TV-Tipp: Arte – Borneo, wo junge Orang-Utans leben lernen

TV-Tipp: Arte – Borneo, wo junge Orang-Utans leben lernen

Samstag, 10.01.2026 um 19:40 Uhr, Arte

Unsere Arbeit für die Orang-Utans ist auf Arte zu sehen! Im Juli 2025 besuchten die preis­ge­krönten Filme­ma­cher Rosie Koch und Roland Gockel das BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng. Hier entstand ihre Doku­men­ta­tion Borneo, wo junge Orang-Utans leben lernen für die Arte-Reihe 360° Repor­tage.

Mit der Kamera begleiten sie Baby­sit­terin Ursulae, die sich in der BOS-Wald­schule liebe­voll um die Orang-Utan-Waisen Nia und Selfie kümmert. Seit 23 Jahren arbeitet Ursulae als mensch­liche Ersatz­mutter im BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng. Dabei hat sie auch viel gelernt für die Erzie­hung ihrer eigenen drei Töchter.

Die Arte-Doku­men­ta­tion bietet nicht nur einen Blick in unser neuge­bautes Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng 2 und viele wunder­bare Orang-Utan-Momente, sondern auch einen Einblick in unsere Arbeit mit den Wald­men­schen und in den privaten Alltag unserer Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter. Auch bei einer ganz beson­deren Voraus­wil­de­rung waren die Natur­filmer dabei.

In der Arte-Media­thek ist 360° Repor­tage – Borneo, wo junge Orang-Utans leben lernen ab 3. Januar 2026 bis 9. Oktober 2026 verfügbar.
Weitere Infor­ma­tionen und Behind the Scenes-Aufnahmen der Film­crew zeigt dieser Beitrag.

Aktu­elle Studie: Wie lernen junge Orang-Utans das komplexe Hand­werk des Nestbaus

Aktu­elle Studie: Wie lernen junge Orang-Utans das komplexe Hand­werk des Nestbaus

Jeden Abend, und manchmal zusätz­lich während des Tages, bauen Orang-Utans ein neues Schlaf­nest – eine stabile Konstruk­tion aus Ästen, Blät­tern und sogar „Komfort­ele­menten“ wie einer Art Kissen. Für Jung­tiere ist der Nestbau eine zentrale Fähig­keit, die sie über viele Jahre hinweg erlernen müssen. Doch wie genau findet dieses Lernen statt? Eine in der Fach­zeit­schrift „Commu­ni­ca­tions Biology“ veröf­fent­lichte Studie liefert nun aufschluss­reiche Antworten.

Über 17 Jahre hinweg beglei­teten die Forschenden 44 Sumatra-Orang-Utans einer Popu­la­tion, die dafür bekannt ist, tempo­räre soziale Gruppen zu bilden. In diesem Setting konnten sie Jung­tiere und ältere Orang-Utans in immer neuen Grup­pie­rungen gemeinsam beob­achten und tausende Momente des Nest­baus doku­men­tieren. Sie hielten fest, wie oft Jung­tiere selbst üben und wann und auf welche Weise sie ihren Müttern oder anderen Orang-Utans dabei zusehen.

Wich­tige Erkenntnis: Nur wer wirk­lich zuschaut, lernt

Ein zentrales Element des Lern­pro­zesses, so die Erkenntnis der Forschenden, ist das soge­nannte Peering: Damit gemeint ist ein aufmerk­sames, fokus­siertes Beob­achten. Junge Orang-Utans übten den Nestbau deut­lich häufiger in der Stunde, nachdem sie anderen beim Bauen zuge­sehen hatten. War ein Jung­tier hingegen in der Nähe seiner Mutter, blickte aber nicht gezielt zu ihr hin, zeigte sich dieser Lern­ef­fekt nicht. Das spricht klar für Beob­ach­tungs­lernen und nicht für bloßes Lernen durch Nähe.

Kluge Orang-Utans: Bei schwie­rigen Hand­griffen steigt die Aufmerksamkeit

Außerdem zeigt die Studie, dass junge Tiere sehr selektiv beob­achten. Sie richten ihre Aufmerk­sam­keit vor allem auf die anspruchs­vollsten Teile eines Nestes: den Bau stabiler Nacht-Nester, Konstruk­tionen aus mehreren Bäumen oder das Hinzu­fügen von Komfort­de­tails wie etwa einem Kissen.

Orang-Utan in Schlafnest
Nestbau ist ein über­le­bens­wich­tiges Hand­werk für Orang-Utans 

Einfache Tag-Nester hingegen lösen deut­lich weniger Beob­ach­tungs­ver­halten aus. Offenbar wollen junge Orang-Utans beson­ders jene Abläufe verstehen, die aus vielen Schritten bestehen.

Die Orang-Utan-Mutter ist die erste Lehrerin

Mit zuneh­mendem Alter verän­dert sich außerdem, von wem sie lernen. Während kleine Orang-Utans fast ausschließ­lich ihren Müttern zuschauen, wenden sich ältere Jung­tiere immer häufiger auch anderen erwach­senen Tieren oder Gleich­alt­rigen zu. So erwei­tern sie ihr Reper­toire und lernen zusätz­liche Tech­niken und Varianten.

Bemer­kens­wert ist zudem, dass Orang-Utans nicht nur lernen, wie man ein Nest baut, sondern auch was man dafür benutzt. Die Studie zeigt: Jung­tiere wählen anfangs dieselben Baum­arten wie ihre Mutter. Sobald sie unab­hän­giger werden und anderen Indi­vi­duen zuschauen, verschiebt sich ihre Auswahl. Dann über­nehmen sie die Baum­arten derje­nigen, die sie beob­achten. Das spricht für eine soziale Weiter­gabe von „Know-what“-Informationen, also Wissen über geeig­nete Materialien.

Nestbau als kultu­relle Tradi­tion der Orang-Utans

Im Erwach­se­nen­alter nähern sich die Tiere schließ­lich wieder den Baum­arten an, die sie von ihren Müttern kennen. Gleich­zeitig zeigt sich, dass verwandte Weib­chen ähnliche Baum­arten nutzen – ein Hinweis darauf, dass diese Vorlieben über Gene­ra­tionen weiter­ge­geben werden und Teil einer kultu­rellen Tradi­tion sein könnten.

Orang-Utan-Waisen lernen im BOS-Rettungszentrum den Schlafnestbau
In der BOS-Wald­schule lernen die jungen Orang-Utans den Nestbau von ihren mensch­li­chen Ersatz­müt­tern | Foto: BPI / Björn Vaughn

Ein span­nendes Detail, das auf die hohe Intel­li­genz und Fähig­keit zu kogni­tiven Entschei­dungen der Primaten hinweist: Bei der Auswahl der Bäume achten Orang-Utans darauf, dass ihre Beschaf­fen­heit für den Nestbau geeignet ist. Dass sie also über gut form­bare Zweige und komfor­table Blätter verfügen und teil­weise sogar pflanz­liche Eigen­schaften besitzen, die stechende Insekten abwehren. Dabei steht die Wahl des Baumes in keiner Rela­tion dazu, wie häufig diese Baumart im Lebens­raum vorkommt. Sie ist also eine bewusst und aufgrund von erwor­benem Wissen getrof­fene Entscheidung.

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Mehr Infor­ma­tionen

So versu­chen sich in der BOS-Wald­schule die jüngsten Waisen am Nestbau

Insge­samt belegt die Studie eindrucks­voll, dass junge Orang-Utans den Nestbau nicht bloß durch Auspro­bieren lernen, sondern in hohem Maße durch gezielte Beob­ach­tung. Dabei wählen sie aufmerksam aus, wen sie beob­achten, welche Elemente sie studieren und behalten dieses Wissen ein Leben lang. Damit zeigt sich einmal mehr, wie stark Kultur und Lernen auch im Leben unserer nächsten Verwandten veran­kert sind.

Mit Ihrer Spende unter­stützen Sie die Ausbil­dung geret­teter Orang-Utan-Waisen in der Waldschule.

Quelle: Permana, A.L., Permana, J.J., Nellissen, L. et al. Obser­va­tional social lear­ning of “know-how” and “know-what” in wild oran­gutans: evidence from nest-buil­ding skill acqui­si­tion. Commun Biol 8, 890 (2025).

Ein Blitz aus Rot im grünen Blätterdach

Ein Blitz aus Rot im grünen Blätterdach

Während einer routi­ne­mä­ßigen Patrouille im Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­park hatte unser Post-Release Moni­to­ring (PRM) Team die seltene Gele­gen­heit, eine auffäl­lige Vogelart zu beob­achten: den Rotbart­spint (Nyctyornis amictus). Ihre Entde­ckung ist ein erneuter Beweis für die reiche Biodi­ver­sität der Wälder Kali­mantans. Selbst alltäg­liche Routi­n­egänge können Momente des Stau­nens mit sich bringen!

Eine farben­präch­tige, auffäl­lige Vogelart

Der Rotbart­spint ist ein mittel­großer Vogel aus der Familie der Bienen­fresser (Mero­p­idae). Er ist an seinem leuch­tend bunten Gefieder zu erkennen: ein über­wie­gend grüner Körper, eine leuch­tend rote Kehle und ein roter „Bart“, der sich über die Brust erstreckt, sowie ein kräf­tiger, leicht gebo­gener Schnabel, der an das Fangen von Insekten ange­passt ist. Der Schwanz ist relativ lang, wobei die mitt­leren Schwanz­fe­dern über die anderen hinaus­ragen – ein typi­sches Merkmal vieler Bienen­fresser. Dieses farben­präch­tige Erschei­nungs­bild macht den Rotbart­spint zu einer der auffäl­ligsten Arten in den Wäldern Südostasiens.

Dichte Tief­land- und Hügel­wälder sind der Lebens­raum des Vogels, wobei er dort Gebiete mit hohen Bäumen sowie auch offenen Berei­chen für die Jagd bevor­zugt. Verbreitet ist diese Art nur in einigen Teilen Südost­asiens, darunter die Malai­ische Halb­insel sowie die Inseln Sumatra und Borneo. In Kali­mantan wird er gele­gent­lich in geschützten Wald­ge­bieten wie dem Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­park ange­troffen, wie jetzt durch unser PRM-Team.

Orang-Utan-Schutz ist Regen­wald­schutz ist Artenschutz

Die Welt­na­tur­schutz­union (IUCN) stuft den Rotbart­spint derzeit als „nicht gefährdet“ ein. Doch obwohl er global nicht als bedroht gilt, ist auch seine Popu­la­tion durch den Verlust von Lebens­raum betroffen, verur­sacht durch Abhol­zung, Landum­wand­lung und Holz­ein­schlag. Der Schutz von Wald­öko­sys­temen wie des Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­parks – einer unserer Auswil­de­rungs­wälder – ist daher ausge­spro­chen wichtig, um auch das Über­leben des Rotbart­spints und all der anderen wald­ab­hän­gigen Arten zu sichern.

Rotbartspint (Nyctyornis amictus)
Farben­pracht im Regen­wald Borneos: der Rotbartspint

Ganz seinem Fami­li­en­namen entspre­chend ernährt sich der Rotbart­spint haupt­säch­lich von flie­genden Insekten, insbe­son­dere Bienen, Wespen und Libellen. Er jagt, indem er bewe­gungslos auf einem Ast sitzt und auf vorbei­flie­gende Insekten wartet. Blitz­schnell schnappt er sich diese dann im Flug und kehrt danach zu seinem Ansitz zurück, um die Beute zu verzehren.

Zur Fort­pflan­zung brütet diese Art in Tunneln, die in sandige Böschungen oder Erdwälle gegraben werden. Das Weib­chen legt ein kleines Gelege, und beide Eltern betei­ligen sich an der Bebrü­tung und Aufzucht der Jungen. Aufgrund ihres versteckten Brut­ver­hal­tens gelingt die Beob­ach­tung ihres Fort­pflan­zungs­zy­klus in freier Wild­bahn nur selten.

Eine Erin­ne­rung an den Reichtum der Natur

Dass es unserem PRM-Team gelungen ist, den Vogel zu entde­cken und zu beob­achten, erin­nert an die außer­ge­wöhn­liche Biodi­ver­sität in den Wäldern Kali­mantans und unter­streicht die Bedeu­tung des Schutzes natür­li­cher Lebens­räume. Wir tragen unseren Teil dazu bei, diese wich­tigen Ökosys­teme zu schützen und sicher­zu­stellen, dass diese Wälder auch in Zukunft so voller Leben bleiben.

Unter­stützen Sie uns und unser PRM-Team dabei? Jede Spende hilft!

Soziales Lernen ermög­licht Orang-Utans umfang­rei­ches Wissen – über Gene­ra­tionen hinweg

Soziales Lernen ermög­licht Orang-Utans umfang­rei­ches Wissen – über Gene­ra­tionen hinweg

Nur mit jahre­langem Trai­ning, viel Geduld und einem sehr guten Gedächtnis lernt ein junger Orang-Utan all die Dinge, die er zum Über­leben im Regen­wald braucht. Dabei ist das Wissen regional unter­schied­lich und wird als kultu­relles Erbe von den Müttern an ihre Kinder weiter­ge­geben. Das konnte jetzt eine Studie zeigen.

Orang-Utans gehören zu den intel­li­gen­testen und lern­fä­higsten Tieren der Welt. Sie sind sogar in der Lage, sich Werk­zeuge zur Lösung von Problemen selbst auszu­denken und herzu­stellen. Dazu sind nur wenige Tier­arten über­haupt in der Lage. Doch junge Orang-Utans lernen das über­le­bens­wich­tige Wissen um das Nahrungs­an­gebot in ihrem Lebens­raum nicht etwa durch Auspro­bieren und Irrtum, sondern in einem lang­jäh­rigen Ausbil­dungs­pro­zess. Genaues Beob­achten und Nach­ahmen der Mutter spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Diesen Lern­pro­zess konnte eine Ende November 2025 erschie­nene Studie nun aufzeigen. Ihr zugrunde liegen Beob­ach­tungs­daten einer wild lebenden Popu­la­tion von Sumatra-Orang-Utans im Gebiet Suaq Balim­bing auf Sumatra, die im Zeit­raum 2007 bis 2019 erhoben wurden.

Durch soziales Lernen entsteht ein kultu­relles Erbe

Die Aneig­nung von Wissen, welche die Wissen­schaft­le­rinnen und Wissen­schaftler in ihrer Studie beschreiben, beginnt bereits in den ersten Lebens­mo­naten. In das Fell der Mutter geklam­mert und dadurch stets an ihrer Seite, beob­achten Orang-Utan-Babys jede Bewe­gung und jede Geste der Mutter.

Diese Beob­ach­tungen werden nach­ge­ahmt und in der Erin­ne­rung gespei­chert. Welche Pflanzen sind essbar und welche giftig? Wann werden bestimmte Früchte reif? Wie lassen sich verbor­gene Nahrungs­quellen wie etwa Termiten oder Honig aufspüren und zugäng­lich machen?

Über Gene­ra­tionen bauen Orang-Utans regio­nales Wissen auf

Denn der Regen­wald bietet zwar tausende von Möglich­keiten, Nahrung zu finden. Er birgt jedoch auch unzäh­lige Gefahren. Pflanzen können giftig sein, während andere heilende Eigen­schaften haben und bei Erkran­kungen verwendet werden können. Manche Früchte sind nur in bestimmten Reife­sta­dien essbar, andere Nahrungs­quellen müssen mit Werk­zeugen geöffnet werden.

Erst nach sechs bis acht Jahren, die das Jung­tier unzer­trenn­lich mit seiner Mutter verbracht hat, beginnt der Nach­wuchs sein semi-soli­täres, unab­hän­giges Leben im Regen­wald. Die außer­ge­wöhn­lich lange Kind­heit eines Orang-Utans ist also entschei­dend für sein späteres Leben und Über­leben im Regen­wald, zeigt die Studie. In dieser Zeit sammelt das Jung­tier fast sein gesamtes Wissen. Zum Zeit­punkt der Abna­be­lung, etwa im Alter von acht Jahren, hat der halb­wüch­sige Orang-Utan, so die Forschenden, ein Reper­toire von rund 250 verschie­denen Nahrungs­quellen erworben.

Orang-Utan-Waisen lernen in der BOS Waldschule
Beob­achten und Nach­ahmen: so erwerben junge Orang-Utans umfang­rei­ches Wissen. In der BOS-Wald­schule lernen sie von Baby­sit­te­rinnen und ihren Mitschülern

Wichtig für das Über­leben und den Artenschutz

Mit ihrer in der Fach­zeit­schrift Nature Human Beha­viour erschienen Studie konnten die Forsche­rinnen und Forscher zeigen, dass Orang-Utans über Gene­ra­tionen hinweg Wissen aufbauen. Damit belegten sie aber­mals eine große Ähnlich­keit zwischen den intel­li­genten Primaten und uns Menschen. Das inter­na­tio­nale Team aus Wissen­schaft­lern konnten darüber hinaus nach­weisen, dass unter­schied­liche Orang-Utan-Popu­la­tionen unter­schied­liche Nahrungs­quellen nutzen. Nicht aufgrund ihres Instinktes, sondern weil es regional spezi­fi­sches Wissen gibt, das diese Popu­la­tionen besitzen und von Gene­ra­tion zu Gene­ra­tion weiter­geben. Damit ähnelt ihre Wissens­wei­ter­gabe mensch­li­chen Kulturformen.

Das kultu­relle Erbe der Orang-Utans muss geschützt werden

Für unsere Arbeit in den BOS-Rettungs­sta­tionen bedeuten die Forschungs­er­geb­nisse eine Bestä­ti­gung unserer Anstren­gungen. Alle Jung­tiere, die wir aufnehmen, haben ihre Mütter verloren. Sie konnten das kultu­relle Wissen ihrer Art noch nicht (ausrei­chend) erlernen. In freier Wild­bahn hätten diese Jung­tiere keine Chance zu überleben.

In unseren Rettungs­zen­tren durch­laufen die Orang-Utan-Waisen daher eine lang­jäh­rige Ausbil­dung in unserer Wald­schule und später in der Wald­uni­ver­sität. Begleitet von erfah­renen mensch­li­chen Ersatz­müt­tern sowie durch Peer-Lear­ning von älteren Artge­nossen können die Orang-Utan-Kinder dennoch ihr „kultu­relle Menü“ erwerben.

Waldschulgruppe Orang-Utans mit Babysitterin
So lernen Orang-Utans in der BOS-Wald­schule © BPI | Björn Vaughn für BOSF

Im Kontext der soeben veröf­fent­li­chen Studie bedeutet das: Wir schützen nicht nur einzelne Tiere, sondern wir schützen auch das kultu­relle Erbe dieser Orang-Utan-Popu­la­tionen. Wir schützen eine vom Aussterben bedrohte Art und bewahren Wissen, das über Jahr­tau­sende erworben und weiter­ge­geben wurde.

Gemeinsam können wir Orang-Utans eine Zukunft geben

Um die jungen Orang-Utans auf ihr selbst­stän­diges, wildes Leben im Regen­wald vorzu­be­reiten, brau­chen Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­tren wie die von BOS auf der Insel Borneo ausrei­chend Zeit, erfah­rene Mitar­bei­tende und große, geschützte Waldareale.

Unter­stützen Sie mit Ihrer Spende jetzt die Ausbil­dung geret­teter Orang-Utan-Kinder! Jeder Beitrag zählt.

Quelle: Howard-Spink, E., Tennie, C., Mitra Setia, T. et al. Culture is critical in driving oran­gutan diet deve­lo­p­ment past indi­vi­dual poten­tials. Nat Hum Behav (2025).

Flei­ßige Bien­chen für die Orang-Utans

Flei­ßige Bien­chen für die Orang-Utans

Das Herz der Schü­le­rinnen und Schüler der Bienen-AG der IGS Ludwigs­hafen Garten­stadt schlägt nicht nur für die geflü­gelten Honig­samm­le­rinnen, sondern auch für Orang-Utans. Bereits zum zweiten Mal über­nimmt die Bienen-AG eine Paten­schaft für unsere Jeni. Finan­ziert aus dem Verkauf ihrer selbst­ge­gos­senen Kerzen aus Bienen­wachs. In diesem Jahr fließt zusätz­lich ein großer Spen­den­be­trag in den Neubau unserer Klinik für Nyaru Menteng. Und das, obwohl die AG 2025 selbst einen herben Schlag hinnehmen musste.

Das ganze Jahr über hegen und pflegen die 14 Schü­le­rinnen und Schüler der Bienen AG an der IGS LuGa unter der Anlei­tung von Doris Wamb­s­ganß ihre Bienen­stöcke im Schul­garten. Seit drei Jahren ist die enga­gierte Gruppe schon gemeinsam aktiv. Die selbst­ge­gos­senen Kerzen aus Bienen­wachs verkaufen sie bei jeder sich bietenden Gele­gen­heit – in der Schule, aber auch auf Märkten in der Region.

Unter­stüt­zung bekamen die Bienen­freunde ab August auch von der Garten AG. Gemeinsam haben sie Schichten in der Schul­kan­tine über­nommen, um weitere Spenden für ihre Jeni-Paten­schaft zu sammeln. Sagen­hafte 600 € haben die Schü­le­rinnen und Schüler so zusam­men­be­kommen: 300 € für Orang-Utan-Waise Jeni, die die AG seit Ende 2024 mit einer Paten­schaft begleiten, und 300 € für den Klinik­neubau in Nyaru Menteng 2.

Ein herber Schlag zum Jahreswechsel

Dabei hatten die AGs von Doris Wamb­s­ganß selbst großes Pech. An Silvester zerstörte ein Schwel­brand in der Garten­hütte Mate­ria­lien der Bienen und Garten AG im Wert von mehreren Tausend Euro. Ein schwerer Schlag für die jungen Natur­schüt­ze­rinnen und Natur­schützer. Dank des Zusam­men­halts der Schul­ge­mein­schaft und der Spen­den­be­reit­schaft von Eltern und Mitbür­gern konnte der Schaden ersetzt werden. So konnten die beiden AGs im Früh­jahr wieder mit ihrer Arbeit beginnen.

Wir bedanken uns aus ganzem Herzen bei den Schü­le­rinnen und Schü­lern der Bienen AG und bei Doris Wamb­s­ganß für ihre groß­ar­tige Spen­den­ak­tion und die Unter­stüt­zung unserer Arbeit. Es macht uns Mut bei unserer Arbeit für die Orang-Utans, wenn wir sehen, mit wie viel Enga­ge­ment gerade die junge Gene­ra­tion hinter uns steht.

Wenn auch Sie eine Spen­den­ak­tion für BOS starten möchten, melden Sie sich gern bei uns.