Das „süße“ Leid: Warum die Geschichte vom Makaken-Baby Punch nicht lustig ist

Das „süße“ Leid: Warum die Geschichte vom Makaken-Baby Punch nicht lustig ist

In den letzten Tagen gab es in den sozialen Netz­werken kaum ein Entkommen vor diesen Bildern: Ein winziges Makaken-Baby klam­mert sich verzwei­felt an einen Plüsch-Orang-Utan von IKEA. Die Rede ist von Punch, einem jungen Affen aus dem Ishi­kawa Zoo in Japan. Millionen Menschen liken, teilen und kommen­tieren die Aufnahmen. Doch was auf den ersten Blick wie eine herz­er­wär­mende Geschichte über Freund­schaft und Rettung wirkt, ist bei genauerem Hinsehen ein trau­riges Zeugnis unseres gestörten Verhält­nisses zu Wildtieren.

Der Weg vom Makaken-Baby Punch zum viralen Star

Makaken-Baby Punchs Start ins Leben war hart. Er wurde im vergan­genen Sommer geboren und kurz darauf von seiner Mutter verstoßen. Da kleine Makaken ein extremes Bedürfnis nach Körper­kon­takt haben, versuchten die Tier­pfleger die Lücke zu füllen – erst mit Hand­tü­chern, später mit dem mitt­ler­weile berühmten Stoff­tier. Da die Inte­gra­tion in seine Artge­nos­sen­gruppe nicht reibungslos funk­tio­nierte, wurde der Plüsch-Orang-Utan zu seinem einzigen Anker.

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Die Folge? Ein beispiel­loser Hype. Der IKEA-Affe war in Japan binnen kürzester Zeit ausver­kauft, und Besu­cher nahmen stun­den­lange Fahrten auf sich, um einen Blick auf das „süße“ Duo zu werfen. Eine perfekte Marke­ting-Kampagne für den Zoo und das Möbel­haus – doch der Preis dafür ist hoch.

Die gefähr­liche Vermensch­li­chung vom Makaken-Baby Punch

Wenn wir Primaten sehen, die Klei­dung tragen oder mit Spiel­zeug inter­agieren, verlieren wir den Blick für ihre wahre Natur. Wir hören auf, sie als Wild­tiere zu respek­tieren, und beginnen, sie als Projek­ti­ons­fläche für unsere eigenen Emotionen zu nutzen.

Der Exotic Pet Trade: Die Schat­ten­seite des Hypes ließ nicht lange auf sich warten. Es gingen bereits die ersten Kauf­an­ge­bote für Punch ein. Solche viralen Geschichten sind die beste Gratis-Werbung für den (oft ille­galen) Handel mit exoti­schen Haustieren.

KI und Desinformation

In Zeiten von künst­li­cher Intel­li­genz werden solche realen Vorlagen genutzt, um Deepf­akes oder KI-gene­rierte Bilder von Wild­tieren in „süßen“, mensch­li­chen Settings zu erstellen. Das norma­li­siert den Besitz von Affen als Haus­tiere und befeuert eine Indus­trie, die auf Tier­leid basiert.

Baby Makake Punch mit IKEA Plüsch-Orang-Utan

Wenn Verhal­tens­stö­rungen bei Primaten als „süß“ verkauft werden

Dass ein Primat eine Bindung zu einem Objekt aus Stoff aufbauen muss, ist kein Zeichen von Nied­lich­keit, sondern ein Symptom einer schweren Entwick­lungs­stö­rung. Es ist eine „Red Flag“, ein Warn­si­gnal für fehlende soziale Struk­turen und natür­liche Instinkte.

Orang-Utan Jelapat kurz vor seiner Befreiung


Prima­to­logen sind sich einig: Je weniger Kontakt Wild­tiere zu Menschen und mensch­li­chen Gegen­ständen haben, desto besser für sie. Nur in der Abwe­sen­heit mensch­li­cher Einflüsse können sie lernen, in einer sozialen Gruppe zu bestehen und ihre natür­li­chen Instinkte zu entwi­ckeln. Alles andere dient nicht dem Tier­wohl, sondern allein dem mensch­li­chen Egozen­trismus und dem Verlangen nach Unterhaltung.

Fazit: Empa­thie als Werkzeug

Wir finden die Geschichte von Punch weder süß noch lustig. Sie ist ein weiteres Beispiel dafür, wie mensch­liche Empa­thie instru­men­ta­li­siert wird, um Reich­weite zu gene­rieren. Während die Welt über das Bild eines klam­mernden Affen­babys lächelt, wird das eigent­liche Leid und die daraus resul­tie­rende Gefahr für den Arten­schutz ignoriert.

Erfahren Sie hier wie Sie mit verant­wor­tungs­vollem Reisen, Wilderei und ille­galen Wild­tier­handel verhin­dern können.

BOS-Stand beim Toll­wood Winter­fes­tival in München

BOS-Stand beim Toll­wood Winter­fes­tival in München

Wer einen Besuch auf dem Münchener Toll­wood Winter­fes­tival plant, sollte sich das Wochen­ende vom 29. Bis 30. November vornehmen. Denn an diesen beiden Tagen wird unsere Regio­nal­gruppe München auf der There­si­en­wiese dabei sein.

Der BOS-Stand ist im „Mut & Machen“-Pavillon auf dem Festi­val­ge­lände zu finden, in dem NGO’s ihre Arbeit vorstellen dürfen. Die Regio­nal­gruppe München freut sich über zahl­reiche Besu­cher. Sie werden auf dem stim­mungs­vollen Festival über die Arbeit von BOS, über Orang-Utans, den Regen­wald und die Palm­öl­pro­ble­matik informieren.

BOS-Info­stand im „Mut & Machen“-Pavillon:

Wann:
Samstag, 29. November 2025 — 11:00 bis 23:30 Uhr
Sonntag, 30. November 2025 — 11:00 bis 22:30 Uhr

Wo:
„Mut & Machen“-Pavillon
There­si­en­wiese, 80336 München

Umwelt­schutz für die Zukunft: BOS bringt Natur­schutz in die Klassenzimmer

Umwelt­schutz für die Zukunft: BOS bringt Natur­schutz in die Klassenzimmer

BOS setzt sich uner­müd­lich für den Schutz der Orang-Utans und ihrer Lebens­räume ein. Ein zentraler Bestand­teil dieser Arbeit ist die Einbin­dung und Unter­stüt­zung lokaler Gemein­schaften – insbe­son­dere der jungen Gene­ra­tion. Denn Bildungs­ar­beit in den Gemeinden ist der Schlüssel zum Naturschutz.

Kürz­lich machte sich das Commu­nity Deve­lo­p­ment Team der BOS Foun­da­tion auf eine mehr­tä­gige Reise zu Part­ner­dör­fern rund um den Bukit Batikap Schutz­wald im Bezirk Murung Raya, Zentral-Kali­mantan.
Ihr Ziel: Kindern und Jugend­li­chen wich­tige Botschaften über den Schutz der Wälder und der Orang-Utans zu vermit­teln – denn die junge Gene­ra­tion ist die Zukunft unseres Planeten.

Drei Dörfer, fünf Schulen, eine Mission

Das Umwelt­bil­dungs­pro­gramm wurde an fünf Schulen in drei entle­genen Dörfern durch­ge­führt – nach einer zwei­tä­gigen Anreise vom Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum Nyaru Menteng.
In der kleinen Sied­lung Camp B, die zum Dorf Tumbang Naan gehört, besuchte das Team eine Grund­schule mit rund 20 Schü­le­rinnen und Schü­lern. In Tumbang Naan selbst erreichte das Programm eine Grund­schule und eine weiter­füh­rende Schule mit etwa 40 Schü­le­rinnen und Schü­lern. Den Abschluss bildete das Dorf Tumbang Tohan, das rund 31 Kilo­meter entfernt liegt und zwei Schulen mit insge­samt rund 50 Schü­lern beherbergt.

Überall wurden die Teams mit großer Herz­lich­keit empfangen. Lehr­kräfte, Dorf­ver­treter und Kinder freuten sich über die span­nenden Akti­vi­täten und betonten, wie wichtig diese Bildungs­an­ge­bote für ihr tägli­ches Leben und ihre Umwelt sind.

Spie­le­risch für den Natur­schutz begeistern

Komplexe Themen wie Arten­schutz und Nach­hal­tig­keit lassen sich am besten vermit­teln, wenn Lernen Spaß macht. Deshalb setzte das BOS-Team auf krea­tive und inter­ak­tive Methoden: Mit Liedern, Spielen und Geschichten lernten die Kinder ihre „Wald­nach­barn“, die Orang-Utans, besser kennen.

Für die jüngeren Schü­le­rinnen und Schüler stand das Verständnis für die Rolle der Orang-Utans im Ökosystem im Mittel­punkt. Die Jugend­li­chen hingegen beschäf­tigten sich inten­siver mit nach­hal­tigem Handeln und dem verant­wor­tungs­vollen Umgang mit den natür­li­chen Ressourcen ihrer Heimat.
So wächst ein gemein­sames Bewusst­sein: Natur­schutz ist nicht nur Tier­schutz – es ist Zukunftsschutz.

Gemeinsam für eine nach­hal­tige Zukunft

Gemeinsam mit ihren Part­nern und den lokalen Gemein­schaften arbeitet BOS daran, eine Zukunft zu gestalten, in der Orang-Utans und Menschen Seite an Seite in Harmonie leben – für eine gesunde Umwelt und eine lebens­werte Erde.
Dieses Umwelt­bil­dungs­pro­gramm wurde durch die Unter­stüt­zung von BOS Deutsch­land und unserem Partner Gamomat ermög­licht. Dieses Enga­ge­ment zeigt, wie inter­na­tio­nale Part­ner­schaften den Schutz von Orang-Utans, Wäldern und Menschen stärken können.

Auch Sie können uns bei unserer Arbeit für die Orang-Utans, ihren Lebens­raum und die lokalen Gemein­schaften unter­stützen. Mit Ihrer Spende oder einer Koope­ra­tion. Melden Sie sich gern bei uns.

Dreh­ar­beiten im BOS-Rettungszentrum

Dreh­ar­beiten im BOS-Rettungszentrum

Für ihre Tier-Doku­men­ta­tionen wurden die Filme­ma­cher Roland Gockel (Kame­ra­mann) und Rosie Koch (Autorin, Regis­seurin und promo­vierte Biologin) – oben im Bild mit BOS-Mitar­beiter Romi Prabawo – bereits mehr­fach preis­ge­krönt. Ihr aktu­elles Projekt: ein Film über die Reha­bi­li­ta­tion geret­teter Orang-Utans! Im Juli 2025 waren Gockel und Koch zu Gast in unserem Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng, um das Leben und die Ausbil­dung geret­teter Orang-Utan-Kinder in der Wald­schule zu erleben, sowie in unserem Auffors­tungs­ge­biet in Mawas, um dort im angren­zenden Regen­wald auch wild­le­bende Orang-Utans zu filmen.

Wir sind schon sehr gespannt auf ihren von Medi­en­kontor produ­zierten Doku­men­tar­film, der 2026 auf arte Premiere feiern soll. Den Ausstrah­lungs­termin teilen wir natür­lich hier, sobald er fest­steht. Die Warte­zeit verkürzen wir uns mit den wunder­baren Behind the Scenes-Aufnahmen der Film­crew aus der Wald­schule und dem Regen­wald von Borneo.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

Dreh­ar­beiten bei tropi­schen Tempe­ra­turen mit hoher Luft­feuch­tig­keit und immer wieder Wolken­brü­chen: In Mawas muss das gesamte Equip­ment zu Fuß in den Regen­wald getragen werden, darunter die große Kamera, mit der Roland Gockel seine außer­ge­wöhn­li­chen Bilder einfängt. Auf dem schlüpf­rigen, unweg­samen Gelände eine echte Herausforderung.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

BOS-Ranger Isman unter­stützt das Film­team als Guide, damit sie in Mawas wild­le­bende Orang-Utans vor die Kamera bekommen. Auf 300.000 Quadrat­me­tern Fläche leben dort rund 2.500 wilde Orang-Utans in einem der größten zusam­men­hän­genden Torf­moor­re­gen­wälder Indo­ne­siens. Keine leichte Aufgabe also…

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

Doch Isman kennt das Gebiet und er ist ein guter Spuren­leser. Das Film­team bekommt sogar eine Orang-Utan-Mutter mit Baby vor die Linse.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

Im BOS-Rettungs­zen­trum gehen die Dreh­ar­beiten weiter, unter­stützt von unserem Team vor Ort.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

Welche Aufgaben hat eine Baby­sit­terin im BOS-Rettungs­zen­trum? Welche Rolle spielt sie für die Reha­bi­li­ta­tion der geret­teten Orang-Utan-Kinder? Davon erzählt Baby­sit­terin Ursulae dem Filmteam.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

Die Baby­sit­te­rinnen im BOS-Rettungs­zen­trum werden zu Ersatz­müt­tern für die jungen, verwaisten Orang-Utans. Eine wich­tige und erfül­lende Aufgabe, die sehr viel Einsatz erfordert.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

Die Filme­ma­cher begleiten Baby­sit­terin Ursulae und erleben den kunter­bunten Alltag in der Wald­schule mit – kleine Streiche inklusive.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

Markante Poser-Pose: Orang-Utan-Mädchen Rabia passt genau auf, was das Film­team mit „ihrer“ Mama Ursulae anstellt.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

Und auch die anderen Wald­schüler – hier auf dem Weg zur kürz­lich neu einge­weihten Wald­schule – sind sehr neugierig, was denn die Besu­cher vorhaben.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel

Wenn die Orang-Utan-Kinder erfolg­reich die Wald­schule durch­laufen haben, kommen sie auf die Wald­uni­ver­sität, das heißt: Sie ziehen um auf eine der BOS-Voraus­wil­de­rungs­in­seln. Dort müssen sie unter quasi-wilden Bedin­gungen beweisen, dass sie bereit sind für ein Leben in Freiheit.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

Diesen großen Moment zweier Orang-Utans darf auch das Film­team miter­leben. Kame­ra­mann Roland Gockel begleitet die ange­henden Wald­stu­denten auf der Lade­fläche des BOS-Pickups…

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel / Rosie Koch

…. und bei ihren ersten Schritten in (fast) freier Wild­bahn. Ein magi­scher Moment.

Dreharbeiten der Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch im BOS-Rettungszentrum
©Roland Gockel

Mit viel, viel Film­ma­te­rial im Koffer und Eindrü­cken im Kopf sind Roland Gockel und Rosie Koch zurück nach Deutsch­land gereist. Dort stehen nun der Schnitt und die Post­pro­duk­tion an. Wir freuen uns schon jetzt auf das Ergebnis!

Wenn der Termin für die Erst­aus­strah­lung des Doku­men­tar­films fest­steht, kündigen wir ihn hier an.

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BOS beim Welt­kin­dertag in Blaubeuren

BOS beim Welt­kin­dertag in Blaubeuren

Am Sonntag, den 21. September 2025 findet im Hof des Klos­ters Blau­beuren eine fröh­liche Feier zum Kindertag statt. Neben Spiel, Spaß, jeder Menge Lecke­reien und mitrei­ßenden Rhythmen ist auch unsere Regio­nal­gruppe rund um Dr. Lisa Kern dabei. An ihrem Stand erwartet Besu­che­rinnen und Besu­cher eine tolle Spen­den­tom­bola und viele Infor­ma­tionen über Orang-Utans und wie man sie schützen kann.
Das Kinder­fest findet von 14 bis 18 Uhr statt. Mehr Infos zum Kinder­fest in Blau­beuren gibt es hier.