Die neuen Wilden - 2018

Wir freuen uns, Ihnen unsere Auswilderungskandidaten von 2018 vorzustellen. 
Die BOS Foundation wildert nicht nur rehabilitierte sondern auch sogenannte halbwilde Orang-Utans aus. Rehabilitierte Orang-Utans fielen sehr jung in die Hände von Menschen, wurden oft illegal als Haustiere gehalten und konfisziert bzw. mutterlos gerettet. Diese Orang-Utans besaßen zum Zeitpunkt ihrer Rettung kaum Fähigkeiten, um selbstständig in der Wildnis überleben zu können. Sie mussten sich einer längeren Rehabilitation bei BOS unterziehen. Halbwilde Orang-Utans haben zumindest einige Zeit mit ihren Müttern in der Wildnis gelebt. Zum Zeitpunkt ihrer Rettung besaßen sie ein gewisses Maß an natürlichen Fähigkeiten und Verhaltensweisen, um alleine in der Wildnis überleben zu können. Die meisten Orang-Utans, die BOS aktuell auswildert, haben im Schnitt zehn Jahre an unserem Rehabilitationsprogramm teilgenommen. Freilebende Orang-Utans haben eine Lebenserwartung von 40 bis 50 Jahren. Diese rotbraunen Menschenaffen haben also noch 30 bis 40 Jahre in Freiheit vor sich. Viel Erfolg, neue Wilde!

2005 stellten wir den damals noch Kleinen im Alter von zwei Jahren bei einem Dorfbewohner in Tumbang Samba in Zentral-Kalimantan sicher. Dieser behauptete, ihn von einem Palmölplantagen-Arbeiter abgekauft zu haben. Diese Geschichte hören wir häufig. In den meisten Fällen werden jedoch die Mütter getötet und ihre Babys dann für 350 Euro und mehr verkauft. Vermutlich ist auch dies Pongs tragische Geschichte. 
Als er nach seiner Rettung nach Nyaru Menteng kam, wog er 8,6 Kilo. Es sah ziemlich übel für ihn aus. Pong hatte kaum noch Fell, litt an Malaria und Typhus. Er verbrachte lange Zeit in Quarantäne, bis er sich gänzlich erholt hatte und keine Gefahr mehr für seine Artgenossen darstellte. Nachdem es dem Jungen besser ging, kam er in die Kindergartengruppe und später in die Waldschule, in der er alle Lern-Stadien durchlief. 
Der nunmehr junge Mann entwickelte sich gut, und so wurde er im April 2017 auf die Vorauswilderungsinsel Kaja umgesiedelt. Dort verbesserte er seine Kletter- und Futtersuchfähigkeiten nochmal erheblich, sodass er nun, mit 15 Jahren und stolzen 41,5 Kilo, als starkes Männchen, mit sich ausprägenden Wangenwülsten, in den Bukit Baka Raya Nationalpark ausgewildert werden kann. Viel Glück Pong!

Auch Jaka wurde 2007 einem Palmölplantagen-Arbeiter in Sebabi, Zentral-Kalimantan, abgenommen. Vermutlich wollte dieser ihn verkaufen. Zu diesem Zeitpunkt war Jaka zwei Jahre alt und wog zehn Kilo. Nachdem er in Nyaru Menteng kurze Zeit in Quarantäne war, hatte er zunächst Schwierigkeiten sich in der Waldschule einzuleben. Im Gegensatz zu seinen Altersgenossen war er nicht so aktiv und lernte langsamer. Doch er holte seinen Rückstand wieder auf und absolvierte die Waldschule mit Bravour.
Im März 2016 zog Jaka auf die Vorauswilderungs-Insel Bangamat, wo er sich als unabhängiger und vor allem neugieriger Orang-Utan einen Namen machte. Heute ist Jaka 13 Jahre alt und wiegt satte 41,7 kg. Somit ist er mehr als bereit, in ein neues Leben zu starten.

Auch Rutan hat eine für unsere Schützlinge typische Vergangenheit. Sie kam 2006 nach Nyaru Menteng, nachdem wir sie von einem Dorfbewohner, der sie in West-Kalimantan als Haustier hielt, gerettet hatten. Rutan war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal drei Jahre alt und wog zehn Kilo. Nach der Quarantänezeit kam sie in die Waldschule, die sie 2009 beendete. 
Im Alter von 13 Jahren wurde sie 2016 auf die Vorauswilderungsinsel Bangamat umgesiedelt. Hier wurde das Weibchen eine richtige Entdeckerin, ging Menschen  allerdings immer eher aus dem Weg. Nach zwölf Jahren in der Obhut von BOS ist Rutan bereit auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbst zu versorgen. Mit 15 Jahren und 32,3 kg auf den Rippen, geht es nun auch für sie in den Bukit Baka Raya Nationalpark.

Das Weibchen wurde 2006 in einer gemeinsamen Rettungsaktion von BKSDA und BOSF nach Nyaru Menteng gebracht. Gezeichnet von den letzten sieben Monaten, in denen sie wie ein Menschenkind behandelt wurde, brachte sie mit ihren 2,5 Jahren lediglich 6,6 Kilo auf die Waage. Neben dem dramatischen Untergewicht war Agis bei ihrer Sicherstellung stark dehydriert.
Doch die Kleine erholte sich prächtig und absolvierte, nach einer kurzen Zeit in Quarantäne, die Waldschule. 2014 zog sie zunächst auf die Vorauswilderungsinsel Bangamat, 2015 dann nach Kaja. Agis zeichnet sich durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit aus. Sie kommt schnell mit Artgenossen in Kontakt. Trotz ihrer eher sanften Natur kann sich aber auch gut verteidigen. 
Unsere Agis ist jetzt 14 Jahre alt und ausgerüstet mit alle, was sie zum Überleben in freier Wildbahn braucht. Auch sie wird in den Bukit Baka Raya Nationalpark ausgewildert. Wir wünschen ihr von ganzem Herzen alles Gute.

Haley wurde Ende 2008 aus einem Dorf in Zentral-Kalimantan gerettet und kam nach Nyaru Menteng. Damals war sie erst zweieinhalb Jahre alt und wog 16 Kilogramm. Sie kam zu uns in einem guten Gesundheitszustand. Nach der Quarantänephase besuchte die Orang-Utan-Dame die Waldschule. Dort entwickelte sich Haley zu einer fleißigen Schülerin.

Im Sommer 2016 zog Haley auf eine unserer Vorauswilderungsinseln weiter. Dort verfeinerte unsere emsige Affendame ihre Fertigkeiten und wurde schon bald immer unabhängiger und sehr wachsam.

Dreizehn Jahre alt und 38 Kilogramm schwer, ist Haley nun bereit für die endgültige Freiheit im Bukit Baka Bukit Raya-Nationalpark. Dickes Haar an den Wangen, runde Augen und eine vorstehende Stirn machen sie unverwechselbar.

Als Meong im Mai 2007 zu uns kam, war er in ziemlich schlechter Verfassung. Unterernährt, traumatisiert und stark dehydriert wog der Zweijährige gerade mal sechs Kilogramm.

Nach der obligatorischen Quarantänezeit durchlief der kleine Orang-Utan alle Stationen der Waldschule. 2016 kam auch er auf unsere Vorauswilderungsinsel Kaja Island. Dort entwickelte er seine eigenen Selbstverteidigungsmethoden, denn dominantes Verhalten gehörte noch nie zu seinen Stärken. Mittlerweile ist Meong auch Meister in Nestbauen und Nahrungssuche geworden.

Von seiner anfänglichen Zartheit merkt man heute nichts mehr. Der dreizehnjährige Orang-Utan-Mann wiegt mittlerweile stolze 49 Kilogramm. Mit seinen großen Wangenwülsten und einem langen goldenen Bart ist er eine auffallende Persönlichkeit. Es ist an der Zeit, dass er wieder in seinen natürlichen Lebensraum zurückkehrt; in den Bukit Baka Bukit Raya-Nationalpark.

Winzling Nabima wurde im September 2000 ins Schutzzentrum Nyaru Menteng gebracht. Es war ein Bild des Elends: Nabima war gerade erst drei Monate alt, mit nicht mal zwei Kilogramm war sie sehr untergewichtig und schwach. Dazu war das kleine Orang-Utan-Mädchen übersät mit Flöhen.

Vom ersten Tag an war sie ein Sorgenkind. Nabima war fast ständig krank, aber dank der hervorragenden Pflege unseres medizinischen Teams erholte sie sich immer schnell. Zwölf Jahre folgten, in denen die Kleine in der Waldschule alles lernte, was sie zum Überleben in der freien Natur brauchen würde. Seit 2012 konnte sie die erlernten Dinge auf Kaja Island ausprobieren und weiter entwickeln.

Mit ihrem scharfen Blick und dem dünnen goldenen Bart ist Nabima sehr anmutig. 18 lange Jahre dauerte ihre Rehabilitation. Aber es hat sich gelohnt! Nun kann auch sie in den Bukit Baka Bukit Raya-Nationalpark ausgewildert werden.

Tari ist die letzte im Bunde der neuen Auswilderungsrunde. Ende Januar dieses Jahres wurde die Fünfjährige aus einem Dorf in Zentral-Kalimantan befreit. Sie zeigte von Beginn an Verhaltensweisen, die darauf hinwiesen, dass dieses Orang-Utan-Mädchen in freier Wildbahn geboren und von einer liebenden Mutter aufgezogen wurde.

Tari kam in unser Schutzzentrum Nyaru Menteng, um sich vom Trauma der menschlichen Gefangenschaft zu erholen. Sie ist bei allerbester Gesundheit, wiegt zehn Kilogramm und ist vollständig unabhängig. Auch zeigt sie die für wilde Orang-Utans typische Abneigung gegenüber Menschen. Aus diesem Grund entschied unser Team, dass Tari die perfekte Kandidatin für eine rasche Wiederauswilderung in unseren Bukit Baka Bukit Raya-Nationalpark ist!

Arnold wurde 2006 im Rehabilitationszentrum Samboja Lestari geboren. Seine Mutter Amoy verstarb leider zwei Monate nach seiner Geburt an einer Atemwegsinfektion. Der kleine Waisenjunge kam somit in die Obhut unserer Babysitterinnen.

Alt genug für die Waldschule startete Arnold 2009 durch. Ohne Zwischenfälle konnte der junge Orang-Utan-Mann nach sechs Jahren die Schule erfolgreich abschließen. Nun ging es für zwei Jahre auf eine unserer Vorauswilderungsinseln in der Nähe des Rehabilitationszentrums. Zwei weitere Jahre später folgte die Umsiedlung auf die Insel Juq Kehje Sewen. Auf diesen beiden Inseln festigte und verfeinerte Arnold sein Waldschulwissen. Er wurde zu einem grandiosen Nestbauer und Futtersucher. Nun ist dieser Affenmann ein hervorragender Kandidat für die Auswilderung.

Arnold ist jetzt 12 Jahre alt und mit all seinen erworbenen Fähigkeiten mehr als geeignet, in seine natürliche Heimat im Kehje Sewen-Wald zurückzukehren.

Auch Totti wurde 2006 in Samboja Lestari geboren. Genau wie Arnold wurde er kurz nach seiner Geburt eine Waise. Seine Mutter Tukiyem verstarb an einer Lungenentzündung. Auch Totti wurde von unseren Babysitterinnen liebevoll großgezogen.

Es folgten knapp drei Jahre Kindergarten. Ab 2009 ging es dann in die Waldschule. Zusammen mit Arnold zog er 2015 nach erfolgreichem Waldschul-Abschluss auf unsere nahegelegene Vorauswilderungsinsel. Und ebenfalls gemeinsam mit Arnold folgte dann 2017 der Umzug nach Juq Kehje Sewen. Totti wurde auf diesen Inseln zu einem exzellenten Nestbauer und Futtersucher. Er verstand sich sehr gut mit den anderen Orang-Utans. Menschliche Nähe war ihm dagegen ein Graus.

Heute ist Totti 12 Jahre alt und bereit, ein neues Kapitel seines Lebens aufzuschlagen. Bereit, als wahrhaft wilder Orang-Utan den Kehje Sewen-Wald zu erforschen.

Derek kam erst 2009 in das Rehabilitationszentrum Samboja Lestari, nachdem er aus einem Dorf gerettet wurde. Bei seiner Ankunft war er knapp ein Jahr alt. Allerdings war er da schon mindestens vier Monate in Gefangenschaft. Bevor der Neuankömmling die Waldschule besuchen konnte, musste er zuerst einmal in die Quarantäne-Station.

Doch schon kurze Zeit später konnte Derek seine Ausbildung beginnen. Und so lernte er 2015 auf der Vorauswilderungsinsel Arnold und Totti kennen. Später zog er zusammen mit den beiden nach Juq Kehje Sewen. Während seines Aufenthaltes auf den beiden Vorauswilderungsinseln machte er große Fortschritte. Der junge Rote erkundete sehr aktiv die Insel, um Futter zu finden.

Nach nunmehr neun langen Jahren Rehabilitation ist der Zehnjährige jetzt bereit die Freiheit im Kehje Sewen-Wald zu kosten.

 

Seto wurde 2010 im Alter von gerade neun Monaten in einer Gemeinschaftsaktion mit der Naturschutzbehörde BKSDA gerettet. Die Kleine wog damals nicht mal vier Kilogramm und kam erst einmal in die Quarantäne-Station. 2012 feierte Seto ihre Einschulung in die Waldschule. Nach dem Zwischenstopp auf der Vorauswilderungsinsel ist nun, im Alter von acht Jahren, bereit für ein Leben in Freiheit, in der Wildnis des Kehje Sewen-Waldes.

Tinatun wurde 2008 in Samboja Lestari geboren. Ihre Mutter Titin konnte 2013 in die Freiheit entlassen werden. Tinatun brauchte noch mehr Zeit in der Waldschule, um alle wichtigen Wildniskenntnisse zu erlernen. Es folgten Jahre der Rehabilitation und der liebevollen Fürsorge von Babysitterinnen und medizinischem Personal. Am 22. Januar 2018 war es dann soweit: Tinatun kam auf eine unserer Vorauswilderungsinseln. Während dieser Zeit entwickelte sie sich zu einer sehr unabhängigen Orang-Utan-Dame, die menschliche Nähe oft mied. Am liebsten war sie allein hoch in den Baumwipfeln oder sie erkundete die Insel. Tinatun ist jetzt zehn Jahre alt. Dank ihres unabhängigen und wilden Naturells wurde sie eine unserer nächsten Auswilderungskandidaten. Tinatun ist absolut bereit für ein neues Leben im Kehje Sewen-Wald.

Sakura konnte Mitte Oktober 2012 aus der Gefangenschaft eines Dorfbewohners befreit werden. Zu diesem Zeitpunkt wog die damals Vierjährige nur knapp neun Kilogramm. Nach Ablauf der Quarantäne wurde die Affendame ein Teil der Waldschule, um dort ihre natürlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Während dieser Zeit wuchs sie zu einer unabhängigen Persönlichkeit heran, die zunehmend eine Abneigung gegen Menschen hegte. Das Orang-Utan-Weibchen wechselte Anfang September 2017 auf die Vorauswilderungsinsel Juq Kehje Sewen. Auf dieser Insel kamen sehr gut entwickelte Fähigkeiten in Sachen Nahrungssuche und Nestbau zum Vorschein. Sakura ist nun zehn Jahre alt und gut gerüstet mit allen nötigen Fähigkeiten, die ein Orang-Utan zum Überleben in der Wildnis braucht. Unsere Affenlady wird nun ihre Freiheit im Kehje Sewen-Wald genießen können.

Cheryl wurde in Muara Wahau, Ost-Kalimantan gerettet. Sie kam am 11. Januar 2012 in Samboja Lestari an, als sie noch ein winziges einjähriges Orang-Utan-Kind war. Sie war überraschend selbstständig für ihr Alter und hatte kein Interesse daran, Menschen nahe zu kommen.

Nachdem sie die Quarantäne beendet hatte, schloss sich Cheryl dem Waldkindergarten an und zog zusammen mit ihrer besten Freundin Erina von dort weiter zur Waldschule. Seit dieser Zeit ist sie zu einem intelligenten Orang-Utan mit gesunden Überlebensfähigkeiten herangewachsen. Cheryl ist ziemlich unabhängig und interagiert selten mit Babysittern und anderen Mitarbeitern; ein gutes Zeichen, dass sie auch später in Freiheit Menschen meiden wird.

Cheryl ist jetzt 7 Jahre alt und bereit, die Freiheit im wilden Wald von Kehje Sewen mit ihrer besten Freundin Erina zu genießen.

Choki wurde am 16. Februar 2016 vom Kutai-Nationalpark an das Samboja Lestari-Rehabilitationszentrum der BOSF übergeben. Sie war zu diesem Zeitpunkt fünf Jahre alt, untergewichtig und litt an schweren Traumata sowie einer Wurminfektion. Als sie dem Nationalpark übergeben wurde, hatte sie eine Machetenwunde am Kopf und gebrochene Knochen.

Dank der liebevollen Fürsorge und intensiven Behandlung durch unser engagiertes medizinisches Team erholte sich Choki nach einigen Monaten und begann, sich normal zu betätigen. Da sie immer noch wilde Verhaltensweisen zeigte und als halbwilder Orang-Utan eingestuft wurde, kam  Choki nicht in die Waldschule. Stattdessen wurde sie in den Sozialisierungskomplex gebracht.

Choki ist jetzt 7 Jahre alt und wird bald ihre Freiheit im Kehje Sewen-Wald genießen, ihrem neuen Zuhause.

Erina wurde von einem Dorfbewohner in Miau Baru von einem gemeinsamen Team von BOSF und der Tenggarong-Naturschutzbehörde gerettet. Sie kam am 7. März 2013 in Samboja Lestari an, als sie gerade drei Jahre alt war. Erina bestand die Quarantäne-Phase und schloss sich schnell der Waldschulgruppe 1 an, um ihre Rehabilitationsreise zu beginnen.

Im Jahr 2014 trat Erina der Waldschulgruppe 2 bei und entwickelte sich zu einem scheuen Orang-Utan, der die menschliche Präsenz nicht mochte. Sie kommt jedoch gut mit anderen Orang-Utans aus, besonders mit Cheryl. Erina ist es gelungen, solide Überlebensfähigkeiten zu entwickeln und verbringt die meiste Zeit hoch oben in den Baumkronen. Sie ist sehr gut in der Nahrungssuche.

Jetzt, 8 Jahre alt, ist Erina bereit, ihr neues Zuhause, den Kehje Sewen-Wald, zu erkunden.

Julien wurde am 3. November 2013 von einem gemeinsamen Team der Balikpapan-Naturschutzbehörde und der BOS Foundation gerettet. Ein Anwohner, der Julien zwei Monate lang als Haustier gehalten hatte, gab an, den zweijährigen Orang-Utan-Jungen allein in der Region Sebulu in Ost-Kalimantan gefunden zu haben. Nachdem er in Samboja Lestari angekommen war, durchlief Julien die übliche Quarantänezeit, bevor er mit der Rehabilitation in der Waldschule begann.

Nachdem er Anfang 2018 die Waldschule beendet hatte, trat Julien in die Vorentlassungsphase der Rehabilitation ein und schloss sich anderen Orang-Utans auf Insel 8 an. Während seiner fünfjährigen Ausbildungszeit machte Julien dauerhafte Fortschritte und entwickelte sich zu einem unabhängigen Menschenaffen. Er erforschte Insel 8 aktiv und sucht sich selbständig seine Nahrung. In der Anwesenheit von Menschen  fühlt er sich unwohl - vor allem Frauen mag er gar nicht.

Nicola wurde am 18. Juni 2010 von einem gemeinsamen Team der Tenggarong-Naturschutzbehörde und BOS Foundation Samboja Lestari gerettet. Sie war fünf Jahre alt und wurde illegal von einem Dorfbewohner im Kaliorang Subdistrict, Ost-Kalimantan, gehalten.

Nicola ist immer sehr vorsichtig, aber das macht sie weder langsam noch hindert es sie an irgendwelchen Aktivitäten. Sie entwickelte sich zu einem unabhängigen Orang-Utan mit breitem Erkundungsradius. Um menschliche Präsenz kümmert sie sich wenig und ist mehr als fähig, sich bei Bedarf zu verteidigen.

Dank ihrer gut entwickelten Verhaltensmuster wird die nunmehr 13-jährige Nicola bald die Möglichkeit haben, frei im Kehje Sewen-Wald zu leben.

Vista wurde am 26. Juni 2006 aus dem Dorf Barunang Miri in Zentral-Kalimantan gerettet. Mit gerade einmal acht Monaten und anderthalb Kilogramm Gewicht erreichte sie die Rettungsstation Nyaru Menteng. Aus dem kleinen, hilflosen Baby entwickelte sich schnell eine fleißige Schülerin, die alle Stufen der Waldschule innerhalb weniger Jahre abschließen konnte. In der letzten Phase ihrer Rehabilitation siedelte Vista auf die Vorauswilderungsinsel Palas um. Dort brachte sie am 5. April 2017 ihren Sohn Vee zur Welt.
Baby Vee bekam kurz nach der Geburt eine Hautinfektion, die in der Klinik von Nyaru Menteng behandelt werden musste. Doch schon am 18. Mai 2017 konnte er gemeinsam mit seiner Mutter als geheilt entlassen werden. Die beiden haben auf der Insel Bangamat ihre Rehabilitation erfolgreich abgeschlossen. Vista ist jetzt 13 Jahre alt und mit ihrem energischen einjährigen Sohn Vee bereit, selbständig im Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark zu leben.

Terang wurde am 11. November 2004 aus dem Dorf Terantang in Zentral-Kalimantan gerettet und nach Nyaru Menteng gebracht. Sie war damals schätzungsweise anderthalb Jahre alt, wog drei Kilogramm und war in einem sehr schlechten Zustand: extrem unterernährt und dehydriert, dazu hatte sie noch eine Ohrenentzündung und geschwollene Drüsen unterhalb der Zunge.
Nach der Quarantäne durfte Terang in die Waldschule und arbeitete sich fleißig durch alle Lernstufen. Am 29. Juni 2013 zog sie auf die Insel Kaja, um ihre Fähigkeiten in der selbständigen Futtersuche zu verbessern – ihr nächster großer Schritt in Richtung Freiheit. Obwohl Terang auf der Insel nicht zu den dominanten Orang-Utans gehörte, bewies sie doch, dass sie sich bei Bedarf gut verteidigen konnte.
Jetzt ist Terang 16 Jahre alt und wiegt fast 44 Kilogramm. Sie hat lange dunkelbraune Haare, runde melancholische Augen und eine kräftige Figur. Ausgestattet mit den Fähigkeiten die sie während ihrer Rehabilitation erworben hat, ist Terang jetzt bereit, frei im Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark zu leben.

Indi wurde am 14. Januar 2003 aus dem Dorf Timpah in Zentral-Kalimantan gerettet und nach Nyaru Menteng gebracht. Sie war damals etwa zwölf Monate alt, wog vier Kilogramm und war in einem sehr schlechten Zustand: sie war unterernährt, extrem dehydriert und hatte Fieber.
Nach der obligatorischen Quarantänezeit absolvierte Indi alle Stufen der Waldschule und zog am 2. März 2013 auf die Vorauswilderungsinsel Kaja um. Auf Kaja entwickelte sie ihre Fähigkeiten weiter und wurde zu einem wachsamen Orang-Utan, der Menschen gegenüber extrem vorsichtig ist.
Indi ist nun 16 Jahre alt und wiegt 49 Kilogramm. Sie hat lange und dicke rötlich-braune Haare, hervorstehende Augenbrauen und eine kräftige Figur. Mit den Fähigkeiten, die sie in ihren Jahren der Rehabilitation erworben hat, ist Indi jetzt bereit, im Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark frei zu leben.

Nanda wurde am 19. April 2006 gerettet, nachdem sie ein Jahr lang illegal in Jakarta festgehalten wurde. Sie wurde im Alter von drei Jahren mit einem Gewicht von sieben Kilogramm nach Nyaru Menteng gebracht.
Nach Abschluss der Waldschule begann Nanda im März 2015 die Vorauswilderungsphase auf der Insel Kaja. Dort gelang es ihr, sich gut mit den anderen Orang-Utans auf der Insel zu sozialisieren. Ihre verführerischen Eigenschaften zogen auch die Aufmerksamkeit vieler männlicher Orang-Utans auf sich.
So brachte Nanda am 12. Juni 2016 einen kleinen Jungen zur Welt, dem wir den Namen Ananda gaben. Nanda entwicklete sich zu einer liebevollen, aufmerksamen und beschützenden Mutter.
Jetzt kann die 15-jährige Nanda gemeinsam mit dem zweijährigen Ananda die Freiheit im Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark genießen.

Suma wurde von einem BOS-Team aus Nyaru Menteng und Mitarbeitern der Naturschutzbehörde von Zentral-Kalimantan BKSDA aus dem Haus einer Frau in Palangka Raya gerettet. Sie behauptete, Suma allein auf einem Feld gefunden zu haben. Suma erreichte am 5. Dezember 2004 mit knapp zweieinhalb Jahren und einem Gewicht von sieben Kilogramm die Rettungsstation Nyaru Menteng.
2009 schloss Suma die Waldschule erfolgreich ab, 2015 zog sie auf die Insel Kaja. Obwohl sie keiner der dominierenden Orang-Utans auf der Insel war, war sie immer sehr aufmerksam und zeigte hervorragende soziale Fähigkeiten. Vor allem war sie sehr gut darin, sich selbst ihr Futter zu suchen.
Suma ist jetzt 17 Jahre alt und wiegt 43 Kilogramm. Diese einzigartig aussehende, robuste Orang-Utan-Dame mit dichtem Haar und hervorstehenden Augenbrauen wird jetzt als wilder Orang-Utan im Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark leben.

Coklat kam am 5. Mai 2004 als zweijähriges Waisenkind mit einem Gewicht von neun Kilogramm auf die Rettungsstation Nyaru Menteng. Ein Bewohner des Kapuas-Distrikts in Zentral-Kalimantan hatte ihn illegal als Haustier gehalten.
Nachdem er alle Stufen der Waldschule erfolgreich abgeschlossen hatte, konnte Coklat am 28. Februar 2015 auf die Vorauswilderungsinsel Bangamat umziehen. Während seiner Zeit auf der Insel entwickelte er seine Überlebensfähigkeiten weiter und wurde zu einem dominanten Orang-Utan-Mann.
Coklat ist mittlerweile 16 Jahre alt und wiegt 67 Kilogramm. Er hat dunkelbraune, lange Haare und voll entwickelte Backenwülste. Coklat ist jetzt bereit, im Wald des Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark als wilder Orang-Utan zu leben.

China wurde am 8. Oktober 2006 aus dem Dorf Parenggean in Zentral-Kalimantan gerettet, wo sie einen Monat lang illegal gehalten wurde. Damals war sie etwa anderthalb Jahren alt und wog vier Kilogramm.
Nach zehn Jahren hatte China die Waldschule von Nyaru Menteng abgeschlossen und wurde auf die Insel Kaja verlegt. Auf Kaja entwickelte sich China zu einer guten Entdeckerin ihrer Umgebung. Die Gegenwart von Menschen versucht sie zu vermeiden. China ist zwar keine dominante Persönlichkeit, kann sich jedoch bei Bedarf behaupten und ist unglaublich aufmerksam. Sie hat ein auffälliges Äußeres: dichtes, in der Mitte gescheiteltes Haar und eine Beule auf der Stirn.
China ist jetzt 14 Jahre alt und wiegt 39 Kilogramm. Nach der erfolgreichen Rehabilitation in Nyaru Menteng warten nun neue Abenteuer in den Wäldern des Bukit Baka Bukit Raya Nationalparks auf sie.

Kadek wurde aus einem Haushalt im Ost-Kotawaringin-Distrikt in Zentral-Kalimantan gerettet. Sie wurde am 29. März 2007 nach Nyaru Menteng gebracht. Damals war sie ungefähr vier Jahre alt und sieben Kilogramm schwer.
Nachdem sie die Waldschule komplett durchlaufen hatte, durfte sie am 24. März 2016 auf die Vorauswilderungsinsel Bangamat umsiedeln. Hier hat sie ihre Fähigkeiten bei der Nahrungssuche perfektioniert und sich in einen komplett selbständigen Orang-Utan verwandelt. Sie sucht gern die Gesellschaft anderer Orang-Utans. Die Gegenwart von Menschen verabscheut Kadek allerdings zutiefst. Ein guter Charakterzug.
Kadek ist jetzt 15 Jahre alt und nach elf Jahren Rehabilitation bereit, in die Wildnis des Bukit Baka Bukit Raya Nationalparks zu ziehen.

Am 5. April 2006 wurde Kenya aus illegaler Haustierhaltung in Palangka Raya (Zentral-Kalimantan) befreit. Das Orang-Utan-Mädchen war zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre alt und wog sechs Kilogramm.
Nach Abschluss ihres Rehabilitationsprozesses in der Waldschule, zog Kenya am 9. Juni 2016 auf die Insel Kaja, um den letzten Abschnitt ihrer Ausbildung zu beginnen. Auf der Insel verstärkte sich Kenyas Abneigung gegen Menschen. Selbst BOS-Mitarbeitern gegenüber, die sie lange kennt, macht sie ihr Missfallen unmissverständlich klar. Sie ist eine sehr wachsame und eifrige Entdeckerin und bei der Futtersuche äußerst erfolgreich.
Kenya ist jetzt 14 Jahre alt und wiegt fast 47 Kilogramm. Dieses einzigartige Weibchen mit dem flachen Gesicht darf nun durch den Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark streifen.

Zazu kam am 6. April 2005 nach Nyaru Menteng. Damals war er gerade einmal anderthalb Jahre alt und wog sieben Kilogramm. Er wurde einem Palmöl-Plantagenarbeiter weggenommen, der ihn drei Monate lang in der Region Ostkotawaring in Zentral-Kalimantan gefangen gehalten hatte.
Zazu schloss die Waldschule ab und wurde am 8. April 2016 auf die Insel Kaja verlegt. Er war auf der gesamten Insel unterwegs, um Futter zu finden. Dabei zog er es vor, für sich alleine zu bleiben. Auch zu Menschen hielt er lieber Abstand.
Jetzt ist Zazu 15 Jahre alt und wiegt 36 Kilogramm. Nach 13 Jahren in der Rehabilitation ist dieser fantastische Orang-Utan-Mann nun bereit, die Wälder des Bukit Baka Bukit Raya Nationalparks zu erforschen.

Bulan wurde am 12. April 2004 aus illegaler Privathaltung im Dorf Madara in Zentral-Kalimantan gerettet. Sie kam in einem erbärmlichen Zustand in Nyaru Menteng an. Etwa zwei Jahre war sie damals alt und wog sechs Kilogramm.
Nachdem sie die Waldschule erfolgreich durchlaufen hatte, zog Bulan am 24. März 2016 auf die Vorauswilderungsinsel Bangamat. Hier war sie emsig mit der Nahrungssuche beschäftigt und schloss Freundschaften mit den anderen Orang-Utans auf der Insel.
Mit 16 Jahren und 39 Kilogramm Körpergewicht ist Bulan nun bereit für den Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark.