16. April 2022

Unsere Tier­ärzte im Einsatz

Beson­dere Zeiten erfor­dern beson­dere Maßnahmen. Die noch immer wütende welt­weite Pandemie macht auch vor dem Regen­wald auf Borneo nicht Halt und sorgt für große Heraus­for­de­rungen und den uner­müd­li­chen Einsatz aller Team­mit­glieder vor Ort. Doch auch ohne Pandemie haben unsere Vete­ri­näre immer viel zu tun.

In unserem Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum Samboja Lestari (Ost-Kali­mantan) arbeitet ein Team aus vier Vete­ri­nä­rinnen und Vete­ri­nären und drei weiteren Fach­kräften im tägli­chen Einsatz für Orang-Utans und Malai­en­bären. Und sie haben alle Hände voll zu tun! Schließ­lich befinden sich ca. 120 Orang-Utans und 70 Bären unter ihrem Schutz. Und die Versor­gung der Tiere muss auch unter Pande­mie­be­din­gungen gewähr­leistet sein. Die Schutz­maß­nahmen machten ein Schicht­system erfor­der­lich, das den Alltag der Teams gehörig auf den Kopf stellte. Der Zeit­plan wurde so ange­passt, dass die Team­mit­glieder im Zwei­tages-Rhythmus arbeiten und frei haben. So kann der tier­ärzt­liche Betrieb des Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trums auch unter diesen beson­deren Bedin­gungen sicher aufrecht­erhalten werden.

Auch Schreib­tisch­ar­beit gehört zur Routine der Tierärzte

Bevor unsere Vete­ri­näre zu den Tieren gehen, ziehen sie sich ihre persön­liche Schutz­aus­rüs­tung (PSA) an. Ein Tier­arzt ist zuständig für die Wald­schüler, die Malai­en­bären und die Behand­lungs­be­reiche, der bzw. die andere kümmert sich um die Gehege und Sozialisierungsanlagen.

Dabei werden verschie­dene Unter­su­chungen gemacht, um Krank­heiten, Verlet­zungen oder andere Beschwerden bei den Tieren früh zu erkennen. Außerdem werden regel­mä­ßige Behand­lungen durch­ge­führt, wie z. B. Inha­la­tionen bei Orang-Utans, die unter dem Orang-Utan-Respi­ra­tory-Desease-Syndrome (ORDS) leiden. Diese schwere Erkran­kung der Atem­wege, unter der Orang-Utans leiden können, kann unbe­han­delt tödlich ausgehen.

Inha­la­tionen müssen bei einigen Tieren regel­mäßig durch­ge­führt werden

Auch die Unter­su­chung von Kotproben gehört zur tägli­chen Arbeit des Vete­ri­när­teams. Der Kot der Tiere ist sehr aufschluss­reich und gibt einen Einblick in den aktu­ellen Gesund­heits­zu­stand der Orang-Utans und der Malai­en­bären. So können eine Reihe von Krank­heiten erkannt werden, wie z. B. Wurm­in­fek­tionen oder der Befall durch Haken­würmer oder Spul­würmer (Stron­gy­lo­ides), die verschie­denen Infek­tionen bei Orang-Utans auslösen können.

Viele Unter­su­chungen im Labor führen die Vete­ri­näre direkt selbst durch

Neben der tägli­chen Routine müssen manchmal auch chir­ur­gi­sche Eingriffe an unseren Schütz­lingen vorge­nommen werden. Zum Beispiel, wenn geret­tete Tiere schwere Verlet­zungen haben. Oder auch, um körper­liche Leiden zu lindern, die auf andere Weise nicht behan­delt werden können. So bekam z. B. Jeffrey eine erfolg­reiche Hüft­dys­plasie – eine wirk­liche außer­ge­wöhn­liche OP an Orang-Utans.

Im Einsatz am OP-Tisch

Groß­ein­satz für das Vete­ri­när­team heißt es immer, wenn eine Auswil­de­rung ansteht. Denn bevor wir die Orang-Utans in die Frei­heit entlassen, müssen wir sicher­stellen, dass die Tiere voll­kommen gesund und fit sind. Die abschlie­ßenden Gesund­heits­kon­trollen und Krank­heits­test sind sozu­sagen das Ticket in den Regenwald.

Es gibt also immer viel zu tun! Das Vete­ri­när­team von Samboja Lestari arbeitet uner­müd­lich. Für eine bessere Zukunft der Wild­tiere und Menschen auf Borneo.

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