BOS Deutsch­land hat einen neuen Schirm­herr: Johann Scheerer

Im Dschungel der Musik­in­dus­trie war ich ein paar Jahre lang Teil eines Studio­pro­jekts namens „The Ape“. Schon damals fühlte ich mich in der einen oder anderen Situa­tion den Affen näher, als so manchen Menschen. …

Oder um es frei mit dem Schweizer Sänger Dago­bert zu sagen:

“Denn ich geh nach Sumatra, mit meinem Herz bin ich schon da.
Und singe mit den Affen: „u‑a-u-a‑a!”
Leb wohl! Ich verschwinde aus der Zivilisation.
Leb wohl! Wie ein Affe fühlte ich mich immer schon“
 
Aber mal im Ernst:
Durch die derzeitig andau­ernde Covid19 Pandemie ist ein weiteres Mal schmerz­haft deut­lich geworden, dass der Mensch im Reich der Tiere nichts verloren hat. Das Zusam­men­rü­cken von Mensch und Tier – oder viel­mehr: das Heran­rü­cken, das Verdrängen der Tiere aus Ihrem letzten verblie­benen Lebens­raum durch den Menschen – bedroht nicht nur ganz direkt die Exis­tenz mancher Tier­arten. Viel­mehr bedroht es mitt­ler­weile auch, wie wir nun alle am eigenen Leib erfahren, die Exis­tenz der Menschen.
 
Für die, die es ganz platt brau­chen: Tier­schutz ist also auch Menschenschutz.
 
„Pass auf Dich auf!“ – Man sagt es so schnell als Gruß­formel bei einem Abschied. Aber viele Bewohner dieses Planeten – sogar die, die uns Menschen so unheim­lich nah sind – können nicht selbst auf sich aufpassen. Sie benö­tigen unsere Hilfe. Und diese Hilfe­stel­lung ist unsere Verant­wor­tung! Nicht zuletzt, weil wir es waren, die ihnen die Lebens­räume zerstört haben.
 
Weil diese Zusam­men­hänge klarer denn je in unser aller Leben einbre­chen, so wie wir in die Lebens­räume der Tiere einge­bro­chen sind, habe ich mich über die Anfrage von Daniel Merdes und BOS-Deutsch­land sehr gefreut und selbst­ver­ständ­lich gleich zuge­sagt, als Schirm­herr mit meinem Namen für die Werte und Ziele von BOS zu stehen.
 
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

Euer
Johann Scheerer

 

Wir trotzen der Corona-Pandemie: unser ComDev-Team

Wir trotzen der Corona-Pandemie: unser ComDev-Team

Vor zwei Monaten beschloss die indo­ne­si­sche Regie­rung umfas­sende Regeln zur Bekämp­fung des COVID-19-Ausbruchs. Die BOS Foun­da­tion reagierte sofort darauf, indem sie alle ihre Programme für Besu­cher, Frei­wil­lige und Forscher schloss.

Diese vorbeu­gende Maßnahme bedeu­tete auch die Schlie­ßung unserer beiden Orang-Utan-Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­tren in Ost- und Zentral­ka­li­mantan sowie drei zuge­hö­riger Auswil­de­rungs­plätze – die Schutz­wälder von Kehje Sewen, Bukit Batikap und Bukit Baka Bukit Raya.

Die globale Pandemie hat sich aller­dings auch auf die Akti­vi­täten zur Gemein­de­ent­wick­lung (Comdev) ausge­wirkt, die wir in den lokalen Dörfern durch­führen. Wie bei unserem Team, das im Unter­be­zirk Muara Wahau im Bezirk East Kutai, Ostka­li­mantan, arbeitet.

In den letzten Wochen wurden unsere drei Ziel­dörfer in dieser Region, Bea Nehas, Deaq Lay und Dea Beq, für Besu­cher geschlossen, nachdem Fälle von COVID-19 in den umlie­genden Gebieten iden­ti­fi­ziert wurden. Nach offi­zi­ellen Angaben des Bezirks East Kutai wurden im Mai 2020 in der Gegend um Muara Wahau 18 Personen vorsorg­lich beob­achtet, es gab sechs bestä­tigte Fälle der Infek­tion. Um die Verbrei­tung von COVID-19 zu verhin­dern, hat unser Comdev-Team seine Arbeits­pro­gramme in den drei Dörfern angepasst.

Unter­stüt­zung der lokalen Bevölkerung

Eine der ersten Maßnahmen, die wir ergriffen haben, war der Beitritt zur COVID-19-Task Force des Unter­be­zirks. Diese setzt sich aus Dorf­be­amten und Vertre­tern von in Muara Wahau tätigen Unter­nehmen zusammen. In dieser Rolle haben wir den Wach­häu­sern in jedem Dorf geholfen und Essen für andere Teams, die in verschie­denen Schichten arbeiten, bereit­ge­stellt. Im Wach­haus arbeitet das Task Force-Team, um zu verhin­dern, dass Menschen das Dorf betreten oder verlassen.

Wir haben auch dabei geholfen, Gesichts­masken, Hand­seife und Desin­fek­ti­ons­mittel an die Gemeinden zu verteilen. Insge­samt wurden 312 Einheiten Schutz­mittel gleich­mäßig auf die drei Dörfer verteilt.

Hilfe bei der Verteilung von Hygieneprodukten
Hilfe bei der Vertei­lung von Hygieneprodukten

Viele Menschen arbeiten derzeit während dieser Kontakt­be­schrän­kungen von zu Hause aus, um die Ausbrei­tung von COVID-19 einzu­dämmen. Wir setzen uns jedoch weiterhin für unser Haupt­ziel, unsere Umwelt­schutz­be­mü­hungen, ein. Wir helfen den lokalen Gemein­schaften in unserem Arbeits­be­reich, die Teil unserer Arbeit und Geschichte sind. Denken Sie daran, dass unsere Aufgaben trotz der welt­weiten Pandemie stetig andauern. Die Tiere und die Natur brau­chen uns. Und wir brau­chen weiterhin Ihre Hilfe und Unter­stüt­zung, um Orang-Utans und ihre Lebens­räume zu schützen!

Werden auch Sie zum BOS-Unter­stützer. Mit Ihrer Spende helfen Sie den Orang-Utans, dem Regen­wald und damit auch unserem Klima. Jeder Beitrag hilft.

 

Neu an unserer Seite

Neu an unserer Seite

Wir freuen uns, Ihnen heute den neuen Botschafter von BOS Deutsch­land vorstellen zu dürfen. Der Natur­fo­to­graf Jaya­pra­kash Bojan wurde 2017 von National Geogra­phic mit dem Foto eines Orang-Utans zum Nature Photo­gra­pher of the Year. Seine Bilder sind Orang-Utan-Freunden wohl­be­kannt aus vielen natio­nalen und inter­na­tio­nalen Medien.
Im Inter­view spricht er über seine Leiden­schaft, was ihn beein­druckt und wie seine eindring­li­chen Orang-Utan-Bilder entstanden sind. 

Herz­lich will­kommen in der BOS-Familie und vielen Dank für Ihren Einsatz für die Orang-Utans. Mit Ihren Bildern berühren Sie viele Menschen und machen sie auf die Situa­tion der vom Aussterben bedrohten Primaten aufmerksam. Jetzt sind Sie Botschafter für BOS Deutsch­land. Was bedeutet das für Sie?

Ich bin sehr aufge­regt und auch über­wäl­tigt, BOS Deutsch­land als Botschafter vertreten zu dürfen. Es ist eine Ehre! Ich habe in den letzten Jahren versucht, Menschen mit meinen Foto­storys über Orang-Utans, die verschwun­denen Regen­wälder und die sich daraus erge­benden Heraus­for­de­rungen aufzu­klären und zu berühren. Ich denke, durch die Part­ner­schaft mit BOS – der größten und wirkungs­vollsten Orang-Utan-Schutz­or­ga­ni­sa­tion – kann ich  mit meinen Bildern und Geschichten eine noch größere Wirkung erzielen und sie einem breiten Publikum auf der ganzen Welt zugäng­lich machen.

Primat blickt auf Primat
Primat blickt auf Primat

2017 wurden Sie von National Geogra­phic für Ihr Bild eines domi­nanten männ­li­chen Orang-Utans mit dem Preis „Natur­fo­to­graf des Jahres“ ausge­zeichnet. Was ist die Geschichte hinter diesem Foto?

Meine Liebe zu Menschen­affen, vor allem zu Orang-Utans, begann, als ich sie zum ersten Mal in einem Zoo in Singapur sah. Das war der Auslöser, der mich schließ­lich dazu brachte nach Borneo zu reisen, um die Tiere dort zu erleben. Ende 2016 war ich in Kali­mantan und hielt von einem Boot auf einem Fluss aus Ausschau nach Orang-Utans. Eines Morgens traf ich einen Ranger, der mir erzählte, er habe einen männ­li­chen Orang-Utan gesehen, der sich oft in tiefe Gewässer wagte. Sehr unge­wöhn­lich für Orang-Utans, die haupt­säch­lich in den Bäumen leben. Mit Hilfe des Rangers machte ich mich auf die Suche. Tage­lang hoffte ich darauf, den Orang-Utan im Fluss zu sehen. Und eines schönen Morgens passierte es endlich. Der Rest ist Geschichte. Sowohl National Geogra­phic als auch die BBC haben meine Foto­serie veröf­fent­licht. Ich denke, wenn man sich die Bilder anschaut erzählen sie ihre Geschichte von ganz allein.

Mit seinen Bildern erzählt Jayaprakash Bojan Geschichten
Mit seinen Bildern erzählt Jaya­pra­kash Bojan Geschichten

Sie reisen um die ganze Welt, machen an den abge­le­gensten Orten eindrucks­volle Fotos von Wild­tieren. Aber zu Orang-Utans scheinen Sie eine ganz beson­dere Verbin­dung zu haben. Woran liegt das? Was ist das beson­dere Band zwischen Ihnen und den roten Primaten?

Meine Liebe gilt grund­sätz­lich allen Menschen­affen. Doch der Beginn meiner ganz beson­deren Liebe zu den roten Primaten war, als ich in einem von Kroko­dilen bevöl­kerten Fluss stand, das Wasser bis zum Hals, die Kamera in der Hand. Vor mir ein männ­li­cher Orang-Utan, der seine Arme in die Luft reckte und durch das Wasser watete. Ich habe mich bemüht, all meine Gefühle, die ich in diesem Moment hatte, in meine Bilder zu packen. Worte können das einfach nicht beschreiben. Es war eine gött­liche Erfah­rung! Sie sind uns in ihrem Verhalten so ähnlich, sie sind äußerst sensibel und intel­li­gent. Manchmal, wenn ich Fotos mache, spreche ich mit ihnen, als würde ich mit einem anderen Menschen spre­chen. Ich weiß, dass klingt albern, aber so bin ich halt.

Bilder die in den Bann ziehen
Bilder die in den Bann ziehen

Wie kann den Orang-Utans geholfen werden?

Im Laufe der Jahre haben wir mindes­tens 100.000 Orang-Utans durch die Zerstö­rung ihrer Lebens­räume und den ille­galen Wild­tier­handel verloren. Ich habe Borneo vor und nach großen Wald­bränden gesehen, und es tut weh zu sehen, wie ihre Heimat zerstört wird. Es ist absolut entschei­dend, die Tief­land­re­gen­wälder vor der endgül­tigen Zerstö­rung zu bewahren, um die Orang-Utans und tausende anderer Arten der Flora und Fauna zu retten, die es nur auf Borneo gibt. Natur­schutz ist nicht möglich ohne die Unter­stüt­zung der lokalen Regie­rung und vor allem nicht ohne die Einbe­zie­hung lokaler Dörfer und Gemeinden. Und dann braucht es natür­lich Geld. Ohne ausrei­chende finan­zi­elle Mittel ist es unmög­lich, groß ange­legte Natur­schutz­maß­nahmen durch­zu­führen. Ich möchte diese Gele­gen­heit auch nutzen, um mich bei all den Menschen welt­weit zu bedanken, die den Natur­schutz im Laufe der Jahre immer groß­zügig unter­stützt haben.

Damit wir Sie ein biss­chen besser kennen­lernen: Wie sind Sie eigent­lich Foto­graf geworden?

Ich bin inmitten der Natur in den Hügeln von Nilgiris im Bundes­staat Tamil Nadu im Süden von Indien aufge­wachsen. Vor rund zehn Jahren entdeckte ich die Foto­grafie zunächst als Hobby, bis ich vor einigen Jahren eines Tages beschloss, meinen Beruf in der Unter­neh­mens­welt nach 18 Jahren an den Nagel zu hängen, um mich voll und ganz meiner Leiden­schaft für die Natur, für Wild­tiere und für die Foto­grafie zu widmen. Jetzt bin ich haupt­be­ruf­lich Foto­graf. Die meisten meiner Foto­storys behan­deln Themen rund um den Natur­schutz und die Umwelt. Außerdem unter­richte ich Foto­grafie und halte Vorträge an Schulen und in anderen Einrich­tungen, um Menschen für die Natur und ihren Schutz zu begeistern.

Auch Unterhaltungsshows mit Orang-Utans prangert Bojan mit seinen Bildern an
Auch Unter­hal­tungs­shows mit Orang-Utans pran­gert Bojan mit seinen Bildern an

Warum haben Sie sich gerade für die Natur­fo­to­grafie entschieden?

Als ich mit der Foto­grafie begann, ging es erstmal nur darum, schöne Bilder von allem zu machen, was ich sah. Aber mit der Zeit fühlte ich mich in der Natur immer mehr zu Hause und es machte mich glück­lich und zufrieden, einfach draußen in der Wildnis zu sein. Inzwi­schen konzen­triere ich mich mehr darauf, Geschichten zu erzählen, die sich positiv auf die Natur und die Tier­welt auswirken können. Es geht mir nicht mehr nur darum, einfach schöne Bilder zu machen.

An welchen Moment erin­nern Sie sich in Ihrer Lauf­bahn als Foto­graf am liebsten?

Einer meiner Lieb­lings­mo­mente war, als ich eine Orang-Utan-Mutter mit ihrem neuge­bo­renen Baby beob­achten und foto­gra­fieren konnte. Das war eine gött­liche und unver­gess­liche Erfahrung.

Was inspi­riert Sie?

Als Foto­graf erhalte ich viel Aufmerk­sam­keit, weil Menschen auf der ganzen Welt meine Foto­storys über die sozialen Medien, in Ausstel­lungen oder über andere Kanäle sehen können. Die wahren Helden sind aber dieje­nigen, die Tag für Tag an vorderster Front schuften, um den Wald und seine Bewohner zu retten. Auf meinen Reisen habe ich viele enga­gierte Menschen getroffen und ihre Geschichten erfahren. Sie sind meine Inspi­ra­tion. Auf Borneo traf ich zum Beispiel diesen Kerl, dessen Körper über und über von Messer­wunden gezeichnet war. Er hatte gegen die Holz­fäller-Mafia gekämpft, die die Wälder zerstört hatte. Es gibt so viele dieser unsicht­baren Helden, von denen die Welt noch nie gehört hat.

Diese Bilder klagen an
Diese Bilder klagen an

Als Natur­fo­to­graf sind Sie um die ganze Welt gereist und haben viele Umwelt­pro­bleme mit eigenen Augen gesehen. Was macht Sie traurig und was gibt Ihnen Hoffnung?

Es macht mich traurig zu sehen, wie Wälder, Flüsse und Ozeane auf der ganzen Welt zerstört werden. Aber ich bin opti­mis­tisch, dass wir immer noch retten können, was von dieser schönen Welt noch übrig­ge­blieben ist. Auf meinen Reisen treffe ich so viele wunder­volle Menschen, die sich um die Erde kümmern und so viele unbe­sun­gene Helden, die für unsere Wälder, unsere Tiere, Flüsse und Ozeane kämpfen. Das schenkt mir Hoffnung.

Mit welchem Projekt beschäf­tigen Sie sich aktuell?

In Südost­asien leben einige der am stärksten gefähr­deten Primaten der Welt. Während ich mich weiterhin auf Orang-Utans und Umwelt­ge­schichten konzen­triere, arbeite ich außerdem an einem Buch über die Primaten Südost­asiens. Und da gibt es noch einige Primaten zu entde­cken und zu foto­gra­fieren, bevor ich damit fertig bin.

 

Hier gibt es das Inter­view auch auf Englisch.

 

Herz­li­chen Glück­wunsch zum Bambi, Willie Smits!

Herz­li­chen Glück­wunsch zum Bambi, Willie Smits!

Welch eine groß­ar­tige Würdi­gung seiner Leis­tungen! Dr. Willie Smits erhielt am Donners­tag­abend den Bambi in der Kate­gorie “Unsere Erde”. Wir gratu­lieren dem Mitbe­gründer von BOS Foun­da­tion und BOS Deutsch­land und danken ihm für seinen uner­müd­li­chen Einsatz.

Gemeinsam für die Orang-Utans! Gemeinsam für den Regenwald!

 
Hier ein Gruß­wort von Willie Smits an alle Freunde der Orang-Utans, das er uns im Sommer aus Indo­ne­sien geschickt hat.
Nur gemeinsam stark für die Orang-Utans

Nur gemeinsam stark für die Orang-Utans

15. Juni 2019: Die dies­jäh­rige Mitglie­der­ver­samm­lung von BOS Deutsch­land stand ganz im Zeichen der hervor­ra­genden Ergeb­nisse des Jahres 2018. Nicht nur finan­ziell konnte sich der Verein wieder­holt stei­gern, auch die starke Medi­en­prä­senz war außer­or­dent­lich und wurde von den anwe­senden Mitglie­dern mit Begeis­te­rung honoriert. 

Möglich war dies nur durch eine opti­mierte Zusam­men­ar­beit des Teams in der Geschäfts­stelle, des Vorstandes und unserer Part­nern in Indonesien. 

Jahresbericht/ Finanzen

Nach der wert­schät­zenden Begrü­ßung der Teil­nehmer durch den ersten Vorsit­zenden Leon­hard „Löwe“ Roth­kirch stellten er und der Geschäfts­führer Daniel Merdes die natio­nalen und inter­na­tio­nalen Höhe­punkte des vergan­genen Jahres vor. Es gab etliche inter­es­sierte Nach­fragen, insbe­son­dere zum Status unserer Auswil­de­rungs­ge­bieten in Zentral-Kali­mantan und Ost-Kalimantan.

Anschlie­ßend präsen­tierte Schatz­meister Chris­tian Lich­tenau die Zahlen des Wirt­schafts­jahres 2018. Zusam­men­ge­fasst: Auch wenn in 2018 keine öffent­liche Förde­rung oder Erbschaft den Verein erreichte gab es erneut ein Rekord­ergebnis an Spen­den­gel­dern. Wir können allen Orang-Utan-Freunden dafür nur immer wieder danken! Beson­ders auch die direkte Unter­stüt­zung der Projekte unserer indo­ne­si­schen Partner konnte 2018 ausge­weitet werden. Aus der Mitglie­der­schaft kam die Anre­gung, solche Erfolge im Finanz­be­richt noch klarer darzustellen. 

Der erste Vorsit­zende Leon­hard „Löwe“ Roth­kirch eröffnet die Versammlung

Die Kassen­prüfer Burk­hard Bröcker und Tanya Lenn beschei­nigten „tadel­lose Buch­füh­rung“ und empfahlen die Entlas­tung des Vorstands. Mit einer Enthal­tung und einer Gegen­stimme erfolgte diese dann auch. Burk­hard und Tanya wurden einstimmig als Kassen­prüfer wieder­ge­wählt; für ihr fort­ge­setztes, so verant­wor­tungs­volles wie sorg­sames Enga­ge­ment sei ihnen hier ausdrück­lich gedankt. 

Vision und Mission 

In zwei Wochen­end­se­mi­naren wurde 2018 als beacht­liche Gemein­schafts­leis­tung Team/Vorstand ein Mission/Vision Prozess gestartet. Dieser wurde von der zweiten Vorsit­zenden Fee Nanett vorge­stellt. Das Ergebnis spie­gelt die kämp­fe­ri­sche Dring­lich­keit unserer Arbeit.

Kein Orang-Utan-Schutz ohne ehren­amt­li­ches Engagement 

Jens Herrn­berger erzählt über die Arbeit der Regionalgruppen

Jens Herrn­berger aus der Regio­nal­gruppe Hannover-Braun­schweig schil­derte stell­ver­tre­tend für die anderen Regio­nal­gruppen seine Arbeit und die seiner Mitstreiter. Es wurde deut­lich, mit welchem Enga­ge­ment kleine Gruppen und Einzel­mit­glieder ihre Infor­ma­tions- und Aufklä­rungs­ar­beit für BOS Deutsch­land betreiben. An Info­ti­schen in Zoos und auf Sommer­festen, mit Vorträgen in Volks­hoch­schulen und Museen oder durch phan­ta­sie­volle Mitmach­ak­tionen bei öffent­li­chen Veran­stal­tungen machen diese „Orang-Utan-Warriors“ die Sache der rothaa­rigen Menschen­affen publik. 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 

Susanne Danke und unsere Beirätin Susann Ehmke berichten über die Medi­en­ar­beit im vergan­genen Jahr

Susanne Danke vom BOS-Team legte die Medi­en­ar­beit der vergan­genen einein­halb Jahre dar. Die stetigen Bemü­hungen um gute Kontakte zu Jour­na­listen und Medi­en­häu­sern trugen 2018 bezif­fer­bare Frucht: Mehr als 20 Millionen Menschen konnten im vergan­genen Jahr in Fern­sehen und Presse von BOS erfahren. Ein erstaun­li­ches Ergebnis welches zu großen Anteilen der Albino­dame Alba zu verdanken ist, aber auch einer zuneh­mend profes­sio­nellen Öffent­lich­keits­ar­beit des Vereins. 

Kontakte und Erfah­rungen vor Ort in Indonesien 

BOS-Mitar­beiter Daniel Erlem­eier berich­tete über seinen acht­wö­chigen Aufent­halt in Indo­ne­sien im Januar und Februar 2018. Er hatte Gele­gen­heit, an einer Auswil­de­rung teil­zu­nehmen und am eigenen Leib zu erfahren, welche Mühen und Anstren­gungen – bei gleich­zeitig präziser Planung — die Kollegen der BOS Foun­da­tion auf sich nehmen, wenn sie reha­bi­li­tierten Orang-Utans die Frei­heit schenken. Doch sind sich die Betei­ligten jedes Mal darüber einig, dass es aller Stra­pazen wert ist… 

Daniel konnte auch das Mawas-Gebiet besu­chen. Die Mitglieder erhielten durch Karten­ma­te­rial, Bilder und Erläu­te­rungen eine sehr gelun­gene Darstel­lung von Mawas. BOS beginnt hier, alte Dräna­ge­ka­näle zu verschließen und zerstörten Wald wieder aufzu­forsten. Die Ausdauer und der lange Atem, den dieses Lang­zeit­pro­jekt erfor­dert, standen allen deut­lich vor Augen. Offen­kundig wurde auch noch einmal, wie wichtig gerade die Erhal­tung und Rena­tu­rie­rung tropi­scher Torf­wälder ist und welche globalen Dimen­sionen das Vorhaben unter den Vorzei­chen Arten­schutz und Welt­klima hat. 

Orang-Utan-Schutz nur mit den Menschen 

2017 wurde die Satzung aus gutem Grund um den Zweck der Entwick­lungs­zu­sam­men­ar­beit erwei­tert. BOS-Mitar­bei­terin Teresa Rojas erläu­terte die konkreten Ergeb­nisse für 2018, auch wenn der Förder­zeit­raum noch im Jahr 2017 lag. Über die mit dem Bundes­mi­nis­te­rium für wirt­schaft­liche Zusam­men­ar­beit verbun­dene Orga­ni­sa­tion Bengo und in enger Koope­ra­tion mit der BOS Foun­da­tion konnte BOS Deutsch­land im Mawas-Gebiet wich­tige Dorf-Entwick­lungs­im­pulse imple­men­tieren. Dabei ging es unter anderem um Land­ver­mes­sung, Wald­brand-Präven­tion und Einkom­mens­quellen wie Rattan-Verar­bei­tung und Fisch­zucht. Die Fort­füh­rung und Auswei­tung dieser Akti­vi­täten für 2019 und darüber hinaus ist auch bereits schon angelaufen. 

Palmöl

Nina Gaiser berichtet über den Ansatz von BOS DE im Bereich Palmöl

Wer Orang-Utans schützt, kommt am Thema Palmöl nicht vorbei. Die verhee­renden ökolo­gi­schen und sozialen Folgen einer unge­bremsten, haupt­säch­lich auf Raubbau an natür­li­chen Ressourcen basie­renden Palm­öl­pro­duk­tion sind mitt­ler­weile weithin bekannt. Dennoch ist eine schlichte Vernei­nung jegli­chen Palmöls global gesehen auch nicht ziel­füh­rend. Die Problem­lage ist unge­heuer komplex. Darauf wies BOS-Expertin Nina Gaiser in ihrem Vortrag über die Posi­tion von BOS Deutsch­land ausführ­lich hin. Sie legte auch dar, wie der Verein im „Forum für nach­hal­tiges Palmöl“ (FONAP) eine sowohl lernende als auch kriti­sche Rolle spielt. Das FONAP ist in erster Linie ein Zusam­men­schluss von Palmöl verar­bei­tenden Firmen, die sich um nach­hal­tige Palm­öl­pro­duk­tion bemühen. Die Mitglieder begrüßten dieses Enga­ge­ment von BOS Deutschland.

Schluss­ap­pell

Bezug­neh­mend auf die neue Vision/Mission von BOS Deutsch­land appel­lierte der erste Vorsit­zende zum Abschluss dring­lich an eine noch stär­kere Zusam­men­ar­beit aller Mitglieder und Unter­stützter. „Jeder hat in seinem Umfeld die Möglich­keiten für eine bessere Zukunft der Orang-Utans einzu­treten. Nur so haben wir über­haupt eine Chance. Wir alle können, wir alle müssen etwas tun!“ 

Mehr nach­lesen können Sie hier: 

Jahres­be­richt für 2018 

Finanz­be­richt für 2018