Jedes gerettete Orang-Utan-Baby ist ein neuer Anfang, eine zweite Chance, ein kleiner Hoffnungsschimmer. Doch jedes dieser Babys steht auch für eine tote Orang-Utan-Mutter, für Trauer, Verlust und den harten Kampf ums Überleben. 2025 haben wir 30 Orang-Utans (Stand 1. Dezember 2025) aus Notsituationen befreien können. Viele davon konnten wir in sichere Regenwälder umsiedeln. Doch diese sieben Orang-Utan-Waisen haben nun den langen Pfad der Rehabilitation vor sich, an dessen Ende hoffentlich eines fernen Tages die Auswilderung stehen wird.
Jenny – Unsere erste Rettung des Jahres
Das neue Jahr war erst wenige Tage alt, als wir Jenny aus dem Dorf Pendamaran in Kutai Kartanegara, Ost-Kalimantan, gerettet haben. Nachdem ein Dorfbewohner sie fünf Monate lang illegal als Haustier gehalten hatte, informierte er endlich die Naturschutzbehörde BKSDA SKW II Tenggarong. So kam Jenny ins BOS-Rehabilitationszentrum Samboja Lestari. Bei ihrer Ankunft wurde Jenny erstmal von unseren Tierärzten durchgecheckt. Glücklicherweise war sie in einem recht guten Zustand.
Im Waldkindergarten von Samboja Lestari lernt Jenny natürliches Orang-Utan-Verhalten
Bald hatte sich Jenny an ihre neue Umgebung gewöhnt. Das lag sicher auch daran, weil sie im Waldkindergarten von Samboja Lestari bald auf Artgenossen in ihrem Alter gestoßen ist. Jenny zeigt langsam auch wieder natürliches Orang-Utan-Verhalten, wie Klettern und das Erkunden ihrer Umgebung. Dies sind vielversprechende Anzeichen dafür, dass sie in den kommenden Jahren weitere wichtige Überlebensfähigkeiten lernen kann.
Esa & Indri – Zwei junge Orang-Utan-Leben durch das Schicksal vereint
Im März kamen die Orang-Utan-Babys Esa und Indri nach Samboja Lestari. Man hatte sie auf einer Ölpalmenplantage aufgefunden und einen Monat als Haustiere gehalten, ehe man die Behörden informierte. Vor allem Indri war bei ihrer Ankunft in keinem guten Zustand. Sie hatte verschiedene abheilende Verletzungen, eine offene Kopfwunde von einem Hundebiss und ein lädiertes Handgelenk.
Esa und Indri erholen sich in Samboja Lestari
Dank des engagierten Einsatzes unserer Tierärzte und vor allem der liebevollen Pflege der Babysitterinnen, sind Esa und Indri inzwischen auf einem guten Weg. Sie haben sich gut eingewöhnt, haben beide einen gesegneten Appetit und haben Freude am Lernen. Sie scheinen das erlittene Trauma also langsam hinter sich zu lassen. Wie Jenny lernen auch Indri und Esa jetzt im Waldkindergarten von Samboja Lestari, was ihnen sonst ihre Mutter beigebracht hätte.
Nia – Orang-Utan-Baby-Rettung in letzter Sekunde
Die kleine Nia ist vermutlich haarscharf dem Wildtierhandel entkommen. Ihre Mutter ist im Regenwald erschossen worden, Baby Nia verbrachte zwei Wochen in Gefangenschaft. Der Überredungskunst eines Dorfbewohners hat Nia es zu verdanken, dass die BOS Foundation informiert wurde. So kam Nia im März ins Rettungszentrum Nyaru Menteng in Zentral-Kalimantan – traumatisiert, fiebrig und mit Wunden, die von Fesseln verursacht worden waren.
In Nyaru Menteng kümmern sich die Babysitterinnen liebevoll um die kleine Nia | Foto: BPI/Björn Vaughn
Glücklicherweise hat sich Nia recht schnell von den erlittenen Strapazen erholt. Den Babysittern fiel vor allem bald auf, mit welch großer Neugier Nia ihre neue Welt erforscht. Schon während der Quarantäne begann sie zu klettern, zu spielen und suchte – wann immer es nötig war – Trost bei ihren menschlichen Ersatzmüttern. Diese kleinen, aber bedeutungsvollen Schritte markieren den Beginn ihrer langen Reise zur Genesung.
Momo – Ein Martyrium liegt hinter ihr
Als unser Rettungsteam Momo im Juni im Dorf Kuala Kurun in Zentral-Kalimantan befreite, hatte sie ein wahres Martyrium hinter sich. Sechs Monate war das Orang-Utan-Baby in einem kleinen Hühnerverschlag gefangen gehalten worden, ehe man die Behörden informiert hatte. Sie hatte Fieber und eine alte Fraktur an einem ihrer Zehen und war in einem völlig apathischen Zustand. Glücklicherweise hat sie sich in Nyaru Menteng dank der guten Behandlung bald erholt.
Sechs Monate Gefangenschaft lagen hinter Momo, ehe sie nach Nyaru Menteng kam
Heute ist Momo auf einem guten Weg. Sie hat einen guten Appetit, spielt gern und zeigt zunehmend Selbstvertrauen beim Klettern und Erkunden ihrer Umgebung.
Ehe Kayla nach Samboja Lestari kam, hatte man sie in einer Katzenbox gefangen gehalten
In den wenigen Monaten in unserer Obhut, hat Kayla sich recht gut eingewöhnt. Das liegt sicherlich auch an den anderen Orang-Utan-Babys in Samboja Lestari: Kayla, Jenny, Esa und Indri besuchen inzwischen gemeinsam den Waldkindergarten. Sie spielen, lernen, kuscheln und klettern gemeinsam. Und schenken sich Trost, wenn die Schatten der Vergangenheit nach ihnen greifen.
Pororo – Klein, zart und sehr geschwächt
Im September kam Pororo nach Nyaru Menteng. Man hatte sie auf einer Straße inmitten einer Ölpalmenplantage gefunden. Extrem untergewichtig und schwach kam sie ins BOS-Rettungszentrum. Die Tierärzte stellten fest, dass sie an Malaria litt. Sofort erhielt sie intensive Behandlung.
Pororo ist erst seit wenigen Wochen in Nyaru Menteng
Es dauerte nicht lange, bis die Behandlung Wirkung zeigte und ihre Symptome nachließen. Langsam gewinnt Pororo wieder an Energie. Auch ihr Appetit wächst und sie zeigt mehr und Neugierde gegenüber ihrer Umgebung. Obwohl ihr Weg zur wirklichen Genesung noch lang ist, geben diese ersten Verbesserungen Hoffnung für ihre Zukunft.
Viele Lehrjahre liegen jetzt vor diesen Babys
Jenny, Esa, Indri, Nia, Momo, Kayla und Pororo teilen alle das gleiche schwere Schicksal. Doch sie alle haben bei der BOS Foundation eine zweite Chance erhalten, eines Tages wild und frei und sicher im Regenwald leben zu können. Bis dahin müssen sie viele Jahre lernen – jetzt im Waldkindergarten, dann in der Waldschule und schließlich auf der Walduni, der Vorauswilderungsinsel. Erst wenn sie stark genug sind und alle Überlebensfähigkeiten erlernt haben, sind sie bereit für das wilde Leben im Dschungel Borneos. Dann können auch sie ihren Teil für das Überleben ihrer Spezies beitragen.
Erinnern Sie sich an Esa und Indri, die wir im Sommer unterernährt, verletzt und schwer traumatisiert gerettet haben? Es gibt gute Nachrichten: Den Orang-Utan-Winzlingen geht es besser – sie können jetzt den Waldkindergarten in Samboja Lestari besuchen!
Esa und Indri werden oft für Zwillinge gehalten: Die kleinen Mädchen sind fast gleich alt und absolut unzertrennlich. Seit ihrer Ankunft in unserem Rettungszentrum Samboja Lestari haben sie sich fest aneinandergeklammert. Was die beiden tatsächlich verbindet, ist jedoch etwas viel Tieferes: eine Freundschaft, die ihnen hilft, ihren schweren, grausam überschatteten Start ins Leben zu meistern.
Esa (vorn) und Indri kurz nach ihrer Ankunft im Rettungszentrum Samboja Lestari
Rettung aus illegaler Haustierhaltung
Bei ihrer Ankunft im BOS-Rettungszentrum waren Esa und Indri in alarmierender Verfassung. Etwa einen Monat lang waren die beiden in einem Verschlag illegal als Haustiere gehalten worden. Ihre zarten Körper zeigten deutliche Spuren der Mangelernährung in dieser Zeit. Indri hatte außerdem mehrere Verletzungen, darunter eine offene Kopfwunde, die ihr von einem Hund zugefügt worden waren. Dank der unermüdlichen Arbeit unserer Veterinäre sind diese Wunden heute vollständig verheilt. Und auch die obligatorische Quarantäne haben Esa und Indri gut überstanden.
Erste Schritte im Waldkindergarten – die Babysitterin immer an Indris Seite
Seit ein paar Wochen dürfen die beiden kleinen Orang-Utan-Mädchen daher den Waldkindergarten besuchen – etwas, das vor wenigen Monaten noch undenkbar gewesen wäre! Dort dürfen sie frei klettern, spielen und gemeinsam mit neuen Spielgefährten ein kleines Stück vom Regenwald erkunden, natürlich unter den wachsamen Augen ihrer Babysitterinnen.
Wie geht es Esa und Indri im Waldkindergarten?
Es ist eine kleine Gruppe etwa gleichaltriger Orang-Utan-Kinder, in der die beiden Neuzugänge ihre ersten Versuche unternehmen dürfen, spielerisch den Wald zu erkunden. Indri ist noch sehr vorsichtig und zurückhalten. Aber Jenny, die schon ein wenig älter ist, versucht sie immer wieder aus der Reserve zu locken. Indri sucht in diesen Momenten oft die Nähe ihrer Ersatzmutter, hält sich an ihr fest und sucht in ihren Armen Sicherheit. Doch Jennys Schabernack bringt sie Schritt für Schritt dazu, mutiger zu werden. Manchmal protestiert Indri auch lautstark, was bei einem so kleinen Wesen wie sie es noch ist, vor allem niedlich klingt – aber ein Zeichen dafür ist, dass sie lernt, sich zu behaupten.
Indri ist in ihrem Element: der Wald nimmt ihr Stück für Stück die Angst
Esa hingegen ist zu einem kleinen Wirbelwind geworden, die es nun auch wagt, die Umarmung ihrer Wahl-Schwester Indri zu verlassen. Sobald sie am Morgen den Waldkindergarten erreicht, klettert sie in die Bäume, schmeckt junge Blätter, knabbert an Zweigen und versucht sich sogar schon an einfachen Bodennestern. Ihre Neugier ist ein wunderbares Zeichen dafür, dass sie wichtige natürliche Verhaltensweisen entwickelt – Fähigkeiten, die sie später zum Überleben in freier Wildbahn braucht.
Esas Neugier lässt sie Neues ausprobieren
Wie erfahrene Pflege Orang-Utan-Leben verändert
Beide Jungtiere kamen untergewichtig in unserem Rettungszentrum an, doch dank regelmäßiger Milchmahlzeiten, frischen Früchten und liebevoller Betreuung gewinnen sie Tag für Tag an Kraft. Ihr Fell glänzt wieder, ihre Augen sind wacher, ihre Körpersprache weniger ängstlich.
Ohne Mutter und zutiefst verängstigt: Indri mit Bisswunde am Kopf
Der Fortschritt, den Esa und Indri bereits jetzt gemacht haben, ist ein bewegendes Beispiel dafür, wieviel unsere Arbeit bewirken kann. Jeder Schritt, jedes Klettern, jede neue Erfahrung zeigt: Diese beiden kleinen Orang-Utans haben eine echte Chance auf ein selbstbestimmtes Leben im Wald. Esa und Indri stehen noch am Anfang ihrer langen Reise. Damit sie – und viele andere gerettete Orang-Utans – eines Tages in ihre natürliche Heimat zurückkehren können, braucht es Geduld, Erfahrung und vor allem kontinuierliche Unterstützung.
26 Orang-Utans mussten wir in diesem Jahr aus Gefahrensituationen retten. 16 von ihnen konnten wir direkt wieder in sicheren Regenwäldern auswildern. Zuletzt erreichte im September 2025 ein neuer Schützling das Orang-Utan-Rehabilitationszentrum Nyaru Menteng der BOS Foundation: ein kleines, weibliches Orang-Utan-Baby, das den Namen Pororo erhielt.
Ein Bewohner der Region Muara Teweh in Zentral-Kalimantan hatte das Jungtier auf einer Straße inmitten einer Ölpalmenplantage entdeckt. Aus Mitgefühl nahm er das geschwächte Tier für zwei Tage bei sich auf, bevor er sich an die zuständige Naturschutzbehörde BKSDA wandte – und Pororo schließlich in die Obhut der BOS Foundation übergab.
Gezeichnet von den schrecklichen Erlebnissen, die hinter ihr liegen: die kleine Pororo
Schwach, krank – und doch voller Lebenswille
Bei ihrer Ankunft wog Pororo nur 1,96 Kilogramm – viel zu wenig für ein etwa einjähriges Orang-Utan-Kind. Äußerlich schien sie unverletzt, doch ihr Körper war schwach und ausgemergelt. Zudem verweigerte sie zunächst das Trinken, was die Sorge unseres medizinischen Teams und ihrer Pflegemutter noch verstärkte. Eine Untersuchung ergab schließlich die Ursache: Malaria. Sofort erhielt Pororo eine spezielle Behandlung, begleitet von liebevoller Fürsorge durch ihre erfahrene Pflegemutter, die sie Tag und Nacht umsorgte.
Pororo auf dem Wege der Besserung
Nach einigen Tagen begann ein kleiner Wandel: Pororo trank wieder Milch, gewann Kraft – und zeigte erstmals ihre sanfte, neugierige Persönlichkeit. Wenn ihre Pflegemutter aufstand, klammerte sie sich an deren Hose und forderte leise quiekend Nähe und Geborgenheit.
Kleine Schritte in eine große Zukunft
Mit jedem Tag wuchs Pororos Mut. Sie begann, ihre Umgebung zu erkunden, kletterte auf kleine Äste und hing spielerisch an ihrer Reifenschaukel – als wolle sie ihre neu gewonnene Kraft testen. Nur eines verunsicherte sie noch: die Langschwanzmakaken, die gelegentlich am Gehege vorbeikamen. Dann suchte Pororo schnell Zuflucht in ihrer Hängematte – und Trost bei ihrer Pflegemutter.
Die Kraft und der Mut kehren langsam zu Pororo zurück
Momentan befindet sich Pororo noch in Quarantäne. Hier kann sie vollständig genesen und Kraft sammeln. Danach darf sie in den Waldkindergarten wechseln, wo sie gemeinsam mit anderen Orang-Utan-Waisen spielerisch lernt, was sie eines Tages in der Wildnis brauchen wird: klettern, Nahrung finden, soziale Bindungen knüpfen – und vor allem Vertrauen in sich selbst.
Pororo hat wieder Appetit. So bringt jeder Tag neue Stärke
Dank der liebevollen Betreuung unserer Babysitterinnen wächst Pororo jeden Tag ein Stück mehr in ihr neues Leben hinein. Wir sind zuversichtlich, dass sie eines Tages stark genug sein wird, um dorthin zurückzukehren, wo sie hingehört – in die Wälder Kalimantans, ihre wahre Heimat.
Schrecklich lange sechs Monate wurde die kleine Kayla in einer Katzenbox gefangen gehalten. Doch jetzt darf sie aufatmen. Jetzt darf sie in unserem Rettungszentrum Samboja Lestari lernen, was ein Orang-Utan in der Wildnis können muss. Jetzt darf sie klettern, toben, kuscheln und wird mit gutem Orang-Utan-Futter und ganz viel Liebe versorgt. Jetzt ist sie in Sicherheit.
Die Rettungsaktion begann mit einem Anruf bei der indonesischen Naturschutzbehörde BKSDA Ost-Kalimantan in Ost-Kutai: Ein wilder Orang-Utan sollte übergeben werden. Daraufhin machte sich die Wildlife Rescue Unit (WRU) zusammen mit unseren RHOI-Tierärztinnen Rifdah Inayah Askin und Sunarji auf den Weg gen Norden in die weit entfernte Provinz.
Gefangen in einer Katzenbox
Bei ihrer Ankunft im Dorf Miau Baru traf das Rettungsteam auf Wenerson, der erzählte, er habe das Orang-Utan-Baby etwa sechs Monate zuvor auf seiner Plantage gefunden. Seitdem hatte er das Baby in einer 30 x 50 cm großen Katzenbox gehalten, die er mit Stoff ausgekleidet hatte. Gefüttert hatte er es mit Kondensmilch aus einem Babyfläschchen.
Kayla – befreit nach sechs Monaten in einer Katzenbox
Als unsere Tierärztinnen sich dem Baby annahmen, stellten sie fest, dass das kleine Mädchen etwa 12 Monate alt war. Körperlich war sie glücklicherweise in einem recht guten Zustand und brachte immerhin 3,8 kg auf die Waage. Das Team gab der Orang-Utan-Waise den Namen Kayla.
Um Kayla nicht gleich die lange Reise nach Samboja Lestari zumuten zu müssen, entschied sich das Rettungsteam sie zunächst ins RHOI-Basislager in Muara Wahau zu bringen. Das lag immerhin „nur“ vier Stunden Autofahrt entfernt.
Zwölf Stunden Autofahrt nach Samboja Lestari
Am nächsten Tag machte sich das Rettungsteam der WRU gemeinsam mit unserem RHOI-Team auf die lange Reise nach Samboja Lestari. Die 400 Kilometer konnten sie in etwa zwölf Stunden zurücklegen. Kayla kuschelte sich während der Autofahrt eng an unsere Tierärztin. Sie war ganz ruhig, trank sogar etwas von der Milch, die wir ihr anboten. Als ob sie spüren würde, dass sie jetzt endlich in Sicherheit und in guten Händen war.
Orang-Utan-Waise Kayla ist endlich in guten Händen
Angekommen in Samboja Lestari wurde Kayla erstmal gründlich in unserer Orang-Utan-Klinik untersucht. Auch hier konnten glücklicherweise keinerlei Krankheiten oder Verletzungen diagnostiziert werden. So konnten die Babysitterinnen Irma Ananda und Sri Ramadhanty die kleine Waise in ihre liebevollen Arme nehmen.
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Im Babyhaus traf Kayla auf ihre künftige Wegbegleiterin Indri, die sie gleich zum Spielen einlud. Esa traf sie erst später – sie litt bei Kaylas Ankunft an einem Infekt.
Jetzt gewöhnt sich Kayla erstmal in der Baby-Krippe ein. Obwohl sie einmal Fieber hatte, verbesserte sich ihr Zustand glücklicherweise allmählich. Dank der intensiven und liebvollen Pflege in Samboja Lestari besteht große Hoffnung, dass sich Kayla bald zu einer lernbegierigen Waldschülerin entwickeln wird. Vor ihr liegt eine lange Reise, bis sie bereit ist, in ihren Wald, ihr wahres Zuhause, zurückzukehren.
Wenn die kleine Momo durch die Bäume des Quarantänebereichs hangelt, geht Babysitterin Ursula das Herz auf. Stolz beobachtet sie die Kleine, die sich mit akrobatischem Geschick durch die Äste bewegt und dabei immer wieder Obststückchen entdeckt und genüsslich verspeist, die ihre Ersatzmutter für sie in den Ästen versteckt hat.
Traurige Augen, starkes Herz: Momo ist eine Kämpfernatur
Zu weit weg möchte sich die Eineinhalbjährige aber noch nicht bewegen. Immer wieder vergewissert sie sich, dass Ursula in der Nähe ist, klettert zwischendurch auf ihren Schoss oder kuschelt in der Hängematte mit ihr.
Der Regenwald bedeutet Heilung für die verletzte Orang-Utan-Seele
Wenige Wochen ist es erst her, dass die kleine Momo aus einem Dorf in Kuala Kurun, Gunung Mas Regency, gerettet wurde. Ein Dorfbewohner hatte sie dort in einem Holzverschlag, einem ehemaligen Hühnerstall, gehalten. Sechs Monate lang. So lang habe es gedauert, die zuständigen Behörden ausfindig zu machen und zu informieren, gab er an.
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Anfang Juni 2025 informierte der Mann endlich die Naturschutzbehörde, die wiederum BOS auf den Plan rief. Gemeinsam reisten die Retter rund vier Stunden vom Rettungszentrum Nyaru Menteng aus in das Dorf.
Apathisch und vor Angst starr schaut Momo ins Leere
Bei ihrer Rettung starrte Momo den Menschen, die sie aus dem Käfig befreiten, mit apathischem Blick entgegen. Der Lebenswille schien in diesem kleinen Wesen erloschen.
Ganz vorsichtig untersucht Dr. Arga das soeben gerettete Orang-Utan-Baby
Dr. Arga Sawung Kusuma, ein erfahrener Tierarzt bei BOS, nahm als erster das winzige Orang-Utan-Mädchen auf den Arm, um es zu untersuchen. Reflexhaft klammerte sich die Kleine an seinem Shirt fest und schmiegte sich an ihn – ganz so wie es Orang-Utan-Babys bei ihren Müttern tun. Dann erstarrte sie jedoch und ließ die Untersuchung, die Dr. Arga so sanft wie möglich durchführte, über sich ergehen.
Leichtes Fieber und ein halb verheilter Bruch
Der Dorfbewohner gab an, er habe die Kleine ganz alleine in einem Wald unweit des Dorfes Dahian Tambuk entdeckt. Die Mutter sei nirgends zu sehen gewesen. Also nahm er das Baby, das er Momo nannte, mit, steckte es in einen Hühnerkäfig, in dem nichts weiter als ein Stück Karton lag, und fütterte es mit Reis, Kuchen und Babymilch. Das angebotene Obst habe Momo abgelehnt, erzählt der Dorfbewohner bei der Rettung. Ein ungewöhnliches Verhalten für junge Orang-Utan-Babys, die in diesem Alter normalerweise gerne Früchte fressen. Auf dem Rückweg ins Rettungszentrum saß das kleine Orang-Utan-Mädchen auf dem Schoß ihrer menschlichen Ersatzmutter, den Blick noch immer ins Leere gerichtet, die Körperhaltung ängstlich und angespannt.
In Nyaru Menteng angekommen, wurde Momo noch einmal gründlicher untersucht. Das Ärzteteam des Rettungszentrums stellte leichtes Fieber von 38,3° Celsius fest und entdeckte einen alten Bruch im großen Zeh des rechten Fußes, der jedoch bereits zu heilen begonnen hatte.
Die beste Medizin für die kleine Orang-Utan-Waise: viel Liebe, Sicherheit und der Regenwald
Anfang Juni hat mit ihrer Ankunft im Rettungszentrum die dreimonatige Quarantäne der kleinen Momo begonnen. Ersatzmama Ursula schenkt dem traumatisierten Waisenkind viel Liebe sowie Kuscheleinheiten, wann immer sie danach verlangt. Dazu wird Momo engmaschig medizinisch überwacht und mit viel frischem Obst (das sie im Rettungszentrum kein bisschen verschmäht!) und regelmäßigen Fläschchen Milch aufgepäppelt.
Schon nach wenigen Wochen, ist die kleine Orang-Utan-Waise nicht wiederzuerkennen
Nur wenige Wochen nach ihrer Rettung und noch immer in Quarantäne, beweist Momo sich bereits als echte Kämpfernatur. Der erloschene Blick in ihren Augen ist verschwunden. Statt dessen hält sie nach ihren Lieblingsbäumen Ausschau sobald sie morgens aus ihrem weich gepolsterten Schlafnest-Wäschekorb geklettert und mit ihrer Ersatzmama in den Quarantänebereich des Waldes gelangt ist. Auch in der Hängematte liegt Momo gerne oder kuschelt dort schaukelnd mit ihrer Ersatzmama.
Du schaffst das, kleine Momo!
Unser Team im Rettungszentrum Nyaru Menteng ist stolz auf die kleine Momo. Und zuversichtlich, dass das Orang-Utan-Mädchen ihr frühes Trauma überwinden kann. Bald darf sie in den Waldkindergarten wechseln und dort mit gleichaltrigen Orang-Utan-Kindern wie das Orang-Utan-Nia spielen. Nur noch ein bisschen Geduld, Momo!
Danke, dass Sie unsere Arbeit für Tiere wie Momo unterstützen. Jeder Beitrag hilft.
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