28. Januar 2021

Über­schwem­mungen machen Orang-Utan-Inseln unbewohnbar

Sturz­flut­artig strömten die Wasser­massen über weite Teile der Insel, als Ende letzten Jahres außer­ge­wöhn­lich starke Regen­fälle auf Borneo nieder­gingen. Sie unter­spülten Gebäude, beschä­digten Brücken und rissen Teile von Straßen mit sich. Auch die Gegend um Samboja Lestari ist betroffen: Über­schwem­mungen und kleine Erdrut­sche beschä­digten einen Teil der Infra­struktur auf dem Gelände der BOS-Rettungs­sta­tion sowie die Zufahrts­straße zur Rettungs­sta­tion und den Voraus­wil­de­rungs­in­seln. Auch die Dämme von zwei Flus­s­in­seln und die Stütz­mauer zwischen zwei anderen Inseln sind durch das reißende Wasser stark beschä­digt worden.

Evaku­ie­rung von auswil­de­rungs­be­reiten Orang-Utans

Die Orang-Utans mussten zurück in Käfige
Die Orang-Utans mussten zurück in Käfige

Durch die entstan­denen Schäden ist die Sicher­heit für die auf diesen Inseln lebenden Orang-Utans nicht mehr gewähr­leistet. Sie mussten evaku­iert und vorüber­ge­hend in den Sozia­li­sie­rungs­kom­plex gebracht werden. Was für ein harter Rück­schlag für den Reha­bi­li­ta­ti­ons­pro­zess der Tiere – standen sie doch kurz vor ihrer Auswilderung.
Für die Orang-Utans, die sich an das Leben auf den Flus­s­in­seln gewöhnt hatten, hat dieser uner­war­tete Vorfall erheb­liche Auswir­kungen für ihren Entwick­lungs­pro­zess. Unsere Teams vor Ort machen alles möglich, um die Tiere während ihres Zwischen­auf­ent­haltes im Sozia­li­sie­rungs­kom­plex im besten Sinne zu „fordern“: Immer neue Enrich­ments (Beschäf­ti­gungen mit Lern­ef­fekt) akti­vieren die Tiere und fördern ihre Entwick­lung Rich­tung Unabhängigkeit.

Knappe Mittel wegen Corona-Pandemie

Ganze Wege sind weggerissen
Ganze Wege sind weggerissen

Trotz der aktuell begrenzten zeit­li­chen, perso­nellen und finan­zi­ellen Ressourcen hat das BOS-Team bereits begonnen, einige der entstan­denen Schäden zu repa­rieren. Doch die voll­stän­dige Instand­set­zung der Inseln ist ohne externe Hilfe nicht möglich. Denn: Neben der Repa­ratur der entstan­denen Schäden muss zusätz­lich in eine verbes­serte Infra­struktur inves­tiert werden. Schließ­lich sollen die Anlagen zukünf­tigen starken Regen­fällen und Über­schwem­mungen stand­halten können. Doch das kostet Geld. Wegen den noch immer sehr hohen Kosten zur Pande­mie­be­kämp­fung fehlt es derzeit jedoch an zusätz­li­chen finan­zi­ellen Mitteln für fundierte Repa­ratur- und Baumaßnahmen.

Die Ufter der Inseln Pulau 7 und 8 sind stark beschädigt
Die Ufer der Inseln Pulau 7 und 8 sind stark beschädigt

Wir bitten Sie daher drin­gend um Unter­stüt­zung. Helfen Sie uns, dass die Inseln so schnell wie möglich wieder bezugs­fertig sind und die betrof­fenen Orang-Utans auf ihre Inseln zurück­kehren können. Damit die letzte Phase ihres Reha­bi­li­ta­ti­ons­pro­zesses beginnen kann.

Ihre Hilfe ist in dieser schwie­rigen Situa­tion beson­ders wichtig. Jeder Beitrag hilft unseren Orang-Utans in eine bessere Zukunft.