5. Juli 2018

Rück­blick auf den Regen­wald­schutz. Neuan­fang 2.0.

In den letzten Jahren wurde sehr viel Geld und Mühe in den Erhalt der Regen­wälder dieser Welt gesteckt. Es konnte vieles erreicht werden, doch am Ende sind alleine 2017, laut einer Studie der Mary­land Univer­sity, 158.000 km² tropi­schen Regen­waldes verloren gegangen. Das entspricht unge­fähr der Größe Grie­chen­lands. Eine unge­heuer hohe Zahl. Die zweit­höchste seit Anfang der Daten­er­he­bung im Jahr 2001, um genau zu sein. Doch was genau läuft eigent­lich schief? Wo muss ange­setzt werden um tatsäch­lich den Verlust von Regen­wald zu stoppen?

Um diese Frage zu klären trafen sich wich­tige Entschei­dungs­träger und Natur­schützer in Oslo und fassten zusammen was bisher für den Regen­wald­schutz getan wurde und was zukünftig passieren muss um die Situa­tion zu verbes­sern. Im Bericht „Saving the rain­fo­rest 2.0“, der Ende Juni von der Rain­fo­rest Foun­da­tion Norway veröf­fent­licht wurde, werden diese Fragen besprochen.

 

Die vorhan­denen Kohlen­stoff­spei­cher sollen erhalten bleiben

Der Groß­teil der gero­deten Regen­wälder fiel der land­wirt­schaft­li­chen Nutzung zum Opfer. Laut Dr. Chris Malins, ein Polit-Experte für Kohlen­stoff und saubere Kraft­stoffe und Mitwir­kender am Bericht, sollten wir daher in Zukunft, anstatt nur weniger Kohlen­stoff­emis­sionen zu erzeugen, vor allem die vorhan­denen Kohlen­stoff­spei­cher der Erde erhalten. Dazu gehören Wälder. So wurde zum Beispiel mit dem Gesetz der EU zur Beimi­schung von erneu­er­baren Ener­gien in Biosprit eigent­lich eine Verrin­ge­rung der CO2 Emis­sionen erwartet. Jedoch ist genau das Gegen­teil passiert. Durch die Nach­frage nach Palmöl als güns­tigstes Pflan­zenöl, wichen riesige Flächen Regen­wald für Palm­öl­plan­tagen. So wurde das Feuer, welches man anfangs versuchte zu löschen, erst richtig entfacht.

Daher beinhaltet der Bericht haupt­säch­lich Vorschläge zur Verbes­se­rung der vorherr­schenden Situa­tion. Zum Beispiel findet Anders Haug Larsen, Mitautor des Berichts, dass Regie­rungen den Markt besser regu­lieren müssen. Produkte, welche die Abhol­zung von Regen­wald nach sich ziehen sollten vom Markt genommen werden, während andere, die dem entge­gen­wirken geför­dert werden sollten.

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Ähnli­ches gilt für die Entwick­lungs­zu­sam­men­ar­beit. So wird in dem Bericht gesagt, dass der Anteil inter­na­tio­naler Hilfe, der einen poten­tiell nega­tiven Einfluss auf den Regen­wald ausübt, 3,5 mal höher ist, als der Anteil, welcher den Regen­wald­schutz und die Wieder­auf­fors­tung unter­stützt. Daher wird Regie­rungen der Geber­länder geraten, als Bedin­gung für eine finan­zi­elle Unter­stüt­zung, Verträge mit ‚Regen­wald­län­dern‘ abzu­schließen. Diese dürften dann keine Regie­rungs­sub­ven­tionen mehr vergeben, die mit der Regen­wald­ro­dung ihr Geld verdienen.

 

Kartie­rung des Landes soll Prio­rität werden

Wie auch in anderen Studien erwähnt, sollte ein Haupt­au­gen­merk auf der Kartie­rung des Landes für dessen zukünf­tige Nutzung liegen. Denn schon oft fiel Regen­wald falscher Planung und falschem Manage­ment zum Opfer. Auch sollte der wirt­schaft­liche Vorteil von Regen­wald­schutz für die indi­gene Bevöl­ke­rung mehr im Fokus stehen. Es sollte klar­ge­stellt werden, dass nach­hal­tige Regen­wald­be­wirt­schaf­tung lang­fristig besser für den Lebens­un­ter­halt der Bevöl­ke­rung sorgt als z.B. Mono­kul­turen, die den Boden auslaugen und zerstören. Hier könnten Geber­länder zum Beispiel solche Ideen vermehrt fördern, die sich mit Land­nut­zungs­pla­nung oder Bildung vor Ort beschäf­tigen. Insge­samt ist diese Art der Einfluss­nahme ein sehr effek­tives Instrument.

Der Bericht richtet sich aber auch an die Privat­wirt­schaft, einer der Haupt­ver­ur­sa­cher von Entwal­dung in den Tropen. Genau diese Unter­nehmen spielen bei der Lösung des Problems eine erheb­liche Rolle. Laut Glenn Huro­witz (Geschäfts­führer bei Mighty Earth) brau­chen wir wahr­schein­lich genau sie, um aus dem Schla­massel, in das sie uns gebracht haben, wieder herauszukommen.