Neue Stau­dämme für ein intaktes Ökosystem

Neue Stau­dämme für ein intaktes Ökosystem

Es ist noch nicht so lange her, da haben wir Sie um Unter­stüt­zung für unsere Auffors­tungs­flä­chen in Mawas gebeten. Und Sie haben geholfen! Dank Ihrer Unter­stüt­zung werden wir bis Ende des Jahres 20 Stau­dämme in Betrieb genommen haben, die dazu beitragen, Lebens­raum zu erhalten und neuen entstehen zu lassen. 

Zum Hinter­grund: In den 1990er Jahren wurde in Mawas ein einzig­ar­tiges Biotop zerstört. Der Torf­moor­re­gen­wald dort wurde durch künst­liche Kanäle entwäs­sert und die Bäume gerodet. Mit kata­stro­phalen Folgen. Zum einen spei­chern Moore Kohlen­di­oxid, das mit dem Austrocknen in die Atmo­sphäre entweicht. Zum anderen wirkt der ausge­trock­nete Moor­boden wie ein Brand­be­schleu­niger – ein kleiner Funke genügt, und die Flammen breiten sich rasant aus. Diese zerstö­re­ri­schen Wald­brände sind ein riesiges Problem auf Borneo. Sie vernichten Lebens­raum und bedrohen Mensch und Tier. Vor über einem Jahr kämpften wir in unseren Projekt­ge­bieten – oftmals verzwei­felt – gegen die schlimmsten Brände seit Jahren.

 

Stau­dämme helfen bei Wiedervernässung

Indem wir den ausge­trock­neten Torf­moor­boden wieder vernässen, schaffen wir die Basis, um dieses Biotop wieder zu neuem Leben zu erwe­cken. Hierfür errichten wir Stau­dämme, die das Wasser nicht weiter abfließen lassen. Der Wasser­stand im Moor­boden wird dadurch erhöht. So senken wir zum einen die Gefahr von Bränden und schaffen zum anderen die Grund­lage, um hier neuen Regen­wald aufzuforsten. 
Für den Bau der Stau­dämme verwenden wir das schnell­wach­sende Holz des Galam­baums, der von den umlie­genden Gemeinden in Mawas ange­baut wird. Das Holz­ge­rüst wird mit Sedi­menten aufge­schüttet und dann bepflanzt. In wenigen Jahren hat sich so eine stabile, undurch­dring­liche Barriere gebildet. 

Holzmaterial beim Aufladen
Holz­ma­te­rial beim Aufladen

Auf den feuchten und gesunden Boden pflanzen wir neuen Regen­wald, der umwelt­schä­di­gende Treib­haus­gase spei­chert und der wirk­samste Schutz gegen Feuer ist. Neuer Lebens­raum wird erschaffen und bestehender bleibt erhalten. Mit jedem Damm können rund zehn Hektar Torf­moor­boden wieder vernässt werden. 

So ein Vorhaben kann nur gelingen, wenn alle mithelfen. Als wir Sie um Ihre Hilfe baten, sind Sie auf über­wäl­ti­gende Weise unserem Aufruf gefolgt und haben gespendet. Mit tollem Erfolg: Mit Ihrer Unter­stüt­zung konnten wir in diesem Jahr bereits 15 Stau­dämme bauen – sie vernässen rund 150 Hektar Torf­moor und schützen es vor zukünf­tigen Waldbränden. 

Harte Arbeit, die sich lohnt

Holztransport
Holztransport

Und es geht weiter. Fünf Dämme sind aktuell noch in Arbeit. Da die Regen­zeit auf Borneo noch nicht richtig begonnen hat, sind die Pegel auf den Wasser­wegen teil­weise noch zu niedrig für den Trans­port der Baumittel. Das Holz muss über acht bereits bestehende geblockte Kanäle trans­por­tiert werden. Doch durch die nied­rigen Wasser­stände müssen die Boote mit dem Mate­rial über die Dämme gezogen und manchmal sogar gehoben werden. Das ist eine uner­war­tete Hürde, die die Arbeit bisher noch verzö­gert hat. 

Wir sind jedoch zuver­sicht­lich, dass wir die letzten fünf Dämme noch dieses Jahr fertig­stellen und damit weitere 50 Hektar Torf­moor­boden vernässen. An Leiden­schaft fehlt es uns in jedem Fall nicht. Und Ihnen ganz offen­sicht­lich auch nicht. Wir danken unseren Unter­stüt­zern, Spen­dern und dem Team in Mawas. Nur Ihre Hilfe und Einsatz hat dieses Projekt möglich gemacht.

 

Sie wollen weitere Dämme mit uns bauen? Hier können Sie den Bau unter­stützen

Ein Jahr nach den Bränden

Ein Jahr nach den Bränden

Vor einem Jahr kämpften wir in unseren Projekt­ge­bieten – oftmals verzwei­felt – gegen die schlimmsten Brände seit Jahren. Mona­te­lang waren unsere Mitar­beiter Seite an Seite mit den regio­nalen Feuer­wehren und den natio­nalen Einsatz­kräften tagtäg­lich im Einsatz gegen die Flammen. Glück­li­cher­weise konnten wir unsere Orang-Utans so immer vor den Bränden beschützen. Auch dank der großen Soli­da­rität, Anteil­nahme und Hilfe, die unsere Unter­stüt­ze­rinnen und Unter­stützer auf der ganzen Welt uns entgegenbrachten.

In Folge der Brände und massiven Rauch­ent­wick­lungen litten vor allem in unserem Schutz­zen­trum Nyaru Menteng viele Orang-Utans unter Atem­wegs­in­fekten. Glück­li­cher­weise haben sich inzwi­schen alle Tiere wieder voll­ständig erholt. Nur unsere Schütz­linge, die vorher schon chro­nisch erkrankt waren, werden auch weiterhin liebe­voll von unseren enga­gierten Tier­ärzten behandelt.

Rachel und Uru spielen wieder in der Waldschule
Rachel und Uru spielen wieder in der Waldschule

In Samboja Lestari haben die Feuer 2019 knapp zehn Hektar Regen­wald zerstört. Da wir hier schon länger in einem dauer­haften Projekt 1.800 Hektar aufforsten, werden wir auch die im letzten Jahr verlo­renen zehn nach und nach wieder anpflanzen. 

In Mawas wurden die zerstörten Baum­schulen wieder herge­richtet. Unsere Mitar­beiter sind schon wieder fleißig dabei, weitere Sämlinge zu ziehen und neue starke Setz­linge in unseren Auffors­tungs­ge­bieten anzupflanzen.

Verstärkt sind wir gerade dabei, den Torf­moor­boden von Mawas wieder zu vernässen. Zu diesem Zwecke errichten wir Stau­dämme, die die Kanäle blockieren, die vor 25 Jahren dort ange­legt wurden, um das Moor trocken­zu­legen. So kann das Wasser bleiben, wo es hinge­hört – im Moor­boden. Die Natur kann sich so rege­ne­rieren – und außerdem sind unsere Auffors­tungs­flä­chen auf diese Weise vor Bränden gut geschützt.

Der erste Kanal in Mawas

Der erste fertige Stau­damm in 2020

Um bei neuen Wald­bränden in unseren Projekt­ge­bieten immer sofort einsatz­be­reit zu sein, über­prüfen wir monat­lich unsere Ausrüs­tung zur Feuer­be­kämp­fung und testen unsere Hydranten. In der jetzigen Trocken­zeit patrouil­lieren wir täglich durch die Gefah­ren­zonen. So haben wir alles im Blick und können schnell eingreifen. 

Im Namen unserer Schütz­linge danken wir Ihnen noch­mals von ganzem Herzen. Dank Ihrer unglaub­li­chen Unter­stüt­zung konnten wir unsere Orang-Utans erfolg­reich vor den Wald­bränden im letzten Jahr beschützen und für zukünf­tige Feuer vorsorgen! 

BOS beim Tollwood-Winterfestival

BOS beim Tollwood-Winterfestival

Wer einen Besuch auf dem Münchener Winter-Toll­wood plant, sollte sich Montag, den 16. Dezember vormerken. Denn an diesem Tag wird unsere Regio­nal­gruppe München wieder mit einem Info­stand beim Toll­wood auf der There­si­en­wiese in München dabei sein.

Der Stand ist im Grünen Pavillon 2 auf dem Festi­val­ge­lände zu finden. Lisa Kern und ihre Mitstreiter der Regio­nal­gruppe München freuen sich über zahl­reiche Besu­cher. Sie werden auf dem stim­mungs­vollen Festival über die Arbeit von BOS, über Orang-Utans, den Regen­wald und die Palm­öl­pro­ble­matik infor­mieren. Außerdem gibt es eine Tombola, bei der es wunder­schöne Preise zu gewinnen gibt.

Wann:
Montag, 16.12.2018 — 14:00 bis 23:00 Uhr

Wo:
Grüner Pavillon 2 (Bazar Zelt)
There­si­en­wiese, 80336 München

 

Die Feuer sind gelöscht

Die Feuer sind gelöscht

Endlich! Endlich können wir Entwar­nung geben und erleich­tert fest­stellen: Alle Feuer in unseren Projekt­ge­bieten sind gelöscht! Und das, obwohl die Regen­zeit noch nicht ange­bro­chen ist.

Es waren die schlimmsten Brände seit 2015, die Borneo seit August erleiden musste. Vor allem rund um Palan­ka­raya – und damit (im wahrsten Sinne) vor den Toren unseres Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trums Nyaru Menteng – und im Torf­moor­ge­biet von Mawas fraßen sich die Flammen wochen­lang durchs Unter­holz, durch Wälder aber auch durch den Boden. 

Tag und Nacht waren unsere Kolle­ginnen und Kollegen vor Ort im Einsatz, um die Feuer zu löschen oder zumin­dest zu kontrol­lieren. Eine genaue Scha­dens­ana­lyse in unseren Projekt­ge­bieten konnten wir noch nicht vornehmen. Doch zumin­dest können wir erleich­tert fest­stellen: Aus unserem Team kam niemand schwer­wie­gend zu Schaden. Und auch bei den Orang-Utans blieb es nach aktu­ellem Stand bei 41 an Atem­wegs­in­fek­tionen erkrankten Tieren. Welche lang­fris­tigen Schäden der mona­te­lang über dem Land hängende Smog, der soge­nannte „Haze“, haben wird, wird sich erst zeigen. 

41 Orang-Utans erkrankten an Atemwegsinfektionen infolge des Hazes
41 Orang-Utans erkrankten an Atem­wegs­in­fek­tionen infolge des Hazes

Unsere Tier­ärzte und Pfleger bleiben alar­miert, denn erfah­rungs­gemäß leiden die Tiere noch lange an den Brand­folgen. Und mancher orga­ni­scher Schaden zeigt sich erst Monate später.

Auch die Verwüs­tungen in der Fauna werden uns noch einige Zeit beschäftigen. 

Doch eines können wir schon jetzt mit Sicher­heit sagen: Ohne die groß­zü­gige Hilfe unserer Unter­stützer wäre die Situa­tion weit schlimmer. Denn dank unserer treuen Spender konnten wir schon in den zurück­lie­genden Jahren einen trag­fä­higen Feuer­schutz aufbauen. Unsere Mitar­beiter auf Borneo waren so gut wie noch nie auf die Brände vorbe­reitet. Wir konnten konti­nu­ier­lich in die Ausbil­dung inves­tieren, in Feuer­schutz­aus­rüs­tung, Lösch­mittel, Pumpen, Brunnen, konnten Patrouillen auf Streife schi­cken und schnell und ange­messen reagieren. Auch unsere Tier­ärzte waren vorbe­reitet und konnten schnell und effi­zient erkrankte Tiere behandeln.

Unsere Feuerpatrouillen waren Tag und Nach im Einsatz
Unsere Feuer­pa­trouillen waren Tag und Nach im Einsatz

Genau an diesen Punkten wollen wir weiter­ar­beiten und unsere Brand­schutz- und Brand­be­kämp­fungs­ex­per­tise ausbauen. Wir wollen intensiv daran arbeiten, trocken­ge­legte Torf­moore wieder zu vernässen, wollen Brunnen und Wasser­spei­cher anlegen, unsere Ausrüs­tung ersetzen und aufsto­cken. Unsere Tier­klinik wird in den kommenden Monaten im Fokus stehen. Und natür­lich: Aufforstung.

Vielen Dank, dass Sie unseren Mitar­bei­tern und unseren Orang-Utans in dieser schweren Zeit zur Seite gestanden haben! 

Auf frischer Tat ertappt

Auf frischer Tat ertappt

In dieser Trocken­zeit waren Samboja Lestari und das Gebiet rund um unser Rettungs­zen­trum in Ost-Kali­mantan von Bränden und ille­galen Rodungen weit­ge­hend verschont geblieben. Doch jetzt gab es gleich zwei Vorfälle, bei denen das schnelle Eingreifen unserer Mitar­beiter Schlim­meres verhin­dern konnte.

Bei einer Patrouille rund um unser Rettungs­zen­trum Samboja Lestari sind unsere Mitar­beiter vergan­gene Woche auf ein etwa 5.000 Quadrat­meter großes Stück frisch gero­detes Land gestoßen. Ordent­lich gesta­pelt lagen die bereits zu Bret­tern gesägten Baum­stämme bereit zum Abtransport.

Frisch gerodetes Holz auf dem Gebiet von Samboja Lestari
Frisch gero­detes Holz auf dem Gebiet von Samboja Lestari

Als unsere Sicher­heits­leute während ihrer Morgen­pa­trouille das krei­schende Geräusch von Ketten­sägen vernahmen, machten sie sich eilends auf die Suche. Sie entdeckten vier Männer, die gerade dabei waren, frisch gefällte Bäume zu Bret­tern zu zersägen, um sie für den Abtrans­port vorzu­be­reiten. Unser Team infor­mierte umge­hend die örtli­chen Behörden, die die Männer fest­nahmen. Erste Ermitt­lungen ergaben, dass die vier Holz­fäller Bauern aus der Umge­bung waren. Sie sollen auch für die ille­galen Ananas- und Ölpal­men­plan­tagen verant­wort­lich sein, die Anfang des Jahres an anderer Stelle von Samboja Lestari gefunden worden waren. 

Die Polizei ermittelt
Die Polizei ermittelt

Damit nicht genug: Am nächsten Tag brach ein Feuer rund zwei Kilo­meter vom Ort der Rodung entfernt aus. Sofort rannten unsere Mitar­beiter zur Brand­stelle. Nach fast vier Stunden harter Arbeit konnte das Feuer glück­li­cher­weise voll­ständig gelöscht werden. Doch eine Fläche von 0,59 Hektar mit rund 210 Bäumen, die wir seit Anfang der 2000er Jahre gepflanzt hatten, wurde voll­ständig niedergebrannt.

Vier Stunden kämpften unsere Mitarbeiter gegen die Flammen
Vier Stunden kämpften unsere Mitar­beiter gegen die Flammen
Eine Katastrophe konnte verhindert werden
Eine Kata­strophe konnte verhin­dert werden

Zwei trau­rige Vorfälle, die in ihren Ausmaßen jedoch weit von den kata­stro­phalen Feuern entfernt sind, die in diesem Jahr rund um unser Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng in Zentral-Kali­mantan gewütet haben. Wir sind sehr stolz auf das schnelle und entschlos­sene Eingreifen unserer Mitar­beiter, die so Schlim­meres verhin­dern konnten. 

Auch Sie können uns im Kampf gegen das Feuer helfen!

Damit unsere Mitar­beiter auch für künf­tige Lösch­ein­sätze gewappnet sind, arbeiten wir das ganze Jahr an Brand­schutz­maß­nahmen, der Ausbil­dung im Feuer­schutz, dem Bau neuer Brunnen und Lösch­was­ser­spei­cher und einem ausrei­chenden Bestand an Ausrüstung. 

Bitte helfen Sie uns mit einer Spende und ermög­li­chen Sie uns, unsere Feuer­schutz­maß­nahmen weiter auszubauen.