18. Mai 2022

Justins erfolg­rei­cher Weg in die Unabhängigkeit 

Die Auswil­de­rung von Justin vor fast fünf Jahren war ein großer Erfolg, wie uns ein Zusam­men­treffen mit dem Orang-Utan-Männ­chen im Kehje-Sewen-Wald in Ost-Kali­mantan beweisen konnte. 

Als an einem späten Nach­mittag unser PRM-Team aus dem Camp Nles Mamse von einem regu­lären Rund­gang zurück­kehrte, wurde ganz in der Nähe der 15-jährige Justin gesichtet. Sofort machte sich das Team auf, um zu schauen, wie es Justin inzwi­schen geht. 

An diesem Nach­mittag saß Justin noch lange auf einem Baum und beob­ach­tete seine Umge­bung, bevor unser Team das Knacken von Ästen hörte – das typi­sche Geräusch, wenn ein Orang-Utan sich sein Nacht­lager errichtet. Das Team merkte sich den genauen Standort, um am nächsten Morgen die Beob­ach­tungen fort­setzen zu können. Dies sollte sich jedoch als schwie­riger heraus­stellen, als erwartet! Denn Justin war offen­sicht­lich nicht in der Stim­mung, die Anwe­sen­heit von Menschen in seiner Nähe zu dulden und zeigte dies auch deutlich. 

Er grum­melte laut­stark und machte außerdem die für Orang-Utans typi­schen Kuss­ge­räu­sche. Diese soge­nannten „kiss-squeaks“ sind laute schmat­zende Geräu­sche, die entstehen, wenn die Lippen zusam­men­ge­kniffen werden. Auf diese Weise zeigen Orang-Utans eindeutig ihren Unmut. Zusammen mit dem lauten Grum­meln, zeigte Justin hier gleich zwei Droh­ge­bärden auf einmal. Damit machte er dem PRM-Team eindeutig klar, dass er nicht beob­achtet werden will und sie sich zurück­ziehen sollen. Um seine Aussage noch deut­li­cher zu unter­strei­chen, warf er mit Ästen nach seinen Beob­ach­tern und klet­terte danach auf einen hohen Baum. Daraufhin kam das Team Justins Bitte nach und zog sich zurück. 

Das war eindeutig eine gute Nach­richt gewesen, da diese Signale ein Zeichen für Justins erfolg­rei­chen Weg in die Unab­hän­gig­keit sind und damit ein weiterer Beweis für die geglückte Auswilderung! 

Trotz der kurzen Beob­ach­tungs­zeit kann unser Team Aussagen über sein Essver­halten machen. Justin scheint sehr gerne Lianen­mark zu mögen, da er viel Zeit und Mühe für die Suche aufge­wendet hat. Dazu kamen Kalmus- und wilde Ingwer-Sprossen sowie junge Blätter

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