19. Oktober 2022
Orang-Utan-Mutter Signe mit ihrem Baby

Signe – liebe­volle Mutter und vorbild­liche Lehrerin

Wie hoch ist die Wahr­schein­lich­keit im Regen­wald auf eine Orang-Utan-Familie zu treffen? In der Tat nicht so hoch. Da hat unser Beob­ach­tungs­team in letzter Zeit sogar ganze zweimal Glück gehabt, indem es Signe und ihre unge­wöhn­liche Familie aufspüren konnte. Die 15-jährige Orang-Utan-Dame ist mitt­ler­weile eine geübte Mama. Sie, ihr sieben Jahre alter Sohn Bungaran und ihr knapp zwei­jäh­riges Baby sind ein gutes Team. Und allein das ist schon unge­wöhn­lich: Bekommt ein Orang-Utan doch eigent­lich erst dann wieder Nach­wuchs, wenn das große Kind komplett selbst­ständig ist.

Orang-Utan-Mutter Signe mit ihrer Familie
Signe mit ihrer Familie

Doch Signe und ihre zwei Jungs scheren sich nicht um solche Regeln. Sie setzen auf Groß­fa­milie und kommen damit sehr gut zurecht, wie unsere Kolle­ginnen und Kollegen immer wieder bestä­tigen können. 
Kürz­lich wurde Signe bei einem wich­tigen Unter­richt beob­achtet. Sie zeigte ihrem Baby eifrig, wie man auf Nahrungs­suche geht, indem sie vorsichtig die jungen Blätter um sich herum im Baum pflückte. Ihr Verhalten wurde sofort von ihrem Zweit­ge­bo­renen nach­ge­ahmt, der eben­falls anfing, junge Blätter von den Zweigen abzu­zupfen. Das Baby suchte mit einer Hand nach Blät­tern in der Nähe, während es sich mit der anderen Hand am Körper von Mutter Signe fest­hielt. Ab und zu hielten sie inne und ruhten sich aus, um dann aber gleich wieder mit dem Pflü­cken der jungen Blätter fortzufahren. 

Fast zwei Stunden vergingen, in denen Signe und ihr Baby entspannt auf einem Ast hockten, Blätter genossen und sich entspannten. Erst dann machten sich die beiden auf den Weg. Signe hangelte sich vorsichtig von Ast zu Ast, während sich ihr Baby an ihrem Fell fest­hielt. Je schneller Signe wurde, desto fester klam­merte sich das Baby an sie.

Orang-Utan-Mutter Signe mit ihrem Baby

In der Regel bleiben junge Orang-Utans bis zu einem Alter von etwa sieben bis acht Jahren an der Seite ihrer Mutter. Dabei lernt der Nach­wuchs von ihr alles, was er wissen muss, um im Wald zu über­leben. Bungaran, Signes erstes Kind, folgt Signe noch immer – mal enger, mal in etwas größerem Abstand. Oder anders: Er darf ihr noch immer folgen, obwohl Signe sich nun ja vor allem um ihr Baby kümmern muss. Das ist eine ganz unge­wöhn­liche Dynamik, die wir hier beob­achten dürfen! 

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Wir sind gespannt, ob wir das Trio bald wieder im Wald treffen können. 

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