25. April 2018

Orang-Utans im Veggie-Fieber

Veggie ist in. Auch bei unserer Orang-Utan-Dame Indo­nesia. Die 14jährige weiß aller­dings auch, wie lebens­wichtig zusätz­liche Proteine sind. Was genau auf ihren Teller kommt? Nun, in jedem Fall ist es gesund.

In den Regen­wäl­dern Borneos hat Indo­nesia täglich die Qual der Wahl. Blätter, Zweige, Blüten, Baum­rinde, Früchte, Samen und vieles mehr bestimmen den Spei­se­plan der Lady. Mit etwa 60 Prozent bilden Früchte den größten Anteil ihrer Mahl­zeiten. Die dürfen ruhig auch harte Schalen und Samen haben und ein biss­chen Arbeit machen, bis sie geknackt und anschlie­ßend genüss­lich vertilgt werden können.

Ein abso­luter Favorit auf Indo­ne­sias Menü ist jedoch Melas­toma, auch Indi­scher oder Singapur-Rhodo­den­dron genannt. Der bis zu andert­halb Metern hoch wach­sende Strauch bietet alles, was die junge Dame liebt: leckere pink­far­bene Blüten und verlo­ckende rote Früchte. Gleich­zeitig hat er gegen­über anderen Pflanzen einen entschei­denden Vorteil: Schlägt sich ein Menschen­affe wieder mal den Bauch zu voll, fungiert Melas­toma nämlich auch als Heilpflanze!

Krab­bel­tiere zum Dessert

Selbst, wenn der Magen schon gut gefüllt ist, ein biss­chen Platz scheint immer noch zu sein. Wie sonst ließe sich erklären, dass sich unsere Indo­nesia nach einem Haufen leckerer Blätter und Früchte immer noch fleißig an Baum­rinde zu schaffen macht? Die Futter­lust ist tatsäch­lich nur ein Grund. Der viel wich­ti­gere: Hinter der Rinde verbergen sich Insekten wie beispiels­weise Termiten, die den Orang-Utans lebens­wich­tiges tieri­sches Protein liefern. Auch Ameisen, Vogel­eier oder klei­nere Wirbel­tiere ergänzen hin und wieder eine Mahlzeit.

Ein Häuf­chen für den Regenwald

Wer jetzt denkt, dass unsere rothaa­rigen Artver­wandten ausschließ­lich am Futtern sind, irrt: Inner­halb des Regen­waldes nehmen sie auch eine ganz entschei­dende Funk­tion ein; als Gärtner! Denn die Früchte und Samen, die sie vertilgen, durch­wan­dern ihren Darm. Viele Samen werden anschlie­ßend wieder ausgeschieden. 

So ein Orang-Utan-Häuf­chen kann über 100 Samen enthalten! Diese fallen, wenn ein Orang-Utan weit genug geklet­tert ist, bis zu 75 Meter vom Mutter­baum entfernt auf die Erde und wachsen dort zu neuen Pflanzen heran. Forscher gehen übri­gens davon aus, dass einige Samen­arten ausschließ­lich von den Menschen­affen verteilt werden. Das macht die „Arbeit“ unserer Schütz­linge für den Regen­wald umso wich­tiger, unter­stützen sie doch damit die Arten­viel­falt ihres Lebensraums.

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