18. Dezember 2019

Unser größtes Weih­nachts­ge­schenk: Elf Orang-Utans ausgewildert

Ein größeres Weih­nachts­ge­schenk kann es wohl kaum geben. Pünkt­lich zum Jahres­ende konnte die BOS Foun­da­tion elf Orang-Utans in den Regen­wald Borneos entlassen. Unter den Glück­li­chen: die aus Thai­land geret­teten Orang-Utan-Damen Suja und Warna mit ihren Töch­tern sowie der im September 2019 schwer verletzt aufge­fun­dene Sapat.

Die elf teils reha­bi­li­tierten und teils wilden Menschen­affen bezogen nach einer langen Reise ihr neues Domizil: das Schutz­ge­biet des Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­parks (TNBBBR) im Bezirk Katingan im Zentrum von Kali­mantan. Ihre Über­füh­rung aus dem Rettungs­zen­trum in Nyaru Menteng erfolgte in zwei Gruppen am 13. Und 15. Dezember.

Hilda und Hadijah
Hilda und Hadijah

Der erste Tag

Vor der Abfahrt wurden alle Kandi­daten einem obli­ga­to­ri­schen Gesund­heits­check unter­zogen, bevor es in auf Autos gela­dene Trans­port­kä­fige auf die Reise ging. Alle zwei Stunden wurde der körper­liche Zustand der Tiere über­prüft, Nahrung und Wasser gereicht. Die erste Etappe der Über­füh­rung endete gegen Mitter­nacht im Dorf Tumbang Melawan.

Hier erfolgte der Umstieg aufs Boot. Dank der jüngsten Regen­fälle, die den Wasser­pegel steigen ließen, war die Fahrt strom­auf­wärts zwar reibungslos, aber dennoch nicht unge­fähr­lich: Die sichersten Wald­ge­biete für Frei­set­zungen befinden sich fast immer fluss­auf­wärts, daher standen unsere Mitar­beiter mit der Navi­ga­tion durch die diesmal unge­wöhn­lich starken Fluss­strö­mungen des Hiran-Flusses vor einer beson­ders großen Heraus­for­de­rung. Schon klei­nere Strudel konnten hier die Boote leicht kentern lassen.

Umstieg aufs Boot
Umstieg aufs Boot

Elf Orang-Utans erobern den Nationalpark!

Sechs Stunden Boots­fahrt später war das Ziel der Reise erreicht. Und elf Orang-Utans standen kurz vor dem Schritt in die Frei­heit. Der erste Konvoi hatte die Männ­chen Fungky und Baim, das Mutter-Kind-Duo Suja und Bella sowie den erst im November 2019 geret­teten, wilden Sidomulyo an Bord. Konvoi zwei kam kurze Zeit später mit den Weib­chen Malee, Warna, Hilda und ihrer Tochter Hadijah sowie den Männ­chen Franky und Sapat an.

Für einige unserer Auswil­de­rungs­kan­di­daten endete mit der nun folgenden Öffnung der Käfig­türen eine beson­ders drama­ti­sche Geschichte. So zählen Suja und Warna zu den von BOS in der Vergan­gen­heit aus Thai­land geret­teten Orang-Utans. Beide Mütter konnten gemeinsam mit ihrem Nach­wuchs in den Natio­nal­park TNBBBR ziehen.

Tragi­sches Schicksal, glück­li­ches Ende

Sidomulyo und Sapat gehören zu den soge­nannten wilden Menschen­affen, die relativ schnell wieder ausge­wil­dert werden können. Sie sind in Frei­heit groß­ge­worden, benö­tigen dann jedoch durch Verlet­zung oder Lebens­raum­ver­lust kurz­fristig die medi­zi­ni­sche Hilfe unserer Rettungs­zen­tren, um wieder selb­ständig leben zu können.

Sapatgeht in die Freiheit
Sapat­geht in die Freiheit

Beson­ders tragisch war dabei das Schicksal von Sapat: Das Orang-Utan-Männ­chen war von 67 Geschossen durch­siebt von BOS gerettet worden. Sein körper­li­cher Zustand war mehr als desolat.

Sapat bei seiner Rettung
Sapat bei seiner Rettung

Sein Über­leben grenzt an ein Wunder, ebenso wie die schnelle Gene­sung des tapferen Orang-Utans. Nur drei Monate nach seinem Auffinden und einer lebens­ret­tenden Opera­tion unseres heraus­ra­genden Medi­zi­ner­teams darf Sapat jetzt wieder in den Regen­wald zurückkehren.

Damit zählen er und die anderen zehn zu nunmehr 462 Orang-Utans, die von der BOS Foun­da­tion seit 2012 in Wäldern Zentral- und Ost-Kali­man­tans frei­ge­lassen wurden. Insge­samt werden derzeit noch 457 Orang-Utans in unseren Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­tren Nyaru Menteng und Samboja Lestari betreut.

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