24. Oktober 2016

Über­ra­schungen lauern überall (2)

Erin­nern Sie sich an unseren Bericht über die Erkun­dungs­tour von Rika Safira, der Koor­di­na­torin für Auswil­de­rungen? Ihre Geschichte geht weiter…

Ein Beob­ach­tungs­team aus dem Camp „Nles Mamse“ hat ein unbe­kanntes Orang-Utan-Männ­chen im Süden des Waldes entdeckt. Dieser ist wohl auf unsere ausge­wil­derte Orang-Utan-Dame Leonie getroffen. Die beiden verbringen sogar etwas Zeit mitein­ander. Die Anwe­sen­heit des jeweils anderen scheint sie nicht zu stören. Auch wenn auf dem ersten Blick kein Konflikt entsteht, werden wir die beiden dennoch im Auge behalten. Da wir das wilde Männ­chen nicht kennen, können wir es nicht einschätzen und eine mögliche Gefahr für Leonie nicht ausschließen.

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Ursprüng­lich wollten wir aller­dings nur poten­ti­elle Auswil­de­rungs­stellen suchen und bewerten, wobei eine Straße Rich­tung Pelang­siram viel­ver­spre­chend zu sein schien und wir ihren Zustand prüfen wollten. Das kleine Dorf Pelang­siram liegt an den Ausläu­fern des Kehje-Sewen-Waldes. Bevor wir Pelang­siram aller­dings erreichten, stellten wir fest, dass wir zu erschöpft waren, um weiter zu gehen.

 

Die acht Kilo­meter lange Strecke vom Camp zum Dorf war zu heraus­for­dernd für uns und so verbrachten wir die Nacht in der Nähe einer Fluss­mün­dung. Geräu­sche des Nashorn­vo­gels umgaben uns. In Indo­ne­sien nennen wir diesen Vogel „kang­ka­reng“. Er flog frei um uns herum. Ein wunder­barer Anblick.

Am nächsten Tag begut­ach­teten wir verschie­dene mögliche Auswil­de­rungs­stellen und wollten danach nach gleich Muara Wahau zurück­kehren. Aller­dings verzö­gerte sich unsere Abreise noch den ganzen Tag — Regen und ein umge­stürzter Baum hatten den Fahrer lange aufge­halten. Nach einer Nacht im Hotel ging es am nächsten Tag weiter nach Balikpapan.

Für Chris­tian, unser neuestes Mitglied im Team, war diese Wald­erfah­rung natür­lich wert­voll und span­nend, auch wenn er völlig erschöpft war. Auch mich hatte die anstren­gende Reise ziem­lich mitge­nommen, obwohl sie nur sehr kurz war. Im Regen­wald ist man nie sicher vor Über­ra­schungen, die die eigenen Planungen über den Haufen werfen.  Das macht es so aufre­gend für mich und das nächste Aben­teuer lässt sicher nicht lange auf sich warten!

2016 feiert BOS Deutsch­land sein 15-jähriges Jubi­läum. Das sind 15 Jahre erfolg­rei­cher Einsatz für den Erhalt der Orang-Utans und ihrer Habi­tate! Noch so viele Orang-Utans warten auf den Tag ihrer Auswil­de­rung. Schenken Sie Frei­heit! Helfen Sie uns dabei, diese wunder­baren Tiere auf die Reise zu schicken.