Mama Josie – Eine Orang-Utan-Mutter auf Kaja Island

Mama Josie – Eine Orang-Utan-Mutter auf Kaja Island

Auf der Voraus­wil­de­rungs­insel Kaja Island in Zentral-Kali­mantan lebt derzeit auch die 16 Jahre alte Orang-Utan-Dame Josie. Hier bereiten sich geret­tete Orang-Utans in geschützter Umge­bung auf ihre spätere Auswil­de­rung vor. Josie galt lange als scheue und zurück­ge­zo­gene Wald­men­schen-Persön­lich­keit. Sie zeigte sich nur selten und hielt Abstand zu anderen Orang-Utans. Doch seit sie vor etwas mehr als einem Jahr Mutter geworden ist, hat sich ihr Leben grund­le­gend verändert.

Aus der stillen Einzel­gän­gerin wurde eine aufmerk­same und liebe­volle Mutter, die ihr Junges mit uner­schüt­ter­li­cher Fürsorge beschützt. Mit großer Hingabe kümmert sich Mama Josie um ihr Kleines, das sie stets im Blick behält und sorgsam beschützt.

Orang-Utan-Mutter Josie und ihr Baby auf BOS-Vorauswilderungsinsel
Mama Josie trägt ihr Baby sicher durch die Baum­wipfel der Insel Kaja

Früher kam Josie regel­mäßig zur Futter­platt­form Kalawau, wo unsere Mitar­beiter zusätz­liche Nahrung für die Insel­be­wohner bereit­stellen. Doch seit sie Mutter ist, zeigt sie sich dort nur noch selten. Statt­dessen zieht sie sich tief in den Wald zurück auf der Suche nach natür­li­cher Dschungelnahrung.

Lernen, was die Natur zu bieten hat

Aktuell ist Frucht­saison auf Kaja Island. Und im Über­fluss der reifen Wald­früchte findet Josie alles, was sie und ihr Baby brau­chen. Für Josie ist diese Zeit eine wert­volle Gele­gen­heit, ihrem Nach­wuchs zu zeigen, welche Früchte im Regen­wald essbar und nahr­haft sind. Ihr Baby beob­achtet genau, was Mama pflückt und probiert. So lernt es spie­le­risch, sich eines Tages selbst zu versorgen. Und jede Mahl­zeit wird zu einer Lektion für das Leben in Freiheit.

Orang-Utan-Mutter Josie und ihr Baby auf BOS-Vorauswilderungsinsel
Neugier pur – das Baby lernt von der besten Lehrerin: seiner Mutter

Schutz und Vorsicht

Josie bleibt vorsichtig – nicht nur gegen­über Menschen, sondern auch gegen­über männ­li­chen Orang-Utans. Denn diese versu­chen häufig, Weib­chen zur Paarung zu drängen. Das kann für eine Mutter mit Baby gefähr­lich sein. Deshalb hält sich Josie in abge­le­genen, sicheren Berei­chen der Insel auf – weit entfernt von poten­zi­ellen Bedrohungen.

Orang-Utan-Mutter Josie und ihr Baby auf BOS-Vorauswilderungsinsel
Gut geschützt im Dickicht des Waldes

Auch unseren Mitar­bei­tern begegnet sie mit gesunder Skepsis. Wenn sie die Boote hört oder Menschen entdeckt, zieht sie sich zurück. Erst wenn wieder Ruhe einge­kehrt ist, kommt sie vorsichtig zur Futter­stelle, nimmt einige Früchte – und verschwindet dann wieder lautlos im Dickicht.

Ein stabiles Zuhause für Mutter und Kind

Momentan herr­schen auf Kaja Island ideale Bedin­gungen: Es gibt reich­lich Früchte, das Wasser steht weder zu hoch noch zu niedrig, und die Orang-Utans können sich frei auf der Insel bewegen. Josie nutzt diese Zeit, um ihr Baby weiter auf ein selbst­stän­diges Leben vorzubereiten.

Orang-Utan-Mutter Josie und ihr Baby auf BOS-Vorauswilderungsinsel
Die Umge­bung immer gut im Blick: Josie und ihr Baby

Ein starkes Mutterherz

Josies Reise als Mutter ist noch lange nicht zu Ende. Rund acht Jahre wird sie mit ihrem Nach­wuchs zusammen sein. Doch sie meis­tert bisher jede Heraus­for­de­rung mit Ruhe, Instinkt und Mut. Ihr Verhalten zeigt, wie fein­fühlig und intel­li­gent Orang-Utan-Mütter sind – und wie wichtig es ist, ihnen und ihren Kindern ein sicheres Umfeld zu bieten. Mit Geduld, Erfah­rung und Fürsorge lehrt Mama Josie ihr Kind, eines Tages allein zu über­leben – so unab­hängig und kraft­voll wie sie selbst.

Helfen Sie mit!

Josies Geschichte steht stell­ver­tre­tend für viele andere Orang-Utan-Mütter. Damit sie und ihr Baby weiterhin gut versorgt, beob­achtet und geschützt werden können, ist Ihre Unter­stüt­zung entschei­dend. Mit Ihrer Spende helfen Sie, Orang-Utans wie Mama Josie und ihrem Baby eine Zukunft in Frei­heit zu schenken. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Mama Josie und ihr Kind eines Tages wirk­lich frei im Regen­wald leben können.

Ein Wieder­sehen mit Mama Signe und ihrem Baby

Ein Wieder­sehen mit Mama Signe und ihrem Baby

Mehr als ein Jahr mussten wir ausharren, ehe uns das Glück hold war und wir Signe mit ihrem Baby mal im Regen­wald ange­troffen haben. Etwa zwei Jahre ist ihr Baby inzwi­schen alt und seit unserem letzten Treffen ordent­lich gewachsen. Signes erster Sohn Bungaran – mitt­ler­weile neun Jahre alt – scheint sich bereits selbst­ständig gemacht zu haben.

In der Nähe von Camp Nles Mamse in unserem Auswil­de­rungs­wald Kehje Sewen (Ost-Kali­mantan) traf unser Post-Release-Moni­to­ring-Team auf die erfah­rene Orang-Utan-Mutter Signe und ihr Baby. Signe lebt seit 2016 wild und frei im Regenwald.

Lernen durch Nachahmen

Wie gut sie sich hier zurecht­findet, konnte unser Team auch dieses Mal erfreut beob­achten. Genüss­lich knab­berte Signe an Trieben und jungen Blät­tern. Auch das Baby, das noch gestillt wird, probierte immer wieder von der Pflan­zen­kost. Wie bei Orang-Utans üblich, lernt der Nach­wuchs, indem er genau studiert, was die Mutter macht und dies dann nachahmt.

Orang-Utan-Mutter mit Baby im Regenwald
Signe und ihr hübsches Baby

Zufrieden konnten wir fest­stellen, dass das Orang-Utan-Kind – das uns beim letzten Treffen recht klein erschien – inzwi­schen gesund und wohl­ge­nährt aussieht. Signe sorgt also auch bei ihrem zweiten Kind dafür, dass es in der Wildnis stark und gesund aufwächst.

Orang-Utan-Mutter mit Baby im Regenwald
Die erfah­rene Mutter Signe kümmert sich gut um ihr Kind

Als Signe sich schließ­lich auf den Weg machte und anmu­tigen von Baum zu Baum schwang, klam­merte sich das Baby fest ins Fell der Mutter. Gut so, kleiner Orang-Utan, bei Mama bist Du sicher.

Jede Spende hilft! Den Orang-Utans und dem Regenwald.

Daisy taucht wieder auf – mit einem Baby!

Daisy taucht wieder auf – mit einem Baby!

Unser Post-Release Moni­to­ring (PRM) Team im Bukit Batikap Schutz­wald beob­ach­tete kürz­lich zwei beson­dere Besu­cher in der Nähe des Totat Jalu Moni­to­ring Camps. Ein Orang-Utan-Weib­chen, das später als Daisy iden­ti­fi­ziert wurde, begeg­nete ihnen im Regen­wald – und sie hielt ein Baby in den Armen!

Schon 2013 wurde Daisy in Bukit Batikap (Zentral-Kali­mantan) ausge­wil­dert. Manche erin­nern sich viel­leicht noch aus der Doku-Serie „Insel der Orang-Utans“ (im Original „Oran­gutan Island“ – von Animal Planet) an das inzwi­schen 22 Jahre alte Orang-Utan-Weib­chen Daisy. Seit vielen Jahren hatten wir sie nicht mehr gesehen. Sie war komplett in den Tiefen des Regen­walds abgetaucht.

Seit vielen Jahren hatten wir Daisy nicht gesehen

Umso größer war die Freude, als sie unserem Über­wa­chungs­camp einen Über­ra­schungs­be­such abstat­tete. Vor allem mit dem kleinen Star­gast, der sich in ihren Armen verbarg!

Das PRM-Team konnte zufrieden fest­stellen, während sie der kleinen Familie beim Maniok-Mahl zusah, dass beide Orang-Utans aktiv und bei guter Gesund­heit waren. Daisys Jung­tier scheint erst wenige Wochen alt zu sein und ist damit noch komplett auf sie ange­wiesen. Aber eines beherrschte es hervor­ra­gend: Sich ganz fest an seine Mutter zu klammern.

Das Geschlecht von Daisys Kind konnten wir noch nicht fest­stellen. Aber wir sind sicher, dass es sich unter der Anlei­tung von Daisy zu einem unab­hän­gigen und geschickten, wilden Orang-Utan entwi­ckeln wird.

Jede Spende hilft! Den Orang-Utans und dem Regenwald.

Lesans neue Familie findet sich

Lesans neue Familie findet sich

Anfang des Jahres brachte Lesan ihr zweites Baby in unserem Auswil­de­rungs­wald Kehje Sewen zur Welt. Inzwi­schen konnten wir fest­stellen, dass es ein kleiner Junge ist, dem sie das Leben geschenkt hat. Die beste Nach­richt, die unser Beob­ach­tungs­team jetzt vermelden konnte: Mutter und Baby geht sehr gut. Doch wie kommt die große Tochter Ayu mit der neuen Fami­li­en­si­tua­tion klar?

Die 19-jährige Lesan gehörte zur aller­ersten Gruppe reha­bi­li­tierter Orang-Utans, die wir im April 2012 in Kehje Sewen ausge­wil­dert haben. 2016 wurde ihre Tochter Ayu geboren – das zweite wild­ge­bo­rene Baby.

Orang-Utan Familie im Regenwald
Ayu, Lesan und das neue Baby

Lesan ist also eine sehr erfah­rene Mutter, die mit wach­samen Augen ihr Baby umsorgt. Unser Beob­ach­tungs­team berichtet, dass sie den Säug­ling mit Zunei­gung überschüttet.

Die Rolle der Orang-Utan-Mütter

Orang-Utan-Babys bleiben sechs bis acht Jahre lang an der Seite ihrer Mutter. In dieser Zeit lernen sie von ihren Müttern, wie sie natür­liche Nahrung erkennen, Nester bauen, sich in den Bäumen bewegen und Raub­tieren im Wald auswei­chen. Die Beherr­schung dieser Fähig­keiten ist von entschei­dender Bedeu­tung, denn erwach­sene Orang-Utans leben meist allein und müssen sich in der Wildnis selbst versorgen. Daher ist die Rolle der Orang-Utan-Mütter von entschei­dender Bedeu­tung für das Wachstum und Über­leben der Art.

Orang-Utan-Mutter Lesan und sechs Monate altes Baby im Regenwald
Lesan sorgt liebe­voll für ihren Sohn

Lesans große Tochter Ayu kann immer noch dabei beob­achtet werden, wie sie sich Lesan nähert und Körper­kon­takt aufnimmt. Da die sich jedoch um ein neues Kind kümmern muss, versucht Lesan Abstand zu halten. Ayu ist sicht­lich verär­gert, wenn dies geschieht – viel­leicht ist sie auch ein wenig eifer­süchtig auf ihr neues Geschwis­ter­chen. Obwohl sie mit ihren sieben Jahren schon auf dem Weg in die Selbst­stän­dig­keit ist, scheint Ayu dafür noch nicht so ganz bereit zu sein.

Siebenjähriges Orang-Utan-Mädchen Ayu im Regenwald
Ayu ist noch nicht bereit, allein zu leben

Wahr­schein­lich wäre sie immer noch komplett an der Seite ihrer Mutter, wenn es nicht das neue Baby gäbe. So richtig glück­lich ist sie also wohl nicht über die neue Fami­li­en­kon­stel­la­tion. Aber Lesan wird auch das hoffent­lich groß­artig meis­tern und Ayu in ihrer neuen Rolle viel lernen und an sich wachsen. Schließ­lich gibt es keine größere Liebe als die Liebe zur Familie.

Helfen auch Sie den Orang-Utans und dem Regenwald!

Sayangs zweites Baby in Kehje Sewen geboren

Sayangs zweites Baby in Kehje Sewen geboren

Es ist die schönste Art von Nach­richt, die uns aus dem Regen­wald errei­chen kann: Ein Baby wurde in einem unserer Auswil­de­rungs­wälder geboren! Denn das ist der beste Beweis für uns, dass die Reha­bi­li­ta­tion, die Auswil­de­rung und das neue Leben im Regen­wald erfolg­reich waren und sind. Diesmal erhielten wir die frohe Baby­bot­schaft von unserem Beob­ach­tungs­team (PRM) aus Kehje Sewen in Ost-Kali­mantan. Es hat Sayang mit ihrem wenige Wochen alten Baby entdeckt. Begleitet wurden Mutter und Säug­ling von Sayangs großer Tochter Padma.

Sayang — was soviel wie Lieb­ling oder Schatz bedeutet — erblickte im April 2009 auf unserer Voraus­wil­de­rungs­insel Kaja Island das Licht der Welt. 2013 konnten wir sie mit ihrer Mutter Yayang in Kehje Sewen auswil­dern, wo Sayang fünf Jahre später ihre erste Tochter Padma gebar.

Sayang tauchte unter

Vor einigen Monaten bemerkte ein PRM-Team an Sayang deut­liche Anzei­chen einer Schwan­ger­schaft. Doch dann verschwanden Sayang und Padma im dichten Regen­wald und unsere Beob­achter im Camp Lesik – Sayangs bevor­zugtes Revier – konnten sie lange nicht ausfindig machen. Immer mal kreuzte Lesan mit ihrer Familie im Umfeld des Camps auf. Doch keine Spur von Sayang. Hatte sie ihr Baby schon bekommen? Unsere Teams wurden immer nervöser und fragten sich bald jeden Tag, wo Sayang sich wohl versteckte und – vor allem – wie es ihr ging.

Will­kommen, du hübsches Orang-Utan-Baby!

Dann, endlich, tauchten Sayang und Padma ganz in der Nähe von Camp Lesik auf – mit einem kleinen Baby, das sich fest ins Fell der Mutter klam­merte! Es war fast so, als wollte Sayang uns ihren zweiten Nach­wuchs vorstellen.

Was für eine Freude, Sayang endlich wieder zu sehen! Was für eine wunder­schöne Orang-Utan-Familie! Im Camp Lesik konnten sich die Mitar­beiter nicht satt sehen an dieser groß­ar­tigen Überraschung.

Orang-Utan-Mutter Sayang mit Tochter Padma und neugeborenem Baby
Padma unter­stützt ihre Mutter

Noch konnten wir nicht fest­stellen, welches Geschlecht das Neuge­bo­rene hat. Es hat sehr dichtes Haar, das dem seiner Mutter ähnelt. Das Kind sieht in Sayangs Armen bezau­bernd aus und wird auch von seiner großen Schwester Padma liebe­voll umsorgt. Obwohl Sayang verständ­li­cher­weise nicht so aktiv ist wie sonst, beschützt die erfah­rene Mutter ihr neues Baby sehr und trägt es sicher durch die Gefahren und Heraus­for­de­rungen des Regenwalds.

Orang-Utan-Mutter durchquert mit zwei Babys Fluss im Regenwald
Bei Sayang sind Padma und ihr kleines Geschwis­ter­chen sicher aufgebhoben

34 wild­ge­bo­rene Babys

Bis heute wurden in unseren drei Auswil­de­rungs­wäl­dern in Ost- und Zentral-Kali­mantan 34 neue Orang-Utans von Müttern geboren, die BOS seit 2012 hat. Und wir können es kaum erwarten, weitere frohe Nach­richten aus den geschützten Wäldern zu erhalten.

Die Orang-Utans und der Regen­wald brau­chen uns. Gerade jetzt. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.