21. Juni 2021

Von Covid bis Klima

Uganda, Bwindi Natio­nal­park: Wir sind unter­wegs zu den Berg­go­rillas der Region, mit Dr. Gladys Kalema-Zikusoka, der ersten Wild­tier­ärztin Ugandas. Für sie ist der Schutz der majes­tä­ti­schen Tiere in Zeiten von Covid-19 nicht leichter geworden. Die Jagd auf viele Arten von geschützten Wild­tieren habe zuge­nommen, erzählt sie — auch, weil viele Menschen ihre Arbeit verloren hätten und ihnen Geld und Nahrung fehlten.

Es gäbe aber noch ein anderes Problem: Es bestehe die Gefahr, dass sich Gorillas bei einem mit Covid-19 infi­zierten Menschen anste­cken könnten. Der Kreis könnte sich so schließen: das Virus, das womög­lich aus der Wildnis kommt, mehr als einer Million Menschen welt­weit den Tod bringt und dann zurück­kehrt, um weiteres Unheil in der Tier­welt anzu­richten. Bei Covid-19 sind viele Ursa­chen noch nicht klar. Unbe­stritten aber ist, dass viele neue Viren ihren Ausgang im Tier­reich nahmen bzw. Über­tra­gungs­wege über die Wildnis führen — vor allem Fleder­mäuse stehen im Verdacht, aber auch Pango­line. Und noch etwas wird immer klarer: Durch das Roden vieler Wälder rücken die Tiere dichter an den Menschen heran und mit ihnen auch die Gefahr neuer Krank­heiten. Augus­tine Baraza Obuyele kennt dieses Muster. Der Film begleitet den kenia­ni­schen Wissen­schaftler zu den Fleder­maus­höhlen am Mount Elgon an der kenia­nisch-ugan­di­schen Grenze. „Fleder­mäuse tragen viele Krank­heiten mit sich,“ sagt er. Seine Aufgabe ist es, neue Viren aufzu­spüren. Viren, die einmal ihren zwei­fel­haften Siegeszug über den Konti­nent oder gar die Welt antreten könnten, wie bereits Ebola oder das Gelb­fieber. Wir sind aber auch mit denen unter­wegs, die anschei­nend keine Angst haben: „Fleder­maus-Jäger“, auf der Suche nach Fleisch für den Grill. Die Welt­ge­mein­schaft wird unruhig vor dem Hinter­grund dieser Bedro­hung. Das UN-Umwelt­pro­gramm UNEP in Nairobi will ein welt­weites „Jahr­zehnt der Wieder­be­le­bung von Ökosys­temen“ ausrufen: Kann Baum­pflanzen die Welt retten? Covid-19 und die Gefahr neuer Viren sind ja nur die jüngsten Gründe, in Wieder­auf­fors­tung zu inves­tieren. Der Schutz des Klimas oder der Wasser­res­sourcen sind andere: Ohne intakte Wälder läuft nichts. Während viele Länder in Afrika Wälder abholzen, um drin­gend benö­tigte Einnahmen zu gene­rieren, haben sich andere zu massiven Auffors­tungen verpflichtet. Eines dieser Vorbilder ist Kenia, das mit seinem Mau-Forest ein wich­tiges Ökosystem wieder­her­stellen will. Das Problem ist, dass die Siedler sich einen Teil des Waldes genommen haben. Nun wird mit Gewalt geräumt, die Siedler müssen mit dem wenigen, was sie haben, fliehen. „Es ist ein lohnendes Opfer, das gebracht wird,“ beschwich­tigt Kenias Umwelt­mi­nister Keriako Tobiko. Doch die Menschen­rechts­kom­mis­sion der Afri­ka­ni­schen Union hat einen Stopp der Vertrei­bungen gefordert.