Unsere neue Rettungsstation Nyaru Menteng 2 nimmt immer weiter Form an. Für das Herzstück, das neue Orang-Utan-Klinik, wurde nun der Grundstein gelegt. Aber nicht nur das: Es konnten bereits wichtige weitere Elemente fertiggestellt werden.
So ein Rettungszentrum entsteht zwar nicht über Nacht, aber wir geben uns große Mühe, unseren Schützlingen in Nyaru Menteng so schnell wie möglich ein neues Zuhause zu schenken. Wie bereits erwähnt, zieht die gesamte Rettungsstation aufgrund mehrerer Faktoren auf ein benachbartes Grundstück. Zum einen bietet das Gelände mehr Platz und Möglichkeiten. Zum anderen hat die Regierung neben dem alten Grundstück einen Freizeitpark geplant.
In einem ersten Schritt konnte die Waldschule bereits gebaut werden. Unsere Orang-Utan-Schüler leben somit schon in ihrem neuen Zuhause. Sie kommen schon in den Genuss der nigelnagelneuen Einrichtung, wie z.B. ausgeklügeltere Klettergerüste, geräumigere Schlafgehege und artgerechtere Fütterungsplattformen.
Drohnenaufnahme der neuen Orang-Utan-Klinik in Nyaru Menteng
Das Herz eines jeden Rettungszentrums
Doch so wichtig natürlich die neue Waldschule auch ist, eines darf in keinem Schutzzentrum fehlen: Und das ist die Klinik. Hier beginnt für unsere Schützlinge mit der Erstbehandlung nach ihrer Rettung die Rehabilitation und hier endet sie, wenn wir sie für die Auswilderung ein letztes Mal untersuchen.
Im Dezember hatten wir daher unsere Unterstützenden gebeten, für den Bau der neuen Orang-Utan-Klinik zu spenden. Die Resonanz war überwältigend. Über 75.000 € wurden gespendet. Nur dank dieser großzügigen Unterstützung konnten unsere Kolleginnen und Kollegen direkt mit dem Bau beginnen.
Eine große Klinik – viele kleine Schritte
So wurden bereits die Bodenarbeiten abgeschlossen. Das war eine herausfordernde Aufgabe. Auf dem Gelände hatte sich früher eine Bergbauanlage befunden, daher war der gesamte Boden stark degradiert, wie auf diesem Bild zu sehen ist.
Das Gelände für die neue Klinik in Nyaru Menteng vor den Bodenarbeiten
Auch der Straßenbau zwischen den unterschiedlichen Klinik-Gebäuden konnte abgeschlossen werden. Wie berichtet, besteht das Krankenhaus aus drei verschiedenen Bereichen, die, mit Wegen verbunden, in einem Dreieck angeordnet sind. Das erste Gebäude ist der operative Bereich, wo die Tiere behandelt werden. Der zweite Teil setzt sich aus Labor und Autopsie zusammen. Als drittes und letztes wird es einen eigenen Quarantänebereich geben, in dem Schützlinge mit schwerwiegenden, ansteckenden Infektionen untergebraucht werden und Neulinge nach ihrer Ankunft zunächst wohnen.
Während also für alle drei Gebäude die Bodenarbeiten abgeschlossen wurden, konnte zusätzlich bereits der Rohbau für den operativen Bereich fertiggestellt werden. Hierzu wurde das Fundament gegossen, ein Abwassersystem installiert und Stahlträger errichtet, die das Gerüst des Hauses bilden. Anschließend wurde die Elektrik verlegt und das Erdgeschoss bereits fertiggemauert.
Das Fundament für die neue Orang-Utan-Klinik in Nyaru Menteng wird gegossen. Die Arbeiter errichten das Gerüst für die neue Orang-Utan-KlinikDie Wänder der neuen Orang-Utan-Klinik Nyaru Menteng werden errichtet
Wir sind unseren Spenderinnen und Spendern unendlich dankbar für ihre bedeutsame Unterstützung. Ohne dieses wundervolle Engagement wäre die neue Orang-Utan-Klinik noch eine Bauskizze.
Was für ein aufregender Tag! Die Waldschüler unseres Rettungszentrums Nyaru Menteng durften in ihre neue Waldschule umziehen. Mit großen Augen und die Hand ihrer Babysitterinnen fest im Griff, so reisten die jüngeren Orang-Utan-Waisen mit dem Bus auf das neue Gelände. Die älteren Waldschüler vollzogen den Umzug in Transportboxen auf Autos. Doch egal wie: Die jungen Waldmenschen konnten es kaum erwarten, das neue Gelände zu erkunden.
Alle einsteigen bitte. Das Abenteuer Umzug beginntDie Aufregung ist den kleinen Waldschülern ins Gesicht geschriebenDie älteren Waldschüler verlassen das alte Nyaru Menteng in Transportboxen im Auto
Gut 25 Jahren bestand das alte Rettungszentrum Nyaru Menteng, rund 30 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Zentral-Kalimantans Palangka Raya auf Borneo. Doch als das Gebiet zum kommunalen Stadtwald und damit zu einem Naherholungsgebiet umgewidmet wurde, mussten wir auf ein neues Gelände ausweichen. Denn Naherholungsgebiet bedeutet ständig viele menschliche Besucherinnen und Besucher – und das ist alles andere als ideal für ein Orang-Utan-Rehabilitationszentrum. Denn das oberste Ziel der Rehabilitation ist, dass die Tiere lernen, in freier Wildbahn, ohne die Abhängigkeit von oder Gewöhnung an Menschen zu überleben.
Ein Dankeschön an unsere Spenderinnen und Spender
Glücklicherweise konnte BOS nicht weit vom alten Rettungszentrum ein neues Gelände sichern. Mit 132 Hektar fast doppelt so groß, wie das alte, bietet es viel Platz und Ruhe. Dank der großartigen Unterstützung durch unsere Spenderinnen und Spender konnte BOS Deutschland den Neubau der Waldschule mit gut 55.000 Euro mitfinanzieren. Dafür von Herzen ein großes Dankeschön der ganzen BOS-Familie. Für den weiteren Bau, insbesondere der Orang-Utan-Klinik, benötigen wir Ihre Unterstützung.
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So konnten wir die Erfahrungen aus mehr als 30 Jahren Orang-Utan-Rehabilitation in die Ausstattung des neuen Rettungszentrums einfließen lassen. Die neuen Schlafgehege, in denen unsere Waldschüler ihre Nächte verbringen, wurden zum Beispiel nicht nur deutlich größer, sondern vor allem höher errichtet. Außerdem wurden sie ausgestattet mit stabilen Seilen, Reifenschaukeln und künstlichen Nestern, damit die Primatenkinder auch hier ihre Instinkte und Fähigkeiten ausleben und trainieren können.
In diesen geräumigen Gehegen verbringen die Waldschüler nun ihre NächteBei der ersten Erkundungstour wird gleich alles ausprobiert
Vor den Schlafgehegen befindet sich ein großer Spielplatz mit vielen Klettermöglichkeiten, unterbrochen von kleinen schattenspendenden Baumgruppen.
Ein kleiner Teil des neuen Spielplatzes
Überall auf dem Gelände sind Seile gespannt, so dass sich die Orang-Utans darüber entlanghangeln können – fast wie im Regenwald von Baum zu Baum.
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So geht es dann auch zum angrenzenden Waldgebiet, in dem sich das Areal der Waldschule befindet – das Herzstück des Rettungszentrums. Auch hier haben wir einige Neuerungen im Vergleich zur alten Waldschule umgesetzt. Die Fütterungsplattformen sind auf hohen Stelzen errichtet worden und weitere Futterverstecke, wurden hoch in den Bäumen angebracht. Denn auch unter Orang-Utan-Kindern gibt es den einen oder anderen Kletterfaulen, den nur eine süße Leckerei in die Höhe locken kann.
Die Fütterungsplattformen sind auf hohen Stelzen errichtet
Wir haben noch einiges vor
Jetzt können die kleinen Orang-Utans erstmal in aller Ruhe die neue Waldschule erkunden. Können klettern, toben, Abenteuer erleben und vor allem ganz viel lernen. Wir haben derweil auch noch einiges zu tun. Denn noch ist das neue Nyaru Menteng nicht fertig. Die neue Orang-Utan-Klinik muss zum Beispiel noch gebaut werden, einige Verwaltungs- und Lagergebäude fehlen noch. Genauso wie weitere Gehege und Schutzinseln für nicht auswilderbare Orang-Utans. Doch der Anfang ist gemacht. Und das Herz des neuen Rettungszentrums – unsere Waldschule – das schlägt bereits.
Auch Sie können uns beim Bau der neuen Orang-Utan-Klinik unterstützen. Jede Spende hilft!
Aus dem Kehje Sewen Wald in Ost-Kalimantan erreichen uns wunderbare Neuigkeiten: Die 16-jährige Orang-Utan-Dame Bungan, die 2015 von uns ausgewildert wurde, ist im Mai 2022 zum ersten Mal Mutter geworden! Baby Bunga ist das 27. in der Wildnis geborene Baby, sieben davon kamen in Kehje Sewen auf die Welt.
Wir hatten da so eine Ahnung…denn vor knapp neun Monaten beobachtete unser Monitoring-Team Bungan dabei, wie sie auffallend viel Zeit mit Hamzah verbrachte, einem dominanten Männchen. Das war im August 2021 und wir haben seitdem alle fest die Daumen gedrückt.
Jedes einzelne wild geborene Baby ist ein riesiger Erfolg für unsere Mission, denn Orang-Utans gehören zu den Lebewesen mit der geringsten Reproduktionsrate weltweit. Und in diesem Fall waren wir sehr zuversichtlich, dass es mit Bungan und Hamzah klappen könnte.
Geschickt bei der Futtersuche: Bungan
Bungan war von uns im Dezember 2015 ausgewildert worden, nachdem sie sich in unserem Schutzzentrum zu einer starken und unabhängigen Orang-Utan-Dame entwickelt hatte. Sie war im Mai 2007 als einjähriges Baby zu uns gekommen und zeigte in der Waldschule sehr viel Intelligenz, was sich vor allem bei der Nahrungssuche und dem geschickten Bau der Schlafnester zeigte.
Ein perfektes Match: Bungan und Hamzah
Hamzah konnte vier Jahre mit seiner Mutter verbringen, ehe er ihr auf tragische Weise entrissen wurde und einige Zeit darauf als Waise in unser Schutzzentrum kam. Sie hatte ihm schon einiges beibringen können, was ein Orang-Utan für ein Leben in der Wildnis benötigt, und den Rest lernte er in unserer Waldschule. Seit 2012 lebt Hamzah bereits im Waldgebiet Kehje Sewen – er gehörte zur zweiten Auswilderungsgruppe, die dort ihr neues Zuhause gefunden hat.
Unser Team beobachtete die beiden also im August 2021 eine ganze Weile und tatsächlich: Nach einiger Zeit kopulierten die beiden miteinander – und gingen danach wieder getrennter Wege.
Liebe in den Baumwipfeln: Bungan und Hamzah
Erst im Mai 2022 wurde Bungan in Pelangsiran gesichtet. Sie hatte einen großen Bauch und zeigte weitere Anzeichen einer fortgeschrittenen Schwangerschaft. Unser Team rechnete zurück, wann sie Bungan und Hamzah zusammen gesehen hatten, und kamen auf einen sehr kurz bevorstehenden Geburtstermin.
Vier Tage lang blieb Bungan nach dieser erneuten Sichtung verschwunden und als ein Mitglied unseres Monitoring-Teams sie wieder entdeckte, hatte sie ein Baby im Arm!
Das Baby war in guter Verfassung und nachdem wir durch weitere Beobachtung herausgefunden hatten, dass es ein Mädchen ist, nannten wir sie Bunga. Das ist Indonesisch für “Blume”.
Dem Orang-Utan-Baby geht es gut und Bungan ist eine sehr fürsorgliche Mama
Mama Bungan ist eine sehr soziale Orang-Utan-Dame, die sich Artgenossen gegenüber nicht aggressiv verhält. Wir haben sie schon oft gemeinsam mit anderen weiblichen wie auch männlichen Orang-Utans in den Bäumen beobachten können.
Unser Team ist glücklich, dass sich Bungan ihrem Baby gegenüber sehr liebevoll und fürsorglich verhält. Sie streichelt und liebkost Bunga und sorgt bestens für sie.
Unser Tierarzt Muhtadin hat die beiden sorgfältig untersucht und dabei nur eine winzige Wunde an Bungas Mittelfinger entdeckt, die mit etwas Desinfektionsspray versorgt werden konnte.
Unser Monitoring-Team hat Bungan schon des öfteren in der Gegend um Pelangsiran beobachtet, wo mehrere lokale Communities leben. Aus diesem Grund hat unser Team beschlossen, Mama und Kind zu ihrem eigenen Schutz in ein anderes Waldstück weiter im Norden umzusiedeln.
Wenige Tage alt: Baby Bunga
Der Transport fand bereits im Mai statt und beide haben ihn sehr gut überstanden. Bungan ist während der gesamten Reise ganz entspannt geblieben, hat das ihr angebotene Futter gegessen und sich um ihre Kleine gekümmert.
Als die Luke der Transportbox sich öffnete, hat Mama Bungan für sich und ihr Baby direkt ein Plätzchen oben in den Baumwipfeln gesucht.
Wir wünschen uns, dass Baby Bunga von ihrer starken und klugen Mama all das lernen wird, was sie für ein langes und gesundes Orang-Utan-Leben in Freiheit benötigt.
Herzlichen Glückwunsch, Bungan, zu deinem entzückenden Töchterchen!
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