18. März 2024
Orang-Utan Agus nimmt Platz im BOS-Fahrzeug

Was macht denn der Orang-Utan im Auto?

Orang-Utans sind hoch­in­tel­li­gente Wald­be­wohner mit einem phäno­me­nalen Gedächtnis und der Fähig­keit, Werk­zeuge herzu­stellen und zu verwenden. Das Verhalten dieses impo­santen Männ­chens über­raschte unser Team jedoch.
Camp Nles Mamse am frühen Morgen. Der Himmel hängt tief und düster über dem Regen­wald, die Sonne steigt gerade erst über den Hori­zont, als unser Post-Release Moni­to­ring Team vor die Türe tritt. Doch mit einem Schlag sind die Männer hell­wach, denn sie haben etwas Außer­ge­wöhn­li­ches entdeckt. Etwas, das eigent­lich gar nicht sein kann. Oder doch?
Am Rand der Lich­tung, auf der das Camp erbaut wurde, steht ein altes, ausge­mus­tertes Auto. Es fährt schon lange nicht mehr und das tropisch-feuchte Klima, Sonne und Regen­schauer nagen an seiner Karos­serie. Und aus eben diesem Auto reckt ein Orang-Utan seinen Kopf. Einen beein­dru­ckenden Kopf mit breiten Backen­wülsten. Es ist ein ausge­wach­senes Männ­chen, den das unge­wohnte Etwas in seinem Wald offenbar neugierig gemacht hat.
Vorsichtig näherten sich einige Team­mit­glieder dem Auto, um den Orang-Utan darin besser erkennen zu können. Dieser klet­terte daraufhin aus dem Fahr­zeug heraus, wobei er seinen Körper geschickt durch das geöff­nete Fenster manövrierte.

Entspannt sitzt Agus auf dem Fens­ter­rahmen des Autos und beob­achtet unser PRM-Team

Nun konnte unser Team das Orang-Utan-Männ­chen sehr gut sehen und iden­ti­fi­zierte ihn als Agus. Bereits 2013 wurde er im Kehje Sewen Wald ausge­wil­dert, nachdem er zehn Jahre lang erfolg­reich die Wald­schule und ‑univer­sität durch­laufen hatte. Seine Backen­wülste markieren Agus als domi­nantes Männ­chen.
Agus wurde von unserem PRM-Team zuletzt Ende 2022 gesichtet, als das domi­nante Männ­chen umge­sie­delt wurde. So war das Wieder­sehen eine beson­dere Über­ra­schung. Faszi­niert beob­ach­teten unsere Ranger, wie der Orang-Utan das Auto einer gründ­li­chen Inspek­tion unterzog. Denn die Wald­men­schen sind außer­or­dent­lich neugierig und lern­be­gierig.
Aller­dings hielt das Fahr­zeug offenbar nichts bereit, was für Agus inter­es­sant gewesen wäre, und so saß er schließ­lich nur noch einen Moment auf dem Beifah­rer­sitz und schaute durch die Wind­schutz­scheibe in Rich­tung unseres Teams. Dabei verhielt er sich weder aggressiv unseren Rangern gegen­über noch beschä­digte er das Fahr­zeug. Es war eher ein Moment des Inne­hal­tens, ehe Agus das Auto verließ und im Wald verschwand. Gerade recht­zeitig, um oben in den Baum­wip­feln die ersten Sonnen­strahlen und ein frisch gepflücktes Früh­stück zu genießen. Das hatte der uner­schro­ckene Forscher sich nach dem aufre­genden Start in den Tag auch wirk­lich verdient!
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