18. Dezember 2017

Tschüß 2017! Will­kommen Freiheit!

Das Beste kommt zum Schluss, auch bei uns. Nach einem ereig­nis­rei­chen Jahr mit drama­ti­schen Rettungen, erfolg­rei­chen Auswil­de­rungen und jeder Menge anderer Projekte, auf die wir mit Recht stolz sein können, setzt BOS jetzt noch einen drauf:
Pünkt­lich zum Jahres­ende beginnt für acht unserer Schütz­linge ein neues Leben. Im Schutz­wald von Bukit Batikap wurden sie jetzt von unseren lokalen Part­nern, der BOS Foun­da­tion und dem Arten­schutz­di­rek­torat des Umwelt­mi­nis­te­riums, in die Frei­heit entlassen.

Damit erhöht sich die Zahl der in dieses Gebiet ausge­wil­derten Tiere auf 167. Ein riesiger Erfolg für BOS und Grund dafür, warum BOS Foun­da­tion zu einem der Gewinner des dies­jäh­rigen „World Bran­ding Award Animalis Edition“ gekürt wurde.

Heli­ko­pter fliegt Menschen­affen nach Bukit Batikap 

Die letzte Auswil­de­rung für 2017 wurde mit einem Hubschrauber durch­ge­führt, zur Verfü­gung gestellt vom Wald­brand­kon­troll­di­rek­torat des Umwelt­mi­nis­te­riums. „Orang-Utans in die Tiefen des Waldes von Batikap zu bringen, ist ohne dieses Hilfs­mittel eine Tortur“, weiß  Dr. Ir. Jamartin Sihite, CEO der BOS Foun­da­tion. „Wir benö­tigen meist drei ganze Tage und Nächte zu Land und zu Wasser. Dank des Hubschrau­bers dauert die gesamte Auswil­de­rung nur wenige Stunden.“

 

Sieben männ­liche Orang-Utans und ein Weib­chen, alle im Alter von 16 bis 26 Jahren, dürfen jetzt den Schutz­wald von Bukit Batikap ihr Zuhause nennen. Damit leben jetzt noch mehr potente männ­liche Tiere in dem Areal. Ein ausge­wach­sener Orang-Utan-Mann bean­sprucht mehr als 3.000 Hektar Wald. Eine enorme Reich­weite, die der Schutz­wald momentan in der Lage ist, abzufangen.

Jamartin Sihite: „Diese Möglich­keit hatten wir nicht immer. Einige der Tiere warten schon viel zu lange im Reso­zia­li­sie­rungs­kom­plex. Es gab in der Vergan­gen­heit nicht genü­gend geeig­nete Wald­flä­chen für die Auswil­de­rung. Heute sind wir dank der Zusam­men­ar­beit mit lokalen und zentralen Behörden endlich imstande, diesen Orang-Utans eine Chance zum freien Leben im Wald zu geben.“

Für den jetzigen Erfolg ist vorallem die groß­ar­tige BOS-Kampagne #Oran­gut­an­Freedom verant­wort­lich. Im Rahmen dieser konnten bei neun Auswil­de­rungen insge­samt 75 Menschen­affen in die Frei­heit entlassen werden. Weitere 43 leben nun auf Voraus­wil­de­rungs­in­seln und haben beste Chancen, demnächst ausge­wil­dert zu werden. Und elf Orang-Utans im Alter von zwei bis 25 Jahren konnte unser Team Anfang März erfolg­reich in ein sicheres Gebiet umsiedeln.

Die jetzt ausge­wil­derten Orang-Utans kamen in zwei Gruppen mit jeweils vier Tieren in ihr künf­tiges Lebens­areal. Der erste Trupp verließ bereits am Dienstag, den 12. Dezember Nyaru Menteng. Der zweite folgte am Tag darauf. Von Nyaru Menteng ging die Fahrt per Auto nach Kuala Kurun. Von dort flog der zur Verfü­gung gestellte Hubschrauber die Trans­port­kä­fige und Team­mit­glieder direkt ins Herz von Bukit Batikap. 

Hier soll jetzt laut des Brand­schutz­di­rek­tors des Umwelt­amtes, Ir. Raffles Brotestes Panjaitan, eine beson­ders strenge Kontrolle der Neuzu­gänge erfolgen: „Wir werden streng über­wa­chen um sicher­zu­stellen, dass dieses Jahr keine Wald­brände entstehen. Die aktu­elle Situa­tion ist recht stabil. Daher können wir mehr Wild­tier­schutz betreiben. Dazu gehört auch, unseren Hubschrauber für Auswil­de­rungen zur Verfü­gung zu stellen.“

Er ergänzt: Der Schutz dieser Spezies wird helfen, die Qualität unserer Wälder zu erhalten. Wir hoffen, dass eine wach­sende Orang-Utan-Popu­la­tion in Bukit Batikap und anderen Wäldern Kali­man­tans uns erfolg­reich helfen wird, sowohl die Spezies als auch unsere Wälder zu bewahren.“ 

Auch Arten­schutz­di­rektor Ir. Bambang Dahono Adji sieht die Auswil­de­rung als wich­tiges Ziel zum Schutz der verblei­benden wilden Lebens­räume. „Wir wissen, dass der Orang-Utan eine Art Wahr­zei­chen ist, jemand, der dabei hilft, Wald­qua­lität zu sichern. Menschen­affen aus den Reso­zia­li­sie­rungs­zen­tren auszu­wil­dern, ist ein wich­tiger Schritt im Schutz dieser Spezies und ihrer Lebensräume.“

Der Experte betont zugleich die abso­lute Notwen­dig­keit der Auswil­de­rungen. „Wald­schutz hängt von einem erfolg­rei­chen Reso­zia­li­sie­rungs­pro­gramm ab. Das ist für uns alle von Vorteil.“

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