Zwei Jahre ist es her, dass Cici im Bukit Batikap Schutzwald ausgewildert wurde. Und weitere zehn Jahre seit ihrem Umzug von Ost- nach Zentral-Kalimantan. Jetzt haben unsere Ranger die Orang-Utan-Dame bei einer Patrouille im Wald wiedergetroffen. Und eine schöne Entdeckung gemacht.
Am 8. Januar 2003 wurde Cici zum zweiten Mal das Leben geschenkt: Es ist der Tag ihrer Ankunft im BOS-Rettungszentrum Samboja Lestari. Und im November 2023 wurde sie – aus dem BOS-Rettungszentrum Nyaru Menteng – im Schutzwald Bukit Batikap ausgewildert. Ein ganz schön langer Lebensweg, der keineswegs geradeaus führte, liegt bereits hinter Cici. Umso glücklicher waren unsere Ranger, als sie die Orang-Utan-Dame kürzlich bei bester Gesundheit in Bukit Batikap antrafen und beobachten durften.
Cici lebt seit ihrer Auswilderung im November 2023 im Bukit Batikap Schutzwald
Orang-Utan-Dame Cicis Freiheit kam in Etappen
Nach ihrer Rettung als etwa drei- bis vierjähriges Orang-Utan-Mädchen vor 22 Jahren durchlief Cici erfolgreich und recht schnell die Waldschule von Samboja Lestari, bewies sich auf der Vorauswilderungsinsel und sollte eigentlich schon im Oktober 2013 ausgewildert werden. Bei den gründlichen medizinischen Tests, die alle unsere Schützlinge vor ihrem großen Tag durchlaufen, machten die Tierärzte jedoch eine Entdeckung, die alles verändern sollte: Cicis Heimat war nicht in Ost-Kalimantan, wohin die Auswilderung geplant war. Sie gehörte einer in Zentral-Kalimantan heimischen Subspezies an (Pongo pygmaeus wurmbii).
Eine schwere Entscheidung
So mussten wir Cicis Auswilderung verschieben. In Übereinstimmung mit nationalen und internationalen Standards der Weltnaturschutzunion (IUCN) hat das BOS-Team entschieden, dass Cici dorthin gebracht wurde, wohin sie eigentlich gehörte. Und so reiste die damals 14-Jährige in der Transportkiste, die sie in den Regenwald bringen sollte, in unser Rettungszentrum Nyaru Menteng. Dort sollte es weitere zehn Jahre dauern – auch bedingt durch die Einschränkungen der Pandemie – bis Cici ihre nächste Chance auf die Freiheit bekam.
Doch nicht alle Verzögerungen enden mit Bedauern! Was zunächst wie ein schwerer Rückschlag erschien, war rückblickend die genau richtige Entscheidung. Während ihres Aufenthaltes in Nyaru Menteng war das jedoch nicht immer offensichtlich.
Cici musste viel Geduld beweisen, bis wir ihr die Freiheit schenken konnten
Cici erlangte in Nyaru Menteng schnell Bekanntheit für ihre starke und oft aggressive Persönlichkeit. Tierpfleger und das Veterinärteam mussten in ihrer Gegenwart stets wachsam sein. Doch ihr wildes Auftreten war schlicht und einfach der Ausdruck ihres unglaublichen Überlebenswillens. Und genau dieser Instinkt half ihr später, in der Wildnis zu zurechtzukommen.
Der Tag der Auswilderung: endlich in Freiheit
Im November 2023 war es dann wirklich und wahrhaftig soweit. Die Tür von Cicis Transportbox öffnete sich im Bukit Batikap-Schutzwald und sie schoss blitzschnell heraus. Direkt kletterte sie auf einen nahegelegenen Baum und verschwand im Blätterdach des Waldes. Doch Cici wäre nicht Cici, wenn sie unserem Team nicht einen letzten Denkzettel mitgegeben hätte.
Als sich die Luke der Auswilderungsbox öffnete, hatte Cici es sehr eilig
Zehn Minuten nach ihrem Verschwinden stürmte die 24-jährige Orang-Utan-Dame auf unser Post-Release Monitoring (PRM) Team zu, das die neuen Wilden aus gebührender Entfernung beobachtete. Und so erlebte unser PRM-Team einen intensiven und herausfordernden ersten Tag der Nachbeobachtung.
Ein derart aggressives Verhalten ist nicht ungewöhnlich
Viele Orang-Utans reagieren nach langen Transportwegen gestresst, was zu defensiven oder aggressiven Reaktionen führen kann. Und so blieb unser erfahrenes PRM-Team ruhig und geduldig, hielt so gut wie möglich Abstand zu den frisch ausgewilderten Primaten und wartete ab, bis sie sich beruhigt und an die neue Umgebung gewöhnt hatten.
Zwei Jahre später: Cici ist ruhig und selbstbewusst
Vor kurzem, ganze zwei Jahre nach ihrer Auswilderung, trafen unsere Ranger Cici in der Nähe des Flusses Joloi wieder. Das Orang-Utan-Weibchen wirkte während der Beobachtung ruhig und selbstbewusst. Die meiste Zeit verbrachte sie damit, den Wald zu erkunden. Ganz ohne Anzeichen von Aggression, die sie bei der letzten Begegnung an den Tag gelegt hatte. Zufrieden bewegte sie sich durch ihren natürlichen Lebensraum, an den sie sich ganz offensichtlich bestens angepasst hatte.
Das Warten auf die Auswilderung hat sich gelohnt
Unsere Ranger konnten nach der Beobachtung berichten, dass Cici in ihrem neuen Lebensraum förmlich aufgeblüht ist. Die Orang-Utan-Dame war gesund, kräftig und wirkte völlig sicher, während sie sich durch den Wald bewegte. Damit ist ihre Geschichte ein wunderbarer Beweis dafür, dass Geduld und manchmal auch schwere Entscheidungen zu nachhaltigen Ergebnissen im Artenschutz führen.
Kapuan ist ein Opfer des illegalen Wildtierhandels. Sie ist, vermutlich als Baby, nach Thailand verschleppt worden, wo sie bis zu ihrer Rettung in einem Vergnügungspark ausgebeutet wurde. Am 22. November 2006 kehrte sie – nach langen diplomatischen Verhandlungen – gemeinsam mit 47 weiteren geretteten Orang-Utans nach Borneo zurück. Wären ihre Retter nicht gewesen, hätten Kapuan und ihre Artgenossen ihr Leben in einem Freizeitpark bei Boxkämpfen und ähnlichen Shows zur Belustigung von Touristen verbringen müssen.
Orang-Utan-Show in einem Freizeitpark in Thailand. Diesem Schicksal ist Kapuan entkommen | Foto: Jayaprakash Bojan
Doch Kapuan hatte großes Glück. Etwa sechseinhalb Jahre alt war sie bei ihrer Ankunft im BOS-Rettungszentrum Nyaru Menteng. Hier sollte sie lernen, was ein wilder Orang-Utan für ein Leben in Freiheit können und wissen muss. 2022 war sie bereit, auf eine Vorauswilderungsinsel zu ziehen. Diese letzte Hürde vor der großen Freiheit nahm sie mit Bravour: Sie bewegte sich sicher durch die Baumkronen, kam nur selten auf den Boden und suchte engagiert nach natürlicher Nahrung.
Ein Meilenstein für den Artenschutz
Jetzt wurde ihr im Nationalpark Bukit Baka Bukit Raya die Freiheit geschenkt.
Kapuans Transportbox wird geöffnetEndlich ist Kapuan an dem Ort, an den sie gehört
Damit ist Kapuan der 14. aus Thailand gerettete Orang-Utan, den die BOS Foundation auswildern konnte – ein echter Meilenstein für den Artenschutz. Der Weg dahin war nicht einfach: diplomatisches Geschick und 19 Jahre hingebungsvolle Pflege. Doch jeder einzelne Orang-Utan, der wieder in den Regenwald zurückkehren darf, macht all diese Mühen mehr als wert.
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Das weiß auch Dr. Jochen Weber, Zahnarzt aus Neustadt an der Weinstraße. Er hat bei dieser 46. Auswilderung aus dem Rettungszentrum Nyaru Menteng ganz besonders mitgefiebert. Denn unter den sieben neuen Wilden war auch das 18 Jahre alte Weibchen Putri – der Orang-Utan, den er seit 2007 mit seinen Spenden unterstützt. Und nicht nur er. Auch unter seinen Patientinnen und Patienten sind inzwischen viele Putri-Fans. „Vor allem die Kinder fragen mich immer wieder, ob es etwas Neues von Putri gibt“, berichtet Dr. Weber, der vor seinem Zahnmedizinstudium Biologie mit Schwerpunkt Zoologie studiert hatte.
Dr. Weber in seiner Zahnarztpraxis. Hier hält er auch seine Patientinnen und Patienten über Putri auf dem Laufenden | Foto: Privat
„Orang-Utans – und Schildkröten – waren immer schon meine Lieblingstiere. Man kann sich ihnen nicht entziehen. Diese enge, langjährige Mutter-Kind-Bindung, all ihre Fertigkeiten, die faszinierenden Persönlichkeiten, ihre Lernfähigkeit“, schwärmt der Zahnarzt. „Und Orang-Utan-Babys sind doch wirklich das niedlichste, was es gibt.“ Doch schwärmen allein reichte Dr. Weber nicht, der neben BOS auch ein Kinderhospiz in seiner Region unterstützt. „Ich sehe es als meine Verpflichtung als gut Verdienender an, etwas zurückzugeben. Darum habe ich auch immer wieder Vorträge vor Kolleginnen und Kollegen gehalten, um auch sie zu motivieren“, sagt er. Zumindest seine Patienten hat er überzeugt. Denn sie spenden gern immer wieder ihr Zahngold für Putri und die Orang-Utans.
Putris Leben in Freiheit hat begonnen
Jetzt war Putris großer Moment gekommen: Im Nationalpark begann auch für sie das große Abenteuer Freiheit. Das Video von Putris ersten Schritten in Freiheit hat Dr. Weber tief bewegt. „Jetzt hoffe ich, dass sie es im Regenwald schafft. Und vor allem, dass der Lebensraum der Orang-Utans nicht noch weiter zerstört wird“, wünscht er sich. Dieser Hoffnung können wir uns nur anschließen. Wir wünschen Putri, Kapuan, Otan, Momot, Wibowo, Berunay und Ficz einen guten Start in ihrem neuen wilden Leben im Nationalpark.
Wilde Orang-Utans und ihre Artgenossen, die in Rehabilitationszentren auf ein Leben in der Wildnis vorbereitet wurden, weisen wichtige Verhaltensunterschiede auf. Diese Unterschiede zu verstehen, ist der Schlüssel für eine bessere Gestaltung unserer Auswilderungs- und Post-Monitoring-Programme. Solche Erkenntnisse helfen auch bei der Verbesserung der existierenden Orang-Utan-Rehabilitationsprogramme.Unsere bisherigen Beobachtungen zeigen, dass Orang-Utans, die durch Menschen rehabilitiert wurden, größeren Herausforderungen in der Wildnis gegenüberstehen und oft auch nach der Auswilderung Unterstützung brauchen – etwa bei Mensch-Tier-Konflikten. Daher soll das ultimative Ziel sein, den bestehenden Orang-Utan-Habitat und seine Bewohner zu schützen, sodass immer weniger Tiere eine menschliche Rehabilitation brauchen.
Lesans Geschichte
Lesan lebt seit 2012 im Auswilderungswald von Kehje Sewen und hat mittlerweile zwei Orang-Utan-Kinder geboren und ihnen das Überleben im Wald beigebracht. Inzwischen sind knapp 13 Jahre seit ihrer Auswilderung vergangen. Trotzdem trifft unser Post-Monitoring-Team immer wieder auf die Orang-Utan-Mutter. Dabei ist unseren Rangern etwas Seltsames aufgefallen: Lesan und ihre beiden Kinder verhalten sich komplett unterschiedlich gegenüber unseren Kollegen. Die Orang-Utan-Mutter wirkt gelassen und scheint an die Anwesenheit der Beobachter gewöhnt zu sein, während ihre Tochter Ayu defensiver reagiert. In solchen Fällen hält unser Post-Release-Monitoring-Team (PRM) während der Beobachtung einen sicheren Abstand.
Lesan und ihr neugeborenes Baby
Rehabilitierte Orang-Utans vs. Wilde Orang-Utans
Rehabilitierte Orang-Utans zeigen deutlich andere Verhaltensweisen als ihre in der Wildnis geborenen und aufgewachsenen Artgenossen. Ein wesentlicher Unterschied ist ihre größere Toleranz gegenüber Menschen – etwas, das bei wilden Orang-Utans nicht zu beobachten ist. Das liegt daran, dass rehabilitierte Orang-Utans von klein auf an den Umgang mit Menschen gewöhnt sind, sei es während Rettungseinsätzen, medizinischer Behandlung oder der täglichen Pflege in Rehabilitationszentren.
Zudem verfügen wilde Orang-Utans in der Regel über ein umfassenderes und instinktives Wissen über natürliche Nahrungsquellen im Wald. Im Gegensatz dazu benötigen solche, die in Rehabilitationszentren geboren wurden, mehr Zeit und spezifisches Training, um angemessene Nahrungssuchstrategien zu entwickeln.
Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied liegt in ihrer Fähigkeit, Nester zu bauen. Wilde Orang-Utans lernen diese Fertigkeit direkt von ihren Müttern. Rehabilitierte Orang-Utans hingegen tun sich anfangs oft schwer damit. Sie müssen diese Fähigkeit durch Beobachtung in der „Waldschule“ erlernen. Diese Lernerfahrung prägt auch ihr Sozialverhalten. Während Orang-Utans von Natur aus halbsolitaire Tiere sind, zeigen rehabilitierte Orang-Utans aufgrund ihrer frühen sozialen Prägung oft ein höheres Maß an sozialer Interaktion.
Der Geburtsort entscheidet: Die Wurzeln der Verhaltensunterschiede
Wild geborene Orang-Utans erwerben Überlebensfähigkeiten direkt von ihren Müttern in ihrem natürlichen Lebensraum. Orang-Utans aus Rehabilitationszentren hingegen wachsen in einer vom Menschen geprägten Umgebung auf. Dadurch fehlen ihnen frühe Erfahrungen, die die Komplexität des wilden Lebens widerspiegeln. Daher entwickeln sie ihr Verhalten durch strukturierte Lernprozesse wie die Waldschule und nicht durch Instinkt oder mütterliche Aufzucht.
Rehabilitierte Orang-Utan lernen Nestbau in der Waldschule durch Beobachten und Nachmachen.Orang-Utan-Freundschaft im Dschungel
Trotzdem zeigen rehabilitierte und wild aufgewachsene Orang-Utans relativ ähnliche Überlebensfähigkeiten. Neben Lesan machen sich auch andere Waldschulabsolventen sehr gut. Beispiele sind die Orang-Utans Indie, Padma und Hiran, Nachkommen der rehabilitierten Orang-Utans Inung, Sayang und Hilda. Die Beobachtung dieser jungen Orang-Utans in der Wildnis zeigt, dass rehabilitierte Mütter durchaus in der Lage sind, ihren Nachwuchs zu unterrichten – selbst wenn ihre eigenen erlernten Fähigkeiten nicht so instinktiv sind wie die wild geborener Tiere.
Orang-Utan-Mutter Sayang mit ihrer Tochter Padma und ihrem neugeborenen Baby Hilda und Hiran
Auch Orang-Utan Mardianto hat seine Anpassungsfähigkeit in der Wildnis bewiesen. Er wurde 2015 ohne Backenwülste ausgewildert, doch heute ist er zu einem dominanten Männchen herangewachsen, das durch die Wälder des Nationalparks Bukit Baka Bukit Raya (TNBBBR) streift.
Die BOS Foundation betreibt neben der Rehabilitation und den Aufforstungsprogrammen auch wichtige Forschung im Bereich Orang-Utan-Verhalten. Durch eine stetige Verbesserung unserer Arbeit können wir stolz sagen, dass wir mittlerweile knapp 550 Orang-Utans zu wilden Orang-Utans rehabilitiert haben.
Atmoko, S. U., Setia, T. M., Goossens, B., James, S. S., Knott, C. D., Morrogh-Bernard, H. C., … & van Noordwijk, M. A. (2009). Orangutan mating behavior and strategies. In: Orangutans: Geographic variation in behavioral ecology and conservation (S. 235–244).
Van Schaik, C. (2004). Di Antara Orangutan. Kera Merah dan Bangkitnya Kebudayaan Manusia (Soetami, Übers.). Jakarta: Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS). (Erstveröffentlichung 2004, deutsche Referenzierung 2006).
Russon, A. E. (2009). Orangutan rehabilitation and reintroduction. In: Orangutans: Geographic variation in behavioral ecology and conservation (S. 327–350).
Schuppli, C., Forss, S. I., Meulman, E. J., Zweifel, N., Lee, K. C., Rukmana, E., … & van Schaik, C. P. (2016). Development of foraging skills in two orangutan populations: needing to learn or needing to grow?. Frontiers in Zoology, 13(1), 43.
Mitten im üppigen Regenwald des Nationalparks Bukit Baka Bukit Raya (BBBR) in Zentral-Kalimantan kam es zu einem unerwarteten, berührenden Wiedersehen: Unsere Beobachtungs-Teams trafen auf eine Orang-Utan-Mutter – und ihr Baby. Zunächst dachten sie, es handle sich um Hilda, eine andere ausgewilderte Orang-Utan-Dame. Doch ein genauer Blick brachte Gewissheit: Es war Melisa.
Melisa wurde Ende Juli 2019 nach erfolgreicher Rehabilitation in die Freiheit entlassen. Seitdem hat sie sich wunderbar an das Leben im Dschungel angepasst. Meist versteckte sie sich hoch oben im dichten Blätterdach und ließ sich nur selten von unseren Rangern entdecken. Umso größer war die Freude, als sie 2023 plötzlich wieder auftauchte – diesmal mit einem kleinen Baby, das sich fest an ihren Rücken klammerte.
Melisa beschützt ihr Baby
Eine wilde Mutter mit starkem Instinkt
Leider war dieser erste Blick auf Melisa und ihr Junges nur flüchtig. Die erfahrene Orang-Utan-Mutter zeigte sofort ihren natürlichen Schutzinstinkt: Sie hielt Abstand zu den Menschen und verschwand rasch wieder im Dickicht des Regenwalds. Dennoch konnte das Team erkennen, dass das Baby noch sehr jung war – vermutlich hatte es rund um den Juni 2023 das Licht der Welt erblickt.
Endlich ist es uns geglückt, das Baby……und seine Mutter etwas genauer zu beobachten
Erst jetzt hatte ein Beobachtungsteam mehr Glück. Es konnte Melisa länger beobachten. Das Baby, inzwischen etwa zwei Jahre alt, klammert sich weiterhin fest an seine Mutter. Sein Geschlecht konnte bisher nicht festgestellt werden – so eng ist die Bindung zwischen Mutter und Kind.
Hoffnungsträgerin im grünen Paradies
Das Beste an dieser Geschichte? Melisa und ihr Baby sind gesund, aktiv und voller Energie. Das Monitoring-Team beobachteten, wie sie gemeinsam Nahrung suchten, kletterten und sich ganz natürlich durch den Dschungel bewegten. Es ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Melisa ihren Platz in der Wildnis gefunden hat – den sie ihn nun mit einem neuen Leben teilt.
Acht Babys konnten wir im Nationalpark bereits entdecken. Melisas Nachwuchs ist das jüngste Orang-Utan-Kind
Melisas Geschichte ist mehr als eine herzerwärmende Begegnung. Sie ist ein Symbol für die Erfolge langjähriger Schutzmaßnahmen, Rehabilitation und sorgfältiger Nachbetreuung. Ohne diese kontinuierliche Arbeit wäre ein solches Wiedersehen kaum möglich gewesen. Wir werden Melisa und ihr Junges weiterhin begleiten – und hoffen, bald mehr über das kleine Orang-Utan-Wunder zu erfahren.
Zwölf Jahre haben wir Jumbo im BOS-Rettungszentrum Nyaru Menteng auf diesen großen Tag vorbereitet. Nach Hanau, Rongda, Pirang und Radmala ist Jumbo der fünfte Orang-Utan, den wir im Mai im Nationalpark Bukit Baka Bukit Raya ausgewildert haben. Jetzt erst beginnt die eigentliche Herausforderung für das Orang-Utan-Männchen – das freie Leben im Regenwald.
Nachdem sich die Schiebetür des Transportkäfigs geöffnet hatte, konnten wir Jumbo seine große Begeisterung richtig ansehen, mit der er den Regenwald begrüßte. Sofort begann er, seine Umgebung zu erkunden. Interessanterweise kletterte Jumbo nicht direkt auf einen Baum, sondern verbrachte zunächst Zeit auf dem Waldboden. Laut unserem Tierarzt war dies wahrscheinlich Teil seines Anpassungsprozesses – er wollte seine neue Umgebung näher kennenlernen.
Schnell lässt Jumbo die Transportbox hinter sich
Jumbos Neugierde auf seine neue Umgebung war offensichtlich. Irgendwann näherte er sich unserem Post-Release-Monitoring-Team (PRM), das ihn aus der Ferne beobachtete.
Verfolger im Regenwald
Das PRM-Team folgt Jumbo, wie allen frisch ausgewilderten Orang-Utans, in den ersten Tagen und Wochen – so lange, bis wir sicher sind, dass die Tiere sich gut in der Wildnis eingewöhnt haben. Oder sie schneller unterwegs sind, als ihre menschlichen Verfolger und im dichten Regenwald verschwinden.
Gewissenhaft notiert das PRM-Team alle Beobachtungen
Die PRM-Teams observieren dabei die Orang-Utans vom Moment der Käfigöffnung, bis sie es sich in ihrem Schlafnest gemütlich gemacht haben. Am nächsten Morgen, noch vor Sonnenaufgang, findet sich das PRM-Team dann erneut unter dem Schlafnest ein, um dem Orang-Utan auf seinen Streifzügen zu folgen.
Jumbo fixiert das PRM-Team
Als Jumbo erkannte, dass das PRM-Team keine Bedrohung darstellte, kletterte er schließlich auf einen Baum und begann, junge Blätter zu knabbern. Er wirkte ruhig und gelassen zwischen den Ästen und warf gelegentlich einen Blick auf unser Team, das weiterhin jede seiner Bewegungen aufzeichnete.
Gute Nacht nach einem aufregenden Tag
Als die Nacht hereinbrach, zeigte Jumbo eine weitere wichtige Überlebensfähigkeit – das Nestbauen. Er begann, Blätter zu sammeln, um sich einen Platz zum Ausruhen zu bauen. Ungewöhnlicherweise entschied er sich, sein Nest auf einem stabilen unteren Ast zu bauen, anstatt wie die meisten wilden Orang-Utans im Blätterdach. Als er fertig war, entspannte er sich in seinem Nest und beobachtete ruhig den Wald, der langsam von der Dunkelheit umhüllt wurde.
Jumbo wurde müde, als die Sonne hinter den Bäumen unterging. Bald darauf schlief er tief und fest in seinem einfachen Nest – mitten im Herzen des üppigen Tropenwaldes, der nun sein neues Zuhause ist. Dies ist ein neuer Anfang für Jumbo, ein lang ersehnter Moment der Freiheit seit dem Tag, an dem er zum ersten Mal im Nyaru Menteng Rehabilitationszentrum angekommen war.
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