Heim­kehr in die Wildnis: Fünf Orang-Utans ausgewildert

Heim­kehr in die Wildnis: Fünf Orang-Utans ausgewildert

Ab in die Frei­heit, hieß es jetzt für fünf reha­bi­li­tierte Orang-Utans aus dem BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng. Am 18. Juni 2026 wurden die Weib­chen Farida, Semeru und Lykke und die Männ­chen Nett (auch unter dem Namen Otang bekannt) und Himba im Natio­nal­park Bukit Baka Bukit Raya ausge­wil­dert. Sechs bis 22 Jahre haben die fünf Orang-Utans in der Obhut der BOS Foun­da­tion verbracht.

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Mehr Infor­ma­tionen

Der heute 15 Jahre alte Himba kam 2011 mit schwersten Verbren­nungen am ganzen Körper zu BOS. Er über­lebte nur, dank des inten­siven Einsatzes des BOS-Tier­ärzte-Teams und der liebe­vollen Pflege durch seine Baby­sit­terin Mariana.
Lykke ist mit 23 Jahren die Älteste der Gruppe, Nett mit elf Jahren der Jüngste. Semeru und Farida wurden aus ille­galer Haltung befreit.

Damit sind es 561 reha­bi­li­tierte Orang-Utans, die die BOS Foun­da­tion seit 2012 in Regen­wald­schutz­ge­biete ausge­wil­dert hat.

Auch Sie können zum Orang-Utan-Retter werden.

Vom Feuer gezeichnet: Himbas unglaub­liche Geschichte

Vom Feuer gezeichnet: Himbas unglaub­liche Geschichte

Als Orang-Utan-Baby verliert Himba seine Mutter bei einem Wald­brand. Schwer verbrannt und dem Tod näher als dem Leben wird er in das BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng gebracht. Fast 15 Jahre später kann er als starker, selbst­stän­diger Orang-Utan in die Frei­heit zurück­kehren. Seine Geschichte ist eine Geschichte von Hoff­nung, Durch­hal­te­ver­mögen und dem uner­müd­li­chen Einsatz vieler Menschen.

Als der Holz­sammler Pendi Amat am 2. Oktober 2011 mit einem Papp­karton das BOS-Orang-Utan-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng in Zentral-Kali­mantan erreicht, bietet sich den Mitar­bei­tenden ein erschüt­ternder Anblick. In der schmut­zigen Kiste liegt auf einer alten Decke ein hilf­loses Orang-Utan-Baby. Seine Haut ist von schweren Brand­wunden gezeichnet, seine vor Erschöp­fung nur noch halb geöff­neten Augen spie­geln seine Verzweif­lung wider.

schwer verletztes Orang-Utan-Baby mit Brandwunden bei Übergabe an BOSF in Pappkarton
Mehr tot als lebendig: Himba bei seiner Ankunft im BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng am 2. Oktober 2011

Rettung in letzter Minute

Gefunden wurde das Jung­tier von Pendis Freund Chen am Rand des Dorfes Takaras, einige Kilo­meter nörd­lich von Palang­ka­raya. In den umlie­genden Wäldern wütete ein Feuer, das sich bedroh­lich dem Dorf näherte. Chen beob­ach­tete, wie ein Hund mit einer Orang-Utan-Mutter kämpfte. Das Weib­chen war bereits schwer verbrannt und viel zu schwach, um sich zu vertei­digen. Es starb während des Kampfes und hinter­ließ sein Junges allein.
Erschüt­tert nahm Chen das Baby mit nach Hause. Drei Tage später entdeckte Pendi den kleinen Orang-Utan in Chens Hütte. Sofort erkannte er, wie kritisch dessen Zustand war, und über­zeugte seinen Freund, das Tier in die Obhut von BOS zu geben.

Ein Kampf ums Überleben

Im Rettungs­zen­trum begann sofort der Wett­lauf gegen die Zeit. Der dienst­ha­bende Tier­arzt Dr. Agus Fahroni brachte den kleinen Pati­enten direkt in die Klinik.
Das Team gab dem kleinen Orang-Utan-Baby den Namen Himba. Er war damals schät­zungs­weise sechs Monate alt, wog gerade einmal 3,3 Kilo­gramm und litt unter hohem Fieber sowie schweren Verbren­nungen an Händen, Füßen, Gesicht und Kopf. Teile seiner verbrannten Haut lösten sich bereits ab.

schwer verletztes Orang-Utan-Baby mit Brandwunden nach Erstversorgung bei BOS Foundation
Erste Hilfe: Sofort begannen die BOS-Tier­ärzte mit der medi­zi­ni­schen Versorgung


„Zwei Finger an seiner rechten Hand haben uns beson­ders beun­ru­higt“, erin­nert sich Dr. Agus Fahroni. „Sie waren schwer verletzt und mussten operiert werden. Doch zunächst mussten wir Himba stabi­li­sieren. Andern­falls hätte er die Opera­tion nicht über­lebt.“
Tag und Nacht versorgte das Team den kleinen Orang-Utan mit Flüs­sig­keiten, Sauer­stoff, Anti­bio­tika, Schmerz­mit­teln und Vitaminen. Mit großer Hingabe kämpften die Tier­ärzte, Pfleger und Baby­sit­te­rinnen um sein Leben.

Wenn Feuer den Regen­wald verschlingt

Wald- und Torf­moor­brände sind auf Borneo in der Trocken­zeit keine Selten­heit und bedrohen Jahr für Jahr Orang-Utans und ihren Lebens­raum. Beson­ders in trocken­ge­legten Torf­moor­ge­bieten können sich Feuer über Wochen unter­ir­disch ausbreiten und sind kaum zu kontrol­lieren. Hinzu kommen Brand­ro­dungen, bei denen Wald­flä­chen für land­wirt­schaft­liche Nutzung zerstört werden.

Waldbrand Luftaufnahme Borneo
Kata­strophe: Wald­brände bedrohen Jahr für Jahr das Leben der Orang-Utans

Ob der Brand, der Himbas Mutter das Leben kostete, natür­li­chen Ursprungs war oder durch mensch­li­ches Handeln ausge­löst wurde, ist unbe­kannt. Sicher ist jedoch: Der Verlust ihres Lebens­raums gehört zu den Haupt­gründen dafür, dass Orang-Utans heute vom Aussterben bedroht sind.
Gerade mit Blick auf den erwar­teten Super-El-Niño wächst die Sorge um die Regen­wälder Borneos und ihre tieri­schen Bewohner. Gleich­zeitig zeigt BOS seit Jahren, wie wichtig vorbeu­gender Wald- und Brand­schutz für den Erhalt dieser einzig­ar­tigen Ökosys­teme ist.

Mariana wurde Himbas Ersatzmutter

Neben der medi­zi­ni­schen Versor­gung brauchte der trau­ma­ti­sierte Himba vor allem Nähe, Gebor­gen­heit und Vertrauen. Von Anfang an war Baby­sit­terin Mariana an seiner Seite. Die heute 50-Jährige, selbst Mutter und Groß­mutter, über­nahm die Rolle seiner mensch­li­chen Ersatz­mutter.
„Ich war vom ersten Moment an für Himba da und wir wurden unzer­trenn­lich“, erin­nert sie sich. „Ich konnte nicht einmal allein auf die Toilette gehen, weil er sich nicht von mir lösen wollte.“

Babysitterin Mariana kümmert sich bei BOS um Orang-Utan-Waisen
Ersatz­mutter: Baby­sit­terin Mariana war von Anfang an an Himbas Seite, schenkte ihm Trost, Liebe und Zuversicht

Für trau­ma­ti­sierte Orang-Utan-Babys ist diese enge Bindung über­le­bens­wichtig. In der Wildnis verbringen Orang-Utan-Kinder die ersten sechs bis acht Lebens­jahre nahezu unun­ter­bro­chen an der Seite ihrer Mutter. Nach deren Verlust müssen die Pfle­ge­rinnen bei BOS diese Fürsorge so gut wie möglich ersetzen.

Ein kleines Wunder

Was zunächst nahezu unmög­lich erschien, wurde dank des Einsatzes der Tier­ärzte und Baby­sitter Wirk­lich­keit: Himba erholte sich.

Orang-Utan-Waise Himba in BOS-Rettungszentrum
Himbas neues Leben: Wenige Monate nach seiner Rettung ist Himba nicht wiederzuerkennen

Bereits wenige Monate nach seiner Rettung waren die schweren Brand­ver­let­zungen weit­ge­hend verheilt. Neue, gesunde Haut hatte die Wunden ersetzt. Himbas Vorliebe für Milch und Obst hatten ihn zwei Kilo­gramm Gewicht zulegen lassen. Und mit jedem Tag wuchs auch sein Selbst­be­wusst­sein, so dass er sich auch mal einen Meter von Mariana weg wagte und begann, seine Umge­bung eigen­ständig zu erkunden.

Lernen für das Leben im Wald

Nachdem sich Himba voll­ständig erholt hatte, durfte er sich den anderen Orang-Utan-Waisen im Wald­kin­der­garten von Nyaru Menteng anschließen. Dort lernte er die ersten Grund­lagen für ein Leben in Frei­heit: klet­tern, hangeln und natür­liche Nahrung erkennen.
Drei Jahre später schließ­lich, am 5. März 2014, kam Himba in die Wald­schule. Hier lernte er Schlaf­nester zu bauen, welche Gefahren im Regen­wald lauern können, welche Wald­früchte essbar sind und wie man sie sich zugäng­lich macht sowie das 1x1 der Orang-Utan-Etikette. Alles das, was ihm sonst seine Mutter im Regen­wald beigebracht hätte.

Die Wald­uni­ver­sität

Den nächsten großen Schritt seiner Reha­bi­li­ta­tion machte Himba am 18. Februar 2019: Er zog auf die Voraus­wil­de­rungs­insel Bangamat um – der Wald­uni­ver­sität. Hier leben die Orang-Utans weit­ge­hend selbst­ständig und müssen beweisen, dass sie für die Frei­heit bereit sind. Die Insel ist die letzte Station vor der Auswilderung.

Himba meis­terte diese Heraus­for­de­rung mit Bravour. Er entwi­ckelte sich zu einem geschickten Nahrungs­su­cher und unab­hän­gigen Wald­be­wohner. Menschen gegen­über blieb er zuneh­mend distan­ziert – ein wich­tiges Zeichen für eine erfolg­reiche Reha­bi­li­ta­tion. Auch zu anderen Orang-Utans hielt er zuneh­mend Abstand. Wie viele erwach­sene Männ­chen entwi­ckelte er sich zu einem Einzelgänger.

Endlich frei

Heute ist Himba 15 Jahre alt. Und jetzt beginnt für ihn ein völlig neues Kapitel: Im Natio­nal­park Bukit Baka Bukit Raya darf er endlich das Leben führen, das für jeden Orang-Utan vorge­sehen ist – frei in den Regen­wäl­dern Borneos.
Für Mariana ist dieser Moment ebenso bewe­gend wie erfül­lend: „Himba auf seinem Weg vom hilf­losen, schwer verletzten Orang-Utan-Baby zu einem starken, gesunden und unab­hän­gigen jungen Orang-Utan zu begleiten, war eine ganz beson­dere Erfah­rung. Schon von Anfang an zeich­nete sich Himba durch seine neugie­rige Art und sein sanftes Wesen aus – Eigen­schaften, die mir immer in liebe­voller Erin­ne­rung bleiben werden.“

Ein Hoff­nungs­träger für seine Art

Mit Himbas Auswil­de­rung kehrt nicht nur ein weiterer Orang-Utan dorthin zurück, wo er hinge­hört. Seine Geschichte steht stell­ver­tre­tend für das, was möglich ist, wenn Menschen handeln, anstatt wegzu­sehen. Vom Dorf­be­wohner, der Hilfe suchte, über die Tier­ärzte und Baby­sit­te­rinnen bis hin zu den vielen Unter­stüt­ze­rinnen und Unter­stüt­zern von BOS – sie alle haben dazu beigetragen, dass aus einem schwer verletzten Baby ein freier Orang-Utan werden konnte.

Jede erfolg­reiche Auswil­de­rung stärkt die wilden Orang-Utan-Popu­la­tionen Borneos und gibt Hoff­nung für die Zukunft einer vom Aussterben bedrohten Art. Himbas Geschichte erin­nert uns daran, dass selbst nach den schwersten Schick­sals­schlägen ein Neuan­fang möglich ist.

Auch Sie können solche Neuan­fänge mit Ihrer Spende möglich machen.

Vom Waisen­kind zur Mutter: Sisis Geschichte zeigt, wie Orang-Utan-Schutz wirkt

Vom Waisen­kind zur Mutter: Sisis Geschichte zeigt, wie Orang-Utan-Schutz wirkt

Es ist spät am Nach­mittag im Bukit Batikap Schutz­wald. Mit einem Lang­boot fährt ein Team von Post-Release Moni­to­ring (PRM) Rangern den Joloi Fluss hinunter, zurück ins Camp. Sie haben den Tag damit verbracht, ausge­wil­derte Orang-Utans zu tracken und beob­achten. Der Tag hat für sie vor Sonnen­auf­gang begonnen, für heute ist die Arbeit getan.


Doch dann entscheiden sie, vom Camp aus noch ein Stück Fluss abwärts zu fahren.
Solche Entschei­dungen gehören zum Alltag der BOS-Ranger. Denn wer Orang-Utans im dichten Regen­wald folgt, weiß: Die wich­tigsten Momente lassen sich nicht planen.
Am Vortag hatten sie kurz das Signal des Senders eines ausge­wil­derten Orang-Utans fluss­ab­wärts empfangen, ihn jedoch wieder verloren. Nun hoffen sie auf eine erneute Begegnung.

Feld­for­schung im Regen­wald: BOS-Ranger beob­achten Orang-Utan-Mutter mit Baby


Und tatsäch­lich entde­cken sie nach kurzer Zeit am Fluss­ufer eine Bewe­gung hoch oben im Blät­ter­dach. Sie dros­seln den Boots­motor, nehmen die Fern­gläser an die Augen, suchen die Bäume am Ufer ab – und entde­cken einen Orang-Utan, der sich ruhig von Ast zu Ast bewegt.

Orang-Utan-Mutter und Orang-Utan-Baby Sisi und Sijalu
Sisi ist Mama geworden! Die Ranger nennen das Baby Sijalu


Erst auf den zweiten Blick machen die Ranger eine aufre­gende weitere Entde­ckung: Ein Baby klam­mert sich in das Fell des Orang-Utans! Es ist noch sehr jung, höchs­tens ein Jahr alt.
Und wer ist die Orang-Utan-Dame? Die Ranger glei­chen die körper­li­chen Charak­te­ris­tika des Tieres und seine Gesichts­züge mit der digi­talen Kartei der ausge­wil­derten Tiere ab und können sie zwei­fels­frei als Sisi identifizieren.

Orang-Utan-Waise wird selbst Mutter: Sisis Geschichte bei BOS Deutschland


Sisi kam im Alter von etwa zwei­ein­halb Jahren in das BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng, nachdem sie mutterlos in der Nähe einer Stadt in Südka­li­mantan, Borneo, aufge­funden worden war. Das war Ende des Jahres 2003. Im Oktober 2019, nach 16-jähriger Reha­bi­li­ta­tion, war sie bereit für die Auswil­de­rung im Bukit Batikap Schutzwald.

Orang-Utan Sisi
Sisi kurz vor der Auswil­de­rung im Oktober 2019


Und allem Anschein nach hat sie sich seitdem bestens in ihr neues, freies Leben einge­wöhnt.
Doch wird sie auch in der Lage sein, ihre im Rettungs­zen­trum erlernten Fähig­keiten an ihr Baby weiter­zu­geben – so wie es die Natur eigent­lich vorge­sehen hat, wie es Sisi selbst jedoch verwehrt blieb?

Post-Release Moni­to­ring: Wie BOS Deutsch­land ausge­wil­derte Orang-Utans begleitet


Genau um diese Frage zu beant­worten, beob­achten die BOS-Ranger Sisi und ihr Baby, dem sie den Namen Sijalu gegeben haben, drei Tage lang. Sie sind die ganze Zeit dabei: Von Sonnen­auf­gang, wenn die beiden ihr Schlaf­nest verlassen, bis zum Sonnen­un­ter­gang, wenn Sisi für sich und ihr Kleines an einem neuen Ort ein frisches, gut gepols­tertes Schlaf­nest baut.

Orang-Utan-Mamy Sisi
Sisis Spei­se­plan ist viel­seitig – sie hat sich bestens an ihr Leben in Frei­heit gewöhnt


Die Ranger bleiben dabei auf Abstand. Sie beob­achten und doku­men­tieren, was sie sehen, jedoch ohne zu stören. Es sind drei faszi­nie­rende Tage, die tiefe Einblicke geben in das beson­dere Verhältnis von Mutter und Kind.

Wie Orang-Utan-Babys im Regen­wald über­leben lernen


Für Sisis Baby ist die Welt noch klein. Sie besteht aus warmem Fell und sicheren Armen, der schüt­zenden Nähe der Mutter. Doch während das Kleine aus dieser Sicher­heit heraus die Welt um es herum beob­achtet, beginnt bereits der wich­tigste Lern­pro­zess seines Lebens. Denn alles, was Sisi tut, ist eine Lektion für Sijalu. Welche Pflanzen sind essbar? Wann ist etwas reif? Wie erreicht man die besten Stellen im dichten Blät­ter­dach?
Auch die Ranger sehen genau hin. Wie verhält sich Sisi? Womit verbringt die Orang-Utan-Mutter den Tag? Was frisst sie? Wie groß ist die Viel­falt ihres Spei­se­plans?
Am Joloi-Fluss findet die Orang-Utan-Mutter beson­ders viele Nahrungs­quellen. Die Nähe zum Wasser sorgt für eine große Viel­falt an Pflanzen und diese kostet Sisi aus. Ein deut­li­ches Zeichen dafür, dass sie sich gut in freier Wild­bahn zurecht findet.


Während sie in einem ruhigen Tempo durch die Baum­wipfel klet­tert und immer wieder inne hält, um Früchte zu pflü­cken und zu fressen, bleibt Sijalu in das Fell der Mutter geklam­mert. Am ersten Beob­ach­tungstag ist Mutter­milch die einzige Nahrung, die das Baby immer wieder trinkt.
Am zweiten Tag jedoch löst sich Sijalu ab und zu aus der sicheren Umar­mung, um selb­stän­dige erste kleine Klet­ter­ver­suche zu unter­nehmen. Das Jung­tier ahmt dabei auch seine Mutter nach und probiert einige Bissen wilder Früchte wie Saluoi, Sang­kuang und Lisum.

Ein Moment, der zeigt, was Arten­schutz bewirken kann


Was hier vor den Augen des PRM-Teams geschieht, wirkt ganz ruhig und selbst­ver­ständ­lich. Doch was am Ende eines langen Arbeits­tages als Begeg­nung am Joloi Fluss begann, ist mehr als nur ein schöner Moment:
Es das Ergebnis jahre­langer Arbeit.
Es ist der Beweis dafür, dass Auswil­de­rung funk­tio­nieren kann.
Und dafür, dass ein geret­tetes Indi­vi­duum Hoff­nung für eine weitere Gene­ra­tion Orang-Utans im Regen­wald bedeutet.

Danke, dass Sie unsere Arbeit für Tiere wie Sisi und Sijalu unter­stützen. Jeder Beitrag hilft.

TV-Tipp: Terra X — Faszi­na­tion Erde “Borneo — Zurück in die Wildnis”

TV-Tipp: Terra X — Faszi­na­tion Erde “Borneo — Zurück in die Wildnis”

So. 29.03.2026, 19:30 Uhr, ZDF

Hannah Emde — Tier­ärztin, Arten­schüt­zerin und Mode­ra­torin von „Terra X: Faszi­na­tion Erde“ — durfte im November 2025 eine unserer Auswil­de­rungen begleiten. Sie war dabei, als wir die Orang-Utan-Weib­chen Kapuan und Putri und das Orang-Utan-Männ­chen Ficz in die Frei­heit des Natio­nal­parks Bukit Baka Bukit Raya entlassen konnten. Auf dieses Aben­teuer nimmt Hannah Emde die Zuschaue­rinnen und Zuschauer in der neuesten Ausgabe von “Faszi­na­tion Erde: Borneo — Zurück in die Wildnis” mit.

Kapuan ist ein Opfer des ille­galen Wild­tier­han­dels. 2006 konnte die BOS Foun­da­tion sie aus einem Leben als Show-Orang-Utan in Thai­land befreien. Fast 20 Jahre Reha­bi­li­ta­tion waren nötig, ehe Kapuan bereit für ein selbst­stän­diges Leben im Regen­wald war. Auch Hannah Emde machte sich während der Dreh­ar­beiten zu “Faszi­na­tion Erde” auf die dunkle Spur der Wildtierhändler.

Auf Borneo war sie außerdem zu Gast in der BOS-Wald­schule in Nyaru Menteng, um den Orang-Utan-Waisen beim Lernen zuzu­schauen. Und sie stat­tete der BOS-Forschungs­sta­tion Tuanan in Mawas einen Besuch ab. Hier erfuhr sie mehr über die wich­tige Rolle, die Orang-Utans im Ökosystem Regen­wald spielen. 

Auch in der ZDF-Media­thek ist die Folge “Borneo — Zurück in die Wildnis” abrufbar.

Hannah Emde zu Gast bei “3nach9”

Schon am Freitag, 27.03.2026 ist Hannah Emde zu Gast in der Talk­show “3nach9”. Hier darf sie Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo von ihrer Arbeit und der aben­teu­er­li­chen Reise nach Borneo berichten. 

Fr. 27.03.20206, 22:45 Uhr, NDR, WDR & hr

Cicis langer Weg in die Heimat

Cicis langer Weg in die Heimat

Zwei Jahre ist es her, dass Cici im Bukit Batikap Schutz­wald ausge­wil­dert wurde. Und weitere zehn Jahre seit ihrem Umzug von Ost- nach Zentral-Kali­mantan. Jetzt haben unsere Ranger die Orang-Utan-Dame bei einer Patrouille im Wald wieder­ge­troffen. Und eine schöne Entde­ckung gemacht.

Am 8. Januar 2003 wurde Cici zum zweiten Mal das Leben geschenkt: Es ist der Tag ihrer Ankunft im BOS-Rettungs­zen­trum Samboja Lestari. Und im November 2023 wurde sie – aus dem BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng – im Schutz­wald Bukit Batikap ausge­wil­dert. Ein ganz schön langer Lebensweg, der keines­wegs gera­deaus führte, liegt bereits hinter Cici. Umso glück­li­cher waren unsere Ranger, als sie die Orang-Utan-Dame kürz­lich bei bester Gesund­heit in Bukit Batikap antrafen und beob­achten durften.

Orang-Utan Cici im Regenwald
Cici lebt seit ihrer Auswil­de­rung im November 2023 im Bukit Batikap Schutzwald

Orang-Utan-Dame Cicis Frei­heit kam in Etappen

Nach ihrer Rettung als etwa drei- bis vier­jäh­riges Orang-Utan-Mädchen vor 22 Jahren durch­lief Cici erfolg­reich und recht schnell die Wald­schule von Samboja Lestari, bewies sich auf der Voraus­wil­de­rungs­insel und sollte eigent­lich schon im Oktober 2013 ausge­wil­dert werden. Bei den gründ­li­chen medi­zi­ni­schen Tests, die alle unsere Schütz­linge vor ihrem großen Tag durch­laufen, machten die Tier­ärzte jedoch eine Entde­ckung, die alles verän­dern sollte: Cicis Heimat war nicht in Ost-Kali­mantan, wohin die Auswil­de­rung geplant war. Sie gehörte einer in Zentral-Kali­mantan heimi­schen Subspe­zies an (Pongo pygmaeus wurmbii).

Eine schwere Entscheidung

So mussten wir Cicis Auswil­de­rung verschieben. In Über­ein­stim­mung mit natio­nalen und inter­na­tio­nalen Stan­dards der Welt­na­tur­schutz­union (IUCN) hat das BOS-Team entschieden, dass Cici dorthin gebracht wurde, wohin sie eigent­lich gehörte. Und so reiste die damals 14-Jährige in der Trans­port­kiste, die sie in den Regen­wald bringen sollte, in unser Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng. Dort sollte es weitere zehn Jahre dauern – auch bedingt durch die Einschrän­kungen der Pandemie – bis Cici ihre nächste Chance auf die Frei­heit bekam.

Doch nicht alle Verzö­ge­rungen enden mit Bedauern! Was zunächst wie ein schwerer Rück­schlag erschien, war rück­bli­ckend die genau rich­tige Entschei­dung. Während ihres Aufent­haltes in Nyaru Menteng war das jedoch nicht immer offensichtlich.

Orang-Utan Cici vor der Auswilderung
Cici musste viel Geduld beweisen, bis wir ihr die Frei­heit schenken konnten

Cici erlangte in Nyaru Menteng schnell Bekannt­heit für ihre starke und oft aggres­sive Persön­lich­keit. Tier­pfleger und das Vete­ri­när­team mussten in ihrer Gegen­wart stets wachsam sein. Doch ihr wildes Auftreten war schlicht und einfach der Ausdruck ihres unglaub­li­chen Über­le­bens­wil­lens. Und genau dieser Instinkt half ihr später, in der Wildnis zu zurechtzukommen.

Der Tag der Auswil­de­rung: endlich in Freiheit

Im November 2023 war es dann wirk­lich und wahr­haftig soweit. Die Tür von Cicis Trans­portbox öffnete sich im Bukit Batikap-Schutz­wald und sie schoss blitz­schnell heraus. Direkt klet­terte sie auf einen nahe­ge­le­genen Baum und verschwand im Blät­ter­dach des Waldes. Doch Cici wäre nicht Cici, wenn sie unserem Team nicht einen letzten Denk­zettel mitge­geben hätte.

Auswilderung Orang-Utan Cici
Als sich die Luke der Auswil­de­rungsbox öffnete, hatte Cici es sehr eilig

Zehn Minuten nach ihrem Verschwinden stürmte die 24-jährige Orang-Utan-Dame auf unser Post-Release Moni­to­ring (PRM) Team zu, das die neuen Wilden aus gebüh­render Entfer­nung beob­ach­tete. Und so erlebte unser PRM-Team einen inten­siven und heraus­for­dernden ersten Tag der Nachbeobachtung.

Ein derart aggres­sives Verhalten ist nicht ungewöhnlich

Viele Orang-Utans reagieren nach langen Trans­port­wegen gestresst, was zu defen­siven oder aggres­siven Reak­tionen führen kann. Und so blieb unser erfah­renes PRM-Team ruhig und geduldig, hielt so gut wie möglich Abstand zu den frisch ausge­wil­derten Primaten und wartete ab, bis sie sich beru­higt und an die neue Umge­bung gewöhnt hatten.

Zwei Jahre später: Cici ist ruhig und selbstbewusst

Vor kurzem, ganze zwei Jahre nach ihrer Auswil­de­rung, trafen unsere Ranger Cici in der Nähe des Flusses Joloi wieder. Das Orang-Utan-Weib­chen wirkte während der Beob­ach­tung ruhig und selbst­be­wusst. Die meiste Zeit verbrachte sie damit, den Wald zu erkunden. Ganz ohne Anzei­chen von Aggres­sion, die sie bei der letzten Begeg­nung an den Tag gelegt hatte. Zufrieden bewegte sie sich durch ihren natür­li­chen Lebens­raum, an den sie sich ganz offen­sicht­lich bestens ange­passt hatte.

Orang-Utan Cici im Regenwald
Das Warten auf die Auswil­de­rung hat sich gelohnt

Unsere Ranger konnten nach der Beob­ach­tung berichten, dass Cici in ihrem neuen Lebens­raum förm­lich aufge­blüht ist. Die Orang-Utan-Dame war gesund, kräftig und wirkte völlig sicher, während sie sich durch den Wald bewegte. Damit ist ihre Geschichte ein wunder­barer Beweis dafür, dass Geduld und manchmal auch schwere Entschei­dungen zu nach­hal­tigen Ergeb­nissen im Arten­schutz führen.

Mit Ihrer Spende helfen Sie, dass geret­tete Orang-Utans eine zweite – und wenn nötig auch eine dritte — Chance auf ein Leben in Frei­heit erhalten.