8. Dezember 2017

Am Inter­na­tio­nalen Natur­schutztag fünf weitere Orang-Utans in Kehje Sewen ausgewildert

Niemals in der Geschichte der Mensch­heit waren so viele Tier- und Pflan­zen­arten vom Aussterben bedroht wie gegen­wärtig. Grund genug, die Welt darauf aufmerksam zu machen. Der „World Wild­life Conser­va­tion Day” soll künftig jähr­lich daran erin­nern, wie ernst die Lage für unsere Natur ist. Pünkt­lich zum ersten “Welttag zur Erhal­tung wild­le­bender Tiere und Pflanzen” am 4. Dezember 2017 konnte BOS fünf Menschen­affen aus dem Schutz­zen­trum Samboja Lestari wieder in die Frei­heit entlassen. Mit der nunmehr 14. Auswil­de­rung seit 2012 leben nun auch die zwei Orang-Utan-Männ­chen Tiny und Ivan sowie die drei Weib­chen Ingrid, Yuniar und Santa im Regen­wald von Kehje Sewen, darunter auch ein Mutter-Kind-Gespann.

Auch Weib­chen Santa pünkt­lich zu Weih­nachten freigelassen

damals (links) und heute

Unter den ausge­wil­derten Menschen­affen befindet sich auch Santa, die 2014 in Muara Wahau gerettet wurde. Damals zeigte sie zwar ganz natür­li­ches, wildes Verhalten. Sie war aber zu jung, um unmit­telbar in die Wildnis zurück­zu­kehren. Mit sechs Jahren darf das junge Weib­chen recht­zeitig zum Weih­nachts­fest heim in den Regenwald.

Mit der jetzigen Auswil­de­rung steigt die Zahl der frei­ge­las­senen Menschen­affen in Kehje Sewen auf 80. Ein Erfolg, aber BOS will mehr! „BOS möchte allen verwaisten und heimat­ver­trie­benen Orang-Utans die Frei­heit zurück­zu­geben“, sagt Dr. Ir. Jamartin Sihite, CEO der BOS Foun­da­tion. „Sie haben es verdient, ein sicheres, würde­volles Leben in ihrem natür­li­chen Lebens­raum zu führen. Kampa­gnen wie #Oran­gut­an­Freedom machen darauf aufmerksam, wie viel Hilfe und Unter­stüt­zung sie noch brauchen.“

Santa entschwindet in den Wipfeln der Bäume

Die 2017 von BOS geschaf­fenen Voraus­wil­de­rungs­in­seln sind ein sicherer Ort, an dem die Menschen­affen ihre in den Schutz­zen­tren erwor­benen Fähig­keiten ausbauen und schon mal das unab­hän­gige Leben proben können. Hierher können hoffent­lich im kommenden Jahr noch mehr „Neue Wilde“ in die Frei­heit entlassen werden.

Erfolg nur durch Zusam­men­ar­beit möglich

Anläss­lich der Auswil­de­rung betonten die indo­ne­si­schen Partner BOS Foun­da­tion und die Umwelt­schutz­be­hörde BKSDA glei­cher­maßen die Wich­tig­keit einer konse­quenten Zusam­men­ar­beit. „Solche Erfolge sind nur durch das Zusam­men­spiel der Partner welt­weit mit den vor Ort agie­renden Behörden, Orga­ni­sa­tionen und einzelnen Menschen, die sich mit dem Schutz der Orang-Utans beschäf­tigen, möglich“, mahnt Jamartin Sihite.

„Es gibt nur wenige verblei­bende Wälder von guter Qualität in der Provinz. Gemeinsam müssen wir diese Wald­ge­biete retten und helfen, die bereits zerstörten wieder aufzu­forsten“, fügt Ir. Sunandar Trigu­n­a­jasa N., vom BKSDA in Ost-Kali­mantan hinzu. „Es ist unsere kollek­tive Pflicht, unsere verblei­benden Wälder und die darin befind­liche Arten­viel­falt zu schützen.“

Kehje Sewen muss wachsen

Der Regen­wald von Kehje Sewen ist ein 86.450 Hektar großes Gebiet in Ost-Kali­mantan. Seit 2010 wird es speziell für die Auswil­de­rung reso­zia­li­sierter Orang-Utans aus Samboja Lestari genutzt. Die ersten Auswil­de­rungen star­teten 2012. Experten zufolge kann Kehje Sewen 150 Menschen­affen ein Zuhause bieten.

Bislang wurden 80 Tiere wieder ange­sie­delt. Die Kapa­zi­täten reichen also noch für 70 weitere. Im Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum von Samboja Lestari warten jedoch noch 155 Orang-Utans auf ihre Frei­las­sung. Kurz gesagt, BOS benö­tigt noch mehr Wald, um alle Orang-Utans, die aktuell gepflegt werden, auswil­dern zu können.

Bislang wurden zwei erfolg­reiche Geburten in Kehje Sewen verzeichnet, ein Zeichen dafür, dass der Prozess der Wieder­an­sied­lung im wahrsten Sinn Früchte trägt. Unser nächstes großes Ziel ist es, die Geneh­mi­gung für ein weitaus größeres Areal zu bekommen. Auf dass wir noch mehr Artver­wandte endgültig in die Frei­heit entlassen können.
 

 

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