Sagt Hallo zu Baby Galaksi

Sagt Hallo zu Baby Galaksi

Ist er nicht ein süßer Fratz, der kleine Orang-Utan-Junge Galaksi? Seit einem Monat lebt das Baby jetzt in unserem Rettungs­zen­trum Samboja Lestari und hat dort alle Herzen im Sturm erobert. Den großen Namen (Galaksi ist das indo­ne­si­sche Wort für Galaxis) haben ihm seine Baby­sit­te­rinnen gegeben. 

Am 9. August, kurz nach Mitter­nacht, traf das Wild­tier-Rettungs­team der Natur­schutz­be­hörde BKSDA in unserem Rettungs­zen­trum Samboja Lestari in Ost-Kali­mantan ein. Im Gepäck das gerade geret­tete Orang-Utan-Baby. Unge­duldig hatten unsere Mitarbeiter:innen am Tor auf die Ankunft der wert­vollen Fracht gewartet. Der kleine Orang-Utan-Junge bekam von der Aufre­gung erstmal nicht viel mit. Er schlief – wie es sich um diese Uhrzeit für ein Baby gehört – tief und fest in einer Katzentransportbox. 

Das Rettungsteam der BKSDA übergab uns das Orang-Utan-Baby mitten in der Nacht
Das Rettungs­team der BKSDA übergab uns das Orang-Utan-Baby mitten in der Nacht

Das BKSDA-Team konnte folgendes von Galaksis Rettung berichten: Sie hatten von den Bhabin­kam­tibnas (das sind Aufseher für Sicher­heit und Ordnung in der Gemeinde) des Unter­be­zirks Bengalon die Infor­ma­tion erhalten, dass Dorf­be­wohner ein Orang-Utan-Baby gefunden hätten. Sofort machte sich das zustän­dige BKSDA-Wild­tier-Rettungs­team in das mehr als 200 Kilo­meter entfernte Bengalon auf, um das Baby abzuholen.

Am verein­barten Treff­punkt an einer Schnell­straße begrüßte sie der Dorf­be­wohner, der das Orang-Utan-Baby den Bhabin­kam­tibnas gemeldet hatte. Er berich­tete, dass seine Nach­barn den kleinen Orang-Utan im angren­zenden Wald aufge­funden hätten – allein und mutterlos. Der Mann sagte, er wisse, dass es illegal sei, Orang-Utans in Gefan­gen­schaft zu halten, und habe deshalb sofort die örtli­chen Behörden und die Feuer­wehr verständigt.

Über Nacht hielt er das Orang-Utan-Baby bei sich zu Hause in einer Katzen­trans­portbox. Aller­dings hat das Baby so geweint, dass seine Frau den Kleinen schließ­lich raus­holte und im Arm hielt, um ihn zu beru­higen. Sie gaben dem kleinen Jungen Bananen und Milch, aber er wollte nicht recht fressen und nahm nur kleine Happen zu sich. Doch auf dem Weg nach Samboja Lestari gelang es dem BKSDA-Team immerhin dreimal, das Baby mit Milch zu füttern.

Eine Babysitterin nahm den Waisenjungen entgegen
Eine Baby­sit­terin nahm den Waisen­jungen entgegen

In unserem Rettungs­zen­trum Samboja Lestari stand die Baby­sit­terin schon bereit, um das noch namen­lose Baby schnell in die Kran­ken­sta­tion zu bringen. Sofort klam­merte sich der Kleine an ihr fest und wollte sie gar nicht mehr loslassen. 

Auch wenn es nicht das Fell der Mutter ist - Galaksi klammert sich ganz fest an die Babysitterin
Auch wenn es nicht das Fell der Mutter ist — Galaksi klam­mert sich ganz fest an die Babysitterin

Noch in der Nacht führte die dienst­ha­bende Tier­ärztin Made Ayudita eine erste Unter­su­chung durch. Auch ein Milch­fläsch­chen stand schon bereit. Made Ayudita stellte fest, dass das Baby etwas dünn war und nur 2,7 Kilo­gramm wog. Es hatte keine Verlet­zungen, war nach seinen Backen­zähnen zu urteilen etwa sieben Monate alt und wies Anzei­chen eines Nabel­bruchs auf.

Sofort wurde das Baby untersucht, um festzustellen, welche Hilfe nötig ist
Sofort wurde das Baby unter­sucht, um fest­zu­stellen, welche Hilfe nötig ist

Wie bei jedem Neuzu­gang üblich, wurde der kleine Orang-Utan erstmal unter Quaran­täne gestellt. Mit Ruby, dem einzigen anderen Baby der Gruppe, darf er erst in ein paar Wochen zusam­men­kommen. Einige Tage später, am 12. August, führte unser medi­zi­ni­sches Team bei dem Baby einen COVID-19-Test durch, der einen nega­tiven Befund ergab.

Rund sieben Monate alt und zu dünn war Galaksi bei seiner Rettung
Rund sieben Monate alt und zu dünn war Galaksi bei seiner Rettung

Nun, nach einem Monat bei uns, berichten die Baby­sit­te­rinnen, dass Galaksi bei guter Gesund­heit ist und aktiv spielt, am liebsten mit dem Plüsch­tier in seinem Körb­chen. Er scheint ein rein­li­ches Kerl­chen zu sein, denn seine Toilet­ten­gänge macht er immer außer­halb seines Körbchens. 

Galaksi, keine Angst, wir beschützen dich
Galaksi, keine Angst, wir beschützen dich

Kleiner Galaksi, wir glauben an Dich. Und bis Dein Stern auch alleine hell erstrahlen kann, sind wir gern Deine Beschützer.

Sie möchten Orang-Utan-Waisen wie dem kleinen Galaksi helfen? Dann werden Sie doch Orang-Utan-Retter. So unter­stützen Sie unsere Arbeit für die Orang-Utans und ihren Lebensraum.

Ein alter Bekannter auf Abwegen….

Ein alter Bekannter auf Abwegen….

Meis­tens ist es der Hunger, der die sonst eher scheuen Orang-Utans in die Nähe von Menschen treibt. Mit jedem abge­holztem Baum schwindet ihr Lebens­raum und dann müssen die fried­li­chen Menschen­affen anderswo nach Nahrung suchen. Das kann zu einem Problem werden, wenn ein Orang-Utan in einem von Menschen bewohnten Gebiet auftaucht. Genau das geschah vor einigen Wochen im Dorf Loesan in Ost-Kalimantan…

Frei­le­bende Orang-Utans meiden norma­ler­weise die Nähe zum Menschen

Die Bilder des impo­santen Männ­chens mit seinen ausge­prägten Backen­wülsten tauchten zuerst in den Sozialen Medien auf. Ein Video zeigte, wie der Orang-Utan von einem Bewohner des Dorfes mit Bananen, Jack­f­ruits und Dosen­milch gefüt­tert wurde. Es war insge­samt ein merk­wür­diges Szenario, da frei­le­bende Orang-Utans den direkten Kontakt mit Menschen norma­ler­weise meiden. Und tatsäch­lich waren die Menschen anfangs auch etwas erschro­cken, als das große Tier plötz­lich mitten im Ort auftauchte. Doch das Männ­chen verhielt sich völlig fried­lich. So kamen die Dorf­be­wohner auf die Idee, ihn zu füttern – das war viel­leicht gut gemeint, aber tatsäch­lich sollten Wild­tiere nie mit mensch­li­cher Nahrung gefüt­tert werden, die sich stark von ihren natür­li­chen Nahrungs­quellen unterscheidet!

Das Rettungs­team machte sich sofort auf den Weg

Transport im sicheren Käfig
Trans­port im sicheren Käfig

Direkt nach der Ankunft des Menschen­af­fens riefen die Dorf­be­wohner die indo­ne­si­sche Natur­schutz­be­hörde BKSDA an, die offi­ziell die erste Anlauf­stelle für die Rettung von Orang-Utans ist. Sie stellte umge­hend ein Team aus der Wild­tier­ret­tungs­gruppe der BKSDA sowie Tier­ärzten und Pfle­gern von BOS zusammen. Die Gruppe machte sich sofort auf den Weg. Doch als sie im Dorf ankamen, war das Tier nirgends zu sehen. Das Männ­chen hatte sich ruhig wieder in den Wald zurück­ge­zogen. Das Rettungs­team blieb in der Gegend und stellte eigenen Erkun­dungen an. Es dauerte vier Tage, dann tauchte der Orang-Utan im benach­barten Wald wieder auf.

Der Tier­arzt machte den ersten Check direkt vor Ort

Das Team schaffte es, das Männ­chen zu sedieren und einzu­fangen. Bevor es zurück ins Rettungs­zen­trum ging, führte unser aus Samboja Lestari mitge­reister Tier­arzt eine erste medi­zi­ni­sche Unter­su­chung durch. Dabei stellte er fest, dass der Orang-Utan einen miss­ge­bil­deten linken Zeige­finger und einen unter die Haut implan­tierten Mikro­chip hatte – ein sicheres Zeichen dafür, dass das Tier schon einmal in mensch­li­cher Obhut war! Eine Zahn­un­ter­su­chung ergab, dass das Männ­chen etwas zwanzig Jahre alt war. Das Team brachte ihn nach Samboja Lestari zur weiteren Unter­su­chung und gab ihm den vorläu­figen Namen Loesan, nach dem Dorf, wo er einge­fangen wurde.

Ankunft im Quarantänegehege

Auf dem Weg in die Quarantänestatioin
Auf dem Weg in die Quarantänestatioin

Wie alle Neuan­kömm­linge kam „Loesan“ erst einmal in das Quaran­tä­ne­ge­hege und wurde rund um die Uhr beob­achtet. Diese Vorsichts­maß­nahme verhin­dert, dass Krank­heiten in das Zentrum einge­schleppt werden. Das Vete­ri­när­team führte eine gründ­liche Unter­su­chung durch, um seinen Gesund­heits­zu­stand genauer zu prüfen und Daten über ihn zu sammeln: Nach Abstri­chen im Nasen- und Rachen­raum sowie rektal wurde das Männ­chen geröntgt, Zähne und Zahn­fleisch wurden unter­sucht und es wurden Proben von Blut, Sputum und Haaren entnommen. Er wurde gewogen (69 Kilo­gramm) und erhielt ein Entwur­mungs­mittel. Zuletzt noch Finger­ab­drücke und DNA-Analyse. Alle Tests und entnom­menen Proben zeigten, dass der Orang-Utan bei guter Gesund­heit war.

Das Männchen wird genau untersucht
Das Männ­chen wird genau untersucht

Der Mikro­chip enthüllte eine kleine Sensation

Ein beson­ders inter­es­santer Fund war der Mikro­chip, der unter seiner Haut implan­tiert war. Ein untrüg­li­ches Zeichen dafür, dass der Orang-Utan irgend­wann in seiner Vergan­gen­heit in einem Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum gewesen sein muss – dort werden alle Tiere mit einem solchen Mikro­chip versehen, wenn sie ausge­wil­dert werden.

Unser Team las den Mikro­chip mit einem spezi­ellen Scanner aus und verglich die Infor­ma­tionen mit unseren Bestands­daten für Samboja Lestari – und die Über­ra­schung war perfekt: Bei dem Männ­chen handelte es sich um Uli! Er war am 6. Februar 1998 aus Palangka Raya in Zentral­ka­li­mantan gerettet und nach Wana­riset — unserem alten Orang-Utan-Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum — in Ostka­li­mantan gebracht wurde. Knapp einein­halb Jahre später im September 1999 wurde er in einem sehr jungen Alter im Meratus Moun­tain Protec­tion Forest ausge­wil­dert. Jetzt ist Loesan, alias Uli, unge­fähr 24 Jahre alt — er hat über 20 Jahre lang unab­hängig von Menschen überlebt!

Nach der Zwischen­sta­tion wieder in die Wildnis zurück

Jetzt braucht Uli etwas Geduld
Jetzt braucht Uli etwas Geduld

Uli bleibt noch ein paar Monate unter Beob­ach­tung in Quaran­täne, bevor wir ihn auf eine unserer Voraus­wil­de­rungs­in­seln bringen. Dort soll er noch mal beweisen, dass er ohne mensch­liche Unter­stüt­zung im Regen­wald leben kann, bevor wir ihn – weitab von mensch­li­chen Sied­lungen – wieder in der Wildnis Borneos auswil­dern können.

Sie möchten unsere Arbeit für die Orang-Utans und ihren Lebens­raum unter­sützen? Dann werden auch Sie zum BOS-Unter­stützer. Jeder Beitrag hilft.

 

Unsere Stars der ORANGUTAN JUNGLE SCHOOL: Wirbel­wind Monita

Unsere Stars der ORANGUTAN JUNGLE SCHOOL: Wirbel­wind Monita

Diese Orang-Utans berühren die Herzen hundert­tau­sender Menschen welt­weit. In der Sendung ORANGUTAN JUNGLE SCHOOL können Sie unsere Wald­schüler im Schutz­zen­trum von Nyaru Menteng auf ganz beson­dere Weise kennen­lernen und sie durch ihren Alltag begleiten. Und dabei sind es vor allem die ganz indi­vi­du­ellen Persön­lich­keiten der Tiere, die zum Staunen, Lachen und Weinen einladen. In unserer Portraitreihe möchten wir Ihnen einige unserer tieri­schen TV-Stars noch einmal vorstellen.

Denn unsere kleine, große Monita ist wirk­lich eine Sonder­vor­stel­lung wert. Sie liebt es schließ­lich, im Mittel­punkt zu stehen. Dabei ist sie jedoch – anders als unsere Racker Valen­tino oder Beni – kein Klas­sen­clown, sondern hat eher die Rolle einer Vize-Lehrerin über­nommen. Monita weiß nämlich, wo es lang geht, wie es geht und was über­haupt geht. Und dieses Wissen teilt sie liebend gern mit ihren (Mit-) Schülern. 

So war Monita eigent­lich schon immer. Viel­leicht liegt das daran, was Monita durch­ma­chen musste, bevor sie zu uns kam. Im Juni 2018 wurden wir zu ihrer Rettung in das Dorf Pangkoh, nach Zentral-Kali­mantan gerufen, wo sie bereits seit einigen Tagen als Haus­tier gehalten worden war. Ihr „Besitzer“ sagte aus, dass er das Mädchen alleine in einem nahe­ge­le­genen Wald­stück bei einer Ölpalm­plan­tage herum­ir­rend fand. Von der Mutter fehlte jede Spur. Es ist doch immer wieder die gleiche Geschichte bei unseren Rettungen. Der Lebens­raum der Orang-Utans wird mehr und mehr zerstört. Auf der Suche nach Nahrung begeben sich die Tiere immer näher an die Menschen heran. In der Folge werden ältere Tiere getötet und Jung­tiere bleiben allein und völlig hilflos zurück. 

Die "Besitzer" hatten ihr Puppenkleider angezogen
Die “Besitzer” hatten ihr Puppen­kleider angezogen

 Sie werden von Wilde­rern einge­fangen und auf dem Schwarz­markt verkauft oder von Anwoh­nern direkt in Gefan­gen­schaft genommen, wo sie dann meist als Haus­tier gehalten werden. So auch im Fall von Monita. Als wir ankamen steckte das kleine Orang-Utan-Weib­chen in Mädchen­klei­dern. Nach dem trau­ma­ti­schen Verlust ihrer Mutter musste sie ihr Dasein auch noch als Püpp­chen fristen. Doch so scho­ckiert wir über diesen ersten Anblick waren, so erleich­tert waren wir, als wir das Mädchen näher unter­suchten. Sie hatte keine Verlet­zungen und war auch sonst in einer guten Verfas­sung. Ihr Alter schätzten wir auf gerade einmal drei Monate.

Etwa drei Monate alt war Monita bei ihrer Rettung
Etwa drei Monate alt war Monita bei ihrer Rettung

Im Schutz­zen­trum ange­kommen, dauerte es noch ein wenig, bis Monita die Aben­teu­er­lust packte. In den ersten Wochen war sie noch sehr verschüch­tert und in sich gekehrt. Mehr­mals versuchte ihre Baby­sit­tern, die kleine Monita zu über­zeugen, mit Ästen und Blät­tern zu spielen, aber das Orang-Utan-Baby war noch zu über­wäl­tigt von dieser voll­kommen neuen Welt, die sich ihr erbot. 

Und dann eines Tages platzte der Knoten. Monita taute auf und ihre so absolut liebens­wür­dige Persön­lich­keit kam zum Vorschein. Schon einen Monat nach ihrer Ankunft begann sie voller Neugier und Taten­drang den Kinder­garten-Spiel­platz für sich zu erkunden. Sie zeigte einen unbän­digen Hunger auf alles Essbare und einen noch unbän­di­geren Wissens­durst. Sicher­lich war das auch darauf zurück­zu­führen, dass sie bei ihren Haltern wie eine kleine Puppe behan­delt worden war. Im Rettungs­zen­trum konnte sie endlich artge­recht spielen, entde­cken und forschen. 

Monitas Schlafkorb im Babyhaus von Nyaru Menteng
Monitas Schlaf­korb im Baby­haus von Nyaru Menteng

Plötz­lich spielte Monita am liebsten mit Blät­tern. Egal welche Zweige ihr ihre Baby­sit­terin gab, Monita wollte alles probieren. Was nicht schmeckte, wurde in hohem Bogen wegge­worfen und das Mädchen widmete sich neugierig dem nächsten Zweig. Schnell wurde klar: Monita will’s wissen. Obwohl eigent­lich noch zu jung, bot ihr ihre Baby­sit­terin einen Ratt­an­spross an. Das ist ein sehr zäher und fase­riger Pflan­zenzweig, für den es sehr viel Geduld und Geschick braucht, um ihn zu knacken und an den schmack­haften Teil zu kommen. Für Monita eine kniff­lige Aufgabe, die sie dankend annahm und löste. Ihre Baby­sit­terin konnte es erst gar nicht glauben und bereute, dass sie an diesem Tag nur einen Ratt­an­spross dabei­hatte. Aber es konnte ja auch keiner ahnen, dass Monita ihrer Zeit so voraus war. 

2019 ist aus Monita eine richtige Entdeckerin geworden
2019 ist aus Monita eine rich­tige Entde­ckerin geworden

Und daran hat sich bis heute nichts geän­dert. Monita – inzwi­schen in der älteren Kinder­gar­ten­gruppe – lernt alle Lektionen im Hand­um­drehen. Hinzu kommt, dass sie ein unglaub­lich soziales und gleich­zeitig domi­nantes Wesen hat. So ist sie inzwi­schen zu einer sanften Anfüh­rerin geworden, die es auch schafft, unter­schied­liche Gruppen von Orang-Utans zusam­men­zu­bringen. Das macht sie auf ganz natür­liche Weise. Denn sie ist unter ihren Mitschü­lern einfach sehr beliebt und alle schauen immer, was Monita macht. Sie folgen ihr überall hin und machen es ihr nach.

Monita führt, die anderen folgen
Monita führt, die anderen folgen

So zum Beispiel am Anfang des Jahres, als die beiden Gruppen des Kinder­gar­tens aufgrund von Perso­nal­mangel für einige Zeit zusam­men­ge­legt werden mussten. Erst einmal verun­si­chert, ob der neuen Gesichter, blieben alle Orang-Utans in ihren übli­chen Cliquen. Alle? Sicher­lich können Sie es sich schon denken: Ein Mädchen war viel zu neugierig und ging freund­lich, aber bestimmt auf drei jüngere Orang-Utans der anderen Gruppe zu. Als erstes brachte Monita Rambo, Uwai, and Hanua bei, wie man am besten Termiten aus einem Holz­stück puhlt. Dann machte sich die Anfüh­rerin auf, um im Wald zu spielen – gefolgt von ihren neuen Fans Rambo und Uwai.

Inzwischen gehört sie zu den Großen bei den Kleinen
Inzwi­schen gehört sie zu den Großen bei den Kleinen

Solche Geschichten gibt es bei Monita zuhauf. Sie liebt es zu lernen, sie liebt es ihr Wissen zu teilen und sie liebt es zu führen. 

Wirbelwind Monita
Wirbel­wind Monita

Aber auch kleine Stam­mes­häupt­linge brau­chen noch ganz viel Zunei­gung. Und so ist auch Monita noch immer auf die Liebe und Gebor­gen­heit der Baby­sitter ange­wiesen. Denn so tolle und einzig­ar­tige Fort­schritte dieses starke Mädchen macht, irgend­wann ist dann doch mal alles zu viel und sie flüchtet sich in die Arme ihrer Baby­sit­terin. Sie ist schließ­lich doch noch ein kleines Orang-Utan-Kind und wir freuen uns auf viele weitere Aben­teuer mit unserer Monita. 

Möchten Sie einen unserer Wald­schüler auf seinem Ausbil­dungsweg begleiten und ihm dabei Stück für Stück sein Leben in Frei­heit zurück­geben? Dann werden Sie Pate!

Unsere Stars der ORANGUTAN JUNGLE SCHOOL: Big Boy Beni

Unsere Stars der ORANGUTAN JUNGLE SCHOOL: Big Boy Beni

Diese Orang-Utans berühren die Herzen hundert­tau­sender Menschen welt­weit. In der Sendung ORANGUTAN JUNGLE SCHOOL können Sie unsere Wald­schüler im Schutz­zen­trum von Nyaru Menteng auf ganz beson­dere Weise kennen­lernen und sie durch ihren Alltag begleiten. Und dabei sind es vor allem die ganz indi­vi­du­ellen Persön­lich­keiten der Tiere, die zum Staunen, Lachen und Weinen einladen. In unserer Portraitreihe möchten wir Ihnen einige unserer tieri­schen TV-Stars noch einmal vorstellen.

Wenn es einen echten Star in der „Oran­gutan Jungle School“ gibt, dann ist das ohne Zweifel Big Boy Beni. Gegen seinen Charme kann selbst die einzig­ar­tige Alba einpa­cken. Beni, der Uner­sätt­liche, ist einfach ein echter Showman – unter­haltsam, liebens­würdig und irgendwie auch immer ein biss­chen der trau­rige Clown, den man einfach nur in die Arme schließen möchte. Eine echte Marke eben, dem keiner lange böse sein kann. Ganz egal was für einen Unfug er nun wieder ange­stellt hat.

Gerettet wurde Beni 2016 im Alter von zwei Jahren - ein magerer Bursche
Gerettet wurde Beni 2016 im Alter von zwei Jahren — ein magerer Bursche

Doch Benis Start ins Leben war hart, so wie der von all unseren Schütz­lingen. Als Baby verlor er seine Mutter, die vermut­lich von Wilde­rern getötet worden war. Die Bewohner eines Dorfes in Zentral-Kali­mantan entdeckten ihn, wie er allein auf einem Tele­fon­mast herum­ge­klet­tert war. Sie fingen ihn ein und brachten ihn zum örtli­chen Bezirksamt. Als unser Rettungs­team am 8. April 2016 gerufen wurde, fanden sie einen winzigen Orang-Utan vor, der in einem Käfig vor dem Bezirksamt gehalten wurde. Er wog nur 4,3 Kilo­gramm – viel zu wenig für ein zwei­jäh­riges Orang-Utan-Baby. Außerdem war er stark dehy­driert, litt unter einer Wurm­in­fek­tion und hatte Fieber. Wir vermuten, dass er nie als Haus­tier gehalten worden war, denn er zeigte noch natür­liche Verhal­tens­weisen und verhielt sich wie ein wilder Orang-Utan. Völlig verängs­tigt und aufge­bracht war der kleine Beni, als er in unsere Obhut kam. 

Glück­li­cher­weise konnte er sich im Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng schnell erholen. Und Essen wurde zu seiner neuen Leiden­schaft. Alles was süß und lecker war, schnappte er sich. Und das auf dem bequemsten Weg wie möglich. Sei es direkt aus dem Futter­korb der Baby­sit­te­rinnen oder aus den Händen seiner Mitschüler. Und doch konnte ihm niemand lange böse sein. Sein freund­li­cher Charme, sein Bitten, Betteln und Jammern erweichte jedes Herz. 

Im Rettungszentrum Nyaru Menteng erholt er sich schnell
Im Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng erholt er sich schnell

Leider blieb das jedoch nicht folgenlos. Denn so sehr Beni das süße Futter liebt, so wenig liebt er es, sich dafür anzu­strengen. Klet­tern? Ist doch viel zu mühsam. Und so wurde Big Boy Beni bald zum Sorgen­kind. Mit zehn Kilo Über­ge­wicht und wenig Moti­va­tion den Lektionen der Wald­schule zu folgen, wuchsen unsere Sorgen, ob er jemals ein Kandidat für die Auswil­de­rung werden könnte. Denn im Dschungel ist das Wissen, das in der Wald­schule gelehrt wird, überlebenswichtig. 

Futtern
Lieb­lings­be­schäf­ti­gung: Futtern

Streng und unnach­giebig mussten die Baby­sit­te­rinnen und Tier­ärzte bei Beni durch­greifen. So schwer es allen fiel. Beni bekam eine Diät verordnet. 

Der qualvolle Moment auf der Waage. Zeigt die Diät Wirkung?
Der qual­volle Moment auf der Waage. Zeigt die Diät Wirkung?

Und tatsäch­lich verbes­serte sich sein Gesamt­zu­stand. Zwar ist Beni noch immer größer und kräf­tiger als seine Alters­ge­nossen, und auch sein Appetit ist noch immer unge­zü­gelt, aber das Gesamt­paket Beni hat eine erfreu­liche Entwick­lung durchgemacht.

Groß, größer, Big Boy Beni
Groß, größer, Big Boy Beni

So hat er nun, mit sieben Jahren, die Wald­schule abge­schlossen und wartet darauf, bald einen Platz auf der Wald­uni­ver­sität – einer Voraus­wil­de­rungs­insel – zuge­wiesen zu bekommen. Bis es soweit ist, lebt er in einem Sozia­li­sie­rungs­ge­hege. Denn Beni ist jetzt mitten­drin in der Pubertät. In der Wildnis lösen sich die Jung­tiere im Alter von sechs bis acht Jahren von ihren Müttern, werden unab­hängig und beginnen, ihren eigenen Weg zu gehen. In dieser Zeit werden sie aggres­siver und demons­trieren ihre Stärke, wenn sie sich einge­schüch­tert fühlen oder schlecht gelaunt sind. Vor allem die jungen Männ­chen, die das Poten­tial haben, sich zu einem domi­nanten Orang-Utan zu entwi­ckeln. Und das Poten­tial zeigt Big Boy Beni ganz eindeutig. Beni ist für unsere Baby­sit­te­rinnen einfach unkon­trol­lierbar geworden. Mit seiner körper­li­chen Stärke und seinem Dick­schädel könnte Beni unseren Mitar­bei­tern oder seinen Mitschü­lern unab­sicht­lich eine schwere Verlet­zung zufügen. 

Auf dem Weg, ein Orang-Utan-Mann zu werden
Auf dem Weg, ein Orang-Utan-Mann zu werden

Jetzt können wir es kaum erwarten bis Beni bald auf einer Insel zeigen kann, was für ein wilder Kerl in ihm steckt. Und wir freuen uns auf den Tag, an dem er in seine wahre Heimat, den Regen­wald, zurück­kehren darf.

Möchten Sie einen unserer Wald­schüler auf seinem Ausbil­dungsweg begleiten und ihm dabei Stück für Stück sein Leben in Frei­heit zurück­geben? Dann werden Sie Pate!

Die ORANGUTAN JUNGLE SCHOOL hat ihre Pforten geöffnet

Die ORANGUTAN JUNGLE SCHOOL hat ihre Pforten geöffnet

Herein­spa­ziert in die „Oran­gutan Jungle School“ heißt es ab Donnerstag, 6. Mai um 20:15 Uhr auf SAT.1 GOLD. Die Erfolgs­serie wurde seit 2018 in unserem Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng gedreht, begeis­terte welt­weit schon Millionen von Menschen und bietet einen so zuvor noch nie gese­henen Blick auf unsere Wald­schüler. Endlich sind sechs Folgen der Doku-Reihe auch im deut­schen Fern­sehen zu sehen.

Tieri­sche Stars wurden durch die „Oran­gutan Jungle School“ geboren, die sicher­lich auch in Deutsch­land bald eine große Fange­meinde entzü­cken werden: So zum Beispiel „Big Boy“ Beni, der durch seinen über­mä­ßigen Appetit mit Gewichts­pro­blemen zu kämpfen hat. Oder Herzens­bre­cherin Monita, die nach ihrer Rettung die ersten Tage in der „Jungle School“ meis­tern muss. Natür­lich Alba, der welt­weit einzige Albino-Orang-Utan. Und viele weitere unserer Waldschüler.

Ab 6. Mai zeigt SAT.1 GOLD immer donners­tags um 20:15 Uhr neue Folgen aus der BOS-Wald­schule. Wie der kosten­freie Sender SAT.1 GOLD empfangen werden kann, ist hier nach­zu­lesen. Online ist der Live­stream der „OJS“ auch nur eine Regis­trie­rung entfernt.
Und nach der Ausstrah­lung im TV sind die Folgen jeweils vier Wochen lang in der SAT.1 GOLD-Media­thek abrufbar. 

Hier zusam­men­ge­fasst alle Sendetermine:

6. Mai 2021, 20:15 Uhr — Folge 1: Will­kommen in der Rettungsstation

13. Mai 2021, 20:15 Uhr — Folge 2: Albino Alba setzt sich durch

 20. Mai 2021, 20:15 Uhr — Folge 3: Die Wildnis ruft!

 27. Mai 2021, 20:15 Uhr — Folge 4: Kein Glück für Beni

3. Juni 2021, 20:15 Uhr — Folge 5: Erik in Lebensgefahr

10. Juni 2021, 20:15 Uhr — Folge 6: Ein Abschied für immer

 

Als Orang-Utan-Retter können Sie die Wald­schüler und unsere Arbeit in den Rettungs­zen­tren unterstützen.