Ein Blitz aus Rot im grünen Blätterdach

Ein Blitz aus Rot im grünen Blätterdach

Während einer routi­ne­mä­ßigen Patrouille im Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­park hatte unser Post-Release Moni­to­ring (PRM) Team die seltene Gele­gen­heit, eine auffäl­lige Vogelart zu beob­achten: den Rotbart­spint (Nyctyornis amictus). Ihre Entde­ckung ist ein erneuter Beweis für die reiche Biodi­ver­sität der Wälder Kali­mantans. Selbst alltäg­liche Routi­n­egänge können Momente des Stau­nens mit sich bringen!

Eine farben­präch­tige, auffäl­lige Vogelart

Der Rotbart­spint ist ein mittel­großer Vogel aus der Familie der Bienen­fresser (Mero­p­idae). Er ist an seinem leuch­tend bunten Gefieder zu erkennen: ein über­wie­gend grüner Körper, eine leuch­tend rote Kehle und ein roter „Bart“, der sich über die Brust erstreckt, sowie ein kräf­tiger, leicht gebo­gener Schnabel, der an das Fangen von Insekten ange­passt ist. Der Schwanz ist relativ lang, wobei die mitt­leren Schwanz­fe­dern über die anderen hinaus­ragen – ein typi­sches Merkmal vieler Bienen­fresser. Dieses farben­präch­tige Erschei­nungs­bild macht den Rotbart­spint zu einer der auffäl­ligsten Arten in den Wäldern Südostasiens.

Dichte Tief­land- und Hügel­wälder sind der Lebens­raum des Vogels, wobei er dort Gebiete mit hohen Bäumen sowie auch offenen Berei­chen für die Jagd bevor­zugt. Verbreitet ist diese Art nur in einigen Teilen Südost­asiens, darunter die Malai­ische Halb­insel sowie die Inseln Sumatra und Borneo. In Kali­mantan wird er gele­gent­lich in geschützten Wald­ge­bieten wie dem Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­park ange­troffen, wie jetzt durch unser PRM-Team.

Orang-Utan-Schutz ist Regen­wald­schutz ist Artenschutz

Die Welt­na­tur­schutz­union (IUCN) stuft den Rotbart­spint derzeit als „nicht gefährdet“ ein. Doch obwohl er global nicht als bedroht gilt, ist auch seine Popu­la­tion durch den Verlust von Lebens­raum betroffen, verur­sacht durch Abhol­zung, Landum­wand­lung und Holz­ein­schlag. Der Schutz von Wald­öko­sys­temen wie des Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­parks – einer unserer Auswil­de­rungs­wälder – ist daher ausge­spro­chen wichtig, um auch das Über­leben des Rotbart­spints und all der anderen wald­ab­hän­gigen Arten zu sichern.

Rotbartspint (Nyctyornis amictus)
Farben­pracht im Regen­wald Borneos: der Rotbartspint

Ganz seinem Fami­li­en­namen entspre­chend ernährt sich der Rotbart­spint haupt­säch­lich von flie­genden Insekten, insbe­son­dere Bienen, Wespen und Libellen. Er jagt, indem er bewe­gungslos auf einem Ast sitzt und auf vorbei­flie­gende Insekten wartet. Blitz­schnell schnappt er sich diese dann im Flug und kehrt danach zu seinem Ansitz zurück, um die Beute zu verzehren.

Zur Fort­pflan­zung brütet diese Art in Tunneln, die in sandige Böschungen oder Erdwälle gegraben werden. Das Weib­chen legt ein kleines Gelege, und beide Eltern betei­ligen sich an der Bebrü­tung und Aufzucht der Jungen. Aufgrund ihres versteckten Brut­ver­hal­tens gelingt die Beob­ach­tung ihres Fort­pflan­zungs­zy­klus in freier Wild­bahn nur selten.

Eine Erin­ne­rung an den Reichtum der Natur

Dass es unserem PRM-Team gelungen ist, den Vogel zu entde­cken und zu beob­achten, erin­nert an die außer­ge­wöhn­liche Biodi­ver­sität in den Wäldern Kali­mantans und unter­streicht die Bedeu­tung des Schutzes natür­li­cher Lebens­räume. Wir tragen unseren Teil dazu bei, diese wich­tigen Ökosys­teme zu schützen und sicher­zu­stellen, dass diese Wälder auch in Zukunft so voller Leben bleiben.

Unter­stützen Sie uns und unser PRM-Team dabei? Jede Spende hilft!

Cicis langer Weg in die Heimat

Cicis langer Weg in die Heimat

Zwei Jahre ist es her, dass Cici im Bukit Batikap Schutz­wald ausge­wil­dert wurde. Und weitere zehn Jahre seit ihrem Umzug von Ost- nach Zentral-Kali­mantan. Jetzt haben unsere Ranger die Orang-Utan-Dame bei einer Patrouille im Wald wieder­ge­troffen. Und eine schöne Entde­ckung gemacht.

Am 8. Januar 2003 wurde Cici zum zweiten Mal das Leben geschenkt: Es ist der Tag ihrer Ankunft im BOS-Rettungs­zen­trum Samboja Lestari. Und im November 2023 wurde sie – aus dem BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng – im Schutz­wald Bukit Batikap ausge­wil­dert. Ein ganz schön langer Lebensweg, der keines­wegs gera­deaus führte, liegt bereits hinter Cici. Umso glück­li­cher waren unsere Ranger, als sie die Orang-Utan-Dame kürz­lich bei bester Gesund­heit in Bukit Batikap antrafen und beob­achten durften.

Orang-Utan Cici im Regenwald
Cici lebt seit ihrer Auswil­de­rung im November 2023 im Bukit Batikap Schutzwald

Orang-Utan-Dame Cicis Frei­heit kam in Etappen

Nach ihrer Rettung als etwa drei- bis vier­jäh­riges Orang-Utan-Mädchen vor 22 Jahren durch­lief Cici erfolg­reich und recht schnell die Wald­schule von Samboja Lestari, bewies sich auf der Voraus­wil­de­rungs­insel und sollte eigent­lich schon im Oktober 2013 ausge­wil­dert werden. Bei den gründ­li­chen medi­zi­ni­schen Tests, die alle unsere Schütz­linge vor ihrem großen Tag durch­laufen, machten die Tier­ärzte jedoch eine Entde­ckung, die alles verän­dern sollte: Cicis Heimat war nicht in Ost-Kali­mantan, wohin die Auswil­de­rung geplant war. Sie gehörte einer in Zentral-Kali­mantan heimi­schen Subspe­zies an (Pongo pygmaeus wurmbii).

Eine schwere Entscheidung

So mussten wir Cicis Auswil­de­rung verschieben. In Über­ein­stim­mung mit natio­nalen und inter­na­tio­nalen Stan­dards der Welt­na­tur­schutz­union (IUCN) hat das BOS-Team entschieden, dass Cici dorthin gebracht wurde, wohin sie eigent­lich gehörte. Und so reiste die damals 14-Jährige in der Trans­port­kiste, die sie in den Regen­wald bringen sollte, in unser Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng. Dort sollte es weitere zehn Jahre dauern – auch bedingt durch die Einschrän­kungen der Pandemie – bis Cici ihre nächste Chance auf die Frei­heit bekam.

Doch nicht alle Verzö­ge­rungen enden mit Bedauern! Was zunächst wie ein schwerer Rück­schlag erschien, war rück­bli­ckend die genau rich­tige Entschei­dung. Während ihres Aufent­haltes in Nyaru Menteng war das jedoch nicht immer offensichtlich.

Orang-Utan Cici vor der Auswilderung
Cici musste viel Geduld beweisen, bis wir ihr die Frei­heit schenken konnten

Cici erlangte in Nyaru Menteng schnell Bekannt­heit für ihre starke und oft aggres­sive Persön­lich­keit. Tier­pfleger und das Vete­ri­när­team mussten in ihrer Gegen­wart stets wachsam sein. Doch ihr wildes Auftreten war schlicht und einfach der Ausdruck ihres unglaub­li­chen Über­le­bens­wil­lens. Und genau dieser Instinkt half ihr später, in der Wildnis zu zurechtzukommen.

Der Tag der Auswil­de­rung: endlich in Freiheit

Im November 2023 war es dann wirk­lich und wahr­haftig soweit. Die Tür von Cicis Trans­portbox öffnete sich im Bukit Batikap-Schutz­wald und sie schoss blitz­schnell heraus. Direkt klet­terte sie auf einen nahe­ge­le­genen Baum und verschwand im Blät­ter­dach des Waldes. Doch Cici wäre nicht Cici, wenn sie unserem Team nicht einen letzten Denk­zettel mitge­geben hätte.

Auswilderung Orang-Utan Cici
Als sich die Luke der Auswil­de­rungsbox öffnete, hatte Cici es sehr eilig

Zehn Minuten nach ihrem Verschwinden stürmte die 24-jährige Orang-Utan-Dame auf unser Post-Release Moni­to­ring (PRM) Team zu, das die neuen Wilden aus gebüh­render Entfer­nung beob­ach­tete. Und so erlebte unser PRM-Team einen inten­siven und heraus­for­dernden ersten Tag der Nachbeobachtung.

Ein derart aggres­sives Verhalten ist nicht ungewöhnlich

Viele Orang-Utans reagieren nach langen Trans­port­wegen gestresst, was zu defen­siven oder aggres­siven Reak­tionen führen kann. Und so blieb unser erfah­renes PRM-Team ruhig und geduldig, hielt so gut wie möglich Abstand zu den frisch ausge­wil­derten Primaten und wartete ab, bis sie sich beru­higt und an die neue Umge­bung gewöhnt hatten.

Zwei Jahre später: Cici ist ruhig und selbstbewusst

Vor kurzem, ganze zwei Jahre nach ihrer Auswil­de­rung, trafen unsere Ranger Cici in der Nähe des Flusses Joloi wieder. Das Orang-Utan-Weib­chen wirkte während der Beob­ach­tung ruhig und selbst­be­wusst. Die meiste Zeit verbrachte sie damit, den Wald zu erkunden. Ganz ohne Anzei­chen von Aggres­sion, die sie bei der letzten Begeg­nung an den Tag gelegt hatte. Zufrieden bewegte sie sich durch ihren natür­li­chen Lebens­raum, an den sie sich ganz offen­sicht­lich bestens ange­passt hatte.

Orang-Utan Cici im Regenwald
Das Warten auf die Auswil­de­rung hat sich gelohnt

Unsere Ranger konnten nach der Beob­ach­tung berichten, dass Cici in ihrem neuen Lebens­raum förm­lich aufge­blüht ist. Die Orang-Utan-Dame war gesund, kräftig und wirkte völlig sicher, während sie sich durch den Wald bewegte. Damit ist ihre Geschichte ein wunder­barer Beweis dafür, dass Geduld und manchmal auch schwere Entschei­dungen zu nach­hal­tigen Ergeb­nissen im Arten­schutz führen.

Mit Ihrer Spende helfen Sie, dass geret­tete Orang-Utans eine zweite – und wenn nötig auch eine dritte — Chance auf ein Leben in Frei­heit erhalten.

Wie eine Orang-Utan-Mutter zum Symbol für erfolg­rei­chen Arten­schutz wird

Wie eine Orang-Utan-Mutter zum Symbol für erfolg­rei­chen Arten­schutz wird

Jedes Jahr am 5. November feiert Indo­ne­sien Hari Cinta Puspa dan Satwa Nasional – den Natio­nalen Tag der Liebe zu Flora und Fauna. Und dieser Tag ist mehr als ein bloßer Feiertag: Er erin­nert uns an unsere gemein­same Verant­wor­tung, Indo­ne­siens außer­ge­wöhn­liche biolo­gi­sche Viel­falt zu bewahren. Wie erfolg­rei­cher Arten­schutz aussehen kann, erzählt uns die Geschichte von Orang-Utan-Mutter Inung.

Die Orang-Utan-Dame Inung lebt seit zwölf Jahren im Schutz­wald Bukit Batikap in Zentral-Kali­mantan, nachdem sie im BOS-Rettungs­zen­trum die Wald­schule durch­laufen und sich auf der Voraus­wil­de­rungs­insel behauptet hatte. Sie ist der lebende Beweis dafür, dass der Schutz der Biodi­ver­sität Indo­ne­siens nicht nur aus Hoff­nung besteht, sondern tatsäch­lich gelingen kann.

Von der Reha­bi­li­ta­tion in die Wildnis

Die heute 27-jährige Orang-Utan-Dame wurde 2013 zusammen mit ihren beiden Töch­tern Indah und Ina in die Wildnis entlassen. Seit ihrer Auswil­de­rung hat sie sich bemer­kens­wert gut an das Leben im Wald ange­passt. Bis heute (Stand 2025) hat sie bereits vier Jung­tiere aufge­zogen – ein wunder­barer Beweis für ihre Resi­lienz und für die Wirk­sam­keit struk­tu­rierter Reha­bi­li­ta­ti­ons­pro­gramme, wie sie in den BOS-Rettungs­zen­tren prak­ti­ziert werden.

Orang-Utan-Mutter mit Kind im Regenwald
Inung und ihre erste Tochter Indah auf der Vorauswilderungsinsel

Denn wissen­schaft­liche Unter­su­chungen belegen, dass die Fähig­keit von Orang-Utans, nach einer Frei­las­sung in der Wildnis zu über­leben, stark von ihrer indi­vi­du­ellen Lebens­ge­schichte und den Lern­erfah­rungen während der Reha­bi­li­ta­tion abhängt.

Orang-Utan-Mutter mit Kind im Regenwald
Inung und ihre zweite Tochter Ina

Aktuell wird Inung von ihren beiden jüngsten Kindern, Indie und Indro, auf ihren Streif­zügen durch den Regen­wald Bukit Batikap begleitet. Dabei kreuzen ihre Wege immer wieder das Totat Jalu Moni­to­ring Camp, wo das Post-Release-Moni­to­ring (PRM) Team die Entwick­lung der von BOS ausge­wil­derten Orang-Utans beob­achtet und dokumentiert.

Begeg­nungen mit Inung im Jahr 2025

Drei Mal konnten die Forscher und Natur­schützer die Orang-Utan-Dame und ihren Nach­wuchs im Jahr 2025 beobachten:

März 2025: Inung wurde mit Indie und Indro in der Nähe des Totat Jalu Moni­to­ring Camps gesichtet. Sie begann ihren Tag mit dem Genuss von Mani­ok­wur­zeln, die nahe dem Camp gepflanzt wurden, und setzte ihr Früh­stück an ihrem bevor­zugten Guaven­baum fort. Während der ganzen Zeit blieben Mutter und Kinder zusammen, fraßen gemeinsam und erkun­deten die Umgebung.

Orang-Utan-Mutter mit zwei Kindern im Regenwald
Inung mit Indie und dem kleinen Indro

Mai 2025: Bei ihrer zweiten Begeg­nung konnten das PRM-Team erneut das Fress­ver­halten der Orang-Utan-Dame und ihres Nach­wuchses beob­achten: Dieses Mal wählte sie Bambus und Lunuk-Früchte als Mahl­zeit. Am Abend baute Inung sich kein neues Schlaf­nest, sondern repa­rierte ein altes. Dieser scho­nende Umgang mit den vorhan­denen Ressourcen ist typisch für Orang-Utans: Oft entwi­ckeln sie krea­tive Stra­te­gien, um Mate­ria­lien effi­zient zu nutzen und dabei ihren eigenen Ener­gie­ver­brauch zu minimieren.

Juli 2025: Bei der bislang letzten Begeg­nung in diesem Jahr beob­ach­tete das PRM-Team, wie Inung lange in einem Ster­culia-Baum ruhte, bevor sie ein neues Nest in einem Feigen­baum baute. Indie, ihre heran­wach­sende Tochter, zeigte dabei Zeichen von Unab­hän­gig­keit: Sie konstru­ierte ihr eigenes Schlaf­nest und expe­ri­men­tierte spie­le­risch mit Ästen.

Orang-Utan-Mutter mit zwei Kindern im Regenwald
Zwei Kinder zu versorgen bedeutet eine große Heraus­for­de­rung für Orang-Utan-Mutter Inung

Alle drei Beob­ach­tungen beweisen, wie Inung ihren Nach­kommen wich­tige Über­le­bens­fä­hig­keiten vermit­telt, die diese für ihr Leben im Regen­wald brau­chen. Und das trotz der großen Heraus­for­de­rung, zwei Kinder gleich­zeitig zu versorgen.

Orang-Utan-Mutter mit zwei Kindern im Regenwald
Lernen durch Beob­ach­tung: Inung mit ihrem Nachwuchs

Forschungs­er­geb­nisse bestä­tigen: Das Erlernen von Nahrungs­suche und Nestbau ist für junge Orang-Utans uner­läss­lich, um erfolg­reich selbst­ständig in der Wildnis leben zu können. Inung und ihre Kinder liefern dafür anschau­liche Beweise.

Inung ist ein Symbol für nach­hal­tigen Naturschutz

Inungs Geschichte geht weit über ihr indi­vi­du­elles Über­leben hinaus. Sie steht stell­ver­tre­tend für den Erfolg von Wieder­an­sied­lungs­pro­grammen für Orang-Utans. Arten­schützer betonen, dass die lang­fris­tige Über­le­bens­rate in der Wildnis der wahre Maßstab für den Erfolg solcher Programme ist.
Dass Inung mitt­ler­weile vier Nach­kommen in Frei­heit groß­ge­zogen hat, zeigt, dass reha­bi­li­tierte Orang-Utans nach­hal­tige Gene­ra­tionen aufbauen können. Indies wach­sende Selbst­stän­dig­keit und Indros fort­ge­setztes Lernen unter der Obhut der Mutter verdeut­li­chen die lang­fris­tigen Auswir­kungen einer gelun­genen Rehabilitation.

Orang-Utan-Kind im Regenwald
Ein Symbol der Hoff­nung: die in Frei­heit gebo­rene Indie in einem Schlafnest

Anpas­sungs­fä­hig­keit und Wider­stands­kraft sind die Schlüs­sel­qua­li­täten, die darüber entscheiden, ob reha­bi­li­tierte Orang-Utans dauer­haft in der Wildnis bestehen. Inung verkör­pert beide Eigen­schaften und gibt sie an ihre Kinder weiter. Damit ist sie ein lebender Beweis dafür, dass mensch­liche Fürsorge und struk­tu­rierte Vorbe­rei­tung Früchte tragen können.

Wir feiern den Natio­nalen Tag der Liebe zu Flora und Fauna 2025

Inungs Weg verkör­pert den Geist des Hari Cinta Puspa dan Satwa Nasional: Der Feiertag ist nicht nur ein Symbol, sondern ein Aufruf an uns alle zu Handeln. Indo­ne­siens Flora und Fauna – darunter auch die stark gefähr­deten Orang-Utans – brau­chen unseren Schutz!

Orang-Utan-Mutter mit Kind im Regenwald
Unser Einsatz für bedrohte Arten lohnt sich

Und Inungs Geschichte zeigt uns: Unser Einsatz für die Rettung gefähr­deter Arten und für den Schutz ihres Lebens­raumes bringt echte Erfolge.

Lassen Sie uns die Geschichte von Inung und ihrer Familie als Appell verstehen: Wenn die Liebe zur Natur Teil unseres Alltags wird, können wir echten Natur- und Arten­schutz bewirken. Unser Enga­ge­ment, unsere Fürsorge und unser gesam­meltes Wissen ermög­li­chen nach­hal­tige Erfolge für die Erhal­tung der Arten­viel­falt Indo­ne­siens. Jede Spende hilft!

Mama Josie – Eine Orang-Utan-Mutter auf Kaja Island

Mama Josie – Eine Orang-Utan-Mutter auf Kaja Island

Auf der Voraus­wil­de­rungs­insel Kaja Island in Zentral-Kali­mantan lebt derzeit auch die 16 Jahre alte Orang-Utan-Dame Josie. Hier bereiten sich geret­tete Orang-Utans in geschützter Umge­bung auf ihre spätere Auswil­de­rung vor. Josie galt lange als scheue und zurück­ge­zo­gene Wald­men­schen-Persön­lich­keit. Sie zeigte sich nur selten und hielt Abstand zu anderen Orang-Utans. Doch seit sie vor etwas mehr als einem Jahr Mutter geworden ist, hat sich ihr Leben grund­le­gend verändert.

Aus der stillen Einzel­gän­gerin wurde eine aufmerk­same und liebe­volle Mutter, die ihr Junges mit uner­schüt­ter­li­cher Fürsorge beschützt. Mit großer Hingabe kümmert sich Mama Josie um ihr Kleines, das sie stets im Blick behält und sorgsam beschützt.

Orang-Utan-Mutter Josie und ihr Baby auf BOS-Vorauswilderungsinsel
Mama Josie trägt ihr Baby sicher durch die Baum­wipfel der Insel Kaja

Früher kam Josie regel­mäßig zur Futter­platt­form Kalawau, wo unsere Mitar­beiter zusätz­liche Nahrung für die Insel­be­wohner bereit­stellen. Doch seit sie Mutter ist, zeigt sie sich dort nur noch selten. Statt­dessen zieht sie sich tief in den Wald zurück auf der Suche nach natür­li­cher Dschungelnahrung.

Lernen, was die Natur zu bieten hat

Aktuell ist Frucht­saison auf Kaja Island. Und im Über­fluss der reifen Wald­früchte findet Josie alles, was sie und ihr Baby brau­chen. Für Josie ist diese Zeit eine wert­volle Gele­gen­heit, ihrem Nach­wuchs zu zeigen, welche Früchte im Regen­wald essbar und nahr­haft sind. Ihr Baby beob­achtet genau, was Mama pflückt und probiert. So lernt es spie­le­risch, sich eines Tages selbst zu versorgen. Und jede Mahl­zeit wird zu einer Lektion für das Leben in Freiheit.

Orang-Utan-Mutter Josie und ihr Baby auf BOS-Vorauswilderungsinsel
Neugier pur – das Baby lernt von der besten Lehrerin: seiner Mutter

Schutz und Vorsicht

Josie bleibt vorsichtig – nicht nur gegen­über Menschen, sondern auch gegen­über männ­li­chen Orang-Utans. Denn diese versu­chen häufig, Weib­chen zur Paarung zu drängen. Das kann für eine Mutter mit Baby gefähr­lich sein. Deshalb hält sich Josie in abge­le­genen, sicheren Berei­chen der Insel auf – weit entfernt von poten­zi­ellen Bedrohungen.

Orang-Utan-Mutter Josie und ihr Baby auf BOS-Vorauswilderungsinsel
Gut geschützt im Dickicht des Waldes

Auch unseren Mitar­bei­tern begegnet sie mit gesunder Skepsis. Wenn sie die Boote hört oder Menschen entdeckt, zieht sie sich zurück. Erst wenn wieder Ruhe einge­kehrt ist, kommt sie vorsichtig zur Futter­stelle, nimmt einige Früchte – und verschwindet dann wieder lautlos im Dickicht.

Ein stabiles Zuhause für Mutter und Kind

Momentan herr­schen auf Kaja Island ideale Bedin­gungen: Es gibt reich­lich Früchte, das Wasser steht weder zu hoch noch zu niedrig, und die Orang-Utans können sich frei auf der Insel bewegen. Josie nutzt diese Zeit, um ihr Baby weiter auf ein selbst­stän­diges Leben vorzubereiten.

Orang-Utan-Mutter Josie und ihr Baby auf BOS-Vorauswilderungsinsel
Die Umge­bung immer gut im Blick: Josie und ihr Baby

Ein starkes Mutterherz

Josies Reise als Mutter ist noch lange nicht zu Ende. Rund acht Jahre wird sie mit ihrem Nach­wuchs zusammen sein. Doch sie meis­tert bisher jede Heraus­for­de­rung mit Ruhe, Instinkt und Mut. Ihr Verhalten zeigt, wie fein­fühlig und intel­li­gent Orang-Utan-Mütter sind – und wie wichtig es ist, ihnen und ihren Kindern ein sicheres Umfeld zu bieten. Mit Geduld, Erfah­rung und Fürsorge lehrt Mama Josie ihr Kind, eines Tages allein zu über­leben – so unab­hängig und kraft­voll wie sie selbst.

Helfen Sie mit!

Josies Geschichte steht stell­ver­tre­tend für viele andere Orang-Utan-Mütter. Damit sie und ihr Baby weiterhin gut versorgt, beob­achtet und geschützt werden können, ist Ihre Unter­stüt­zung entschei­dend. Mit Ihrer Spende helfen Sie, Orang-Utans wie Mama Josie und ihrem Baby eine Zukunft in Frei­heit zu schenken. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Mama Josie und ihr Kind eines Tages wirk­lich frei im Regen­wald leben können.

Rafa­lang – So wird man ein wilder Orang-Utan

Rafa­lang – So wird man ein wilder Orang-Utan

Wussten Sie schon, dass Orang-Utans die längste Kind­heit aller Primaten nach dem Menschen haben? In der Wildnis bleiben Orang-Utan-Babys bis zum Alter von etwa sieben bis acht Jahren eng an ihre Mütter gebunden. In dieser langen Zeit bringt ein weib­li­cher Orang-Utan in der Regel kein weiteres Jung­tier zur Welt, da all ihre Energie und Aufmerk­sam­keit der Pflege und Erzie­hung ihres Nach­wuchses gewidmet ist. Doch auch hier bestä­tigt die Ausnahme die Regel: So hat das Orang-Utan-Weib­chen Cindy , das bereits zwei gesunde Jung­tiere zur Welt gebracht hat, ihr drittes Kind inner­halb von nur fünf Jahren geboren.
Die lange Erzie­hungs­phase ist entschei­dend, damit Orang-Utan-Babys über­le­bens­wich­tige Fähig­keiten erlernen. Von der Nahrungs­suche über das Erkunden der Umge­bung bis hin zum Bau von Schlaf­nes­tern – Orang-Utan-Kinder beob­achten ihre Mütter und lernen durch Nach­ah­mung. Die Mutter dient zudem als wich­tigster Schutz des Kindes vor äußeren Bedro­hungen im Wald.

Rafa­lang: Ein junger Schüler in der Wildnis


Ein weiteres Beispiel unter­streicht diese Regel – die Orang-Utan-Mutter Signe und ihre beiden Söhne Bungaran und Rafa­lang . Zwischen den beiden liegen fast neun Jahre Alters­un­ter­schied. Rafa­lang, ihr zweiter Sohn, ist mitt­ler­weile etwa drei Jahre alt. In diesem Alter klam­mert er sich noch eng an seine Mutter, beginnt aber bereits, ihr Verhalten nach­zu­ahmen – beson­ders bei der Nahrungssuche.

Orang-Utan Mutter Signe
Orang-Utan-Mutter Signe zeigt ihrem Baby, wie man die innere Rinden­schicht eines Baumes erreicht

Unser Post-Moni­to­ring-Team konnte dieses Verhalten direkt beob­achten: Während einer Beob­ach­tung fraß Signe Kambium, die innere Rinden­schicht eines Baumes. Rafa­lang beob­ach­tete sie aufmerksam aus ihren Armen heraus und begann kurz darauf, das Kambium vom selben Baum­stamm zu lecken. Obwohl er noch nicht gelernt hat, selbst Rinde zu schälen, war dieser Versuch ein wich­tiger Meilen­stein in seiner Entwicklung.

Lernen durch Beob­ach­tung und Nachahmung


Neben Ernäh­rungs­ge­wohn­heiten lernt Rafa­lang auch, sich durch das Blät­ter­dach des Waldes zu bewegen, indem er seine Mutter beob­achtet. Als Signe eine Pause einlegte, um Baum­rinde zu fressen, nutzte Rafa­lang die Gele­gen­heit, das Klet­tern zu üben, und löste sich sogar kurz aus ihrer Umar­mung. Trotz seines jungen Alters zeigt er bereits viel­ver­spre­chende Fähigkeiten.

Die Bindung zwischen Signe und Rafa­lang verdeut­licht, wie Orang-Utans durch natür­liche Inter­ak­tion lernen. Rafa­lang wird nicht aktiv ange­leitet, sondern eignet sich Fähig­keiten an, indem er das tägliche Verhalten seiner Mutter beob­achtet und nach­ahmt.
Dieser Lern­pro­zess kommt ohne Druck, Befehle oder gezieltes Trai­ning aus – ein Beweis für die Kraft des Instinkts und die Bedeu­tung starker mütter­li­cher Bindungen für die Entwick­lung junger Orang-Utans.

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Mehr Infor­ma­tionen

Wild­ge­boren vs. reha­bi­li­tiert: Ein Verhaltensunterschied


Im Gegen­satz zu Rafa­lang ist Signe ein reha­bi­li­tierter Orang-Utan, der früher in einer Rettungs­sta­tion lebte, bevor sie ausge­wil­dert wurde. Aufgrund ihrer Vergan­gen­heit sieht Signe Menschen nicht als Bedro­hung. Begegnet sie im Wald Menschen, nähert sie sich oft ruhig, ohne Angst oder Aggres­sion zu zeigen.

Rafa­lang hingegen ist Menschen gegen­über immer miss­trau­isch – ein typi­sches Verhalten für einen in freier Wild­bahn gebo­renen Orang-Utan mit wenig mensch­li­chem Kontakt. Nimmt er Menschen wahr, bleibt er dicht bei Signe oder versteckt sich hinter ihrem Rücken. Dies deutet auf einen gesunden Wild­tier­in­stinkt hin, der für das Über­leben in der Natur uner­läss­lich ist.

Lebens­raum schützen heißt Orang-Utans schützen


Die Geschichte von Signe und Rafa­lang zeigt, wie wichtig natür­liche Lebens­räume für die Weiter­gabe von Wissen und Fähig­keiten sind. Solches Lernen kann nur in intakten, unge­störten Ökosys­temen statt­finden.
Während Rafa­lang langsam unab­hän­giger wird, erwirbt er täglich neue Fähig­keiten, die er zum Über­leben im Kehje-Sewen-Wald braucht.


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