Verbor­gene Schätze auf der Insel Juq Kehje Swen

Verbor­gene Schätze auf der Insel Juq Kehje Swen

Der Regen­wald von Borneo gehört zu den ältesten der Welt und ist eine Schatz­kammer des Arten­reich­tums. Unsere Ranger haben nun auf der Voraus­wil­de­rungs­insel Juq Kehje Swen eine beson­dere Heil­pflanze entdeckt.

Die Insel Juq Kehje Swen ist für die BOS Foun­da­tion ein beson­derer, wich­tiger Ort, denn sie gehört zu jenen Refu­gien, an denen von uns reha­bi­li­tierte Orang-Utans das Leben in Frei­heit erproben können, ehe sie tatsäch­lich ausge­wil­dert werden.
Juq Kehje Swen liegt etwa zehn Kilo­meter vom Kehje Sewen Wald entfernt, einem unserer geschützten Auswil­de­rungs­wälder. Die Insel ist bewaldet und hat eine Fläche von 82,84 Hektar.
Nun haben unsere Ranger auf Juq Kehje Swen eine Pflanze entdeckt, die in den lokalen Commu­ni­ties als Heil­pflanze bekannt ist mit vielen wert­vollen Inhalt­stoffen: Ketepeng Cina (Senna alata).

Die Heilpflanze Ketepeng Cina
Die Heil­pflanze Ketepeng Cina


Ihre Blätter enthalten unter anderem Phenole, Zimt­säure, Sapo­nine, Alka­loide, Flavo­noide, Chinone, Tannine und Anthrach­i­non­gly­ko­side. Tradi­tio­nell wird Ketepeng Cina von den Einhei­mi­schen bei einer Viel­zahl von gesund­heit­li­chen Problemen einge­setzt, sei es bei aller­gi­schen Reak­tionen, Verlet­zungen oder, zu Tee verar­beitet, auch inner­lich, denn es wirkt entzün­dungs­hem­mend bei Krank­heiten.
Die medi­zi­ni­schen Einsatz­mög­lich­keiten sind noch lange nicht erschöp­fend erforscht worden. Fest steht jedoch: Die Regen­wälder sind voller Schätze! Und das ist ein weiterer Grund, sie zu schützen und zu erhalten.


Werden auch Sie zum BOS-Unter­stützer. Mit Ihrer Spende helfen Sie den Orang-Utans, dem Regen­wald und damit auch unserem Klima. Jeder Beitrag hilft.

Hey Justin, frohes neues Jahr!

Hey Justin, frohes neues Jahr!

Bei einer Patrouille im Kehje Sewen Wald hatte unser Post Release Moni­to­ring Team (PRM) eine kurze, aber sehr schöne Begeg­nung mit einem Orang-Utan, den wir schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen haben.


Acht Uhr morgens. Zeit für unser PRM-Team, zur regel­mä­ßigen Patrouille aufzu­bre­chen. An diesem Tag kurz vor dem Jahres­wechsel steht Tran­sect 32 auf dem Plan. Das Team bewegt sich zügig durch den Regen­wald, die Augen abwech­selnd auf den Pfad und in die Baum­wipfel gerichtet, die Ohren gespitzt. Denn es könnte ja sein, dass auch auf dem Weg in das eigent­lich für diesen Tag anste­hende Wald­ge­biet ein Orang-Utan den Weg kreuzt.


Und tatsäch­lich, als die BOS-Ranger eine kurze Pause einlegen, hören sie ein leichtes Rascheln in den Zweigen eines Baumes ganz in der Nähe und entde­cken ein von dunkel­orangen Haaren umrahmtes Gesicht. Schnell wird die Kamera heraus­ge­holt, um Fotos zu machen. Es handelt sich um Justin, ein Orang-Utan-Männ­chen, das 2017 in Kehje Sewen ausge­wil­dert wurde.
Das letzte Mal, dass unser Team Justin zu Gesicht bekam, ist über drei Jahre her: Damals knüpfte er zarte roman­ti­sche Bande mit Orang-Utan-Weib­chen Angely.

Orang-Utans Justin und Angely
Justin und Angely kamen sich 2021 im Kehje Sewen Wald näher


Und es war nicht das erste Mal, dass unser Team Justin auf Braut­schau beob­ach­tete. Womög­lich gibt es in den Tiefen des Kehje Sewen Waldes bereits Nach­wuchs, den wir nur noch nicht zu Gesicht bekommen haben?


Die Freude bei unserem PRM-Team ist jeden­falls groß, Justin nach all der Zeit wieder­zu­sehen. Ihnen fällt auf, dass er eine leichte Schnief­nase hat, ansonsten scheint es ihm aber sehr gut zu gehen.


So gut sogar, dass er ziem­lich schnell sein Miss­ver­gnügen darüber zum Ausdruck bringt, dass sich Menschen in seiner Nähe aufhalten. Das Orang-Utan-Männ­chen rüttelt laut­stark an den Zweigen und entfernt sich dann zügig durch die Baum­kronen. Keine Chance für unser Team, ihm zu folgen… Justins Spur verliert sich.
Nach etwa einer Stunde erfolg­losen Suchens setzen die Ranger daher ihren ursprüng­li­chen Weg in Tran­sect 32 fort.


Werden Sie jetzt Orang-Utan-Pate und helfen Sie mit, diese stark bedrohte Menschen­af­fenart vor dem Aussterben zu bewahren.

Ein Männ­lein steht im Walde: Der Pilz mit dem Brautschleier

Ein Männ­lein steht im Walde: Der Pilz mit dem Brautschleier

Pilze sind faszi­nie­rende Wesen, die die unglaub­lichsten Formen annehmen können. Wir stellen heute eine Stink­mor­chel-Art vor, die die BOS-Ranger des Öfteren im Wald sehen – und vor allem riechen!


Auf Englisch heißt er Bridal Vail Mush­room – Braut­schleier-Pilz, sein latei­ni­scher Name lautet Phallus indusiatus, und damit ist das Aussehen dieser Pilzart schon ziem­lich tref­fend beschrieben. Sie gehört zur Gattung der Stink­mor­cheln, die auch hier­zu­lande vorkommen. Ein weiteres typi­sches Merkmal ist ihr Gestank – oft riecht man die Stink­mor­cheln lange, bevor man sie auf dem Wald­boden entdeckt.


Woran lässt sich der Bridal Vail Mush­room erkennen?


Diese Stink­mor­chel-Art kommt nur in tropi­schen Ländern vor, und zwar auf dem afri­ka­ni­schen Konti­nent, in Südame­rika sowie in Asien und auch Austra­lien. Sie wächst als Solitär auf frucht­baren Böden, nur selten sind Gruppen des Braut­schleier-Pilzes zu finden.
Sein Lebens­zy­klus ist absolut faszi­nie­rend. Wenn der Pilz aus dem Boden sprießt, dann hat er eine kuge­lige Form. In Deutsch­land werden junge Stink­mor­cheln deshalb auch Hexen­eier genannt. In diesem Stadium ist der Pilz essbar – in China gilt er als Deli­ka­tesse und Zutat der geho­benen Küche. Beson­ders kostbar macht ihn dabei die Tatsache, dass er nur äußerst kurz genießbar ist und dass ihm zahl­reiche medi­zi­ni­sche Eigen­schaften zuge­schrieben werden.


Morcheln kann man beim Wachsen zusehen


Inner­halb kurzer Zeit schießt der Bridal Vail Mush­room in die Länge – er kann bis zu zwei Milli­meter pro Minute wachsen! Meist schießt er am späten Abend oder frühen Morgen aus dem Boden. Zehn bis 15 Zenti­meter kann die Braut­schleier-Morchel groß werden und bildet dabei das namens­ge­bende wabige Netz aus, das von seinem bräun­lich-schwarzen Hut herabhängt.

Bridal Vail Mushroom
Mit seinem „Duft“ lockt Phallus indusiatus Insekten an 


Ist der Pilz ausge­wachsen, so beginnt die Sporen­masse an seiner Spitze zu verschleimen und stinken. Mit seinem inten­siven Geruch und süßli­chen Geschmack lockt die Stink­mor­chel Insekten an, die ihre Sporen durch Berüh­rung später im Wald verteilen. So wird dieser faszi­nie­rende Pilz Teil eines leben­digen Biotops, das den verblei­benden Regen­wald auf Borneo auszeichnet. Lasst uns diese Viel­falt schützen!


Bitte unter­stützen Sie unsere Arbeit auf Borneo! Denn Orang-Utan-Schutz ist Regen­wald­schutz ist Klima­schutz. Jeder Beitrag hilft!

TV-Tipp: Arten retten — Gegen das große Verschwinden

TV-Tipp: Arten retten — Gegen das große Verschwinden

Di, 16.1, 1:30 Uhr, verfügbar in der Media­thek bis 30.1., ARTE

Arten­ret­te­rInnen leben nicht nur ihren Traum von Entde­ckung, Wildnis und Tier­liebe — sie enga­gieren sich für uns alle. Denn: Wir alle stehen in Wech­sel­wir­kung mit wilden Tieren, Pflanzen und Viren, deren Lebens­raum und Dienste sich die Menschen aneignen. An der Hand der Ikone des Arten­schutzes, Dr. Jane Goodall, nähert sich der Film dem Kampf um den Erhalt der Biodiversität.

TV-Tipp: Arten retten — Gegen das große Verschwinden

Felix und die wilden Tiere: Bei den Orang-Utans

Mi 17.1., 07:30 Uhr, ARD-alpha

Der Tier­filmer Felix Heidinger berichtet von den Orang-Utans auf Borneo. Immer noch werden dort junge Orang-Utans gefangen und verkauft. Denn sie werden gern als Haus­tiere gehalten. Das ist zwar in Indo­ne­sien per Gesetz verboten, aber es geschieht trotzdem. Wenn die Polizei solche Tiere findet, werden sie beschlag­nahmt. Wenn die befreiten Orang-Utans Glück haben, kommen sie in die Affen­schule zu Willi Smits. Der Tier­for­scher übt mit ihnen, wie sie wieder wilde Affen werden. Wenn er sie nach erfolg­rei­cher Schul­zeit in die Wildnis entlässt, sollen sie dort über­leben können. Die jungen Orang-Utans müssen z.B. lernen, wie sie sich Schlaf­nester bauen und Nahrung finden.