Esa und Indri: Zwei kleine Orang-Utans auf dem Weg zurück ins Leben

Esa und Indri: Zwei kleine Orang-Utans auf dem Weg zurück ins Leben

Erin­nern Sie sich an Esa und Indri, die wir im Sommer unter­ernährt, verletzt und schwer trau­ma­ti­siert gerettet haben? Es gibt gute Nach­richten: Den Orang-Utan-Winz­lingen geht es besser – sie können jetzt den Wald­kin­der­garten in Samboja Lestari besuchen!

Esa und Indri werden oft für Zwil­linge gehalten: Die kleinen Mädchen sind fast gleich alt und absolut unzer­trenn­lich. Seit ihrer Ankunft in unserem Rettungs­zen­trum Samboja Lestari haben sie sich fest anein­an­der­ge­klam­mert. Was die beiden tatsäch­lich verbindet, ist jedoch etwas viel Tieferes: eine Freund­schaft, die ihnen hilft, ihren schweren, grausam über­schat­teten Start ins Leben zu meis­tern.

Gerettete Orang-Utan-Babys Esa und Indri
Esa (vorn) und Indri kurz nach ihrer Ankunft im Rettungs­zen­trum Samboja Lestari

Rettung aus ille­galer Haustierhaltung

Bei ihrer Ankunft im BOS-Rettungs­zen­trum waren Esa und Indri in alar­mie­render Verfas­sung. Etwa einen Monat lang waren die beiden in einem Verschlag illegal als Haus­tiere gehalten worden. Ihre zarten Körper zeigten deut­liche Spuren der Mangel­er­näh­rung in dieser Zeit. Indri hatte außerdem mehrere Verlet­zungen, darunter eine offene Kopf­wunde, die ihr von einem Hund zuge­fügt worden waren.
Dank der uner­müd­li­chen Arbeit unserer Vete­ri­näre sind diese Wunden heute voll­ständig verheilt. Und auch die obli­ga­to­ri­sche Quaran­täne haben Esa und Indri gut überstanden.

Orang-Utan-Baby Indri
Erste Schritte im Wald­kin­der­garten – die Baby­sit­terin immer an Indris Seite

Seit ein paar Wochen dürfen die beiden kleinen Orang-Utan-Mädchen daher den Wald­kin­der­garten besu­chen – etwas, das vor wenigen Monaten noch undenkbar gewesen wäre! Dort dürfen sie frei klet­tern, spielen und gemeinsam mit neuen Spiel­ge­fährten ein kleines Stück vom Regen­wald erkunden, natür­lich unter den wach­samen Augen ihrer Babysitterinnen.

Wie geht es Esa und Indri im Waldkindergarten?

Es ist eine kleine Gruppe etwa gleich­alt­riger Orang-Utan-Kinder, in der die beiden Neuzu­gänge ihre ersten Versuche unter­nehmen dürfen, spie­le­risch den Wald zu erkunden.
Indri ist noch sehr vorsichtig und zurück­halten. Aber Jenny, die schon ein wenig älter ist, versucht sie immer wieder aus der Reserve zu locken. Indri sucht in diesen Momenten oft die Nähe ihrer Ersatz­mutter, hält sich an ihr fest und sucht in ihren Armen Sicher­heit. Doch Jennys Scha­ber­nack bringt sie Schritt für Schritt dazu, mutiger zu werden. Manchmal protes­tiert Indri auch laut­stark, was bei einem so kleinen Wesen wie sie es noch ist, vor allem nied­lich klingt – aber ein Zeichen dafür ist, dass sie lernt, sich zu behaupten.

Orang-Utan-Baby Indri
Indri ist in ihrem Element: der Wald nimmt ihr Stück für Stück die Angst

Esa hingegen ist zu einem kleinen Wirbel­wind geworden, die es nun auch wagt, die Umar­mung ihrer Wahl-Schwester Indri zu verlassen. Sobald sie am Morgen den Wald­kin­der­garten erreicht, klet­tert sie in die Bäume, schmeckt junge Blätter, knab­bert an Zweigen und versucht sich sogar schon an einfa­chen Boden­nes­tern. Ihre Neugier ist ein wunder­bares Zeichen dafür, dass sie wich­tige natür­liche Verhal­tens­weisen entwi­ckelt – Fähig­keiten, die sie später zum Über­leben in freier Wild­bahn braucht.

Orang-Utan-Baby Esa
Esas Neugier lässt sie Neues ausprobieren

Wie erfah­rene Pflege Orang-Utan-Leben verändert

Beide Jung­tiere kamen unter­ge­wichtig in unserem Rettungs­zen­trum an, doch dank regel­mä­ßiger Milch­mahl­zeiten, frischen Früchten und liebe­voller Betreuung gewinnen sie Tag für Tag an Kraft. Ihr Fell glänzt wieder, ihre Augen sind wacher, ihre Körper­sprache weniger ängstlich.

Gerettetes Orang-Utan-Baby Indri
Ohne Mutter und zutiefst verängs­tigt: Indri mit Biss­wunde am Kopf

Der Fort­schritt, den Esa und Indri bereits jetzt gemacht haben, ist ein bewe­gendes Beispiel dafür, wieviel unsere Arbeit bewirken kann. Jeder Schritt, jedes Klet­tern, jede neue Erfah­rung zeigt: Diese beiden kleinen Orang-Utans haben eine echte Chance auf ein selbst­be­stimmtes Leben im Wald. Esa und Indri stehen noch am Anfang ihrer langen Reise. Damit sie – und viele andere geret­tete Orang-Utans – eines Tages in ihre natür­liche Heimat zurück­kehren können, braucht es Geduld, Erfah­rung und vor allem konti­nu­ier­liche Unterstützung.

Helfen Sie mit, dass Esa und Indri eines Tages zurück­kehren können, wohin sie gehören: in die Frei­heit des Regen­waldes! Ihre Spende – groß oder klein – schenkt Orang-Utans eine Zukunft.

Orang-Utan-Baby-Rettung – Hoff­nung auf ein starkes Morgen

Orang-Utan-Baby-Rettung – Hoff­nung auf ein starkes Morgen

26 Orang-Utans mussten wir in diesem Jahr aus Gefah­ren­si­tua­tionen retten. 16 von ihnen konnten wir direkt wieder in sicheren Regen­wäl­dern auswil­dern. Zuletzt erreichte im September 2025 ein neuer Schütz­ling das Orang-Utan-Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum Nyaru Menteng der BOS Foun­da­tion: ein kleines, weib­li­ches Orang-Utan-Baby, das den Namen Pororo erhielt.

Ein Bewohner der Region Muara Teweh in Zentral-Kali­mantan hatte das Jung­tier auf einer Straße inmitten einer Ölpal­men­plan­tage entdeckt. Aus Mitge­fühl nahm er das geschwächte Tier für zwei Tage bei sich auf, bevor er sich an die zustän­dige Natur­schutz­be­hörde BKSDA wandte – und Pororo schließ­lich in die Obhut der BOS Foun­da­tion übergab.

Gerettetes Orang-Utan-Baby Pororo im BOS-Rehabilitationszentrum Nyaru Menteng
Gezeichnet von den schreck­li­chen Erleb­nissen, die hinter ihr liegen: die kleine Pororo

Schwach, krank – und doch voller Lebenswille

Bei ihrer Ankunft wog Pororo nur 1,96 Kilo­gramm – viel zu wenig für ein etwa einjäh­riges Orang-Utan-Kind. Äußer­lich schien sie unver­letzt, doch ihr Körper war schwach und ausge­mer­gelt. Zudem verwei­gerte sie zunächst das Trinken, was die Sorge unseres medi­zi­ni­schen Teams und ihrer Pfle­ge­mutter noch verstärkte.
Eine Unter­su­chung ergab schließ­lich die Ursache: Malaria. Sofort erhielt Pororo eine spezi­elle Behand­lung, begleitet von liebe­voller Fürsorge durch ihre erfah­rene Pfle­ge­mutter, die sie Tag und Nacht umsorgte.

Gerettetes Orang-Utan-Baby Pororo im BOS-Rehabilitationszentrum Nyaru Menteng
Pororo auf dem Wege der Besserung

Nach einigen Tagen begann ein kleiner Wandel: Pororo trank wieder Milch, gewann Kraft – und zeigte erst­mals ihre sanfte, neugie­rige Persön­lich­keit. Wenn ihre Pfle­ge­mutter aufstand, klam­merte sie sich an deren Hose und forderte leise quie­kend Nähe und Geborgenheit.

Kleine Schritte in eine große Zukunft

Mit jedem Tag wuchs Pororos Mut. Sie begann, ihre Umge­bung zu erkunden, klet­terte auf kleine Äste und hing spie­le­risch an ihrer Reifen­schaukel – als wolle sie ihre neu gewon­nene Kraft testen. Nur eines verun­si­cherte sie noch: die Lang­schwanz­ma­kaken, die gele­gent­lich am Gehege vorbei­kamen. Dann suchte Pororo schnell Zuflucht in ihrer Hänge­matte – und Trost bei ihrer Pflegemutter.

Gerettetes Orang-Utan-Baby Pororo im BOS-Rehabilitationszentrum Nyaru Menteng
Die Kraft und der Mut kehren langsam zu Pororo zurück

Momentan befindet sich Pororo noch in Quaran­täne. Hier kann sie voll­ständig genesen und Kraft sammeln. Danach darf sie in den Wald­kin­der­garten wech­seln, wo sie gemeinsam mit anderen Orang-Utan-Waisen spie­le­risch lernt, was sie eines Tages in der Wildnis brau­chen wird: klet­tern, Nahrung finden, soziale Bindungen knüpfen – und vor allem Vertrauen in sich selbst.

Gerettetes Orang-Utan-Baby Pororo im BOS-Rehabilitationszentrum Nyaru Menteng
Pororo hat wieder Appetit. So bringt jeder Tag neue Stärke

Dank der liebe­vollen Betreuung unserer Baby­sit­te­rinnen wächst Pororo jeden Tag ein Stück mehr in ihr neues Leben hinein. Wir sind zuver­sicht­lich, dass sie eines Tages stark genug sein wird, um dorthin zurück­zu­kehren, wo sie hinge­hört – in die Wälder Kali­mantans, ihre wahre Heimat.

Mit einer Paten­schaft können Sie eine Orang-Utan-Waise auf ihrem Weg zurück in den Regen­wald begleiten. Bis Weih­nachten bieten wir Geschenk­pa­ten­schaft für Onyer oder Iqo für 10 € pro Monat an.

Kaylas Rettung

Kaylas Rettung

Schreck­lich lange sechs Monate wurde die kleine Kayla in einer Katzenbox gefangen gehalten. Doch jetzt darf sie aufatmen. Jetzt darf sie in unserem Rettungs­zen­trum Samboja Lestari lernen, was ein Orang-Utan in der Wildnis können muss. Jetzt darf sie klet­tern, toben, kuscheln und wird mit gutem Orang-Utan-Futter und ganz viel Liebe versorgt. Jetzt ist sie in Sicherheit.

Die Rettungs­ak­tion begann mit einem Anruf bei der indo­ne­si­schen Natur­schutz­be­hörde BKSDA Ost-Kali­mantan in Ost-Kutai: Ein wilder Orang-Utan sollte über­geben werden. Daraufhin machte sich die Wild­life Rescue Unit (WRU) zusammen mit unseren RHOI-Tier­ärz­tinnen Rifdah Inayah Askin und Sunarji auf den Weg gen Norden in die weit entfernte Provinz.

Gefangen in einer Katzenbox

Bei ihrer Ankunft im Dorf Miau Baru traf das Rettungs­team auf Wenerson, der erzählte, er habe das Orang-Utan-Baby etwa sechs Monate zuvor auf seiner Plan­tage gefunden. Seitdem hatte er das Baby in einer 30 x 50 cm großen Katzenbox gehalten, die er mit Stoff ausge­kleidet hatte. Gefüt­tert hatte er es mit Kondens­milch aus einem Babyfläschchen.

Gerettetes Orang-Utan-Baby Kayla mit Babysitterin im BOS Rettungszentrum Samboja
Kayla – befreit nach sechs Monaten in einer Katzenbox

Als unsere Tier­ärz­tinnen sich dem Baby annahmen, stellten sie fest, dass das kleine Mädchen etwa 12 Monate alt war. Körper­lich war sie glück­li­cher­weise in einem recht guten Zustand und brachte immerhin 3,8 kg auf die Waage.
Das Team gab der Orang-Utan-Waise den Namen Kayla.

Um Kayla nicht gleich die lange Reise nach Samboja Lestari zumuten zu müssen, entschied sich das Rettungs­team sie zunächst ins RHOI-Basis­lager in Muara Wahau zu bringen. Das lag immerhin „nur“ vier Stunden Auto­fahrt entfernt.

Zwölf Stunden Auto­fahrt nach Samboja Lestari

Am nächsten Tag machte sich das Rettungs­team der WRU gemeinsam mit unserem RHOI-Team auf die lange Reise nach Samboja Lestari. Die 400 Kilo­meter konnten sie in etwa zwölf Stunden zurück­legen. Kayla kuschelte sich während der Auto­fahrt eng an unsere Tier­ärztin. Sie war ganz ruhig, trank sogar etwas von der Milch, die wir ihr anboten. Als ob sie spüren würde, dass sie jetzt endlich in Sicher­heit und in guten Händen war.

Gerettetes Orang-Utan-Baby Kayla mit Babysitterin im BOS Rettungszentrum Samboja Lestari
Orang-Utan-Waise Kayla ist endlich in guten Händen

Ange­kommen in Samboja Lestari wurde Kayla erstmal gründ­lich in unserer Orang-Utan-Klinik unter­sucht. Auch hier konnten glück­li­cher­weise keinerlei Krank­heiten oder Verlet­zungen diagnos­ti­ziert werden. So konnten die Baby­sit­te­rinnen Irma Ananda und Sri Rama­d­hanty die kleine Waise in ihre liebe­vollen Arme nehmen.

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Mehr Infor­ma­tionen

Im Baby­haus traf Kayla auf ihre künf­tige Wegbe­glei­terin Indri, die sie gleich zum Spielen einlud. Esa traf sie erst später – sie litt bei Kaylas Ankunft an einem Infekt.

Jetzt gewöhnt sich Kayla erstmal in der Baby-Krippe ein. Obwohl sie einmal Fieber hatte, verbes­serte sich ihr Zustand glück­li­cher­weise allmäh­lich. Dank der inten­siven und lieb­vollen Pflege in Samboja Lestari besteht große Hoff­nung, dass sich Kayla bald zu einer lern­be­gie­rigen Wald­schü­lerin entwi­ckeln wird. Vor ihr liegt eine lange Reise, bis sie bereit ist, in ihren Wald, ihr wahres Zuhause, zurückzukehren.

Unter­stützen Sie mit Ihrer Spende Kayla auf dieser Reise.

Gerettetes Orang-Utan-Baby Kayla im BOS Rettungszentrum Samboja
Vor Kayla liegt noch ein weiter Weg
Sechs Monate Käfig­hal­tung – doch dieses Orang-Utan-Baby ist eine Kämpferin

Sechs Monate Käfig­hal­tung – doch dieses Orang-Utan-Baby ist eine Kämpferin

Wenn die kleine Momo durch die Bäume des Quaran­tä­ne­be­reichs hangelt, geht Baby­sit­terin Ursula das Herz auf. Stolz beob­achtet sie die Kleine, die sich mit akro­ba­ti­schem Geschick durch die Äste bewegt und dabei immer wieder Obst­stück­chen entdeckt und genüss­lich verspeist, die ihre Ersatz­mutter für sie in den Ästen versteckt hat.


Orang-Utan-Baby Momo
Trau­rige Augen, starkes Herz: Momo ist eine Kämpfernatur


Zu weit weg möchte sich die Einein­halb­jäh­rige aber noch nicht bewegen. Immer wieder verge­wis­sert sie sich, dass Ursula in der Nähe ist, klet­tert zwischen­durch auf ihren Schoss oder kuschelt in der Hänge­matte mit ihr.


Der Regen­wald bedeutet Heilung für die verletzte Orang-Utan-Seele


Wenige Wochen ist es erst her, dass die kleine Momo aus einem Dorf in Kuala Kurun, Gunung Mas Regency, gerettet wurde. Ein Dorf­be­wohner hatte sie dort in einem Holz­ver­schlag, einem ehema­ligen Hühner­stall, gehalten. Sechs Monate lang. So lang habe es gedauert, die zustän­digen Behörden ausfindig zu machen und zu infor­mieren, gab er an.

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Mehr Infor­ma­tionen


Anfang Juni 2025 infor­mierte der Mann endlich die Natur­schutz­be­hörde, die wiederum BOS auf den Plan rief. Gemeinsam reisten die Retter rund vier Stunden vom Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng aus in das Dorf.

Orang-Utan-Baby Momo bei seiner Rettung
Apathisch und vor Angst starr schaut Momo ins Leere


Bei ihrer Rettung starrte Momo den Menschen, die sie aus dem Käfig befreiten, mit apathi­schem Blick entgegen. Der Lebens­wille schien in diesem kleinen Wesen erloschen.

Orang-Utan-Baby Momo wird medizinisch untersucht
Ganz vorsichtig unter­sucht Dr. Arga das soeben geret­tete Orang-Utan-Baby


Dr. Arga Sawung Kusuma, ein erfah­rener Tier­arzt bei BOS, nahm als erster das winzige Orang-Utan-Mädchen auf den Arm, um es zu unter­su­chen. Reflex­haft klam­merte sich die Kleine an seinem Shirt fest und schmiegte sich an ihn – ganz so wie es Orang-Utan-Babys bei ihren Müttern tun. Dann erstarrte sie jedoch und ließ die Unter­su­chung, die Dr. Arga so sanft wie möglich durch­führte, über sich ergehen.


Leichtes Fieber und ein halb verheilter Bruch


Der Dorf­be­wohner gab an, er habe die Kleine ganz alleine in einem Wald unweit des Dorfes Dahian Tambuk entdeckt. Die Mutter sei nirgends zu sehen gewesen. Also nahm er das Baby, das er Momo nannte, mit, steckte es in einen Hühner­käfig, in dem nichts weiter als ein Stück Karton lag, und fütterte es mit Reis, Kuchen und Baby­milch. Das ange­bo­tene Obst habe Momo abge­lehnt, erzählt der Dorf­be­wohner bei der Rettung. Ein unge­wöhn­li­ches Verhalten für junge Orang-Utan-Babys, die in diesem Alter norma­ler­weise gerne Früchte fressen.
Auf dem Rückweg ins Rettungs­zen­trum saß das kleine Orang-Utan-Mädchen auf dem Schoß ihrer mensch­li­chen Ersatz­mutter, den Blick noch immer ins Leere gerichtet, die Körper­hal­tung ängst­lich und angespannt.


In Nyaru Menteng ange­kommen, wurde Momo noch einmal gründ­li­cher unter­sucht. Das Ärzte­team des Rettungs­zen­trums stellte leichtes Fieber von 38,3° Celsius fest und entdeckte einen alten Bruch im großen Zeh des rechten Fußes, der jedoch bereits zu heilen begonnen hatte.

Orang-Utan-Baby Momo mit seiner Babysitterin
Die beste Medizin für die kleine Orang-Utan-Waise: viel Liebe, Sicher­heit und der Regenwald


Anfang Juni hat mit ihrer Ankunft im Rettungs­zen­trum die drei­mo­na­tige Quaran­täne der kleinen Momo begonnen. Ersatz­mama Ursula schenkt dem trau­ma­ti­sierten Waisen­kind viel Liebe sowie Kuschel­ein­heiten, wann immer sie danach verlangt. Dazu wird Momo engma­schig medi­zi­nisch über­wacht und mit viel frischem Obst (das sie im Rettungs­zen­trum kein biss­chen verschmäht!) und regel­mä­ßigen Fläsch­chen Milch aufgepäppelt.


Schon nach wenigen Wochen, ist die kleine Orang-Utan-Waise nicht wiederzuerkennen


Nur wenige Wochen nach ihrer Rettung und noch immer in Quaran­täne, beweist Momo sich bereits als echte Kämp­fer­natur. Der erlo­schene Blick in ihren Augen ist verschwunden. Statt dessen hält sie nach ihren Lieb­lings­bäumen Ausschau sobald sie morgens aus ihrem weich gepols­terten Schlaf­nest-Wäsche­korb geklet­tert und mit ihrer Ersatz­mama in den Quaran­tä­ne­be­reich des Waldes gelangt ist. Auch in der Hänge­matte liegt Momo gerne oder kuschelt dort schau­kelnd mit ihrer Ersatzmama.

Orang-Utan-Baby Momo in der Hängematte
Du schaffst das, kleine Momo!


Unser Team im Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng ist stolz auf die kleine Momo. Und zuver­sicht­lich, dass das Orang-Utan-Mädchen ihr frühes Trauma über­winden kann. Bald darf sie in den Wald­kin­der­garten wech­seln und dort mit gleich­alt­rigen Orang-Utan-Kindern wie das Orang-Utan-Nia spielen. Nur noch ein biss­chen Geduld, Momo!

Danke, dass Sie unsere Arbeit für Tiere wie Momo unter­stützen. Jeder Beitrag hilft.

Will­kommen, Nia! Eine weitere Orang-Utan-Waise findet Zuflucht in Nyaru Menteng

Will­kommen, Nia! Eine weitere Orang-Utan-Waise findet Zuflucht in Nyaru Menteng

Ein kleines Orang-Utan-Mädchen namens Nia hat im BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng ein neues Zuhause gefunden. Ihre bewe­gende Geschichte beginnt in einem abge­le­genen Dorf in Zentral-Kali­mantan und brachte sie – nach tragi­schen Ereig­nissen – schließ­lich in unsere sicheren Hände.

Nia stammt aus dem Regen­wald nahe des Dorfes Tumbang Mahop in Katingan Hulu. Dort beob­ach­tete ein Dorf­be­wohner, wie eine Orang-Utan-Mutter, die ein Baby bei sich hatte, sowie ein erwach­senes Orang-Utan-Männ­chen von Unbe­kannten erschossen wurden. Die beiden erwach­senen Tiere stürzten aus den Bäumen – nur das Baby überlebte.

Orang-Utan-Waise Nia im BOS Rettungszentrum Nyaru Menteng
Nias Mutter wurde erschossen

Das verwaiste Jung­tier wurde von dem Dorf­be­wohner mitge­nommen und etwa zwei Wochen lang illegal als Haus­tier gehalten – ein Schicksal, das viele verwaiste Orang-Utans teilen.

Die Rettung durch Zaki

Glück­li­cher­weise begeg­nete ein anderer Einhei­mi­scher namens Zaki dem Dorf­be­wohner und erkannte die kriti­sche Lage des kleinen Orang-Utans. Aus Sorge um das Wohl des Babys über­re­dete er den Mann, Nia an die BOS Foun­da­tion zu über­geben. Dieser willigte glück­li­cher­weise ein – der Wende­punkt in Nias Leben, der sie vor einem Schicksal in Gefan­gen­schaft bewahrte.

Orang-Utan-Waise Nia im BOS Rettungszentrum Nyaru Menteng
Bewahrt vor einem Leben als Haus­tier — Nia

Geschwächt, aber voller Hoffnung

Bei ihrer Ankunft im Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum war Nia etwa zehn Monate alt und wog ledig­lich 3,0 Kilo­gramm. Unser medi­zi­ni­sches Team stellte bei der Erst­un­ter­su­chung Abschür­fungen an beiden Seiten ihres unteren Rückens fest – vermut­lich verur­sacht durch Fesseln während ihrer Gefangenschaft.

Orang-Utan-Waise Nia im BOS Rettungszentrum Nyaru Menteng
Nia erholt sich in Nyaru Menteng von den erlit­tenen Strapazen

Trotz ihres jungen Alters und der Stra­pazen, die sie bereits hinter sich hat, zeigt Nia bemer­kens­werte Stärke und Lebenswillen.

Erste Schritte in ein neues Leben

In Nyaru Menteng durch­läuft Nia derzeit die Quaran­tä­ne­phase in der Säug­lings­sta­tion. Dort kümmern sich unsere liebe­vollen Baby­sit­te­rinnen rund um die Uhr um sie. Nia beginnt langsam, Vertrauen zu fassen und zeigt täglich neue Fortschritte.

Orang-Utan-Waise Nia im BOS Rettungszentrum Nyaru Menteng
Nia klet­tert gern in den Bäumen rund um das Babyhaus

Sie klet­tert morgens begeis­tert auf die Bäume nahe der Station, schwingt sich mit ihren kleinen Händen durch die Äste und behält dabei stets ihre mensch­li­chen Ersatz­mütter im Blick. Nach einem aktiven Tag schläft sie am liebsten direkt neben ihnen – ein Ort, der ihr Sicher­heit und Gebor­gen­heit bietet.

Ein Symbol für Hoff­nung und Schutz

Nias Geschichte ist ein eindring­li­ches Beispiel für die Heraus­for­de­rungen, denen Orang-Utans heute begegnen – aber auch für die Hoff­nung, die durch Enga­ge­ment und Mitge­fühl entsteht. Ihr langer Weg bis zur voll­stän­digen Gene­sung, lang­jäh­rigen Ausbil­dung in der Wald­schule und hoffent­lich späteren Auswil­de­rung hat gerade erst begonnen.

Orang-Utan-Waise Nia im BOS Rettungszentrum Nyaru Menteng
Ein langer Weg liegt vor Nia, ehe sie in den Regen­wald zurück­kehren kann

Wir werden Nia auf jedem Schritt dieses Weges begleiten und freuen uns darauf, ihre Entwick­lung mit Ihnen zu teilen.

Bleiben Sie dran und unter­stützen Sie uns dabei, Nia und vielen weiteren Orang-Utans eine zweite Chance zu geben.