Kein Palmöl in den Tank

Kein Palmöl in den Tank

Erin­nern Sie sich noch an unsere Unter­schrif­ten­kam­pagne (gemeinsam u. a. mit der DUH) gegen Palmöl im soge­nannten Biosprit? Die gute Nach­richt zuerst: Wir konnten einen weiteren Teil­erfolg erlangen. Mit dem Gesetz zur Weiter­ent­wick­lung der Treib­hausgas-Minde­rungs­quote vom Mai 2021 setzt die Bundes­re­gie­rung die EU-Richt­linie für Erneu­er­bare-Ener­gien (RED II) nun in deut­sches Recht um.

Nach dem Bundes­tags­be­schluss vom 20. Mai muss das Gesetz nun noch den Bundesrat passieren, bevor es in Kraft tritt. Es wurde entschieden, den Ausstieg aus der Nutzung von Palmöl im Tank immerhin von 2026 auf 2023 vorziehen.

Auf die halb­wegs gute Nach­richt folgte eine Enttäuschung

Unge­duldig haben wir daraufhin die Ankün­di­gung des neuen EU-Klima­pa­kets erwartet, in der Hoff­nung, dass dieses die deut­schen Regeln noch verschärfen würde. Das am 14. Juli ange­kün­digte Klima­paket „Fit for 55“  (1)verfehlt aller­dings genau das Ziel, Palmöl und Soja komplett aus Biodiesel zu verbannen. Statt, wie bisher, einen festen Anteil von erneu­er­baren Ener­gie­quellen in Brenn­stoffen fest­zu­legen, fordert die EU-Kommis­sion nun eine Reduk­tion des CO2-Fußab­drucks von Brenn­stoffen. Dies öffnet die Türen für Sprit mit der (ober­fläch­lich betrachtet) höchsten CO2-Ersparnis, was in diesem Fall erneut Biodiesel aus Palmöl und Soja sein könnte. Denn die neuen Regeln berück­sich­tigen keine indi­rekten Emis­sionen aufgrund von Land­nut­zungs­än­de­rungen – das heißt, die Abhol­zung von Regen­wald zum Anbau von Pflanzen wie Ölpalmen und Soja für die Herstel­lung von Biosprit wird nicht in den CO2-Fußab­druck mitein­ge­rechnet. So verbirgt „Fit for 55“ ähnliche Fallen, wie die Erneu­er­bare Energie Richt­linie I, die zu einer groß­flä­chigen Abhol­zung von Regen­wäl­dern beigetragen hat.

Ein Fakten­check

Die EU ist welt­weit der zweit­größte Impor­teur von Palmöl. Mehr als die Hälfte des in die EU einge­führten Palmöls – rund 53 Prozent (2) – wird für die Herstel­lung von Agro­sprit verwendet. Heißt: Nicht nur, dass Nahrungs­mittel als Treib­stoff verwendet werden, sondern vor allem, dass Regen­wald vernichtet wird, um Treib­haus­gase in Kraft­stoffen zu redu­zieren. Inak­zep­tabel! Laut einer Umfrage des Meinungs­for­schungs­in­stitut IPSOS aus dem Jahr 2018 wissen 76 Prozent der Deut­schen nicht einmal, dass in Biodiesel Palmöl beigemischt wird.
Umso mehr hatten wir uns über den deut­schen Gesetz­ent­wurf gefreut, der nun durch die EU wieder ausge­bremst wurde. Unser Kampf ist noch nicht zu Ende. Wir werden uns weiter für einen noch schnel­leren Ausstieg einsetzen! Und setzen dabei auch auf Ihre Unterstützung.

Hin und her zu Lasten des Klimas

Am 8. Februar 2019 wurde auf EU-Kommis­sions-Ebene beschlossen: Palmöl gehört zu den Rohstoffen, die die EU-Kommis­sion als hoch­e­mit­tie­rend einstuft. Das heißt es besteht ein hohes Risiko einer indi­rekten Land­nut­zung. Darum solle Palmöl bis 2030 stufen­weise aus euro­päi­schem Biodiesel entfernt werden. Der Haupt­grund für diese Entschei­dung waren Studien, die nach­wiesen, dass 45 Prozent der Ölpalm­plan­tagen von 2008 bis 2015 in Gebieten errichtet wurden, die als große natür­liche CO2 Spei­cher dienten. Nun endlich wurde diese EU-Richt­linie im deut­schen Recht veran­kert. Doch „Fit for 55“ öffnet wieder gefähr­liche Hintertüren.

Eine weitere dunkle Seite

Und die richtig schlechte Nach­richt: Die gerade in Deutsch­land immer noch starke Agro­kraft­stoff­lobby hat erreicht, dass das Palmöl im Diesel nun, anders als im ursprüng­li­chen Entwurf vorge­sehen, durch eben­falls umwelt­schäd­liche Anbau­kraft­stoffe wie Soja und Raps ersetzt werden darf. Die Bele­gung riesiger Agrar­flä­chen für die Produk­tion solcher Kraft­stoffe erhöht den welt­weiten Flächen­druck und befeuert Entwal­dung und Arten­sterben. Als global denkende Orga­ni­sa­tion können wir uns nicht über eine Entlas­tung der Wälder in Indo­ne­sien freuen, wenn gleich­zeitig z.B. in Brasi­lien der Amazonas für die Soja­pro­duk­tion verschwindet!

(1)    https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_21_3541

(2)    https://www.transportenvironment.org/press/almost-two-thirds-palm-oil-consumed-eu-burned-energy-new-data

 

 

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Eckart von Hirsch­hausen: Der Sünde auf der Spur

Über Hunderte von Jahren wurde ein Sünden­ka­talog entwi­ckelt, der unsere Schwä­chen, Laster und Leiden­schaften auf sieben zusam­men­fasst: Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Träg­heit. Was sind die alten Todsünden in unserer Zeit? Gelten die bösen Sieben noch als mora­li­scher Wegweiser? Eckart von Hirsch­hausen macht sich auf die Suche nach Antworten.

All dies sind mensch­liche Bedürf­nisse, die uns selbst und der Gemein­schaft schaden. Umso wich­tiger, einmal nach­zu­for­schen, wo sie heut­zu­tage Einfluss haben. Eckart von Hirsch­hausen weiß als Arzt um die körper­li­chen Folgen von Gier, Völlerei und Träg­heit – Blut­hoch­druck, Diabetes und Leber­zir­rhose sind nur einige der Konsequenzen.

Doch unsere Sünden haben noch viel tief­grei­fen­dere Auswir­kungen, und sie scheinen versteckt in neuen Defi­ni­tionen und Marke­ting. “Geiz ist geil”, “Influ­encer”, “All you can eat”, “Sex sells”, “Wutbürger”, “Couch Potato” – stecken hinter diesen Begriffen und Slogans die Sünden unserer Zeit?

Eckart von Hirsch­hausen beleuchtet die psycho­lo­gi­schen, mora­li­schen und sozialen Kompo­nenten unserer Sünden, aber auch unserer Tugenden. Können wir unsere Gelüste kontrol­lieren und sie sogar umpro­gram­mieren? Eckart von Hirsch­hausen sucht auf der “Fridays for Future”-Demo, in der Fußgän­ger­zone und am Sünden­pfuhl Bahnhof Zoo nach Antworten und findet neben mensch­li­chen Abgründen auch Aspekte, die Hoff­nung geben.

Er spricht mit Psycho­logen, Verhal­tens­for­schern und Theo­logen. Bischöfin Kirsten Fehrs, Astro­phy­siker Harald Lesch und Porno-Mogul Fabian Thyl­mann geben ihre Einschät­zung zu unseren Begierden. Fürchten wir uns noch vor der Hölle oder kreieren wir sie selbst? Welchen Einfluss haben die bösen Sieben noch auf unser Leben, müssen wir sie erwei­tern oder über­holen? Und gibt es Wege aus der Sündenfalle?

Ab 24.5.2021, 8:00 Uhr auch in der ZDF-Media­thek abrufbar.

 

Regen­wald­schutz und Regenwaldbedrohung

Regen­wald­schutz und Regenwaldbedrohung

Vieles kam im Ausnah­me­jahr 2020 zum Still­stand oder wurde in eine nicht näher bezeich­nete Zukunft verschoben. Doch die welt­weite Zerstö­rung der tropi­schen Regen­wälder ging und geht weiter – teil­weise verhee­render denn je, da in vielen Regionen die Über­wa­chung durch Ranger nicht mehr voll­ständig gewähr­leistet werden konnte und kann oder die Abwe­sen­heit von Touristen die Zerstö­rung der Natur noch einfa­cher möglich macht. Wie es 2021 mit den tropi­schen Regen­wäl­dern der Erde weiter geht, hängt auch damit zusammen, wie sich die COVID-19-Pandemie entwi­ckeln wird. Doch auch unab­hängig davon werfen wir ein paar Spot­lights auf mögliche Entwick­lungen nicht nur in Indo­ne­sien, sondern in der Welt.

 

Erho­lung nach COVID

Die Pandemie selbst stellt welt­weit unglaub­liche Heraus­for­de­rungen für den Natur­schutz dar, einschließ­lich der Zerstö­rung von auf Ökotou­rismus basie­renden Wirt­schafts- und Lebens­mo­dellen, großen Belas­tungen für lokale Gemeinden und Forscher, des Rück­zugs vieler NGOs aus Feld­pro­jekten, des Preis­an­stiegs für viele tropi­sche Rohstoffe wie zum Beispiel Palmöl oder Soja, die die Abhol­zung voran­treiben, und der Umlen­kung von Finanz­mit­teln und Aufmerk­sam­keit von der Durch­set­zung von Umwelt­ge­setzen. Die Maßnahmen zur Ankur­be­lung der Wirt­schaft verschlim­merten jedoch mancher­orts die Situa­tion. Indo­ne­sien verab­schie­dete ein weit­rei­chendes Dere­gu­lie­rungs­ge­setz und andere Programme, die zu groß­flä­chigen Abhol­zungen für Ölpal­men­plan­tagen und Kohle­minen führen könnten, und Länder von Brasi­lien bis Kambo­dscha drückten ein Auge zu, wenn es um ille­gale Wald­ro­dungen und Über­griffe ging. Im Rahmen ihrer Konjunk­tur­pro­gramme forcieren mehrere tropi­sche Länder poten­ziell zerstö­re­ri­sche Infra­struktur-Groß­pro­jekte und lockern gleich­zeitig die Umweltaufsichten.

Die gftige Bornean Keeled Pit Viper (Tropidolaemus subannulatus)
Die gftige Bornean Keeled Pit Viper (Tropido­la­emus subannulatus)

Doch es gibt auch Hoff­nung, dass die COVID-Pandemie zu einem Umdenken führen wird, die Zerstö­rung der tropi­schen Lebens­räume einzu­dämmen, fossile Brenn­stoffe zu ersetzen und in den Natur- und Klima­schutz zu investieren. 

 

La Niña

Sollten die durch­schnitt­li­chen Tempe­ra­turen im Jahr 2021 nied­riger ausfallen, als in den vergan­genen Jahren, hat das aller Voraus­sicht nach weniger mit unseren Klima­schutz­be­mü­hungen oder den Corona-Lock­down-Maßnahmen zu tun als mit dem Wetter­ereignis La Niña.

La Niña ist das kalte Gegen­stück zum heißen Klima­er­eignis El Niño und tritt in der Regel danach auf. Daraufhin fällt z. B. in Südost­asien (also auch in Indo­ne­sien), an der austra­li­schen Nord­ost­küste und in den nörd­li­chen Teilen Südame­rikas deut­lich mehr Regen, im rest­li­chen Teil von Südame­rika regnet es weniger und Wüsten dörren aus, in Nord­ame­rika treten vermehrt Hurri­kane auf.

Da La Niña sich haupt­säch­lich auf die Winter­mo­nate auswirkt, war die Gefahr von Wald­bränden auf Borneo in diesem Winter deut­lich geringer. 

Regenwald im Nebel
Regen­wald im Nebel

 

Wald­zer­stö­rung in Indonesien

Der Fokus der indo­ne­si­schen Regie­rungs­po­litik lag 2020 ganz klar auf einem Thema: Wirt­schafts­wachstum. Das dies in den kommenden Jahren auf Kosten der Regen­wälder gehen wird, ist absehbar.

So strich das umstrit­tene Dere­gu­lie­rungs­ge­setz – besser bekannt als „Omnibus“-Gesetz –, das im Oktober verab­schiedet wurde, mehrere gesetz­liche Schutz­maß­nahmen für die Regen­wälder Indo­ne­siens. Manche nennen es ein Geschenk für die Palmöl- und Berg­bau­in­dus­trie. Das Dere­gu­lie­rungs­ge­setz, das etwa 80 bestehende Gesetze ändert, stieß auf heftigen Wider­stand und sorgte für große Unruhen im Land. Zu den Haupt­vor­würfen gehört, dass das Gesetz Arbeits­rechte und Umwelt­schutz­maß­nahmen beschneidet, um Inves­ti­tionen im Land anzu­kur­beln. Oberstes Ziel ist Wirtschaftswachstum. 

Nashornvögel spielen in der Mythologie Borneos eine große Rolle
Nashorn­vögel spielen in der Mytho­logie Borneos eine große Rolle

Außerdem brachte die indo­ne­si­sche Regie­rung zwei Initia­tiven auf den Weg, die die Abhol­zungs­raten für die verblie­benen Regen­wälder und Torf­moore für die kommenden Jahr­zehnte bestimmen könnten: zum einen das soge­nannte “Food Estate”-Programm und zum anderen ein Mandat für Biokraft­stoffe. Beide könnten die „Umwand­lung“ von Millionen Hektar Wald in Plan­tagen vorantreiben.
Mit dem „Food Estate“-Programm möchte Präsi­dent Joko Widodo die Versor­gung der Bevöl­ke­rung mit Nahrungs­mit­teln sichern und sich von Importen unab­hän­giger machen. Hierfür sollen in den kommenden vier Jahren 1,7 Millionen Hektar Land zum Anbau von Maniok und Reis sowie für Vieh­weiden umge­wan­delt werden. Die größten vorge­se­henen Flächen liegen in Papua, aber auch in Zentral-Kali­mantan wurden 165.000 Hektar Land für das Programm iden­ti­fi­ziert. Diese Pläne erin­nern an die mili­ta­ri­sierte, indus­tri­elle Land­wirt­schaft unter Suharto, deren kata­stro­phale Folgen wir zum Beispiel in Mawas unter großen Anstren­gungen versu­chen rück­gängig zu machen. Denn auch dort sollte in den neun­ziger Jahren ein Mega-Reis-Projekt entstehen, das – nachdem der Torf­moor­re­gen­wald auf 70.000 Hektar gerodet worden war – geschei­tert ist. 

Langwierig und teuer: Mit Staudämmen schließen wir Kanäle, die für das Mega-Reis-Projekt in Mawas angelegt wurden
Lang­wierig und teuer: Mit Stau­dämmen schließen wir Kanäle, die für das Mega-Reis-Projekt in Mawas ange­legt worden sind

Das zweite große Vorhaben ist, den Anteil von Palmöl in Biodiesel weiterhin obli­ga­to­risch zu erhöhen. Inzwi­schen enthält indo­ne­si­scher Biodiesel 30 Prozent Palmöl. Das ehrgei­zige Ziel sind 50 Prozent. Der Plan ist, von fossilen Brenn­stoffen und Importen unab­hängig zu werden – vor allem, weil die EU beschlossen hat, den Palm­öl­an­teil in Biodiesel bis 2030 auf Null zu redu­zieren. Ursprüng­lich sollten v. a. Rück­stände aus der Palm­öl­pro­duk­tion und Über­pro­duk­tionen hierfür genutzt werden. Doch es steht zu befürchten, dass hierfür auch neue Ölpal­men­plan­tagen errichtet werden müssen. Vor allem müssten diese Plan­tagen keinen inter­na­tio­nalen Stan­dards zur Vermei­dung von Abhol­zung oder Menschen­rechts­ver­let­zungen entspre­chen. Noch gilt ein Mora­to­rium für die Ertei­lung von Geneh­mi­gungen für neue Plan­tagen. Dieses Mora­to­rium, das von Präsi­dent Joko Widodo im September 2018 verhängt wurde, läuft aller­dings im September 2021 aus.

Ölpalmen so weit das Auge reicht
Ölpalmen so weit das Auge reicht

Nirgendwo wären die Auswir­kungen dieser Programme größer als in Papua, wo riesige Gebiete des Primär­waldes abge­holzt und in Plan­tagen umge­wan­delt werden sollen. Denn hier hat ein Neuling im Ölpal­men­ge­schäft mit der Abhol­zung von Wäldern im Zentrum des größten intakten Regen­waldes Asiens begonnen, um die größte Ölpal­men­plan­tage der Welt zu errichten. Das Tanah Merah Projekt in Papua, Indo­ne­sien, ist fast doppelt so groß wie London, und Nach­for­schungen über seine Geneh­mi­gung haben mehrere beun­ru­hi­gende Fragen aufge­worfen.

Zumin­dest die Pläne, eine neue Haupt­stadt in Ost-Kali­mantan entstehen zu lassen, sind aufgrund der COVID-Pandemie vorerst auf unbe­stimmte Zeit verschoben worden.

Dabei zahlt sich Wald­schutz aus für Indo­ne­sien: Das Land soll mehr als 150 Millionen Dollar aus zwei Fonds als Beloh­nung für die Redu­zie­rung von Kohlen­stoff­emis­sionen aus der Abhol­zung erhalten. Der Green Climate Fund der Vereinten Nationen hat eine Auszah­lung in Höhe von 103 Millionen Dollar geneh­migt, nachdem das Land berichtet hat, dass es zwischen 2014 und 2016 20,3 Millionen Tonnen durch Abhol­zung verur­sachte Kohlen­stoff­emis­sionen verhin­dert hat — obwohl diese Behaup­tungen von Kriti­kern in Frage gestellt wurden. Norwegen hat ange­deutet, dass es bereit ist, Indo­ne­sien 56 Millionen Dollar im Rahmen eines sepa­raten Abkom­mens zwischen den beiden Ländern für die Redu­zie­rung von Emis­sionen im Jahr 2017 zu zahlen, das erste in einem 1‑Mil­li­arden-Dollar-Abkommen, das vor einem Jahr­zehnt unter­zeichnet wurde, aber wieder­holt durch Anfech­tungen ins Stocken geriet.

Intakter Torfmoorregenwald
Intakter Torfmoorregenwald

 

Brasi­lien

Die Abhol­zung im brasi­lia­ni­schen Amazo­nas­ge­biet nimmt Jahr für Jahr zu und über­stieg von August 2019 bis Juli 2020 11.088 Quadrat­ki­lo­meter – inner­halb eines Jahres wurde in Brasi­lien so viel Regen­wald vernichtet wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjah­res­zeit­raum stieg die Abhol­zung um 9,5 Prozent. Die gero­dete Fläche ist größer als der Insel­staat Jamaika. 

Ein Ende ist auch 2021 nicht in Sicht. Denn Brasi­liens Präsi­dent Jair Bolso­naro sieht in den verblie­benen Regen­wäl­dern des Landes vor allem unge­nutztes wirt­schaft­li­ches Poten­zial. So will er weitere Flächen für die Land­wirt­schaft, den Bergbau und die Ener­gie­ge­win­nung erschließen. 

Regenwälder bieten unzähligen Arten Heimat
Regen­wälder bieten unzäh­ligen Arten Heimat

 

Der Macht­wechsel in den USA

Donald Trump hat die Verei­nigten Staaten ins Abseits gedrängt, wenn es um gemein­same globale Anstren­gungen zur Bewäl­ti­gung von Umwelt­pro­blemen ging, einschließ­lich des Rück­zugs der USA aus dem Pariser Klima­ab­kommen. Seine Regie­rung unter­grub die Umwelt­po­litik, vom Schutz gefähr­deter Arten bis zum Manage­ment von Natur­schutz­ge­bieten, leug­nete aktiv die Reali­täten des Klima­wan­dels und förderte auto­ri­täre Regime, die Umwelt­schützer und Jour­na­listen ins Visier genommen haben — all das hat dem Wald­schutz großen Schaden zugefügt.

Mit dem Verspre­chen von Joe Biden, das Klima in den Mittel­punkt der Regie­rungs­po­litik zu stellen, ist ein Neustart der Verei­nigten Staaten zu erwarten. Auch eine Rück­kehr in das Pariser Klima­ab­kommen hat Biden ange­kün­digt. Die Tatsache, dass die Demo­kraten nun die Mehr­heit im Senat und im Reprä­sen­tan­ten­haus inne­haben, lässt hoffen, dass Klima­schutz­maß­nahmen leichter umsetzbar werden. Dies könnte zu ehrgei­zi­geren Klima- und Biodi­ver­si­täts­zielen der USA auf der inter­na­tio­nalen Bühne führen, zu einer stär­keren Umwelt­po­litik im Inland, zu einer Führungs­rolle bei einer umwelt­freund­li­cheren wirt­schaft­li­chen Entwick­lung und zu mehr Unter­stüt­zung für Natur­schutz­pro­jekte in Übersee. Falls eine fort­schrei­tende Radi­ka­li­sie­rung des Landes nicht dazu führt, dass für solche Themen kein Raum bleibt. 

Maronenlanguren auf Borneo
Maro­nen­lan­guren auf Borneo

 

Inter­na­tio­nale CO2-Abkommen

Die Regie­rungen der Schweiz und Perus unter­zeich­neten im Oktober 2020 ein Kohlen­stoff­aus­gleichs­ab­kommen gemäß Artikel 6 des Pariser Klima­ab­kom­mens. Die Schweiz wird Kohlen­stoff­gut­schriften erhalten, die durch die Finan­zie­rung von Projekten zur nach­hal­tigen Entwick­lung gene­riert werden, die die Treib­haus­gas­emis­sionen in dem südame­ri­ka­ni­schen Land redu­zieren. Norwegen, das zwar keine Kohlen­stoff­gut­schriften aus seiner Klima- und Waldin­itia­tive erhält, aber dennoch die vermie­denen Kohlen­stoff­emis­sionen als Grund­lage für seine Tropen­wald­fi­nan­zie­rung verfolgt, erhöhte im November die Rate, die es tropi­schen Ländern für den Schutz der Regen­wälder zahlt.

Regenwaldschutz ist Klimaschutz
Regen­wald­schutz ist Klimaschutz

 

Mehr Unter­nehmen beziehen das Waldri­siko in ihre Entschei­dungen ein

Seit einigen Jahren geben immer mehr Unter­nehmen frei­wil­lige Selbst­ver­pflich­tungs­er­klä­rungen ab, um die Arten­viel­falt und das Klima zu schützen. Die Zoolo­gical Society of London (ZSL) hat in einer Studie fest­ge­stellt, dass die Unter­nehmen bei der Umset­zung ihrer Verspre­chen aber weit zurück­liegen. Ohne staat­liche Verord­nungen wird es also keine erfolgs­ver­spre­chenden Ergeb­nisse geben. 

2020 legte die briti­sche Regie­rung ein Gesetz vor, das es großen Unter­nehmen im Land unter­sagt, Rohstoffe zu verwenden, die auf illegal gero­detem Land produ­ziert wurden. Auch in den USA regt sich etwas. Das Land hat im Dezember die Einfuhr von Palmöl vom malay­si­schen Produ­zenten Sime Darby Plan­ta­tion wegen Vorwürfen von Zwangs­ar­beit während der Produk­tion verboten.  Ganz knapp schei­terte aber im November in der Schweiz die Volks­ab­stim­mung zur „Konzern­ver­ant­wor­tungs­in­itia­tive“, die Schweizer Unter­nehmen (z. B. Nestlé) finan­ziell und recht­lich für Menschen­rechts­ver­let­zungen oder Umwelt­schäden auch im Ausland haftbar gemacht hätte.

Im Früh­jahr 2021 will die EU einen Gesetz­ent­wurf zu einem EU-Liefer­ket­ten­ge­setz vorlegen. Damit sollen Unter­nehmen verpflichtet werden, Menschen- und Arbeits­rechte zu achten und Umwelt­stan­dards einzuhalten. 

Biodiversität im Regenwald
Biodi­ver­sität im Regenwald

All diese Vorstöße werden sicher­lich zu Reibungen mit Handels­part­nern führen.
So lobby­ieren Malaysia und Indo­ne­sien schon seit einigen Jahren heftig in der EU, damit Biodiesel aus Palmöl auf die Stan­dards für erneu­er­bare Kraft­stoffe ange­rechnet werden kann. Sowohl Malaysia als auch Indo­ne­sien arbeiten nun daran, den Verlust dieses Marktes zu kompen­sieren, indem sie ihre natio­nalen Biokraft­stoffe ausweiten (s. o.). So wird die Nach­frage nach Palmöl aufrecht­erhalten und die Länder erhoffen sich eine Unab­hän­gig­keit von fossilen Brenn­stoffen. Proble­ma­tisch vor allem: Das ange­baute Palmöl wird keinerlei inter­na­tio­naler die Stan­dards für Menschen­rechte oder Wald­schutz entspre­chen müssen.

 

Auffors­tungs­pro­jekte

Es gibt auch gute Nach­richten. Auffors­tungs- und Rena­tu­rie­rungs­pro­jekte wie unseres in Mawas oder die Umwand­lung einer Ölpal­men­plan­tage in Sabah hin zu einem Wild­tier­kor­ridor finden immer mehr Unterstützer.
Und Malaysia plant bis 2025 die Pflan­zung von 100 Millionen Bäumen umzusetzen. 

Setzlinge in einer BOS-Waldschule für neuen Regenwald
Setz­linge in einer BOS-Wald­schule für neuen Regenwald

 

Quelle: https://news.mongabay.com/2021/01/rainforests-11-things-to-watch-in-2021/

 

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Wie sich der Arten­er­halt im Regen­wald und Palmöl-Plan­tagen vereinen lassen

Wie sich der Arten­er­halt im Regen­wald und Palmöl-Plan­tagen vereinen lassen

Laut eines neuen Reports müssen stren­gere Maßnahmen getroffen werden, damit Primär-Regen­wälder / quali­tativ hoch­wer­tige Wälder intakt bleiben können.
 

- Damit keine weitere Arten­iso­la­tion statt­findet, ist es essen­ziell, bestimmte Regen­wald­ge­biete verbunden zu halten und bedrohten Arten Über­le­bens­chancen zu bieten.

- Um das Problem zu lösen, müsste nach Meinung der Forscher auch die milli­ar­den­schwere Palm­öl­in­dus­trie invol­viert werden, gerade in den palm­öl­ex­por­tie­renden und regen­wald­rei­chen Ländern wie Indonesien.

Forscher in Groß­bri­tan­nien verlangen nach härteren wirt­schaft­lich-poli­ti­schen Maßnahmen, um das Über­leben bestimmter Wälder mit einer hohen Biodi­ver­sität zu sichern. Vor allem, wenn in diesen Palm­öl­plan­tagen liegen.

Die Bedeu­tung der Waldkorridore

Die Lösung sei, eine geogra­fi­sche Verbun­den­heit der Wälder zu erhalten und somit keine evolu­tio­näre Isola­tion zu fördern, was bereits bedrohte Arten noch ernst­hafter gefährden würde.

Die Befunde der Forscher wurden in einer Studie der Univer­sity of York in Groß­bri­tan­nien vom August 2019 zusam­men­ge­fasst und im Journal of Applied Ecology veröffentlicht.
Nach­hal­ti­gere Wege für die Indus­trie wären demnach möglich, wenn die Konzerne die geogra­fi­schen Berüh­rungs­punkte wert­voller Wald­ge­biete nicht zerstören würden.

Die Palm­öl­in­dus­trie konnte beson­ders durch ihre Arbeit in Ländern wie Malaysia und Indo­ne­sien zu einer milli­ar­den­schweren Branche heranwachsen.
Das wirt­schaft­liche Wachstum führt aller­dings gleich­zeitig auch zu kata­stro­phalen Folgen für den Regen­wald und seine Arten­viel­falt und somit letzt­end­lich zum Kollaps des ohnehin verwund­baren Ökosystems.
Daher fordern vor allem Akti­visten den Boykott bzw. das Verbot indo­ne­si­schen Palmöls.

Durch Luft­auf­nahmen und die Kartie­rung des indo­ne­si­schen Regen­waldes konnte sehr gut erkannt werden, dass bestimmte Regen­wald­stücke nicht verbunden sind, was im Endef­fekt logi­scher­weise zu einer Arten­iso­la­tion führt.

Orang-Utans und andere Tiere verlieren ihren Lebensraum
Orang-Utans und andere Tiere verlieren ihren Lebensraum

Mangel­hafter Stan­dard seitens RSPO

Die Orga­ni­sa­tion „Round­table on Sustainable Palm Oil“, kurz: RSPO, setzt sich beson­ders dafür ein, dass der inter­na­tio­nale Palm­öl­handel an Nach­hal­tig­keit gewinnt.
Aller­dings ist die Gestal­tung der Wald­kor­ri­dore und ihre Erhal­tung ein sehr wich­tiger Punkt im Aspekt der Ökologie.
So hat RSPO auch die Aufgabe, das Krite­rium zur Verbun­den­heit der Wald­flä­chen in seine Stan­dards aufzunehmen.

Laut einer weiteren Studie der Univer­sity of York sind diverse Arten heut­zu­tage durch die anstei­gende Abhol­zung des Regen­waldes und somit durch ihren schrump­fenden Lebens­raum sowie den fehlenden Erhalt der natur­be­las­senen Lebens­räume beson­ders bedroht.
Dass diese Arten die Korri­dore zwischen den Regen­wald­arealen brau­chen, um aus eigener Initia­tive umziehen zu können und um alter­na­tive Lebens­räume zu finden, liegt mitt­ler­weile klar auf der Hand.

Sarah Scriven ist eine der Co-Autorinnen der Studie, und auch sie betont, dass die Palmöl-Plan­tagen so auszu­richten wären, dass sie nicht die freie Bewe­gung der in den Regen­wäl­dern lebenden Tieren blockieren.
Denn wenn solche „Regen­wald-Inseln“ geschaffen werden, isoliere das auto­ma­tisch viele Arten, was zu einem einsei­tigem Vermi­schen des Genpools und somit zum letzt­end­li­chen Aussterben bestimmter Arten führe.

Weiterhin hofft Scriven, dass die Verschär­fung der RSPO-Krite­rien vom November 2018 eine Richt­line für die Schaf­fung von Korri­doren und der besseren Verbun­den­heit des Waldes bieten wird.

Sehr wichtig wäre laut Scriven aller­dings der Dialog mit den Konzernen und beson­ders mit der RSPO, um die Ideen und Lösungs­an­sätze umzusetzen.
Denn schluss­end­lich ist das Ökosystem auf den Arten­er­halt ange­wiesen, und beson­ders Regen­wald­be­wohner in unmit­tel­barer Nähe von Palm­öl­plan­tagen wie Orang-Utans, Vögel, Insekten und Fleder­mäuse haben schon längst einen kriti­schen Bestand erreicht.

Monotone Ölpalmenplantage wird zur Wildtieroase
Mono­tone Ölpal­men­plan­tage wird zur Wildtieroase

Ein Pilot­pro­jekt in Malaysia vom Rhino und Forest Fund könnte schon eine erste Erfolgs­ge­schichte bieten. Wissen­schaftler aus dem Leib­nitz-IZW wollen gemeinsam mit Borneos Forst­be­hörden in der Provinz von Sabah Ölpal­men­plan­tagen in Regen­wald umwan­deln. Aus 33,5 Hektar Mono­kultur soll dort zeitnah ein leben­diger Regen­wald entstehen. Dadurch sollen das Tabin-Wild­tier­re­servat mit etwa 123 000 Hektar Fläche und das Kulamba-Wild­tier­re­servat, der Teil eines anderen, knapp 80 000 Hektar großen Natur­schutz­ge­biets, verbunden werden. 

 

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David gegen Goliath

David gegen Goliath

Zwei kleine Mädchen im Kampf gegen den großen Umwelt­zer­störer. Gut gegen Böse. Wie im Märchen setzt sich das Gute durch, am Ende wird der Regen­wald gerettet, und alle leben glück­lich und zufrieden. 

So zumin­dest klingt es, wenn es nach dem Unter­nehmen Kellogg´s geht. Dieses bedient sich seit nunmehr 18 Monaten zweier Schwes­tern, um sein Image zu polieren. Doch von vorn: In den englisch­spra­chigen Medien wird seit geraumer Zeit über die Initia­tive von Asha (12 Jahre) und Jia Fitz­pa­trick (10) aus dem briti­schen Leighton Buzzard berichtet.

Scho­ckiert über verwaiste Orang-Utan-Babys

Die Mädchen hatten 2018 die „Oran­gutan Jungle School“ gesehen, jene Doku-Serie, die das Leben verwaister Menschen­affen in den Rettungs­zen­tren der BOS Foun­da­tion auf Borneo beleuchtet. Scho­ckiert über die Infor­ma­tion, dass unter anderem der Anbau von Ölpalmen und die massive Produk­tion von billigem Palmöl zum trau­rigen Schicksal von Orang-Utan-Babys beitragen, star­teten die Schwes­tern nur fünf Tage nach der Erst­aus­strah­lung der Sendung in Groß­bri­tan­nien eine Online-Peti­tion. Der Adressat: Kellogg´s.

Orang-Utan-Waisen bewegten die Schwestern zum Protest
Orang-Utan-Waisen bewegten die Schwes­tern zum Protest

In einem Begleit-Video klagten die kleinen Umwelt­schüt­ze­rinnen an: „Da ist Palmöl im Müsli, in Pizza, Eiscreme, Seife und Duschgel. Überall Palmöl! Warum benutzt ihr weiter dieses Palmöl? Täglich sterben 25 Orang-Utans aufgrund der Produk­tion!“ Sie fordern das Unter­nehmen als einen der größten Verar­beiter des billigen Öls auf, sofort auf dessen Verwen­dung zu verzichten oder zumin­dest auf eine nach­hal­tige Produk­tion umzu­steigen. So lange dies nicht gewähr­leistet sei, würden die Schwes­tern kein Müsli mehr essen und ihre Unter­schrif­ten­pe­ti­tion fortführen.

Fordern mehr als zehn Jahre altes Verspre­chen ein

Nach ersten lokalen, später landes­weiten Medien-Bericht­erstat­tungen 2018 erklärte sich der Konzern zu einem Gespräch mit den Mädchen bereit. Zwei weitere Treffen folgten. Nun, einein­halb Jahre und 790.000 Online-Unter­schriften später, der schein­bare Sieg der Massen über den Groß­kon­zern: Kellogg´s verpflichtet sich angeb­lich, die derzeit gängigen Anbau­me­thoden in nach­hal­tige zu ändern. Bis 2025 sollen 100 Prozent des Palmöls nach­haltig beschafft werden. Außerdem wolle man mit „vertrau­ens­wür­digen“ NGOs sowie Klein­bauern zusam­men­ar­beiten, um die Entwal­dung zu stoppen und Flächen zu renaturieren. 

Abgeholzter Regenwald
Abge­holzter Regenwald

Wirk­li­ches Umdenken oder PR-Strategie?

Ein guter Schritt, so scheint es. Denn immerhin landen mindes­tens 70.000 Tonnen Palmöl jähr­lich in den Produkten des Lebens­mit­tel­rie­sens. Doch blickt man auf seine Firmen- und Nach­hal­tig­keits­po­litik im vergan­genen Jahr­zehnt zurück, so zeichnet sich eines ab: Kellogg´s nutzt die derzei­tige Bericht­erstat­tung über die Mädchen haupt­säch­lich, um sein eigenes Image zu polieren. Mit Fotos, in denen die zwei Müsli­schach­teln präsen­tieren und nied­lich lächelnd in Kameras blicken.

Tatsäch­lich jedoch ist diese angeb­lich jetzt erst getrof­fene Entschei­dung über die Ände­rung der Nach­hal­tig­keits­po­litik bereits mehr als zehn Jahre alt! Der ursprüng­liche Plan sah vor, bis spätes­tens 2015 auf nach­haltig produ­ziertes Palmöl umzu­steigen. Dieses Ziel wurde nicht erreicht bezie­hungs­weise immer wieder verschoben. Zunächst auf 2020. Dann auf 2023. Nach derzei­tigem Stand soll nun bis 2025 die Umstel­lung erfolgt sein.

Das verkün­dete das Unter­nehmen nun in einem Grund­satz­pa­pier. Spre­cherin Alison Last: „Als sozial verant­wort­li­ches Unter­nehmen ist Kellogg’s bestrebt, mit seinen globalen Palm­öl­lie­fe­ranten zusam­men­zu­ar­beiten, um voll­ständig rück­ver­folg­bares Palmöl zu beschaffen, das auf umwelt­ver­träg­liche, sozial vorteil­hafte und wirt­schaft­liche Weise herge­stellt wird, einschließ­lich der Eindäm­mung der Entwaldung.“

Orang-Utan-Waise Bumi im Waldkindergarten
Orang-Utan-Waise Bumi im Waldkindergarten

Umwelt­schützer und Orga­ni­sa­tionen wie „Palmoil Inves­ti­ga­tions“ kriti­sieren die jetzige „Neue­rung“ des Unter­neh­mens als perfides PR-Manöver und extreme Täuschung der Verbrau­cher. Auch große Medien hätten, statt sauber zur Nach­hal­tig­keits­stra­tegie der Firma in der Vergan­gen­heit zu recher­chieren, das Märchen vom Siegeszug zweier kleiner Mädchen über den Lebens­mit­tel­gi­ganten, gutgläubig geschrieben.

Den Geschwis­tern hingegen wird mitt­ler­weile welt­weit Respekt entge­gen­ge­bracht. Sie wollen weiter­ma­chen und jetzt noch mehr Firmen öffent­lich zum Umdenken auffor­dern: „Unsere Peti­tion bleibt offen und wir fordern immer noch Unter­schriften”, betonen die zwei Orang-Utan-Fans.

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