4. März 2022

Frauen spielen eine wich­tige Rolle bei der Aufrecht­erhal­tung der Wehea Dayak-Kultur

Borneo ist die Heimat der Dayak, die aus vielen lokalen Bevöl­ke­rungs­gruppen bestehen. Kultur, Sprache und Lebens­weise unter­scheiden sich von Dayak zu Dayak. Eine Gruppe davon sind die Wehea Dayaks. Sie leben seit Genera­tionen in einem von BOS betreuten Wald­ge­biet in der Region Ost-Kutai. BOS unter­stützt die Wehea Dayaks dabei, ihre Bräuche und Tradi­tionen weiter­zu­führen. Frauen spielen dabei eine beson­dere Rolle.

Die Aufgaben sind vielseitig

Die Wehea Dayaks haben eine Viel­zahl tradi­tio­neller Rituale und Veran­stal­tungen, die sie von Genera­tion zu Genera­tion weiter­geben. Zum Beispiel beim Reis­ern­te­fest: Hier kochen die Frauen für alle, reinigen gemeinsam das Dorf und führen die tradi­tio­nellen Tänze auf. Bei anderen Zere­mo­nien wie der Kinder­weihe (erau anak) sind Frauen für das Fütte­rungs­ri­tual oder die Vorbe­rei­tung von Opfer­gaben für die Ahnen zuständig. „Das ist auch bei tradi­tio­nellen Hoch­zeiten so“, erklärt Yulita Leang Long, eine der Bewoh­ne­rinnen des Dorfes Diaq Lay.

Zur Tradition gehört auch die gemeinsame Vorbereitung des Essens
Zur Tradi­tion gehört auch die gemein­same Vorbe­rei­tung des Essens

Nach Ansicht der Frauen lehrt und fördert die Wehea-Dayak-Kultur den Respekt vor der Natur, die Bedeu­tung der Zusam­men­ar­beit im Team, den Respekt vor den Älteren und die Akzep­tanz von Unter­schieden. Doch durch das Vorrü­cken der modernen Welt in den Regen­wald finden immer mehr neue Tech­no­lo­gien ihren Weg auch zu den Wehea Dayaks. Das bringt zum Teil Arbeits­er­leich­te­rungen mit sich – und gleich­zeitig treten die alten Bräuche und Tradi­tionen mehr und mehr in den Hintergrund.

Um ihre Tradi­tionen und Kultur für die jüngere Genera­tion lebendig zu halten, versucht Yulita Leang Long, ihren Kindern so viel wie möglich davon beizu­bringen. “Ich zeige ihnen, wie die tradi­tio­nelle Wehea-Dayak-Klei­dung genäht wird und bringe ihnen unsere Tänze bei.“ Mariana Ying Tuq, aus dem benach­barten Dorf Bea Nehas, konzen­triert sich vor allem auf das tradi­tio­nelle Hand­werk. Sie stellt die typi­schen Röcke (Tepa), Hüte (Sekduq), gefloch­tenen Mache­ten­schnüre und gewebte Matten her. So wie sie es von ihrer Mutter gelernt hat, gibt auch sie ihr Wissen zur Herstel­lung dieser Waren an ihre Töchter weiter.

Das gemeinsame Flechten ist Teil der Kultur
Das gemein­same Flechten ist Teil der Kultur

Eine Brücke zwischen alt und neu

Um zu verhin­dern, dass die tradi­tio­nellen Bräuche und Rituale irgend­wann ganz verschwinden, haben einige Frauen eine Hand­wer­ker­ge­mein­schaft gegründet. Neben der Herstel­lung der tradi­tio­nellen Waren geht es Ihnen vor allem darum, die über­lie­ferten Tradi­tionen am Leben zu erhalten. Und dafür gehen sie auch sehr moderne Wege – über Face­book! „Wir machen eigene Beiträge, manchmal auch kleine Videos über unsere Kultur. Wenn wir Posts von anderen sehen, die im Zusam­men­hang mit unseren Bräu­chen und Tradi­tionen stehen, dann kommen­tieren wir das oder liken die Beiträge. So verbinden wir uns mitein­ander und verbreiten das Wissen über unsere Kultur“, erzählt Yulita Leang Long.

Die Frauen sind stolz darauf, ihre Kultur und ihre Bräuche zu bewahren. Sie hoffen, dass sie auch zukünftig so viel posi­tive Reso­nanz bei anderen Einwoh­nern, insbe­son­dere aber bei jungen Menschen, bekommen.

BOS unter­stützt die Akti­vi­täten der Wehea Dayak zur Erhal­tung ihrer Tradi­tion unter anderem durch finan­zi­elle Förde­rung. Helfen Sie uns dabei - Die Orang-Utans und der Regen­wald brau­chen uns. Gerade jetzt. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.