­glieder dürfen fünf weitere Orang-Utans den Rest ihres Lebens in Frei­heit verbringen. Wie sie ihr neues Zuhause erkunden und sich im Regen­wald einleben? Bleiben Sie dran, wir beob­achten und berichten!

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